Haus 105qm Wfl. auf 3 Etagen f. 2 Erw. 1 Kind ?

Wir, 2 Erwachsene und 3-jähriges Kind, sind auf der Suche nach einem kleinen Haus.

Der Immomarkt in unserer Gegend gibt derzeit gerade leider nicht viel her. Ich durchforste nun schon seit einem 3/4 Jahr die Anzeigen, egal, ob Aushänge in Supermärkten, Mundpropaganda, Internet oder sonstige.

Nun haben wir ein kleines zentral gelegenes EFH mit Hof für verhältnismäßig kleines Geld gesichtet, was jedoch bei 105 qm Wohnfläche (4-5 ZKB, 1GWC, verteilt ist auf 3 Stockwerke. Dazu kommt noch ca. 15 qm Nutzfläche, d.h. 1 Kellerraum, da teilunterkellert.
Das EG hat hierbei den größten Teil Wfl., weil es dahinter noch einen Anbau hat.

2 Freunde sagen jedoch, dass wir uns das gut überlegen sollen, da so wenig Wohnfläche verteilt auf 3 Etagen uns schon bald zu eng, zu klein, die Treppen zu mühselig werden würden.

Derzeit wohnen wir in einer EG-Wohnung mit 75qm, d.h. 3 ZKB, 2 große Kellerräume, 1 Garage und große Terrasse mit Garten.

Reichen 105qm Wohnfläche für eine kleine Familie auf Dauer ?

Hallo rustybaby,
das kommt immer auf die individuellen Ansprüche an, aber wenn man sich tatsächlich eine eigene Immobilie zulegt, sollte die auch in einigen Jahren noch ‚passen‘.
Ich persönlich würde auch von so einer geringen Wohnfläche, die sich auf 3 Etagen verteilt, abraten. Gerade mit Kind ist man dann ständig auf der Treppe unterwegs - das kann ganz schön nerven.
Dazu kommt noch, dass so eine Treppe bei einem 3jährigen Kind auch Gefahren birgt und entsprechend gesichert werden muss. Bei der üblichen Aufteilung solcher Häuser befindet sich im EG wahrscheinlich nur 1 Zimmer plus Küche, d.h. das Kinderzimmer müsste dann schon eine Etage höher eingerichtet werden - mit einem kleinen Kind eine schlechte Lösung.
Zentral gelegen: das kann auch ‚laut‘ bedeuten. Und wie sieht es mit Spielkameraden in der näheren Umgebung aus? Unterschätzt nicht den Aufwand, wenn man die Kinder immer erst irgendwohin kutschieren muss, damit sie Gesellschaft haben. Dafür sind junge Siedlungen mit vielen Kindern eindeutig besser geeignet, denn hier können die Kids einfach vor die Tür. Das ist auf die Dauer für Eltern und Kinder stressfreier.

Ich stehe auf dem Standpunkt, dass man zu einem Haus, das man kaufen möchte, immer aus voller Überzeugung ‚Ja‘ sagen können muss. Ansonsten: lieber weitersuchen. Es könnte ein teurer Kompromiss werden.

Viel Glück!
florestino

Hallo!

Nun haben wir ein kleines zentral gelegenes EFH mit Hof für
verhältnismäßig kleines Geld gesichtet, was jedoch bei 105 qm
Wohnfläche (4-5 ZKB, 1GWC, verteilt ist auf 3 Stockwerke. Dazu
kommt noch ca. 15 qm Nutzfläche, d.h. 1 Kellerraum, da
teilunterkellert.

Teilunterkellerung hört sich nach altem Haus an. Lasse es vor dem Kauf von einem Sachverständigen/Architekten/Statiker untersuchen!

105 m² über 3 Stockwerke verteilt ergibt 35 m² pro Geschoss. Wenn davon Verkehrswege und Treppen abgehen, bleibt nicht viel. Mein Geschmack wäre es nicht, dauernd auf Treppen unterwegs sein zu müssen. Ein voll gepacktes Tablett, der Wäschekorb, Einkäufe, alles treppauf, treppab. Was geschieht im Fall von Krankheit oder womöglich dauerhafter Körperbehinderung? Wie kann man das Haus wenigstens zwischen den wichtigsten Funktionsbereichen barrierefrei gestalten? Wenn das nicht möglich ist, würde ich ein Haus nicht kaufen, weil es zu leicht und jederzeit passieren kann, dass das Haus schlichtweg nicht mehr nutzbar ist.

2 Freunde sagen jedoch, dass wir uns das gut überlegen sollen,
da so wenig Wohnfläche verteilt auf 3 Etagen uns schon bald zu
eng, zu klein, die Treppen zu mühselig werden würden.

Siehe oben, sehe ich ähnlich.

Reichen 105qm Wohnfläche für eine kleine Familie auf Dauer ?

Ist eine Frage der Lebensumstände. Wenn ein Paar 1 oder 2 Arbeitszimmer/Büros braucht und/oder ein platzraubendes Hobby gepflegt wird, plant man anders als eine Familie, der Schlafzimmer, Wohnzimmer und Kinderzimmer reicht. 105 m², mit optimal gelegenen Verkehrswegen intelligent aufgeteilt, können ein Raumwunder sein. Mit vielen Treppen und viel Platz für Flure kann es eine enge Bude sein, die nur einen einzigen Raum hat, der die Bezeichnung verdient und der Rest sind kleine Kammern.

Nebenbei: 15 m² Keller betrachte ich als schlechten Witz.

Gruß
Wolfgang

Hallo,
105 m² Wohnfläche sind eine „fast schon normale“ Zahl für einen kleinen Neubau in Ballungsräumen oder hochpreisigen Lagen mit wenig Freiflächen.

Natürlich reicht das grundsätzlich! Andere leben zu Dritt in Mietwohnungen mit 80 m² und weniger.

Es kommt m.E. vielmehr darauf an, wie das Haus zugeschnitten ist. Moderne Reihenhäuser haben einen zentralen Haustechnikschacht und ein sehr schmales Treppenhaus, dafür aber auch in der Regel eines, das vollwertig bis unters Dach reicht (also keine Raumspartreppe o.ä.). Von einem ehemaligen Zweifamilienhaus mit 2 x 75 m² Wohnfläche kann man da unter Umständen sehr viel weniger (bzw. mehr Verschwendung) erwarten.

Seht Euch mal die Räume selbst genauer an. Ein quadratisch zugeschnittener Raum mit Maßen von 3 x 5 m ist wesentlich mehr wert als irgendwas krummes und schiefes mit Dachschrägen oder Versatzwänden.

Wegen letzterem muss man auch schon genau beachtem, wie die Wohnfläche berechnet wurde. Eine einheitliche Größe über alle Zeiten hat es nie gegeben.

Was das Alter angeht: klar wird man es schwer haben mit Treppen, aber deshaolb schon jetzt einen Bungalow kaufen? :wink: Wer weiss, ob man überhaupt alt genug wird und dann generell noch den Platz für ein Einfamilienhaus haben möchte. Ihr solltet Euren jetzigen Bedarf decken, nicht den, den Ihr habt, wenn Ihr 70 und unr noch zu zweit seid :wink:

Die Frage des Kellers ist so alt wie die Geldbeutel unterscheidlich groß sind :wink: Wenn man sich einen leisten kann und einen zur Wahl hat, sollte man immer ein Gebäude mit einem Vollkeller kaufen. Den kann man nämlich nicht nachrüsten und sich den Garten mit „Holz-Schrott-Hütten“ oder die Garage mit „Werkzeuggeraffel“ vollzustellen ist nicht unbedingt billiger geschweige denn geschickt. Wenn es sich vermeiden lässt :wink:

Gruß vom
Schnabel

Hallo!

Was das Alter angeht: klar wird man es schwer haben mit
Treppen, aber deshaolb schon jetzt einen Bungalow kaufen? :wink:
Wer weiss, ob man überhaupt alt genug wird und dann generell
noch den Platz für ein Einfamilienhaus haben möchte. Ihr
solltet Euren jetzigen Bedarf decken, nicht den, den Ihr habt,
wenn Ihr 70 und unr noch zu zweit seid :wink:

In anderen Lebensbereichen käme niemand auf die Idee, nur den „jetzigen Bedarf“ zu decken. Man hat trotz jetziger Gesundheit eine Krankenversicherung. Üblich ist Altersvorsorge - von „jetzigem Bedarf“ kann dabei keine Rede sein. Du ziehst Winterreifen auf, obwohl jetzt gerade weder Schnee noch Eis zu sehen sind. Du kaufst ein Auto mit 4 bis 5 Sitzplätzen, obwohl für den „jetzigen Bedarf“ ein Ein- oder Zweisitzer reichen würde. Das Auto hat Airbags und Sicherheitsgurte, obwohl die Sachen für den „jetzigen Bedarf“ überflüssig sind. Natürlich ist solche Argumentation ziemlich dumm, weil eben jederzeit ein Unfall passieren kann und man für diesen Fall vorsorgen muss. Nur bei der größten Anschaffung des Lebens, die auch noch Lebensmittelpunkt sein soll, wird von zwölf bis Mittag gedacht.

Ein junger Mensch hat einen Sport- oder Autounfall, sitzt wochenlang im Rollstuhl … ein Kind oder ein junger Erwachsener wird krank und muß liegend aus dem OG über enge Treppen transportiert werden … jeden Augenblick kann ein Unfall oder Krankheit zu massiven, u. U. dauerhaften Bewegungseinschränkungen führen. Dann ist theoretisch das Gäste-WC im EG noch erreichbar (jede Wette, die Tür ist ein paar cm zu schmal für einen Rollstuhl und der Raum viel zu eng), aber das Bad im OG schon nicht mehr (wobei das Bad in solchen Häusern oft nur eine Nasszelle ist, aber kein Bade zimmer ).

Weil die Unfähigkeit, Treppen zu bewältigen, ganz unabhängig vom Lebensalter jederzeit eintreten kann, ist ein nicht barrierefreies Haus (bzw. ein Haus, dass sich in den wesentlichen Bereichen nicht barrierefrei umbauen lässt) eine inakzeptable, nicht alltags- und lebenstaugliche Fehlplanung. Dass Millionen Häuser solche gedankenlosen Fehlkonstruktionen sind, ändert nichts.

Für Barrierefreiheit braucht man übrigens keinen Bungalow. Mehrere Geschosse schaden nicht. Aber Türen müssen Rollstuhlbreite haben und WC-Räume dürfen nicht für Schlangenmenschen gebaut sein. Treppen müssen in Steigung und Breite auf optimale Begehbarkeit ausgelegt sein (sind i. d. R. zu steil und zu schmal) und sollten für einen Treppenlift Platz bieten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sieht schon von vornherein die spätere Nachrüstung eines vollwerigen Aufzugs vor.

Abgesehen von vernünftigen Treppen (statt der verbreitet üblichen steilen, schmalen Stiegen) handelt es sich um bei der Planung zu berücksichtigende Gesichtspunkte, die zunächst kein Geld kosten. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, warum man den Gesichtspunkt Barrierefreiheit beim Bau bzw. Kauf eines Hauses unberücksichtigt lassen sollte.

Gruß
Wolfgang

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Hallo,

auf 105 qm kann man als Kleinstfamilie durchaus leben, wenn möglich aber lieber auf einer, max. zwei Etagen.

Auf drei Etagen würde ich das definitiv nicht akzeptieren, geschweige denn, angenehm finden, denn dort herrscht dann auf mindestens 2 Etagen nichts als Enge. Bei 3 Etagen sollten mindestens 170 qm, relativ gleichmäßig verteilt, vorhanden sein.

LG und viel Glück beim Hauskauf!
sine

Hallo erstmal,

Pultdachhäuser in dieser Form sind leider inzwischen Standard für all diejenigen geworden, die unbedingt eine eigene Immobilie haben wollen, aber kein „richtiges“ Haus finanzieren können. Also speckt man beim Grundstück und Keller ab, baut 2,5 geschossig um die maximale Bebaubarkeit handtuchbreiter Mantagrundstücke (da kannst Du die Ellebogen auf beiden Seiten auf den Zaun legen) zu erreichen, verzichtet auf aus energetischen Gründen eigentlich notwendige abgeschlossene Treppenhäuser, und macht auch ansonsten alles in billig, billig, damit man irgendwie auf die je nach Wirtschaftskraft in der Region üblichen € 300.000,-- all inkl. kommt, die Leute finanzieren können, die sonst keine Chance auf ein „eigenes Haus“ hätten.

Von den Dingern gibt es hier im Dorf in einem Neubaugebiet massenhaft, und ja, offenbar kann man darin auch mit größeren Familien irgendwie wohnen. Und der Stolz endlich Eigenheimbesitzer zu sein bestärkt die Eigentümer natürlich darin, für ihr Geld etwas ganz tolles bekommen zu haben, und vernebelt den Blick dafür, dass es eigentlich der blanke Wahnsinn ist, sich so eine Bude anzutun, die man später, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und die eigenen Kräfte nicht mehr so sind, dass man den ganzen Tag treppauf-, treppab möchte, nicht mehr los wird, weil die ganze Qualität auf maximal 30 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt ist, und man hier eigentlich nur Geldvernichtung betrieben hat.

Also sollte es auch in Eurem Fall eine dieser „Nissenhütten“ sein, lasst bloß die Finger davon. Und auch wenn wir hier von einem " zufällig ähnlichen Einzelstück" reden, würde ich mir die 3 Etagen und das bei der Größe vermutlich offene Treppenhaus, … niemals nicht antun wollen.

Gruß vom Wiz

Gute Güte, mit der Einstellung haben Sie aber nicht viel Spaß am Leben.

Gehbehinderungen oder andere erhebliche motorische Einschränkungen bei ehemals komplett Gesunden betreffen deutlich unter 1% der Bevölkerung unter 70 Jahren.

Wer sich also in den 30ern eine Immobilie zulegt, kann zu 99% davon ausgehen, dass er sie nicht barrierefrei benötigt. Für das 1% Risiko aber einen erheblichsten Aufpreis zu zahlen, ist auch vom Erwartungswert nicht sinnvoll.

Ein Haus für 300.000 nach 30 Jahren komplett abzuschreiben, entspricht einer Kaltmiete von 850 Euro (ca.), was für eine Wohnung in solchen Gegenden, in denen kleine Häuser 300k kosten, wohl der untere Mietpreis ist.

Es hätte sich also gelohnt.

Und es nicht komfortabel aber 1000e Menschen sind so untergebracht und kommen gut zurecht …

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Hallo,

Du gehst also davon aus, dass in den 30 Jahren keinerlei Kosten für Reparaturen, … anfallen? Du gehst davon aus, dass in den 30 Jahren eine eigene Immobilie - auch in der bescheidenen Größe - keine gegenüber einer Mietsituation höheren Kosten des Betriebs und der Nutzung verursacht hat? Du gehst zudem davon aus, dass Käufern bewusst ist, dass am Ende der 30 Jahren gerade nicht der gegenüber einer Miete gewünschte Effekt eines Vermögensaufbaus entstanden ist, sondern man lediglich die Nachteile und Risiken eines Eigentümers getragen hat, aber dadurch gegenüber einer Mietsituation unter dem Strich nichts gewonnen hat?

Gruß vom Wiz

natürlich war das eine vereinfachte Annahme, die sich auf die 30 Jahre Lebensdauer bezogen haben. Am Ende muss man Zinsen, Nebenkosten etc. auch mit einbringen… aber es ist eben nicht per se völlig undenkbar :smile: