Servus!
Eine Kommilitonin hat mich neulich etwas ins Stocken gebracht. Sie erzählte mir, ihr sei in einem Tutorium für wissenschaftliches Arbeiten gesagt worden, sie sollen auch solche Quellen in die Bibliografie aufnehmen, welche sie zwar gelesen, aber gar nicht erst zitiert habe.
Mir ist bewusst, dass das jeder Lehrstuhl und jede Uni sicher anders handhaben kann. Dennoch: Wie wird/wurde das bei euch gehandhabt? Soll nicht in der Arbeit zitiertes tatsächlich in die Bibliografie aufgenommen werden?
Gruß
Hallo,
ihr sei in einem Tutorium für
wissenschaftliches Arbeiten gesagt worden, sie sollen auch
solche Quellen in die Bibliografie aufnehmen, welche sie zwar
gelesen, aber gar nicht erst zitiert habe.
dann wären viele Bibliographien aber deutlich länger als sie sowieso schon sind.
Das ist mir so noch nie erzählt worden und so gahandelt hab ich auch nicht.
Trotzdem hab ich nach allen Regeln der Kunst mein Studium abgeschlossen.
Gandalf
Bei uns war es so, dass wir nur die Literatur erwähnen durften, die wir tatsächlich für die Arbeit verwendet haben. Macht man sich allerdings die Meinung eines bestimmten Autors zu eigen, oder erwähnt man dessen Namen in der Arbeit, dann muss auch diese Erwähnung mit einem Eintrag versehen werden.
Uns wurde auch beigebracht, dass man, wenn möglich, so viele verschiedene Namen oder Meinungen oder sonstige Literatur wie möglich wenigstens einmal in der Arbeit erwähnen sollte, um ihn dann auch in die Liste aufnehmen zu können.
Wem hilft es denn zu wissen, was der Bearbeiter gelesen hat, wenn er sich nicht für jedermann erkennbar auf das Gelesene beruft? Für mich klingt dieser Rat eher abwegig.
Hi Bustard
Das kommt a) auf die Arbeit und b) auf die subjektive Handhabe an.
Für Allgemeinwissen etc. muss man z.B. nichts angeben, und auch wenn einem das Buch, dass man gelesen hat, nichts gebracht hat.
Wenn man sich aber gewisse Grundthesen aneigenet oder sich anders auf 2-3 bestimmte Bücher stützt, sollten diese schon angegeben werden.
z.B. wenn man eine Arbeit schreibt, die irgendwas mit römischen Kaisern zu tun hat, hat man meistens ein bestimmtes Buch, nach dem man sich in der Reihenfolge und Darstellung der Kaiser richtet (Kaiser scheinen extrem am Multiple-Person-Syndrom zu leiden wenn man nach der Fachliteratur geht). Dieses sollte dann z.B. angeführt werden, auch wenn es nicht notwendigerweise direkt zitiert wird.
Man kann auf diese Weise auch das ein oder andere „Nach McCune-Brodinger 1938 …bla“ sparen wenn man im Prinzip sowieso die These des ganzen Buches benutzt und nicht nur 1-2 Sätze zitiert (ja, scheint manchmal nötig zu sein).
Andererseits kann es auch sein, dass es sich hier um einen der größenwahnsinnigen Literatursammler handelt.
Wir haben auch eine Dozentin in der Japanologie, welche für Hausarbeiten mindestens (!) 20 Literaturangaben verlangt.
DAS ist natürlich (für mich) einfach Wahnsinnig, selbst wenn sie nur erreichen will, dass man mehr liest.
lg
Kate
Salut!
Ich werte es als Betrugsversuch (wenn auch in einem sehr geringen Umfang), wenn Studenten ihr Literaturverzeichnis mit nicht verwendeter Literatur aufblasen. Niemand kann ja kontrollieren, ob das wirklich gelesen wurde.
In Ausnahmefällen kann man am Ende des Literaturverzeichnisses anfügen:
"Als weitere, nicht zitierte Literaturstellen dienten: … "
So hält´s
der Vieux
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo!
Obwohl es keine „Gesetze“ hierfür gibt, so kann man jedoch „Empfehlungen“ finden.
Meistens sind dies Fachverbände, die Empfehlungen herausgeben und auf die auch beispielsweise von Fachmagazinen verwiesen wird.
In der Psychologie gibt es z.B. die DGP (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) bzw. APA (American Psychological Association) die hier Richtlinien herausgeben. Studierende werden an einigen Universitäten darauf hingewiesen, dass sie sich hiernach zu richten haben.
Eine nicht im Text genannte Quelle im Literaturverzeichnis zu benennen gilt als höchst unseriös bei uns. Sie macht m.E. nach auch keinen Sinn.
Lieben Gruß
Patrick