Hausbau bhkw

Hallo zusammen,

bin auf der Suche für ein Neubau an einer geeigneten Anlage für mein Heizsystem. Laut dem Energiepass benötige das geplante Haus 20,7 KW.
Interessiere mich für einen Dachsmotor oder Luftwärme, hat jemand erfahrung damit? Wieviel könnte mich sowas kosten, welcher ist besser zu empfehlen. Will auch damit die Umwelt ein bischen entlassten.
Danke für alle Antworten.
Gruß
Andreas

Hallo!

Viel kann ich Dir nicht dazu sagen
nur paar Anmerkungen:

  • Bei Wärmepumpen in den zu beheizenden Räumen Fussbodehneizung verwenden.
    Aus meiner Sicht ist eine Luftwärmepumpe ehr unwirtschaftlich.

  • Bei KWK bekommst Du für den überflüssigen Strom Geld vom Energieversorger, und zwar mehr, als Du für den Strom selbst bezahlen würdest.
    (Das ist wie in der DDR, wenn wir Schulkinder mal bischen Geld gebraucht haben,
    da haben die für 5 M Äpfel im Obstladen A gekauft, und die als „eigene Ernte“ im Laden B für 10 M wieder abgegeben.)

  • Soweit mir bekannt ist, ist dafür eine Gewerbeanmeldung nötig,
    und auch ein Umformer, der den Strom zum Netz synchronisiert.

  • Lasse dich da unbedingt von einem richtig studierten und erfahrenem Fachmann beraten, und die Anlage planen. Auch wenn Du dafür mal 2000 € ablöhnst, Der Meister Röhricht von der Gas-Wasser-Sch…- Schmiede aus dem Nachbardorf kann das bestimmt nicht.

  • Tue das ganze dann selbst nochmals kritisch hinterfragen, ob die Planung für Dich einleuchtend ist.
    -Kömmere Dich unbedigt darum, welche Erfahrungen es mit dem Dachs oder so ähnlich gibt.
    Vor einigen Jahren habe ich mich auch damit beschäftigt, weil ich sowas auch haben wollte.
    Allerdings gab es auch einige Stimmen, die sagten, dass der Dachs sein Geld wohl doch nicht verdient, weil er recht bald krank wird. Und der hat auch keine Krankenversicherung, das bezahlst Du.
    Und auch daran denken, ich kenne den Dachs nicht, aber das ist ja ein Dieselmotor. Diese haben die unangenehme Eigenschaft, zu lärmen, Abgase zu erzeugen, und sind auch etwas pflegebedürftig. Da ist bestimmt immer mal Öl zu wechseln, Filter, geht vielleicht auch mal was kaputt, wie beim Auto.

Also überlege Dir das sehr sehr gut, warte noch andere Meinungen ab, sammele Erfahrungsberichte.
Es ist auch gut möglich, dass Du statt für die Umwelt ehr etwas für die Wirtschaft tust, das will ja eigentlich jeder, blos nicht mit seinem Geld.

Grüße, Steffen!

bin auf der Suche für ein Neubau an einer geeigneten Anlage
für mein Heizsystem. Laut dem Energiepass benötige das
geplante Haus 20,7 KW.

Was ist denn das für ein Energiepass? Da gibt es sehr große Unterschiede, 20,7 KW ist für einen Neubau schon viel.

Interessiere mich für einen Dachsmotor oder Luftwärme, hat
jemand erfahrung damit? Wieviel könnte mich sowas kosten,
welcher ist besser zu empfehlen. Will auch damit die Umwelt
ein bischen entlassten.

Also ich kenne ein paar BHKWs und ich muss leider sagen, für ein Einfamilienhaus gibt es keine „vernünftige“ Lösung.
Ich habe mich mit diversen Herstellern auseinander gesetzt und ich gestehe, wenn meine Heizung damals nicht fast neu gewesen wäre und wenn die Technik damals schon so weit gewesen wäre wie heute, hätte ich schon eins. Aber:

  1. trotz den Versprechungen der besonders geschulten Verkäufer sind die BHKWs sehr anfällig.
  2. Die Garantie gilt nur bei genauer Einhaltung der Betriebsvorschriften.
  3. Sehr viele Versicherungen lehnen mittlerweile BHKWs ab und versichern sie nicht mehr.
  4. Bei einer vernünftigen Auslastung haben die Dinger eine Laufleistung von mehreren 100 000 km pro Jahr (wenn da Reifen dran wären)
  5. Sehr hoher und teurer Wartungsaufwand.
  6. Selbstbau funktioniert nicht (da haben sich schon Andere (Buderus ect.) die Zähne ausgebissen).
  7. Die Rechnungen mit der Einspeisevergütung gehen nicht auf (man kann sich alles schön rechnen).

Am Besten gefällt mir noch der Dachs von der Fa. Sennertec. Die sind auch sehr kulant was die Schäden angeht (ein Bekannter hat nach 15 Jahren einen komplett neuen Motor auf Garantie bekommen), wenn man einen Wartungsvertrag hat.

Was aber in den Meisten Fällen vergessen wird:
ein Verbrennungsmotor braucht eine hohe Betriebstemperatur.
Deshalb ist ein BHKW nur bedingt für Flächenheizungen geeignet (sehr hoher Regelungsaufwand mit Rücklaufanhebung ect.).
Im Neubau ist man ja in der Regel darauf aus, die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich zu halten (was auch vernünftig ist). Ich habe aber schon 3 Motoren gesehen, die nicht aus der Kaltlaufphase kamen und deshalb riesen Probleme mit der Schmierung hatten (und deshalb auch kaputt gingen).
Ein kleiner Tip am Rande: vergesst Biomasse - welche auch immer.
Weder Raps- noch Kokosöl haben vernünftige Standzeiten um im Sommer in großen Mengen gelagert werden zu können. Selbst wenn der Motor es aushält, versottet der Tank und die Kraftstoffaufbereitung, dann kan man den Dreck mit der Schaufel aus dem Tank schaffen - das Zeug ist einfach noch nicht ausgereift genug.
Ich werde niemanden davon abraten ein BHKW zu kaufen, aber nur wenn eine entsprechende Auslastung gegeben ist (lieber Zuheizen).
Und denkt immer daran: eine Heizung besteht nicht nur aus einem Kessel, einem Rohr und einem Heizkörper (das kann ja wohl jeder).
Und was mein Lehrer immer sagte:
„Ich bin nicht so reich, mir billiges Leisten zu können“

hallo andreas,
wieviel beheizte wohnfläche wird das haus haben? 20 kw heizleistung ist sehr hoch gegriffen. ich besitze ein 2 fam. haus welches mit einer wasser/wasserwärmepumpe beheizt wird. die anlage hat eine heizleistung von 22 kw.
um auf den dachs als bhkw zu kommen. die wartungskosten sind ziemlich hoch. wenn diese arbeiten auch noch durch eine firma ausgeführt werden müssen, weil garantie, dann fressen sich die ersparnisse auf.
eine bhkw anlage muss genau auf das haus angepasst werden um das beste herauszuholen. genauso ist es auch mit der wärmepumpe.
bei einer wärmepumpe habe ich den vorteil, dass wenig wartungsarbeiten anfallen. zur luftwärmepumpe kann ich nur sagen, dass die effizienz mit sinkender aussentemperatur stark fällt. die leistungszahlen von den herstellern sind geschönt. nur wärmepumpen mit erdkollektoren oder mit grundwasser erreichen sehr gute werte.
noch ein rat von mir. dein haus wird sicherlich fussbodenheizung bekommen. lasse dir auch noch zusätzlich heizkörper für eine schnelle erwärmung einbauen. fussbodenheizungen regeln sehr träge. es reicht wenn die heizkörper nur ein drittel der gesammtheizung bringen.

gruss gert

Hallo,

  • Bei KWK bekommst Du für den überflüssigen Strom Geld vom
    Energieversorger, und zwar mehr, als Du für den Strom selbst
    bezahlen würdest.

die Einspeisevergütung BHKW beträgt 11 Cent/kWh. ich glaube kaum, dass er den Strom so billig bekommt. Bei fossil befeuerten BHKWen muss man den Strom möglichst selber verbrauchen.

Gruß, Niels