Hauptmann / Hauptfrau?

Hallöchen,

ich habe vorgestern Nachrichten geguckt. Es ging um irgendwas im Nahen Osten und um den Besuch von den Verteidigungsministern usw.

Naja, auf jeden Fall wurden die dort stationierten Soldaten interviewt, da waren auch weibliche dabei.

Und unten wird dann ja der Name der betreffenden Person eingeblendet, also:

Martha Müller
Hauptmann

stand dort.

Wieso heißt das bei Soldatinnen „Hauptmann“ und nicht „Hauptfrau“? Oder ist in der BW die weibliche Form von einer Soldatenbezeichnung nicht durchgerungen?

Sagt man im selben Zusammenhang „Soldatin“ oder benutzt man dann doch eher den unbestimmten, nicht-geschlechtsspezifischen Ausdruck „Soldat“?

gruss, FW und FNJ

levi

Hallo,

Martha Müller
Hauptmann

Wieso heißt das bei Soldatinnen „Hauptmann“ und nicht
„Hauptfrau“? Oder ist in der BW die weibliche Form von einer
Soldatenbezeichnung nicht durchgerungen?

Das ist keine Bezeichnung, sondern ein Dienstgrad. Als die festgelegt wurden, waren Frauen in Uniform eher unwahrscheinlich. Ob das mal geändert wird? Ich glaube nicht, eher wird die Bundeswehr aufgelöst. :wink:

Gruß, Rainer

Wieso heißt das bei Soldatinnen „Hauptmann“ und nicht
„Hauptfrau“? Oder ist in der BW die weibliche Form von einer
Soldatenbezeichnung nicht durchgerungen?

Sagt man im selben Zusammenhang „Soldatin“ oder benutzt man
dann doch eher den unbestimmten, nicht-geschlechtsspezifischen
Ausdruck „Soldat“?

Weil im gesamten Beamtensystem diese Frauen so genannt werden.

Es gibt auch keine „Amtfrau“, sondern nur den weiblichen „Amtmann“.

Manchmal werden sie auch „Amtmännin“ genannt. Wie lächerlich!

mfgConrad

Hallo,

Weil im gesamten Beamtensystem diese Frauen so genannt werden.

Es gibt auch keine „Amtfrau“, sondern nur den weiblichen
„Amtmann“.

Manchmal werden sie auch „Amtmännin“ genannt. Wie lächerlich!

Nein, nicht ganz.
Bei uns werden die Frauen, die vor 2003 befördert wurden, noch Amtmann genannt, eben weil dieser Titel verliehen wurde.

Seit 2004 wird bei Frauen der Titel Amtfrau verliehen, eine Errungenschaft der Frauenbeauftragten unseres Bundeslandes.

Ob sich das besser anhört ???

Gruß

Petz

Hallo,

Weil im gesamten Beamtensystem diese Frauen so genannt werden.

Es gibt auch keine „Amtfrau“, sondern nur den weiblichen
„Amtmann“.

Manchmal werden sie auch „Amtmännin“ genannt. Wie lächerlich!

Nein, nicht ganz.
Bei uns werden die Frauen, die vor 2003 befördert wurden, noch
Amtmann genannt, eben weil dieser Titel verliehen wurde.

Seit 2004 wird bei Frauen der Titel Amtfrau verliehen, eine
Errungenschaft der Frauenbeauftragten unseres Bundeslandes.

In Rheinland-Pfalz steht es der Beamtin frei, als Titel wahlweise die Bezeichnung ‚Amtmann‘, ‚Amtfrau‘ oder ‚Amtmännin‘ zu führen. Die Ernennungsurkunde wird gemäß ihrem Wunsch ausgestellt.

Männern steht dieses Recht nicht zu - ein klarer Fall von geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Eigentlich ein Fall für die Gleichstellungsbeauftragte (gibt es irgendwo eigentlich eine n Gleichstellungsbeauftragten?).

Freundliche (nicht ganz ernst gemeinte) Grüße,

i.A. Boeck
(Vermessungsamtmann)

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Hallo,

wie schon erwähnt, Hauptmann ist ein Dienstgrad, keine Funktionsbezeichnung. Auch Frau Oberstabsarzt ist keine Oberstabsärztin.
Der Plural von Hauptmann sind übrigens keine Hauptmänner, sondern Hauptleute.

Grüße

manchmal auch : ‚Hauptmann, weibl.‘
hi,

das kommt auch vor.
oder „oberstabsarzt, weibl.“

aber die weilbliche bezeichnungen klingen teilweise auch besser und werden allgemein „eingedeutsch“ (wenn man das so sagen kann)

im aktuellsten infoheft, das ich im oktober auf einer messe an einem bundeswehrsatnd erhalten habe werden alle dienstgrad, ausser ärztin etc., in der „männlichen variante“ - auch bei bildunterschriften von frauen - verwendet.

Moin,
ich stelle mir gerade folgende Geschichte vor:
Bei einer von mir ach so geliebten Reserveübung wird am frühen Morgen zur Befehlsausgabe die angetretende Kompanie gemeldet.
UvD: ZUR MELDUNG AN DIE FRAU OBERSTABSFELDWEBELIN DIE AUGEN LINKS
Ich würde vor lauter Hochachtung die Arschbacken dermaßen zusammen kneifen, das ein in der Arschfalte steckendes 2 Euro Stück seine Prägung verlöre. Denn Ähre wem Ähre gebührt.
Der Rest der Truppe würde sich wahrscheinlich in Lachkrämpfen auf dem Boden rollen.
Sorry aber der Text mußte einfach sein.
Gruß
Dirk m. ehem. Kommiskopp
Hallo,

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

das sind historisch gewachsene Funktionsbezeichnungen in bewaffneten Streitkräften über viele Jahrhunderte…

Was viele allerdings vergessen,ist das es auch für „Hausfrauen“ einen
„Ehrentitel“ gab…nämlich „Dame“…

Im Zuge des „Emanzipatiotismus“ wird nämlich immer wieder „gerne“ vergessen,das unsere „Altvorderen“ sehr wohl die Arbeit einer
„nur Hausfrau“ zu würdigen wußten…

(nur mal nebenbei bemerkt…diese „Probleme“ treten nur im deutschen
Sprachraum auf…im Englischen isset egal ob Weib oder Mann…*grinz*…)

Außerdem ist es ohnehin egal,ob der „Major“ nun männlich oder Weiblich ist…wichtig ist,das die Betreffende Person über die Qualifikation
für diesen „Job“ verfügt…und das hat herzlich wenig mit dem Geschlecht zu tun…

mfg

Hallo,
das von dir geschriebene und im Fernsehen gezeigte ist 100% richtig dargestellt worden. Grundsätzlich gilt bei der Bundeswehr die Anrede für Soldaten aus Herr bzw. Frau plus dem Dienstgrad. Militärische Dienstgrade nehmen niemals die feminine Form an.
Beispiele:
Herr Oberleutnant
Frau Feldwebel
Frau Stabshauptmann

Die Bezeichnungen der Dienstgrade in der Bundeswehr stehen klar und unmißverständlich im §4 Abs. 2 S. 1 Soldatengesetz.

Weibliche Soldaten werden durch den Zusatz(w) gekennzeichnet. Z.B.: Stabsunteroffizier(w).
Die Verwendung etwa einer Form Obergefreite ist falsch, das Gleiche gilt für Stabsärztin.

Ich hoffe das konnte etwas Licht ins Dunkle bringen.

Gruss Marco H.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Auch Hallo!
Ich glaube eine Hauptfrau wirst du wohl eher im Harem eines Sultans finden als in der Bundeswehr!

SCNR
Eckard

Wieso heißt das bei Soldatinnen „Hauptmann“ und nicht
„Hauptfrau“? Oder ist in der BW die weibliche Form von einer
Soldatenbezeichnung nicht durchgerungen?

Gemäß §1 3. SGleiG können „Für Soldatinnen […] Dienstgradbezeichnungen in weiblicher Form festgelegt werden“.
Weibliche Dienstgradbezeichnungen sind also möglich, aber derzeit nicht in Nutzung (auch nicht bei weiblichen Ärzten).

Sollte also tatsächlich jemand/jefraud auf die Idee kommen das zu ändern ist das jetzt möglich (war es zwar vorher auch, aber hauptsache wir schreiben das noch einmal in ein Gesetz).

Ich freue mich schon jetzt auf die Millionen, die für den Neudruck von Vorschriften und Co. veranschlagt werden müssen.

Sagt man im selben Zusammenhang „Soldatin“ oder benutzt man
dann doch eher den unbestimmten, nicht-geschlechtsspezifischen
Ausdruck „Soldat“?

„Die weibliche Form von einer Soldatenbezeichnung“ ist Soldatin. Gemäß §1 2. SGleiG sollen "Rechts- und Verwaltungsvorschriften für Soldatinnen und Soldaten […] die Gleichstellung von Frauen und Männern auch sprachlich zum Ausdruck bringen. Dies gilt auch für den dienstlichen Schriftverkehr. Also, soll heißen: Überall, wo früher nur „Soldat“ in einer Vorschrift, einem Befehl oder einem Gesetz stand muss nun „Soldatinnen und Soldaten“ (oder auch andersherum, wir wollen ja nicht werten) stehen. Alle Vorschriften, Befehle, Weisungen, Gesetzte, usw. müssen also geändert werden. Es lebe die „Gleichstellung“, was für ein unheimlicher Erfolg. Dürfte nur etwa ein paar millionen Euro gekostet haben.

Das Soldatengleichstellungsgesetz an sich ist sowieso recht skuril (es gibt Personen, die es auch als undemokratisch oder antidemokratisch bezeichnen).
Über die praktische Einführung der Frauenquote (§ 4,3. (5) SGleiG) nämlich die wahnsinnig realistischen 15% in der gesamten Bundeswehr, in allen Teilbereichen, im Sanitätsdienst sogar 50% lässt sich natürlich streiten, aber auch vortrefflich weinen, wenn man die Auswirkungen kennt.
Noch schöner ist natürlich die Wahl der Gleichstellungsbeauftragten. Selbige ist zuständig für die Gleichstellung BEIDER Geschlechter, darf aber nur von einer Frau gestellt werden und (konsequenter Weise) auch nur von Frauen gewählt werden.
Ganz großes Tennis. Erinnert meine Person ein wenig an die Urzeiten der Demokratie, wo nur Männer Wahlrecht hatten für eine Volksvertretung, die aber genauso die Frauen „vertreten“ haben.
Es soll leute geben, die nennen das einen Fortschritt, ich nenne das unmöglich.
Aber es ist doch wunderschön, was in diesem unseren Rechtsstaat alles möglich ist.

Andreas