Hallo, bin jetzt ganz neu hier und habe ein großes Problem. Hab durch suchen nicht die richtigen antworten gefunden.
Es geht um folgendes, meine tochter ist jetzt (bzw nächste Woche) 8 Jahre alt und besucht die 2. Klasse. Da ich von meiner ExFrau getrennt bin, ist meine Kleine nur jedes 2. Wochenende bei mir und daher kann ich das Problem nicht genau verfolgen.
Sie schreibt in der Schule sehr schlechte Noten und ich lerne auch jedesmal mit ihr, da sich meiner Meinung nach zuhause niemand darum kümmert. Beim lernen mit Ihr ist mir allerdings aufgefallen dass sie sich nicht richtig konzentrieren kann und sich sehr schwer tut, sich etwas zu merken. Das letzte Beispiel was ich nennen kann war Religion, selbst da schreibt sie nur fünfer. Habe zusammen mit ihr die Taufe gelernt. Im ersten Moment wirkt es als würde sie es verstanden haben, nur wenn man nichtmal eine Minute später nochmals danach fragt, weiß sie es nicht mehr.
Am Anfang dachte ich, dass sie einfach nur keine Lust hat aber mittlerweile merke ich, dass sie sich schwer tut etwas zu lernen. Hab es schon spielerisch versucht oder Ihr alles genau zu erklären was da steht aber keine Chance. Wenn sie sich etwas durch ließt und dann mit eigenen Worten sagen soll, was da steht kann sie das nicht. Sie sieht was da steht und versteht den Inhalt aber nicht.
Bei Mathe ist es nicht anders. Ich versuche ihr immer wieder mal zwischendrin Aufgaben zu geben, ohne zwang oder Druck und selbst da macht sie viel falsch.
Hab es auch schon mit PC Programmen versucht um es für sie einfacher zu machen und selbst bei Aufgaben der ersten Klasse macht sie ca 50% falsch.
Hab es auch schon mit einem Anreiz versucht, weil sie etwas unbedingt haben möchte und wir ausgemacht haben dass sie es bekommt wenn sie ein gutes Zeugniss bringt, aber das funktioniert auch nicht. Sie gibt sich schon Mühe, aber leider ohne Erfolg.
Mit Ihrer Mutter brauch ich da nicht reden, weil sie es nicht schafft richtig mit ihr zu lernen.
Und jetzt denke ich dass es eine Art Lernschwäche ist, aber da ich kein Fachmann bin suche ich eben hier Rat.
Danke.
PS: Sorry für den langen Beitrag aber mir ist das ganze schon sehr wichtig
Hallo,
es wäre aber schon wichtig mit der Mutter darüber zu reden. Sie selbst muß ja gar nicht Diejenige sein, die mit der Tochter lernt (vielleicht hat die Mutter eigene Versagensängste?), wichtig ist aber, dass der Bedarf etwas zu unternehmen erkannt wird damit man rechtzeitig gegensteuern kann.
Ein Gespräch mit der Lehrerin/ dem Lehrer sollte da mit an erster Stelle stehen. Sie kann beurteilen wie das Lernverhalten des Kindes ist.
Auch in diesem Fall gibt es die Möglichkeit über die Caritas oder die Kinder/Jugendpsychiatrie an Untersuchungen zu kommen um herauszufinden, was mit dem Kind los ist…ob jetzt eine Lernschwäche vorliegt, eine ADS Problematik, eine AVWS oder was auch immer.
Da wäre die erste Anlaufstelle der Kinderarzt. Mit ihm sollte das Erstgespräch stattfinden (nach dem Gespräch mit dem Lehrer), er wird/kann dann entscheiden wie es weiter geht, ob eine Nachhilfe ausreicht, oder tatsächlich weiterführende Diagnostik notwendig ist.
Gruß
Maja
Die Mutter ist etwas überfordert. Sie hat noch ein zweites Kind und kommt garnicht damit klar. Angeblich wäre schomal festgestellt worden, dass meine Tochter ADS hat, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Denke eher dass das irgendjemand gesagt hat und damit man eine Entschuldigung dafür hat, sagt sie halt es ist ADS, aber wirklich unternommen wurde bisher auch nichts.
Die Mutter ist etwas überfordert.
->Hilfe anbieten.
Sie hat noch ein zweites
Kind und kommt garnicht damit klar.
Auch Deins?
Sehen das objektivere Augen auch so, dass sie überfordert ist? Wenn ja, sollte man sich überlegen, ob da nicht eine Familienhelferin in Frage käme.
Angeblich wäre schomal
festgestellt worden, dass meine Tochter ADS hat, aber das kann
ich mir nicht vorstellen.
Hast Du mal konkret nachgefragt, wie man zu der Annahme kommt?
Denke eher dass das irgendjemand
gesagt hat und damit man eine Entschuldigung dafür hat, sagt
sie halt es ist ADS, aber wirklich unternommen wurde bisher
auch nichts.
Du als Vater auch nicht?
Gruß
Maja
Guten Tag,
bestünde die Möglichkeit für dich, nicht nur alle vierzehn Tage für einen Tag oder gar nur für wenige Stunden, mehrfach in der Woche sich um die Schulaufgaben zu kümmern?
Zum einen ist es auch für das Kind sicher nicht schön, die wenige Zeit mit dem Vater ausgerechnet für Schulisches zu verbrauchen - was ohnehin frustbeladen ist. Auf der anderen Seite ist es heutzutage einfach notwendig, sich seeehr regelmäßig um die Hausaufgaben der Kinder zu kümmern, damit erst gar keine erwähnenswerten Lücken auftreten, die später kaum noch zu beheben sind. M. E. sollte hier zuerst angesetzt werden, ehe das Kind getestet wird - worauf auch immer.
Zudem würde ich als Erstes ein Gespräch mit der Klassenlehrer/in führen. Deren Beobachtungen sind sehr wertvoll, zudem könnte man sich dort schon nach Hilfen erkundigen wie z. B. Hausaufgabenbetreuung, überwechseln in eine Ganztagsschule usw. Das ist zwar keine Ideallösung, aber so wäre zumindest eine Grundversorgung gewährleistet.
Liebe Grüße
Hagazussa
Nein das zweite Kind ist nicht von mir. Sie ist neu verheiratet. Und ich habe nicht zu vielen Leuten Kontakt, sie sie besser kennen. Aber es wurde mir auch schon mal gesagt dass sie überfordert ist. Würde mich gern mehr um die Hausaufgaben kümmern, aber dadurch dass ich schichten und auch Teils WE arbeite und zudem noch ein ganzes Stück entfernt wohne, ist das nicht so einfach. Ausserdem ist die Mutter da nicht so begeistert. Lässt mich ja nicht mal ins Haus und Nachmittag um drei 30km zu fahren um bei mir Hausaufgaben zu machen und danach wieder zurück finde ich für meine Tochter doch ein bißchen zuviel. Werde jetzt mal versuchen mit meiner Exfrau zu reden und schaun dass ich selbst mal zur Klassenlehrerin gehe und mit ihr rede.Ich werde ja aus sowas immer ganz raus gehalten. Mir wird es halt immer nur vorgehalten dass sie schlechte Noten schreibt und ich fühl mich da schon irgendwie verantwortlich.
Guten Tag,
ich lese gerade, dass die Mutter neu verheiratet ist. Bestünde da nicht die Möglichkeit, den Stiefvater mit ins Boot zu holen. Es kann kaum in dessen Interesse sein, wenn die Schulprobleme der Stieftochter das Familienleben belasten.
Warum wird dir „vorgehalten“, dass dein Kind schlechte Noten nach Haus bringt? Wirft man dir „schlechten Einfluss“ vor oder sonstwas?
Liebe Grüße
Hagazussa
Hallo Phyber,
hör mal auf Maja. Ich hab eine Freundin, deren Tochter (9) hat ein ganz ähnliches Problem. Sie wurde komplett durchgetestet und heraus kam u.a. ADS (sie ist KEIN Zappelphilipp und eigentlich unauffällig) und das Problem, dass sie kaum etwas GEHÖRTES abspeichern kann. Vielleicht ist das bei deiner Tochter so ähnlich, das erklärt vieles. Und dann wäre evtl. z.B. eine Montessori-Schule, wo viel durch anfassen, probieren, wahrenehmen gelernt wird, besser für sie. Ich denke wirklich, du solltest sie testen lassen, das ist keine Schande.
Alles Gute,
Julia
Hallo
Hab es auch schon mit einem Anreiz versucht, weil sie etwas unbedingt haben möchte und wir ausgemacht haben dass sie es bekommt wenn sie ein gutes Zeugniss bringt, aber das funktioniert auch nicht.
Das würde ich nicht machen, wenn das Kind doch offensichtlich Schwierigkeiten hat. Kinder wollen auch ohne dem ein gutes Zeugnis haben, und so ist das Kind ja doppelt gestraft.
Die Methode klappt nur, wenn einer wirklich faul ist und nur durch materielle Anreize zu motivieren ist.
Und jetzt denke ich dass es eine Art Lernschwäche ist, aber da ich kein Fachmann bin suche ich eben hier Rat.
Wenn man allerdings keine Erfahrung mit sowas hat, kann es ganz leicht passieren, dass man Sachen einfach falsch erklärt, irgendwie so, wie sie Kinder das nicht begreifen können oder so.
Wollte es nur mal einwerfen, ich hab ja keine Ahnung, wie viele Kinder du kennst.
Aber alle 2 Wochen lernen, das halte ich sowieso nicht für besonders gelungen. Man muss mindestens 2 mal in der Woche lernen, wenn es etwas bringen soll. Ich würde es lieber erstmal lassen, weil es doch anscheinend sowieso nur ein Frusterlebnis für euch beide ist.
Du hast doch auch das Sorgerecht, oder? Dann hast du auch das Recht dazu, dich um diese Dinge zu kümmern.
Natürlich muss da eine richtige Diagnose gemacht werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Kind irgendwie nicht aufnahmefähig ist, weil es durch irgendwas ganz stark beschäftigt oder belastet ist. Na ja, das sind so Spekulationen.
Viele Grüße
Vielen dank für eure ganzen antworten. Ich werde jetzt wirklich mal versuchen mit der Mutter ernsthaft zu reden und die Lehrerin aufsuchen. Dachte ich hab bisher alles richtig gemacht und alles versucht, aber da hab ich mich wohl sehr getäuscht.
Eine Antwort war, den neuen Mann mit dazu holen. Der bekommt gerade mal ein Hallo raus und vermeidet es, sich blicken zu lassen wenn ich komm. Ganz komisch alles.
Fakt ist, es muss sich was tun. Ich hab leider viel zulange nichts unternommen. Ich danke euch für die Ratschläge.