wir hatten neulich die Diskussion, dass eine Photo-Volt-Anlage auf dem Dach ein Einfamilienhaus nicht vollständig versorgen kann und dass es Probleme mit der Bereitstellung von 220V-Wechselspannung gibt. Wer hat da schon Erfahrung, bzw. wer kennt sich aus?
Danke.
das mit dem Solar Strom ist so ne Sache. Kost ne RIESEN Stange Geld, nicht nur die Platten, auch wenn wie in Deinem Fall das Haus komplett mit Strom versorgt werden soll die Batterien und Laderegler, Wechselrichter und nicht zuletzt die Entsorgung der Akkus (in 10- spätestens 20 Jahren).
Einzige wirtschaftliche Alternative ist die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz, die ja wie wild Subventioniert wird (noch).
wir hatten neulich die Diskussion, dass eine Photo-Volt-Anlage
auf dem Dach ein Einfamilienhaus nicht vollständig versorgen
kann und dass es Probleme mit der Bereitstellung von
220V-Wechselspannung gibt.
Hallo Ajo!
Statt lange zu diskutieren, hilft eine Rechnung weiter:
Stromverbrauch für Waschen, Kochen, Beleuchtung, PC, Fernseher etc: ca. 5 kWh/Tag, macht für 365 Tage 1825 kWh im sparsamen Haushalt. Von den 8760 Stunden eines Jahres lassen sich am sonnigsten Ort der Republik (Insel Rügen) etwa 1825 Sonnenstunden nutzen. Du merkst schon, ich drehe die Zahlen der Einfachheit halber etwas zurecht. Es bleibt aber realistisch. Elektrische Arbeit 1825 kWh sind während 1825 Stunden zu erzeugen, pro Sonnenstunde damit 1 kW. Pro Quadratmeter Kollektorfläche kommen von der Sonne 700 W an. Hochwertige monokristalline Zellen vorausgesetzt, erreicht man 18% Wirkungsgrad. 700 W/m² x 0,18 = 125 W elektrische Leistung pro Quadratmeter Kollektorfläche. Ärgerlicherweise braucht man elektrischen Strom nicht nur, wenn die Sonne scheint. Man braucht also einen Energiespeicher. Wenn der Speicher irgend bezahlbar bleiben soll, besteht er Speicher aus Blei-Akkus. Mit der Gleichspannung kann man wenig anfangen. Man braucht also auch noch einen Wechselrichter. Laden und Speichern mit Blei-Akkus funktioniert mit miesem Wirkungsgrad. Der Wechselrichter will auch leben. Letzlich gehen insgesamt 50% Verluste in Ladung, Selbstentladung und Stromrichter. Von den 125 W/m² bleiben 62 W/m² übrig. Du erinnerst Dich: 1 kW wird gebraucht, deshalb: 1 kW / 62 W/m² = 16 m² Kollektorfläche (Stellen hinter dem Komma habe ich mir überall geschenkt).
Es funktioniert also. Allerdings kosten 16 m² Solarzellen von der feinen Sorte (es gibt auch billigere polykristalline Zellen, die bringen aber deutlich weniger Wirkungsgrad) richtiges Geld. Der Akku muß auch etwas Gutes sein und man braucht dafür einen separaten Batterieraum, der Ex-Vorschriften genügen muß. Schließlich werden an den Wechselrichter hohe Anforderungen gestellt, weil er einen einigermaßen sauberen Sinus erzeugen soll. Sinnvoller aber mit mehr Aufwand verbunden wäre als Ausgang 3 x 400 V.
Wenn man auf die autarke Stromversorgung nicht angewiesen ist, sondern über die Einspeisevergütung Geld verdienen will, entfällt die Speicherung und an den Wechselrichter brauchen nicht so hohe Anforderungen gestellt werden. Es bleibt aber eine hohe Investition, die viele Jahre braucht, bis sie sich rechnet.
sieht nicht gut aus
Hallo,
die Vollversorgung mit Solarstrom halte ich für Wirtschaftlichen
Nonsens (siehe dazu auch mein Posting oben drüber).
Diese Variante wird mit Abstand die teuerste und aufwendigste
sein, die man sich vorstellen kann. Das scheint mir also nur was
für Millionäre mit Ökospleen, ausreichend großem Garten
und niedrigen Komfortbedürfnis zu sein.
Zur Leistung: Bei optimaler Ausrichtung des Hauses und
einer Dachfläche von ca. 8x10m egeben sich also ca. 80m².
Die Globalstrahlung soll bei voller Sonneneinstrahlung am Mittag
ca. 700Watt/m² sein.
Der Wirkungsgrad ist von der Technologie abhängig.
Bei bezahlbaren amorphen Silizium optimistische 15% .
Das macht also max. 8,4KW bei max. Sonneneinstrahlung.
Wenn aber Bewölkung aufzieht kommen nur noch 50W/m² und weniger
unten an (also insgesamt nur noch max. 0,6KW auf die 80m²).
Dann gib’s im Winter nur 8h Tageslicht und die Einstrahlung ist
ja nur am Mittag optimal.
Bleiben noch optimistische 3,6KWh pro Tag.
Da darfst Du den ganzen Tag im Mittel nur noch 150W verbrauchen.
Nun rechnen wird noch Verluste durch die Akkupufferung und die
Umformung mit rein -> bleiben 100W zur Verügung.
Das reicht noch nicht mal für einen PC.
Klar, ne Weile überbrücken die Akkus den Engpaß, aber wenn es
im Februar 2 Wochen lang nicht richtig hell wird, brauchst Du
schon eine riesige Akku-Batterie.
Ein Hauptproblem ist überhaupt die Speichertechnologie.
Mit funktionierender Brennstoffzellentechnik wäre da schon
etwas mehr zu machen.
Gruß Uwi
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Also für ein Wochenend- bzw. Gartenhaus könnte es sich rechnen.
Ein Bekannter hat für seine Anlage, die Strom für Licht, Fernseher, Kaffeemaschine,… liefert insgesamt ähnlich viel bezahlt, wie seine Nachbarn für das Recht(!) sich an die öffentlichen Leitungen anschließen zu dürfen. Nicht gerechnet die tatsächlichen Anschlußkosten.
Einzige wirtschaftliche Alternative ist die Stromeinspeisung
ins öffentliche Netz, die ja wie wild Subventioniert wird
(noch).
Gruss Joe
Hallo,
ja, richtig, Gewinn wird nach ca. 20 Jahren Betrieb erzielt bei 3 KW-Anlagen, wenn keine grösseren Reparaturen an der Anlage in dieser Zeit entstehen.
Die Zahlen stammen aus einem Vortrag über Solaranlagen (Bürgersolaranlagen).
Vorausgesetzt die Einspeisungspreise bleiben auf dem Level, wo sie jetzt sind, aber wer garantiert mir das für diese Laufzeit? Ich kenne keine Regierung, die jemals über solchen langen Zeitraum die Versprechen gehalten haben, die vorher von anderen beschlossen wurden, siehe hier Atomstrom.
Der einzige der z.Zeit an Solaranlage gut verdient, ist der Hersteller solcher Anlagen.
Ich war selbst in der Anlage, habe mir alles angeschaut. Die Erklärung und Beratung war sehr kompetent.
Es gibt dort auch einen Energiemonitor, der die Leistung der Anlage anzeigt. Da kann man in Echtzeit beobachten, wie jedes kleine Wölkchen die Leistung beeinflusst.
Und draußen im Solarfeld konnte man sogar die Macken der Solarzellen hautnah betrachten. Manche Zellen sind schon im zweiten Jahr (!) ausgestiegen. Meistens waren es thermische Probleme - vom Nachtfrost auf 80 Grad, da bekommen sowohl die Zellen als auch die Kontakte und Verbinder ein Eigenleben! Schade, sieht man auf dem Bild nicht.
Es wird dort auch jeweils auf Hersteller und (Un-)Zuverlässigkeit hingewiesen.
Ich kann Dir nur zu einem Besuch raten!
Danach hast Du eine sonnenklare Meinung!
Das wäre der denkbar komplizierteste Weg Sonnenenergie zu nutzen.
Sprich mit Solarfirmen in Deiner Gegend. Sie kennen den Weg, dem Stromerzeuger Strom zu sehr hohen Festpreisen zu liefern und selbst den Strom billig aus dem Netz zu holen.
Dann benötigst Du keinerlei Speicher für sonnenlose Tage und Nächte.
Vorausgesetzt die Einspeisungspreise bleiben auf dem Level, wo
sie jetzt sind, aber wer garantiert mir das für diese
Laufzeit?
Der Energieversorger ist nach EEG dazu verpflichtet dir die
entsprechende Vergütung auf die Dauer von 20 Jahren zu zahlen.
Dazu schliesst du mit dem Versorger einen Vertrag mit entsprechnder
Laufzeit ab…
Und draußen im Solarfeld konnte man sogar die Macken der
Solarzellen hautnah betrachten. Manche Zellen sind schon im
zweiten Jahr (!) ausgestiegen. Meistens waren es thermische
Probleme - vom Nachtfrost auf 80 Grad, da bekommen sowohl die
Zellen als auch die Kontakte und Verbinder ein Eigenleben!
Hallo Kalle,
Du sprichst ein grundsätzliches Problem von Wind und Wetter ausgesetzten technischen Anlagen an. Manche Wirtschaftlichkeitsberechnung (nicht nur für Solar-Anlagen) geht von Amortisationszeiten in der 10-Jahres-Größenordnung oder noch mehr aus. Solche Betrachtungen entpuppen sich alsbald als Milchmädchenrechnungen, wenn die Anlage nur durch laufende Wartung und Austausch zig defekter Teile überhaupt so lange übersteht.
Bei Solaranlagen zur Stromerzeugung hat man deshalb sehr langfristig nur dann eine Chance auf wirtschaftlich sinnvollen Betrieb, wenn man Service und Reparaturen aller Art selbst machen kann. Selbst wenn man jemals in die Gewinnzone kommt, bleibt die Investition fragwürdig, denn man wäre mit rein thermischer Solarnutzung deutlich schneller auf einen grünen Zweig gekommen, u. a. deshalb, weil der Wirkungsgrad statt bestenfalls 18% bei über 80% liegt. Auch die Nutzung von Wind oder Biomasse welcher Art auch immer führt schneller zu einem wirtschaftlich tragfähigen Ergebnis. So ist also solare Stromerzeugung in unseren Breiten wirtschaftlich nicht vernüntig und nur für Anwendungen sinnvoll, wo es keine öffentliche Stromversorgung gibt.
Der Energieversorger ist nach EEG dazu verpflichtet dir die
entsprechende Vergütung auf die Dauer von 20 Jahren zu zahlen.
Dazu schliesst du mit dem Versorger einen Vertrag mit
entsprechnder Laufzeit ab…
Hallo Stephan,
es ist nicht zu erwarten, daß eine bewitterte technische Anlage länger als 20 Jahre hält. Man veranstaltet also wirtschaftlich bestenfalls eine Nullnummer. Das Risiko teurer Reparaturen in so langer Zeit ist aber beträchtlich und dann sind all die schönen Berechnungen Makulatur.
Man sollte auch den Wirkungsgrad der Anlagen betrachten. Günstigstenfalls 18% bei solarer Stromerzeugung, nach Umrichtung in Wechselstrom optimistische 15%, sind eben sehr bescheiden, wenn dafür Beträge mit zu vielen Nullen vor dem Komma zu bezahlen sind.
Das soll kein Statement gegen die Nutzung der Sonnenernergie sein. Aber nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch wirtschaftlich vernünftig. Wenn sich eine Finanzierung in deutlich kürzerer Zeit rechnet, etwa in wenigen Jahren statt in wenigen Jahrzehnten, kann man sehr viel mehr für alternative Energieerzeugung tun. Solare Stromerzeugung ist in unseren Breiten und bei den derzeitigen Preisen von Silizium-Zellen allenfalls eine Methode an Standorten ohne öffentliches Stromnetz und dann auch nur, wenn andere Methoden, etwa ein Dieselgenerator, ausscheiden.
ich bezog mich NUR auf die Einspeisevergütung und in
keinster Weise auf die Lebensdauer von Photovoltaikanlagen…
Es ist mir völlig klar, dass eine Photovoltaikanlage derzeit
nur für ökologische Idealisten „sinnvoll“ ist.
Wesentlich sinnvoller ist die thermische Nutzung von Solarenergie…
alternative Energieerzeugung tun. Solare Stromerzeugung ist in
unseren Breiten und bei den derzeitigen Preisen von
Silizium-Zellen allenfalls eine Methode an Standorten ohne
öffentliches Stromnetz und dann auch nur, wenn andere
Methoden, etwa ein Dieselgenerator, ausscheiden.
Ich warte ja nach wie vor auf eine praktikable Umsetzung der
Brennstoffzelle…
Damit sollte sich ein Einfamilienhaus betreiben lassen und der
wahrscheinlich anfallende Überschuss ins Netz einspeisen lassen.
Aber da werde ich mich wohl noch 10-20 Jahre gedulden müssen…
ja, es ist möglich.
Erst rechnest Du Deinen Jahresbedarf an Strom aus, dann noch den Spitzenstrom, so z.B. Backen, Elektroboiler, Elektroheizung und Oma’s Fön gleichzeitig.
Hast all diese Werte, dann kannst damit zu einem Solaranlagenbauer gehen und der wird Dir dann die Anlage daraus errechnen und installieren.
Wenn es dieses Jahr noch machst, bekommst noch einen günstigen Kredit für 100.000-Dächer-Solarprogramm und so um die 40Cent wenn Du den Überschuss ins Netz einspeist.
Es ist wirklich nicht einfach, mal so eben jemanden zu beraten, ob eine Solaranlage den gesamten Bedarf eines Hauses decken kann, denn 1000 Faktoren spielen da eine Rolle.
Ein Sägewerk wirst wohl mit der heutigen Solartechnik in unseren Breiten nicht füttern können.
Hast Du überhaupt genügend Dachfläche ausgerichtet zur Sonneneinstrahlung zur Verfügung und in welcher Gegend wohnst überhaupt, liegst Du im Bereich des Sonnengürtels?
Das wären zum Beispiel einmal grundlegende Fragen, dann kann der Fachmann überhaupt mal an die Sache rangehen.
Dann hast noch die Möglichkeit, die geerntete Sonnenenergie (so nennt man das tatsächlich) ins Netz einzuspeisen und Deinen erforderlichen Strom, wie bisher dem Netz zu entnehmen, oder die Ernte in Akkus zu speichern und selber die erforderliche Spannung und der dazugehörigen Leistung erzeugen und das Haus von der öffentlichen Versorgung zu trennen.
Wie willst es denn machen?
Hab mal vor kurzem einen längeren Vortrag darüber über mich ergehen lassen.
Gruss
Gerd
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nein, ich hab (noch?) nicht vor, so etwas zu machen. Ich wollte beim Streitgespräch, was ich hatte, als Sieger dastehen, weil ich behauptete, dass es möglich sein, einen Haushalt damit zu versorgen.
Hallo,
die Vollversorgung mit Solarstrom halte ich für
Wirtschaftlichen
Nonsens (siehe dazu auch mein Posting oben drüber).
hmmm, da möcht ich eigentlich zustimmen,
einer meiner bekannten hat ein haus mit riesiger Garagenanlage und nen anbau mit flachdach, auf den Garagen solarzellen und auf dem anbau passsiv wärmekollektoren mit ner nachgeschaleten wärmepumpe.
den gößten gewinn zieht er aus dem einspeisungsgesetz das jede kilowattstunde strom mit 0,5€ vergütet, und er kauft seinen gesamten strom vom nächstbesten versorger zurück…
die passivkollektoren tragen zur warmwasserversorgung bei, unterstützt durch einen Ölbrenner, er verbraucht im Jahr für sein 200 m² haus für etwa 70€ Heizöl…
Hallo,
frage doch mal, wieviel die Anlage ungefähr gekostet hat.
Schätze einige 10T € werdens wohl sein.
Das rentiert sich wahrscheinlich auch erst nach
ca. 20 Jahren, was unter rein wirtschaftlichen Aspekten
als unrentabel anzusehen ist.
Gruß Uwi
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