Hausbau

Guten Tag,

wir planen im Jahr 2011 zu bauen.
Ein Bauplatz ist vorhanden.
Leider habe ich bisher keine Erfahungen im Bereich Hausbau.
Demnächst werden wir die ersten Termine mit Anbietern von Ausbauhäusen haben.

Hier mal vorab ein paar Fragen, hoffe ihr könnt mir ein Teil beantworten:

  1. Macht mir der Ausbauhausanbieter ein komplette Kostenkalulation? d.h incl Heizung, Bad, Boden usw.? sprich: er sagt mir was es alles Kostet und ich kann dann meine Finanzierung planen?

  2. Was wenn ich ein paar Gewerke in Eigenleistung machen möchte (z.b. Verputzen usw.). Erhalte ich da trotzdem eine Kalkulation vom Anbieter.

  3. Wie oben beschrieben möchte ich einiges selber machen bzw. durch Bekannte die z.b. Elektriker usw sind. Wie werden die Gewerke eingeteilt. Also ich meine dioe Reihenfolge (Heizung, Sanitär, Elektro)

  4. Jetzt eine ganz Laienhafte frage: Zuerst wird ja das Mauerwerk erstellt. Die Gewerke Elektro und Sanitär/Heizung verlegen anschließend ihre Kabel bzw. Rohre. Sollte dies gemeinsam geschehen?

  5. Vielleicht hat der/die ein oder ander noch Tips zur Finanzierung :wink:

vielen Dank für eure Hilfe

lg
Heicor

Guten Tag,

wir planen im Jahr 2011 zu bauen.
Ein Bauplatz ist vorhanden.
Leider habe ich bisher keine Erfahungen im Bereich Hausbau.
Demnächst werden wir die ersten Termine mit Anbietern von
Ausbauhäusen haben.

Hallo Heicor,
arbeitest Du mit einem Architekten zusammen?

Hier mal vorab ein paar Fragen, hoffe ihr könnt mir ein Teil
beantworten:

  1. Macht mir der Ausbauhausanbieter ein komplette
    Kostenkalulation? d.h incl Heizung, Bad, Boden usw.? sprich:
    er sagt mir was es alles Kostet und ich kann dann meine
    Finanzierung planen?

So schaut es zunächst aus. Du solltest Dir eine Obergrenze setzen bzw. solltest Du schon eine ungefähre Preisvorstellung haben. Willst du 250.000 oder nur 200.000 ausgeben. Danach richtet sich natürlich auch die Kalkulation des Anbieters. Er wird Dir kein 300 qm Haus planen wenn Du Dir nur ein 150 qm Haus leisten kanst.
Also als erstes Maximum festlegen.

Danach stellst Du zusammen, was Du an Eigenkapital zur Verfügung hast.

Gesamtkosten minus Eigenkapital ist benötigter Kredit (Nicht zu Knapp planen, beim Hausbau kommen immer mal wieder zusätzliche Kosten auf Dich zu)

  1. Was wenn ich ein paar Gewerke in Eigenleistung machen
    möchte (z.b. Verputzen usw.). Erhalte ich da trotzdem eine
    Kalkulation vom Anbieter.

Er wird Dir eine Komplettlösung anbieten und Dir die Preisminderungen je Gewerk aufzeigen. In der Regel schaut es aber so aus, dass Du nichts sparen wirst. (Beispiel: Er rechnet Dir für Verputzerarbeiten 15000 aus dem Angebot raus. Holst Du Dir jetzt Angebote von Verputzern wirst Du in der Regel ca. 15-20% mehr zahlen müssen.)
Sparen kanst Du Nur Durch Eigenleistung. Aber Vorsicht! Die Berufsgenossenschaft bittet Dich auch für Helfer (Familienmitglider) zur Kasse. Ich habe für meinem Sohn, meinem Bruder und andere Familienmitglider Berufsgenossenschaftsbeitrag zahlen müssen.

  1. Wie oben beschrieben möchte ich einiges selber machen bzw.
    durch Bekannte die z.b. Elektriker usw sind. Wie werden die
    Gewerke eingeteilt. Also ich meine dioe Reihenfolge (Heizung,
    Sanitär, Elektro)

Rohbau erstellen lassen.
hier ist der Elektriker schon zum 1. mal gefragt. Leerrohre auf die Rohdecke, Erdungsmaßnahmen vorbereiten usw.

Nach dem Rohbau kommen die Zimmerleute, danach die Dachdecker.
Sobald alle Wände stehen können die Installateure schon mit Ihrer Arbeit beginnen. in der Regel kommen sich Elektriker ,Heizungsbauer und Wasserinstallateur nicht groß in die Quere.

  1. Jetzt eine ganz Laienhafte frage: Zuerst wird ja das
    Mauerwerk erstellt. Die Gewerke Elektro und Sanitär/Heizung
    verlegen anschließend ihre Kabel bzw. Rohre. Sollte dies
    gemeinsam geschehen?

Die Handwerker sprechen sich in der Regel untereinander ab. Da der Wasserinstallateur ja nicht in die Wohnräume muss, und der Heizungsbauer seine Installation zu 90% über den Boden führt, können alle Gewerke gleichzeitig losslegen. Bekommst Du Fußbodenheizung, ist der Heizungsbauer nochmal kurz bevor der Estrich eingebaut wird gefragt.

  1. Vielleicht hat der/die ein oder ander noch Tips zur
    Finanzierung :wink:

Meist wird die Finanzierung so ausgelegt, dass nach Ablauf des Kredits, die Restzahlung mit Auszahlungsfähigen Lebensversicherungen durchgeführt werden kann. Sofern Du zeitweise mit Geldbeträgen zusätzlich zu deinem Gehalt rechnen kanst (z.B. Prämien, 13. Monatsgehalt, Nebenjob, Erbe usw.)solltest Du darauf achten, dass Du Sondertilgungen tätigen kanst.

Hoffe ich konnte Dir ein wenig Helfen.

Gruß
Brandy

vielen Dank für eure Hilfe

lg
Heicor

Hallo

  1. Wie oben beschrieben möchte ich einiges selber machen bzw.
    durch Bekannte die z.b. Elektriker usw sind. Wie werden die
    Gewerke eingeteilt. Also ich meine dioe Reihenfolge (Heizung,
    Sanitär, Elektro)

Ergänzend zur vorigen Antwort:

Der Elektriker wird schon benötigt, bevor die Bodenplatte betoniert wird. - Zum Baustromanschluß installieren.

Übrigens aufpassen: Nur ein bei einem Versorgungsnetzbetreiber eingetragener Meisterbetrieb hat die Berechtigung, eine Installation auszuführen. Das könnte dann so aussehen: Der Elektriker den du kennst, arbeitet in einem Meisterbetrieb.

Dieser Meister kümmert sich um den Kram mit dem Netzbetreiber, überwacht die Einhaltung der Vorschriften usw. Der Geselle kann dann durchaus das Haus installieren. Nur: Am Ende bestätigt der Meister, daß ER die Anlage ordungsgemäß installiert hat.

Also wer die Installation macht, muß unbedingt rechtzeitig VOR dem Betonieren der Bodenplatte feststehen. Nicht nach dem Motto „Heut nachmittag wird betoniert, kannst schnell mal ein Bandeisen reinschmeißen“.

Da das „Fundament“ der Elektroinstallation - der Erder - üblicherweise auch in der Bodenplatte ist, kann sonst alles schon falsch sein, wenn der Elektriker zum ersten mal die Baustelle sieht. Leider hat sich noch nicht überall rumgesprochen, daß der Maurer den Fundamenterder nicht mehr, wie in den letzten Jahrzehnten üblich gewesen, einbauen darf.

Hans

Hallo,

ich bin ehrlich gesagt von dem Mut sehr begeistert, oder sollte man eher sagen über die Naivität entsetzt, mit der Du (wie auch viele andere, die dann irgendwann ohne Wohnung mit zerrütteter Beziehung, einem Berg von Schulden und einem verpfuschten Bau dastehen) angesichts vorhandener Kenntnisse an ein Ausbauhaus herangehst.

So etwas macht Sinn, wenn man mindestens semiprofessionelle handwerkliche Erfahrung hat, besser, wenn man eine ordentliche Handwerksausbildung und BErufserfahrung hat. Man sollte den Keller voll von Werkzeug und 1001 Kleinkram haben, damit umzugehen wissen, und sehr realistisch den Zeitaufwand und das nötige Knowhow der einzelnen Gewerke einschätzen können. Und das Paradoxe ist natürlich, dass man damit Geld sparen will (weil mal nicht genug hat), gleichzeitig aber so ein erheblich größeres Risiko der termingerechten und fachlich ordnungsgemäßen Fertigstellung auf sich nimmt, die dann für ein Ende der parallelen Mietzahlungen sorgt.

Hilfsbereite und fachlich qualifizierte Freunde sind ja nett, aber wenn man sich den Umfang der Arbeiten für ein komplettes Haus ansieht, und sich überlegt, dass da ein Gewerk von vier Profis innerhalb von zwei Wochen erbracht wird, dann sollte man dem einmal gegenüberstellen, was ein Fachmann mit zwei Laien als Unterstützung an Feierabenden und Samstagen so schafft. Die Profis schaffen die Strecke mit 40 Manntagen in zwei Wochen, die Hobbyisten werden eher 60 Manntage brauchen, und das macht bei realistisch vielleicht sechs Manntagen pro Woche dann 10 Wochen. Und wieviele Freunde über die Strecke dann verlässlich verfügbar sind und auch durchhalten, kannst Du Dir selbst ausmalen. Und bislang haben wir hier nur von einem Gewerk gesprochen. Von den eigenen Kräften, nachlassender Lust, … wenn man über Monate kein einziges ruhiges Wochenende mehr hat, ganz zu schweigen.

Gruß vom Wiz, der gerade in den letzten Zügen der Komplettsanierung einer Wohnung liegt, die ihm trotz langjähriger Heimwerkererfahrung nach einem halben Jahr ohne Samstage reicht

Volle Zustimmung!
Moin,

Von den eigenen Kräften,
nachlassender Lust, … wenn man über Monate kein einziges
ruhiges Wochenende mehr hat, ganz zu schweigen.

Deinem Beitrag ist wenig hinzuzufügen, nur, daß ich ihn vollständig unterschreibe.
Mit der Erfahrung einer fast kompletten Innensanierung incl. Einbau einer Heizung, Wechsel aller Fenster und Türen, des Erstellen eines komplett neuen Dachstuhls, eines größeren Anbaus für eine Küche und diverser kleinerer Projekte, die viele Wochenenden und einige Jahresurlaube verschlangen.
Allerdings waren bei der Bewältigung stets bezahlte Handwerker zumindestens zeitweise zugange; ohne wäre es eine Katastrophe geworden.

Gandalf

Hallo brandy!
klasse,vielen Dank! So stell ich mich Forumsarbeit vor :wink:
hast mich sehr weitergeholfen.

Ich werde da weitere nun mit dem Anbieter bespechen.

Evtl hast du ja noch ein paar Anbieter für mich. :wink:

Hallo WIZ,
zunächst Danke für deinen kritischen Beitrag, der mir natürlich etwas die Augen geöffnet hat.
Meine Eigenleistung hat sich nicht auf Gewerke Elektro, Heizung usw. bezogen. Hier ist es mir durchaus bewusst, dass man dies m.E nur fremd machen lassen kann.
Ich habe es eher auf Fließenarbeiten, Bodenarbeiten und Außenanlagen bezogen.

Hi,

die wichtigsten Adressen:
http://www.vpb.de/
oder
http://www.bsb-ev.de/

oder ein guter (!) Architekt.

Wir hatten einen Bauherrenberater vom BSB, der hat uns nicht mal ein Prozent der Bausumme gekostet(1.800 €) und -Gott allein weiß- uns viele Tausend Euros an Fehlern, überteuerten Angeboten und schlampigen Bauabnahmen bewahrt…

Bei uns hatte es sich schon gelohnt, den Berater VOR der Unterzeichnung des Bauvertrages hinzuzuziehen, erst der 3. BAuträger kam zum Zug, der Rechtsanwalt des BSB hatte die vorgelegten Bauverträge auf Herz und Nieren geprüft und dann total umgekrempelt, wobei wir da schon 7.000 € sparen konnten…

Die Bauherrenberater sind die Leute die bei diesen Hausbau-Katastrophen-Sendungen erst ganz zum Schluß eingeschaltet werden, wenn das Kind schon im Brunnen liegt…

Grüße
miamei

Guten Tag,

wir planen im Jahr 2011 zu bauen.
Ein Bauplatz ist vorhanden.
Leider habe ich bisher keine Erfahungen im Bereich Hausbau.

So geht es vielen.

Tach,
ich will mich mal auf die Seite der Häuslebauer stellen, die durch einbringen der Muskelhypothek das Abenteuer Hausbau wagen wollen.
Eins ist klar: man kann nicht alles selber machen. Zudem hapert es oftmals an der genauen Vorstellung über die Kosten, aufgesplittet nach Gewerken und dem, was theoretisch an Einsparpotential vorhanden ist. Und bei Ausbau-, Mitbau- und Selbstbauhäusern im Komplettpaket: mir streuben sich die Haare!
Rosarote Brillen abgesetzt und ein Beispiel mal nüchtern betrachtet.
Hat man 200TSD Euronen rein zum Bauen zur Verfügung, ergeben sich grob 660 cbm umbauter Raum oder 160 qm Wohn- und Nutzfläche.
Klickt man sich mal durch http://www.haus-selber-bauen.com/ bekommt man bei Einstellung der 200 TSD auch die entsprechende Aufschlüsselung nach Gewerken.
Mal nachgeschaut „was macht der Rohbau aus?“ sieht man 45%, ich nehme einfach 50% (weil schwach im Kopfrechnen :wink: ).
Macht 100 TSD für den Rohbau oder Ausbauhaus? Nein, kommen ja noch Fenster u. Haustür dazu. Ach ja, die Aussendämmung nicht zu vergessen.
Irgendwas vergessen? Nein. Aber bedenken, es sind Kosten für die fix und fertig erbrachte Leistung durch Unternehmer. Und die splitten sich auf in 50% Material- und 50% Lohnkosten.
Bleiben wir beim Rohbau. Hier liegt für den Bauherrn das grösste Einsparpotential. Und der Rohbau verzeiht die meisten Fehler, das Finish (der Ausbau) nicht.
Hausbau ist keine Hexerei. Was man sich zutraut muss jeder selber wissen. Eine Begleitung durch gute Fachleute, das Erstellen von Ablaufplänen und das ganze ohne Zeitnot sind das A & O.

Gruss

B

Hallo Wiz,

voll zustimm - wer schon so Fragen stellt hat ehrlicher Weise keine Ahnung. Wie heißt der Spruch so schön: Das erste Haus für den Feind, das zweite für den Freund und das dritte Haus für sich selbst…

und als Ergänzung: ein paar Werkzeuge machen keinen Sinn bei dem Umfang,da braucht man schon die Profiliega und die kostet.

Und zu den Freunden: unsere waren auf einmal alle weg, als es dann um die schweren Dinge ging / geht. und bei manchen DIngen will ich auch gar keine Hilfe mehr von der Familie oder den Freunden haben -die wissen nämlich immer alles besser oder murksen sich einen ab und dann darf man nichts sagen, weil man ja dankbar sein muss, dass sie überhaupt geholfen haben. Man muss sie auch noch verpflegen und darf sie nicht hetzten. Haftbar machen kann man sie auch nicht, wenn was richtig daneben geht. Bei Handwerkern bestimme ich wie es gemacht wird und gut - und wenn die Wand dann nach 2 Jahren wieder Risse hat wie bei uns gerade geschehen, dann greift die Haftung und der Betrieb machts noch mal neu.

Gruß von der Dauerbaustelle,
Alexandra

Such Dir doch was nettes bei z.B. Weberhaus aus finanziere das Ding und gut. Bei den aktuellen Zinsen dürfte das fast günstiger kommen, als das was Du an Werkzeugen, Materialien überteuert gekauft, zusätzlichen Mietzahlungen, Nerven, Zeit und Pfusch investieren willst. Die Handwerker so neigen schon dazu Fehler zu machen, kommt noch Dein privater Pfusch dazu, dann wirds mit Haftung ganz schwierig und Du bleibst auf allen Problemen sitzen. So übernimmt ein Architekt ggf die Bauleitung und ist haftbar für alle Gewerke.

Du lässt auch so noch genug Zeit und Geld in der Gestaltung von Hof und Garten und beim Tapezieren.

Gruß,
Alexandra

Hei!
Auch von mir Zustimmung, denn:

der gerade in den letzten Zügen der Komplettsanierung einer Wohnung liegt, die ihm trotz langjähriger Heimwerkererfahrung nach einem halben Jahr ohne Samstage reicht

Anfänger ;D

Ich puzzel jetzt seit fast drei Jahren an meinem Häuschen herum - und ich mach alles (bis auf die drei Hausanschlüsse) selber!

Und wisst ihr was?
Ich bin voller Zuversicht, am kommenden Wochenende stolzer Besitzer eines voll funktionsfähigen Badezimmers zu sein :smiley:

Man kann vieles, wenn man’s drauf anlegt sogar fast alles selber machen - aber man braucht unendlich viel Zeit (incl. Außenanlagen und Pool hab ich mein Haus von vornherein als 10-Jahres-Projekt geplant), Geduld (man muss fast alles ausgoogeln), dicke Nerven und vor allem: man muss Single sein. Mit Frau/Freundin oder gar Kindern geht sowas einfach nicht (siehe Bauzeit Badezimmer).

lg, mabuse

Ich kann miamei nur zustimmen: der erste Weg sollte zu einer der Bauherrenschutzorganisationen führen, damit schon bei Vertragsabschluss nichts schiefgeht. Die bieten auch eine baubegleitende Qualitätskontrolle an, die man als Laie gar nicht selbst erbringen kann.
Wir haben ebenfalls mit dem BSB beste Erfahrungen gemacht.

Hallo Mabuse,

seit Kind da ist geht bei uns nix mehr - echt frustrierend - haben unser Projkt verlängert.

Gruß,
Alexandra

Hallo Alexandra,

da kann ich dir nur zustimmen.

Man darf beim selbermachen nämlich nicht vergessen, daß sobald das erste Geld aus dem Kredit abgerufen wird, bereits monatlich Zinsen zu zahlen sind, gleichzeitig aber noch die Miete weiterläuft und je länger dann die ganze Geschichte dauert, desto teurer wird es…

Jeder Monat mehr, hätte uns über 1.000 € gekostet, da muss man schon viel selber machen, um 1.000 € Lohnkosten im Monat zu sparen…
Werkzeugkosten und Materialkosten kommen ja auch noch dazu!

grüße
miamei

Hallo,

bei uns ging es zum Glück nur um die zweite Wohnung im Haus, die jahrelang leer stand, und jetzt vermietet wird. D.h. wir selbst waren von den Maßnahmen kaum betroffen. Und für einen Altbau anno 1933 sind 1-2 Monate Verzug gegenüber der ursprünglichen Planung nicht schlecht wenn das eben keine vollen Monate Verzug sind, sondern nur vier bis acht Samstage. Natürlich ärgern mich die schon laufenden Zinsen auch, aber bei einer Sanierung einer Wohnung hält sich der Kredit gegenüber dem Neubau eines Hauses ja in Grenzen. Das sind jetzt nur ein paar Hunderter für zwei fehlende Monatsmieten, die man mit dem nötigen finanziellen Hintergrund bei ausreichend großzügiger Planung problemlos wegdrückt. Aber wenn man darauf angewiesen ist, zum Stichtag aus der bisherigen Mietwohnung raus zu müssen um ins eigene Heim zu ziehen sieht das natürlich ganz anders aus.

Als wir vor ein paar Jahren die untere Wohnung saniert und den Anbau gemacht haben, habe ich auch recht viel in Eigenleistung gemacht. Das waren aber alles keine zeitkritischen Themen, und ich konnte z.B. mit dem Elektriker einfach wie ein Mitarbeiter mitarbeiten. D.h. ich habe mir immer wieder einzelne Aufgaben gegriffen, und die dann tageweise erledigt. Aber so etwas funktioniert auch nur, wenn man ein entsprechendes Knowhow mitbringt. Mein Elektriker war da auch erst skeptisch, ob so ein Jurist das wirklich hin bekommt, aber wir haben dann wirklich toll zusammen gearbeitet. Mit anderen Gewerken war es ähnlich. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ein blutiger Laie ein ganzes Haus für sich zum Termin ausbauen will, wird mir ganz anders.

Und seit dem ist an dem riesigen Haus und Gelände natürlich immer etwas zu tun, und gibt es noch genug Baustellen. Aber das sind natürlich alles keine Sachen, die nicht im Zweifelsfall auch bis morgen Zeit haben, und deshalb teilweise schon seit Jahren auf der Liste stehen (ohne dass sie wirklich Probleme bereiten würden).

Nur was das Bad angeht, beneide ich Dich wirklich. Das steht bei uns auch noch an, und soll jetzt nach der Wohnung oben das nächste größere Kapitel werden.

Gruß vom Wiz