Hallo!
Was das Alter angeht: klar wird man es schwer haben mit
Treppen, aber deshaolb schon jetzt einen Bungalow kaufen? 
Wer weiss, ob man überhaupt alt genug wird und dann generell
noch den Platz für ein Einfamilienhaus haben möchte. Ihr
solltet Euren jetzigen Bedarf decken, nicht den, den Ihr habt,
wenn Ihr 70 und unr noch zu zweit seid 
In anderen Lebensbereichen käme niemand auf die Idee, nur den „jetzigen Bedarf“ zu decken. Man hat trotz jetziger Gesundheit eine Krankenversicherung. Üblich ist Altersvorsorge - von „jetzigem Bedarf“ kann dabei keine Rede sein. Du ziehst Winterreifen auf, obwohl jetzt gerade weder Schnee noch Eis zu sehen sind. Du kaufst ein Auto mit 4 bis 5 Sitzplätzen, obwohl für den „jetzigen Bedarf“ ein Ein- oder Zweisitzer reichen würde. Das Auto hat Airbags und Sicherheitsgurte, obwohl die Sachen für den „jetzigen Bedarf“ überflüssig sind. Natürlich ist solche Argumentation ziemlich dumm, weil eben jederzeit ein Unfall passieren kann und man für diesen Fall vorsorgen muss. Nur bei der größten Anschaffung des Lebens, die auch noch Lebensmittelpunkt sein soll, wird von zwölf bis Mittag gedacht.
Ein junger Mensch hat einen Sport- oder Autounfall, sitzt wochenlang im Rollstuhl … ein Kind oder ein junger Erwachsener wird krank und muß liegend aus dem OG über enge Treppen transportiert werden … jeden Augenblick kann ein Unfall oder Krankheit zu massiven, u. U. dauerhaften Bewegungseinschränkungen führen. Dann ist theoretisch das Gäste-WC im EG noch erreichbar (jede Wette, die Tür ist ein paar cm zu schmal für einen Rollstuhl und der Raum viel zu eng), aber das Bad im OG schon nicht mehr (wobei das Bad in solchen Häusern oft nur eine Nasszelle ist, aber kein Bade zimmer ).
Weil die Unfähigkeit, Treppen zu bewältigen, ganz unabhängig vom Lebensalter jederzeit eintreten kann, ist ein nicht barrierefreies Haus (bzw. ein Haus, dass sich in den wesentlichen Bereichen nicht barrierefrei umbauen lässt) eine inakzeptable, nicht alltags- und lebenstaugliche Fehlplanung. Dass Millionen Häuser solche gedankenlosen Fehlkonstruktionen sind, ändert nichts.
Für Barrierefreiheit braucht man übrigens keinen Bungalow. Mehrere Geschosse schaden nicht. Aber Türen müssen Rollstuhlbreite haben und WC-Räume dürfen nicht für Schlangenmenschen gebaut sein. Treppen müssen in Steigung und Breite auf optimale Begehbarkeit ausgelegt sein (sind i. d. R. zu steil und zu schmal) und sollten für einen Treppenlift Platz bieten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sieht schon von vornherein die spätere Nachrüstung eines vollwerigen Aufzugs vor.
Abgesehen von vernünftigen Treppen (statt der verbreitet üblichen steilen, schmalen Stiegen) handelt es sich um bei der Planung zu berücksichtigende Gesichtspunkte, die zunächst kein Geld kosten. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, warum man den Gesichtspunkt Barrierefreiheit beim Bau bzw. Kauf eines Hauses unberücksichtigt lassen sollte.
Gruß
Wolfgang