Hausautomatisation

Hallo,

wir haben uns grad ein Haus gekauft und renovieren es nun komplett. Dabei ist vorgesehen auch die E-Installation komplett neu zu verlegen. Desweiteren wird im gesammten Haus ausreichen CAT-7 Kabel verlegt. Viele Funktionen sollen dann auch automatisiert werden. Optimal wäre, wenn es eine Möglichkeit geben würde, Schalter, Verbrauchen und Sensoren mittels IP-Adresse ins Netzwerk zu klemmen.

Leider bin ich diesbezüglich nicht fündig geworden. Was ich gefunden habe ist dieser EIB Standard. Obwohl der Wellenwiderstand abweichend ist, wollte ich mal fragen, ob ich nicht doch einige Adern vom CAT-7 für den EIB zweckentfremden kann? Wie sieht es dann mit der übertragungssicherheit aus?

Neben der Tatsache, dass ich beim EIB dann zwei Bussysteme im Haus verlegen muss, stört mich die geringe Bandbreite auf dem EIB (9600bps). Bei dieser Geschwindigkeit und dem Alter des Standards, müsste es doch bereits einen Nachfolger geben? Falls ja, welcher?

Danke im Voraus
Tgellan

Anmerkung
Hallo,

Neben der Tatsache, dass ich beim EIB dann zwei Bussysteme im
Haus verlegen muss, stört mich die geringe Bandbreite auf dem
EIB (9600bps). Bei dieser Geschwindigkeit und dem Alter des
Standards, müsste es doch bereits einen Nachfolger geben?

Warum willst Du Deine Lichtschalter schneller als 1000mal pro Sekunde umschalten? Willst Du einen Dimmer per Zentralsteuerung realisieren?

Im Ernst, Geschwindigkeit ist doch bei einer Hausverdrahtung überhaupt kein Thema. Es gibt schlicht nichts, was öfter abgefragt werden müsste oder worauf schneller zentral regiert werden müsste. Und wenn Du dann noch daran denkst, daß alles, was schneller ist automatisch mehr Aufwand/Kosten beduetet und gleichzeitig störanfälliger wird, kommst Du darauf, daß ein Lichtschalter mit IP schlicht komplett überdimensioniert ist.
Wobei noch die Frage übrigbleibt, ob man den Zweck, den ein zentral gesteuerter Lichtschalter erfüllt, nicht mit wesentlich geringerem Aufwand erledigen könnte. Aber das ist natürlich eine Geschmack- und Kostenfrage.
Gruß
Axel

Moin, Moin,

Grins, versuch mir grad mal den m. Schalter vorzustellen… :wink:
Nee aber im Ernst, IP einfach deshalb, da diese Infrastruktur eh hinkommt.
Geschwindigkeit deshalb, weil je nach Anzahl der anzuschliesenden Geräten und Abtastrate der Bus doch recht schnell an seine Grenze kommt. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass ich eine wie auch immer geartete Grenze erreiche. Oder sind etwa Schalter als aktives Element ausgelegt, welches nur bei Schaltung ein Signal auf den Bus legt? Wie verhält es sich mit Lichtschranken? Ich hab mir halt alles im Polling Betrieb überlegt, deshalb wirkt die Geschwindigkeit dann schons kritisch…
Jedenfalls könnte ich mir folgendes vorstellen, einiges wird wohl direkt auf EIB möglich sein, anderes nur auf IP:
-  PC über Gateway angeschlossen.
- Dieser übernimmt die Steuerung selbst, oder programmiert das Steuergerät bei Bedarf um.
- Angeschlossene Displays ändern ihr Hintergrundbild je nach Bedarf oder Tageszeit(?)
- Displays werden als Fernsehschirm benutzt…
- usw.

Wie auch immer, das eigentliche Ziel ist die Automatisation, desweiteren solls halt auch in ein paar Jahren noch aktuell sein.

Danke

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Hallo!

Angeschlossene Displays :ändern ihr Hintergrundbild je
nach Bedarf oder Tageszeit(?)
- Displays werden als :Fernsehschirm benutzt…
- usw.

Aus meiner Sicht kann es Sinn machen, unter Putz verlegte und damit nicht mehr änderbare Verkabelungen flexibler zu gestalten. Bestimmte Verbrauchergruppen zentral schalten und z. B. Beleuchtungen oder Heizkörper fernbedienen zu können, ist sicher auch noch zweckmäßig. Dafür würde ich auf Unterputzverlegung (weitgehend) verzichten und statt dessen Kabelkanäle verwenden. Damit ist eigentlich schon die beliebige Flexibilität erreicht. Darüber hinaus kann man im Einzelfall entscheiden, ob bestimmte Dinge etwa per IR oder zentral gesteuert werden.

Wenn man sich keine fehleranfällige Dauerbastelaufgabe ans Bein binden will und schlichtes Lichteinschalten auch schlaftrunken und von der Oma bewerkstelligt werden soll, sollte man auf alle möglichen Displays, Tastaturen und zu viel Firlefanz verzichten.

Veränderter Bedarf, eine zusätzliche Leuchte, eine Daten-, Telefon-, Sonstwassteckdose soll ohne Einsatz von Hammer, Schlitzfräse und Gipsbecher realisierbar sein. Das Ziel ist mit Brüstungs- oder Fußleistenkanälen zu erreichen. Einige Funktionen wie Rauchmelder, eine dezente Notbeleuchtung im nächtlichen Treppenhaus o. ä. müssen unabhängig von anderen Systemen funktionieren. Es wäre jedenfalls praxisfern und fehleranfällig, wenn man dafür einen zentralen Rechner einsetzte, bei dessen Ausfall gar nichts mehr geht. Man hat immerhin mit Betriebszeiten von 100.000 Stunden und noch weit mehr zu rechnen. Wenn das zuverlässig funktionieren soll, muß alles so einfach es irgend geht gehalten werden. Andernfalls fällt man im Komfort sehr schnell zurück auf Zeiten, als die komplette E-Installation an einer einzigen Sicherung hing und bei beliebigem Defekt ging gar nichts mehr. So bescheiden die einfachen Installationen früher waren und oft bis heute noch sind, muß man sich arg anstrengen, um mit dem Einsatz von Elektronik auch nur ansatzweise vergleichbare Zuverlässigkeit zu realisieren.

Die Kunst liegt in der Beschränkung. Also Verzicht auf Spielkram, dafür Einsatz von unabhängig voneinander funktionierenden Funktionsgruppen und alles mit idiotensicherer, selbsterklärender Bedienbarkeit.

Gruß
Wolfgang

Es wäre jedenfalls praxisfern und
fehleranfällig, wenn man dafür einen zentralen Rechner
einsetzte, bei dessen Ausfall gar nichts mehr geht. Man hat
immerhin mit Betriebszeiten von 100.000 Stunden und noch weit
mehr zu rechnen. Wenn das zuverlässig funktionieren soll, muß
alles so einfach es irgend geht gehalten werden. Andernfalls
fällt man im Komfort sehr schnell zurück auf Zeiten, als die
komplette E-Installation an einer einzigen Sicherung hing und
bei beliebigem Defekt ging gar nichts mehr. So bescheiden die
einfachen Installationen früher waren und oft bis heute noch
sind, muß man sich arg anstrengen, um mit dem Einsatz von
Elektronik auch nur ansatzweise vergleichbare Zuverlässigkeit
zu realisieren.

Die Kunst liegt in der Beschränkung. Also Verzicht auf
Spielkram, dafür Einsatz von unabhängig voneinander
funktionierenden Funktionsgruppen und alles mit
idiotensicherer, selbsterklärender Bedienbarkeit.

Gruß
Wolfgang

Die Sache mit der Einschaltdauer ist schons klar, genau deshalb würd ich es denn auch vorziehen, den PC nur zur Abänderung zu benutzen. Die eigentliche Steuerung sollte dann von einer unanfälligen Zentrale übernommen werden, etwa einer SPS oder das EIB Pendant…
In Punkto Zuverlässigkeit und Beschränkung, die Argumente leuchten ein… Werd mir mal das Ganze nochmals unter diesem Aspekt durchsehen…

Bis dann

Hallo Tgellan,

Schalter oder Rollosteuerungen die über IP zu bedienen
sind gibt es nicht (sind mir zumindest nicht bekannt). Es
gibt aber sogenannte „EIB IP Gateways“ von nahezu allen
Herstellern. z.B. http://www.eib-home.de/siemens-eib-ip-schnittstelle.htm

Gruß
Stefan

Hallo Tgellan,

Die Sache mit der Einschaltdauer ist schons klar, genau
deshalb würd ich es denn auch vorziehen, den PC nur zur
Abänderung zu benutzen. Die eigentliche Steuerung sollte dann
von einer unanfälligen Zentrale übernommen werden, etwa einer
SPS oder das EIB Pendant…

Auch solche haben nur eine begrenzte Lebensdauer.

In Punkto Zuverlässigkeit und Beschränkung, die Argumente
leuchten ein… Werd mir mal das Ganze nochmals unter diesem
Aspekt durchsehen…

Es gibt noch ein paar weiter Aspekte.

  1. Wenn bei dir die Elektronik ausfällt ist es dann in der ganzen Hütte dunkel. Erfahrungsgemaäss passiert sowas immer dann, wenn die Geschäfte ein paar Tage zu haben und men deshalb keinen Ersatz organisieren kann …

  2. Spannungsspitzen
    Es kommt immer wieder mal zu Spannungsspitzen im Versorgungsnetz. Ein Schalter mit Glühlampe überlebt das, Elektronik nicht immer.

2b. Blitzschlag
Wenn bei dir im Garten der Blitz einschlägt, ist es sehr wahrscheinlich, dass deine ganze Elektronik verschmort.

In meinem letzten Büro hatte ich etwas in die Richtung installiert, allerdings nur mit 8 Kanälen in 2 Räumen (Licht und Steckdosen).
Ist schon prktisch, wenn man beim Rausgehen nur einen Knopf drücken braucht und alle Verbraucher, incl. Lötkolben, abgeschaltet werden. Beim reinkommen drück man auf den selben Knopf und es gehen nur diejenigen Verbraucher an, welche in diesem Moment benötigt werden.

Allerdings habe ich die Tasten nicht über einen Bus abgefragt, sondern einzeln verdrahtet. Ein weiterer Kniff war in der Schaltung:
Die Taste hat direkt ein 24V-Relais gegen Masse geschaltet, welches dann den Verbraucher geschaltet hat. Gleichzeitig hat ein MicroController die Taste abgefragt und wenn eine Betätigung erkannt wurde hat er die Taste überbrückt. Um zu erkennen ob die Taste erneut gedrückt wurde, wurde dann diese Überbrückung für einige 10 µs ausgeschaltet und die Taste erneut abgefragt.
Dadurch konnte man auch bei ausgefallenem MicroController Licht machen, indem die Taste dauernd gedrückt wurde, bzw. man für einen solchen Fall noch einen Schalter paralell zum Taster eingebaut hatte.

Da ich zu faul war das Steuerprogramm in ein EEPROM zu brennen, ist es bei jedem Stromausfall aus dem Speicher geflogen, das war so 2 bis 3 mal im Jahr der Fall.
Naja, war eine Sache von ein paar Minuten, das Programm neu zu laden, da der MicroController sowieso immer am PC angeschlossen war um auch von diesem aus die ganze ANlage steuern zu können.

Um flexibel zu sein, war die ganze Steuerung im Verteilerkasten untergebracht. Die Verdrahtung dieser beiden Räume habe ich dahingegend geändert, dass jede Steckdose einzeln auf diesen Verteiler verdrahtet wurde. Dadurch konnte man dort durch Umklemmen andere Gruppen bilden.

Technisch betrachtet war bei diesem Konzept das Netzteil das Zentrale Glied, welches durch einen Ausfall die ganze ANlage lahmgelegt hätte. Allerdings kann man Netzteile recht langlebig bauen und mit zwei Dioden und einem zweiten Netzteil hätte man dieses Problem recht einfach lösen können. Zudem war das ein alter 19" Einschub, also Verschlüsse lösen, neteil rausziehen und ersatz reinschieben. Selbstverständlich hatte ich auch ein Ersatznetzteil rumliegen, habe es aber nie gebraucht.
Diese Anlage war so 6 bis 7 Jahre dauernd in Betrieb.

MfG Peter(TOO)
P.S. Die ganze Anlage war sogar offiziell vom E-Werk abgenommen worden, nur das mit dem Programm im RAM wurde bemängelt.

Es gibt 7 verscheidene gereifte Bussysteme für den Hausbereich.
Das bekannteste und am einfachsten udn günstigsten zu realisierend ist EIB-Instabus.
Es gibt ein sehr teures System von Microsoft das direkt über Cat5 Cat7 Cat10 etc. über TCP/IP angesprochen wird.

Im Übrigen, ausser du hast sehr viele Sensoren im System reichen dir die 9600 leicht aus.
Solltest du hieran an Grenzen stossen, was ich momentan bei einen normalen Wohnhaus stark bezweifle gibt es noch ganz andere Systeme.
Wenn Geld keien Rolle spiel könnte ich dir dual Simatic 416 sabotagesicher als Haus- und Sicherheitszentrale einbauen :smile:


Vorteil bei EIB-Instabus das du die beiden drähte direkt mit dem Netz verlegen kannst. Ansonsten Netzwerk zusammen mit Netz darfst du natürlich nicht zusammen in einem Rohr / Kanal / Schacht verlegen.

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