Wieso heißt das bei Soldatinnen „Hauptmann“ und nicht
„Hauptfrau“? Oder ist in der BW die weibliche Form von einer
Soldatenbezeichnung nicht durchgerungen?
Gemäß §1 3. SGleiG können „Für Soldatinnen […] Dienstgradbezeichnungen in weiblicher Form festgelegt werden“.
Weibliche Dienstgradbezeichnungen sind also möglich, aber derzeit nicht in Nutzung (auch nicht bei weiblichen Ärzten).
Sollte also tatsächlich jemand/jefraud auf die Idee kommen das zu ändern ist das jetzt möglich (war es zwar vorher auch, aber hauptsache wir schreiben das noch einmal in ein Gesetz).
Ich freue mich schon jetzt auf die Millionen, die für den Neudruck von Vorschriften und Co. veranschlagt werden müssen.
Sagt man im selben Zusammenhang „Soldatin“ oder benutzt man
dann doch eher den unbestimmten, nicht-geschlechtsspezifischen
Ausdruck „Soldat“?
„Die weibliche Form von einer Soldatenbezeichnung“ ist Soldatin. Gemäß §1 2. SGleiG sollen "Rechts- und Verwaltungsvorschriften für Soldatinnen und Soldaten […] die Gleichstellung von Frauen und Männern auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch für den dienstlichen Schriftverkehr. Also, soll heißen: Überall, wo früher nur „Soldat“ in einer Vorschrift, einem Befehl oder einem Gesetz stand muss nun „Soldatinnen und Soldaten“ (oder auch andersherum, wir wollen ja nicht werten) stehen. Alle Vorschriften, Befehle, Weisungen, Gesetzte, usw. müssen also geändert werden. Es lebe die „Gleichstellung“, was für ein unheimlicher Erfolg. Dürfte nur etwa ein paar millionen Euro gekostet haben.
Das Soldatengleichstellungsgesetz an sich ist sowieso recht skuril (es gibt Personen, die es auch als undemokratisch oder antidemokratisch bezeichnen).
Über die praktische Einführung der Frauenquote (§ 4,3. (5) SGleiG) nämlich die wahnsinnig realistischen 15% in der gesamten Bundeswehr, in allen Teilbereichen, im Sanitätsdienst sogar 50% lässt sich natürlich streiten, aber auch vortrefflich weinen, wenn man die Auswirkungen kennt.
Noch schöner ist natürlich die Wahl der Gleichstellungsbeauftragten. Selbige ist zuständig für die Gleichstellung BEIDER Geschlechter, darf aber nur von einer Frau gestellt werden und (konsequenter Weise) auch nur von Frauen gewählt werden.
Ganz großes Tennis. Erinnert meine Person ein wenig an die Urzeiten der Demokratie, wo nur Männer Wahlrecht hatten für eine Volksvertretung, die aber genauso die Frauen „vertreten“ haben.
Es soll leute geben, die nennen das einen Fortschritt, ich nenne das unmöglich.
Aber es ist doch wunderschön, was in diesem unseren Rechtsstaat alles möglich ist.
Andreas