Liebe/-r Experte/-in,
ich möchte ein Penthouse kaufen das noch im Bau ist. Nun kündigt mir der Bauherr eine Bauänderung mit. Die ursprünglich geplante Betondecke der Wohnung soll durch eine Holzbalkenkonstruktion ersetzt werden. Dabei werden Holzbalken verbaut, zwischen denen Dämmmaterial verbracht wird sowie Regipsplatten als untere Begrenzung und Pressspanplatten als obere Begrenzung der Zimmerdecken/Dachkonstruktion. Für mich als Laien hört sich das an wie eine Verschlechterung des ursprünglichen Bauvorhabens. So baut man Gartenlauben aber doch kein Dach von einem Penthouse - oder doch? Zwischen Regipsplatten und Mauerwerk der Wände (unterschiedliche Materialien) kommt es doch bestimmt zu einem unterschiedlichen Ausdehnungsverhalten, so daß es zu Rissen zwischen Zimmerdecke (Dachkonstruktion) und Zimmerwand kommen wird! Oder? Wer kann mir da mehr zu sagen?
Vielen Dank schon mal für jede fachkundige Hilfe!
Hallo Seth,
der Austausch einer Betondecke gegen eine Holzdecke stellt einen gravierenden Eingriff in die Statik des Hauses und ggfls. auch in die Baubeschreibung dar.
Zunächst stellt sich die Frage, ob Sie das Penthouse schon notariell gekauft haben? Wenn ja, sollte eine Baubeschreibung mit beurkundet worden sein, in der die Herstellungsart der Decke beschrieben ist. Ist das der Fall und ist dort eine Betondecke geschuldet, kann dies nicht so einfach geändert werden - jedenfalls nicht ohne Ihr Einverständnis.
Ist das nicht der Fall, soll heißen, der Bauträger kann noch frei bestimmen, müssen Sie sich vor Augen halten, dass eine Holzbalkendecke generell in der Herstellung günstiger ist als eine Betondecke. Es sollte also über den Preis des Penthouses gesprochen werden. Wieviel Ersparnis der Bauträger erreichen kann, hängt von der Dachfläche, der statischen Vorgabe und der Dämmstärke ab.
Generell ist zu sagen, dass eine Holzbalkendecke/-konstruktion nichts negatives ist. Als oberer Abschluß einer Decke, die gleichzeitig Dach ist und nicht übermässig statisch belastet wird, bietet sich diese Konstruktion geradezu an. Es wird in einem Arbeitsschritt gleich das Dach mit Decke und Dämmung hergestellt, während bei einer Betondecke zusätzlich gedämmt werden muß - und zwar viel aufwändiger als bei einer Holzdecke.
Die Arbeitsfugen der unterschiedlichen Baumaterialien Wand/Decke werden durch eine „Sollbruchstelle“ so hergestellt, dass der Innenputz durch einen Einschnitt (Fachbegriff „Kellenschnitt“) von der Rigipsdecke getrennt wird. Dieser Einschnitt wird vom Maler mittels einer Acrylfuge verschlossen und überstrichen. Wird dies nicht vorgenommen, reisst diese Anschlußfuge ab und es bilden sich Risse in der Tapete und Putz.
Der Grund für die Änderung der Bauausführung liegt m.E. darin, dass der Bauträger erkannt hat, dass die Herstellung einer Holzdecke wesentlich billiger ist als die Betondecke. Er spart so in der Herstellung mehrere tausend Euro. Ob er die an Sie weiter gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben. Zu weiteren Infos steht ich gern zur Verfügung.
mfg
bauherrennothilfe
Hallo Seth,
aus rechtlicher Sicht ist für Dich zunächst ganz wichtig, was in der Baubeschreibung (die dem Kaufvertrag zu Grunde liegt) steht. Ist dort eine Betondecke erwähnt, ist eine Änderung der Ausführung nicht so ohne weiteres möglich !
In technischer Hinsicht muß diese Änderung, so lange alle feuerpolizeilichen und technischen (Wärmedämmung!!) Ausführungen dem Stand der Technik entsprechen, nicht unbedingt eine Minderung darstellen. Wenn alles ordentlich ausgeführt wird, dürften die von Dir befürchteten Setzrisse auch nicht auftreten.
Ich würde also zunächst die Baubeschreibung prüfen, Kontakt zum planenden und bauüberwachenden Architekten aufnehmen, und wenn alle Stricke reißen, bzw. Du aus mangelnder Fachkenntnis heraus unsicher bist, evtl. einen Gutachter zur Beratung hinzuziehen.
Hoffe, Dir geholfen zu haben.
Gruß Micha
Hallo
Leider bin ich nicht der Richtige, um diese Frage wirklich umfassend und fachkundig zu beantworten.
Viele Grüße
Sollte es sich um Masivbauweise des Penthouses handeln, so muss es nicht unbedingt zu Rissen kommen. Vorraussetzung ist allerdings der Verbau von gut abgelagerten, sprich trockenem Holz als Unterbaukonstruktion. Und wenn dann noch ordentlich Gewebeband in die Verbindungsstellen zwischen Decke und Wand eingearbeitet wird dürfte eigentlich nichts passieren (sollten die Decken und Wände mit Strukturputz versehen werden). Sollte die Decke nur verspachtelt werden und anschliessend geschliffen, dann wäre eine Dehnungsfuge aus Acryl sinnvoll (ähnlich einer Fuge wie man sie vom Fliesenfußboden kennt, nur mit dem Unterschied, daß es sich bei dieser Fuge um Silikon handelt und ausschliesslich gegen Feuchtigkeit angebracht wird). Der Bauherr hat sich eventuell schon etwas bei der Sache gedacht. Zum ersten werden Heizkosten durch flachere Räume gespart, und zum anderen wirken etwas tiefer hängende Decken oft gemütlicher als übermässig hohe Räume. Wie auch immer, bei mir hat es jedenfalls keine Risse gegeben (hab aber auch lieber alles alleine gemacht
)
Gruß Timo
Hallo Seth, ich kann leider nicht viel weiterhelfen. Die Balkendecke könnte durchaus üblich und unproblematisch sein. Ich kenne das von Flachdachhäusern - mit der „Balkendecke“ wird in diesem Fall ein guter Zwischenraum für die abschließende Deckendämmung geschaffen.