Haus im Haus, bringt das was?

Hallo, wir haben ein altes Backsteinhaus, mit zwei ungenutzten Dachbodenetagen. Unten sind die Außenmauer 50 cm dick Backstein, oben am Dachboden sind die Giebelmauer nur halb so dick. Das Dach ist normal gedeckt und auch noch in Ordnung, Ziegel und keine vermörtelten Ritzen.

Unser Sohn möchte sich jetzt da oben ein Zimmer hinbauen. Was ich bisher so gehört, Dach isolieren -möglichst das ganze-, Giebelwand isolieren - möglichst von außen, geht aber nicht -, Fußboden raus, Schallisolierung rein, das alles schreckt eher ab und überschreitet bei weitem meine finanziellen Möglichkeiten.

Daher meine Frage, ob es sinnvoller ist, die alte Bausubstanz gar nicht zu verändern, sondern in dem reichlich vorhandenen Platz so eine Art Haus im Haus zu bauen: Fußboden auf den vorhandenen drauf, mit Holzbalken, Isolierung dazwischen, Dielen drauf. Dann die Wände in Holzständerweise mit Isolierung dazwischen und Rigipsplatten usw. Dabei nicht direkt an die Giebelwand gepappt, sondern 50 cm weg, da kann man zur Not auch noch durchgehen.

Komme ich mit sowas billiger weg, statt an der alten Bausubstanz Dinge zu versuchen, die garnicht gehen, wie isolieren der Giebelwand?

Wenn ja, bleibt noch das Problem der Fenster, da sitz ich hier noch und kratz mich am Kopf.

Wenn ihr Tipps oder Meinung dazu habt, würde mich freuen.
Schönes Wochenende
Lud

Hallo!

Der nachträgliche Dachausbau in einem alten Haus ist tatsächlich mit einigem Aufwand verbunden. Ob aber die beabsichtigte Methode wirklich preiswerter wird? Was ist z. B. mit den Fenstern? Eine unbelichtete Höhle soll der Raum doch gewiß nicht werden. Mindestens für die Belichtung mußt Du an Giebel und/oder Dach heran. Den Aufwand am Fußbodenaufbau, an der E-Installation und an der Heizung hast Du unabhängig von der Ausbaumethode immer in etwa gleicher Weise. Letztlich läßt sich auch am Aufwand für die thermische Isolation nichts sparen. Bei der Haus-in-Haus-Methode kann man nicht auf die vorhandenen stabilen Gebäudeteile für die Wände zurück greifen, sondern muß dafür eigene Konstruktionen schaffen. Insgesamt wird man nicht viel sparen können.

Sehr nützlich ist die Tatsache, daß das Giebelmauerwerk dünner ist als die Wand darunter. Daher gibts irgendwo einen Mauervorsprung, auf den man eine stabile Wand stellen kann. Man könnte z. B. Styrodur-Platten als Isolation auf die Giebel-Innenseite kleben und eine Wand aus Hebel oder Ytong-Gasbeton davor setzen. Das ist preiswert, leicht zu verarbeiten, isoliert gut und man erhält eine stabile Wand.

Aufwand ist nur am Dach zu treiben. Das Material ist billig, aber die Sache ist arbeitsintensiv. Dachpfannen sind nicht bei jeder Wetterlage 100%ig dicht. Deshalb gehört eine Unterspannbahn nebst Konterlattung unter die Dachpfannen. Weil die Dacheindeckung damit um Lattenstärke von ca. 20 mm höher zu liegen kommt, kann man diese Arbeit nicht nur partiell im Bereich des Dachausbaus durchführen, sondern alles oder nichts. Wenn die Dacheindeckung bisher nicht mit Mörtel verstrichen ist, brauchst Du nicht einmal neue Dachpfannen. Dann fallen die Materialkosten nicht ins Gewicht und die Dacharbeiten lassen sich bei gutem Wetter an einem verlängerten Wochenende mit ein paar Hilfskräften erledigen.

Wenn Du den Aufwand am Dach treibst, ist der Rest ein Klacks: Isomaterial mit Dampfsperre zwischen die Dachsparren, Lattengerüst, 2 Lagen Rigips und fertig sind die Wände.

Wenn der Dachboden groß genug ist und Du absolut nichts am Dach machen willst, wäre auch eine Mischform von Haus-in-Haus und Vollausbau möglich. Giebel für die Belichtung nutzen und wie beschrieben isolieren. Ansonsten werden gerade Leichtbauwände mitten in den Dachboden gestellt. Klar, das geht.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

danke für Deine Meinung

mit den Fenster ist tatsächlich das Hauptproblem.

Daher tendiere ich zu Deinem Vorschlag:

Wenn der Dachboden groß genug ist und Du absolut nichts am
Dach machen willst, wäre auch eine Mischform von Haus-in-Haus
und Vollausbau möglich. Giebel für die Belichtung nutzen und
wie beschrieben isolieren. Ansonsten werden gerade
Leichtbauwände mitten in den Dachboden gestellt. Klar, das
geht.

Gruß
Lud