Hallo zusammen, habe mal eine frage und zwar würden meine freundinn ( bald Frau ) und ich ein Haus bauen. So weit so gut jetzt die frage meine Freundin ist ausgelernt und bring ca 1500 mit nach Hause ich selber bin noch Azubi und habe 450 Euro plus beiderseits Kindergeld. Haben es jetzt allerdings schon satt irgendwelchen Vermietern Kohle zuzuschmeißen. Nicht erschrecken wir sind Beide erst 20 aber alles gut überlegt und gedacht. Meint ihr den weg zur Bank können wir uns sparen oder würde da vielleicht was gehen ?? MfG Kevin
Moin auch,
das hoert sich so an, als ob ihr nicht nur ein niedriges Einkommen sondern auch (noch) kein Eigenkapital habt. Damit koennt ihr euch den Weg sparen. Mach erstmal deine Ausbildung fertig, suche dir dann eine Stelle, spart EK an und dann koennen wir nichmal reden.
Ralph
gedacht. Meint ihr den weg zur Bank können wir uns sparen oder
Ja.
Moin,
Meint ihr den weg zur Bank können wir uns sparen
wenn da nicht solvente Bürgen (Eltern, reicher Erbonkel etc.) stehen, spar Dir den Weg.
Mittlerweile sind bei seriösen Banken die Bedingungen deutlich schärfer als vor Jahren.
Gandalf
Hallo,
abgesehen davon, dass ich ebenfalls nur dringend vom Weg zur Bank in der aktuellen Situation abraten würde, solltest Du mal dein Verhältnis zur Miete überdenken: Es gibt kein anderes Thema an dem so viele Existenzen und Beziehungen/Familien gescheitert sind wie an einer nur als Wahnsinn zu bezeichnenden Immobilienfinanzierung. Du scheibts, dass Du 20 bist, und Dir eine Sache gut überlegt hast, die dich die nächsten 30 Jahre begleiten wird. Du schreibst, dass Du bald heiraten wirst, und ich wünsche Euch natürlich, dass ihr es bis zur goldenen Hochzeit und darüber hinaus schafft, allein die Wahrscheinlichkeit, dass eine so früh von Menschen die noch nicht wirklich eine feste Position im Leben gefunden haben, über die 30 Jahre einer Immobilienfinanzierung hält, ist eher gering.
Deine berufliche Situation ist noch weit weg von „sicheren“ Verhältnissen, und es ist nicht einmal gesagt, dass Du in den nächsten Jahren bis zur Erreichung solch sicherer Verhältnisse überhaupt in der Region bleiben kannst. Dann ist ein gerade anfinanziertes Haus ein Riesenproblem.
Miete bedeutet gerade in jungen Jahren eine ganz enorme Flexibilität, die oft unterschätzt wird. Du bekommst einen anständigen Job nur 200Km weiter weg. Du kündigst und ziehst um. Du verdienst eine Stange mehr. Du kündigst und nimmst Dir ein größeres Objekt. Du verlierst den Job, und kannst Dich problemlos kleiner setzen, … Und dabei kann Dir jedes Mal vollkommen egal sein, ob morgen das Dach ein Loch bekommt, übermorgen die komplette Heizung ausgetauscht werden muss, … Du zahlst planbar genau das, was Du vertraglich vorab vereinbart hast.
Als Eigentümer solltest Du hingegen immer in worst-case-Szenarien denken: Wie finanziert sich die Hütte weiter, wenn einer den Job verliert, oder durch Krankheit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen nicht mehr im geplanten Umfang zum Einkommen beitragen kann? Reicht notfalls ein Gehalt aus, um neben der Finanzierung auch noch die paar Tausender „unvorhergesehene“ Ausgaben abzudecken, von denen man zwar den Namen nicht kennt, von denen man aber leider in Summe jedes Jahr ausgehen darf? Macht dann das Leben trotz Hausfinanzieurung noch Spaß? Reicht es dann noch zu anständigem Essen, dem nötigen Auto, Urlaub? Kannst Du bei dem Gedanken ruhig schlafen, dass man als Eigentümer rund € 10.000,-- jederzeit locker machen können sollte? Muss ja nicht auf dem Sparbuch liegen, aber man sollte zumindest seine Kreditlinie nicht schon vorab so ausgeschöpft haben, dass man diese Summe nicht problemlos noch mal rausholen, und auch neben allen anderen Belastungen auch zeitnah wieder zurückführen kann (denn Du wirst sie ggf. schneller noch mal brauchen, als Dir lieb ist).
Und dann fang bitte bloß nicht mit dem irrigen Argument an, dass man mit der eigenen Immobilie schließlich Werte für die Nachkommen schaffen würde. Was Du heute an Objekten bekommst, die sich Leute in Eurer Situation ggf. so gerade eben noch mit Hängen und Würgen und auf Kante finanziert leisten, hat keinerlei dauerhaften Wert. Die handtuchbreiten Mantagrundstücke sind nichts wert, die 2,5 geschossigen Nissenhütten mit offenem Treppenhaus sind für junge Familien gedacht und nicht ansatzweise sinnvoll in höherem Alter nutzbar zu machen (viel Spaß, mit Rheuma und Rolli zwischen Bad, Küche, Wohn- und Schlafzimmer immer zwei Treppen zu haben). Die Materialien sind zudem so minderwertig, dass man die Dinger nach 30 Jahren eigentlich nur noch zusammenschieben kann, oder so massiv grundsanieren müsste, dass man dafür schon fast wieder neu so ein Teil kaufen könnte.
Die letzte Woche genannte Quote von 59% Eigentümern in Deutschland mag für viele linke Sozialforscher einen großen Erfolg bedeuten. Ich sehe hierin eher den immer mehr um sich greifenden Wahnsinn unter Außerachtlassung jeglicher Vernunft sein ganzes Leben auf Zahl zu setzen.
Gruß vom Wiz
Noch was
Moin,
Haben es jetzt allerdings
schon satt irgendwelchen Vermietern Kohle zuzuschmeißen.
wirfst Du lieber den Banken die Zinsen hinterher?
Je weniger Eigenkapital vorhanden ist und je unsicherer der Kandidat ist, desto mehr lassen sich die Banken ihren Kredit bezahlen, sprich erhöhen die Zinsen.
Und Zinszahlung ist m.E. genauso ‚verlorenes‘ Geld wir Mietzahlung.
Die Ratschläge von Wiz würde ich mir an Deiner Stelle auch sehr zu Herzen nehmen!
Gandalf
Hallo,
dem Wunsch nach mietfreiem Wohnen alle Ehre.
Doch
es muss auch zum eigenen Leben passen. Wenn jemand jung ist und bis -woertlich- zur goldenen Hochzeit Zinsen zahlen will und jahrelang keinen anderen Wohnort waehlen kann, dann ist es ein ordentliches Risiko.
Dieses Risiko mindern geht ueber schnelles Tilgen, sprich geringen Kredit bei hohem Eigenkapital, dazu hohes Einkommen, sauber jahrzehntelang planbar, und dazu geringe eigene Beduerfnisse.
Fass nichts an, was Du nicht in 10 Jahren fertig abgezahlt hast, hab ich mal aufgeschnappt. Eigentlich bitter, aber tendenziell so reduziert man das Risiko, sein Leben der Immobilie zu widmen.
Die in der Frage genannten Zahlen zu Kindergeld und Einkommen zeigen das Laienhafte. Mit Kind entfaellt das Einkommen der Frau oft. Zur Frage wuerden Angaben zu Preisen und Anspruechen gehoeren. Kleine Haeuser gibt es von 30.ooo bis 400.ooo je nach Zustand und vor allem Gegend. Bisweilen kostet die Erde unter dem Haus schon 350ooo. So ist hier eine allgemeine Antwort nicht machbar.
In jungen Jahren sehe ich als guten Rat, von der Wunschimmobile mal vorab 20 Prozent plus Kaufnebenkosten anzusparen. Fuer je 100ooo Kaufpreis also 20ooo plus 15ooo. Plus die Preissteigerung in dieser Sparphase. Sowas lehrt ungemein. Dann kanns weitergehen. Dann sieht man auch hinterher, wie locker man diese Anstrengung in den letzten Jahren geschafft hat. Viele schaffen das nie. Um die Leistung zu beschreiben, die zu erbringen sei. Kann man mit 30ooo auf dem Giro weiterhin nicht in Urlaub fahren und sich mit nem klappernden Kleinwagen als einziges Auto abquaelen? Mit dem Gebrauchtfahrrad zur Arbeit fahren? Das Kind und sich selbst mit second-hand versorgen und Ueberstunden durchziehen? Wo ist die individuelle Frustgrenze, wieviel Geld kann man zusammen-sparen? Sparen koennen im Sinne von Leistung im Sparen erbringen. Sowas laesst sich in der Ansparphase freiwillig testen. Nach dem Kauf kann es zum bitteren Zwang werden, besonders nach dem Scheitern in der Zeit nach der Zwangsversteigerung der Immobilie mit Restschulden plus Miete.
Wie oben ausgefuehrt, deutlich weniger Risiko haette man bei 50 Prozent Eigenkapital plus Kaufnebenkosten.
Gruss Helmut
wirfst Du lieber den Banken die Zinsen hinterher?
Hallo,
rechnen wir mal die Zinsen aus.
Ich komme auf etwa den Kaufpreis, nochmal fuer die Zinsen.
Der Zins betrage nur 4 Prozent (Annahme, kann in einigen Jahren auch 10 sein, gab es schon, oder 3, gab es noch nie)
Die Miete betrage 5 Prozent vom Kaufpreis, Annahme.
Um 500 Kalt-Miete (Annahme) zu sparen, kaufe man das Gebaeude fuer 120ooo.
Ohne Eigenkapital kostet es im ersten Jahr 138ooo (15 Proz Nebenkosten) mit 1 Prozent Anfangs-Tilgung 6900 und in 33 Jahren (Laufzeit geschaetzt) zusammen 228ooo. Die Zinsen betragen 100ooo oder knapp nochmal den Kaufpreis. Wenn die Zinsen so niedrig bleiben. Hinzu paar zigtausende an Reparaturen in den Jahrzehnten.
Man kann auch andere Mieten, dazu passende Kaufpreise und mehrere Zinssaetze mal durchrechnen. Openoffice-calc gibts kostenlos auf den PC.
Nach den 33 Jahren fallen allerdings keine Zinsen mehr an, waehrend der Mieter noch weiter Miete zahlt, noch fuer weitere Jahrzehnte, die Leute werden aelter.
Gruss Helmut
http://www.interhyp.de/interhyp/servlet/interhyp?vie… zum selber ausmalen 
Ansonsten wie alle anderen: Finger WEG! Allein schon wegen der nicht absehbaren Familien-/Jobsituation.
Hallo,
ein Beispiel zur Information und Kostenübersicht:
Für ein Darlehen von € 100.000 zahlt man derzeit bei einer 100%-Finanzierung als Zins und Tilgungsrate monatlich € 390 bis € 500 bei einer Sollzinsbindung (Garantiezins) von bis zu 25 Jahren!
Mit Sondertilgungsmöglichkeit und Sonderkündiungsrecht als Kunde ab dem 11. Jahr lt. BGB.
Man sollte die Kaufnebenkosten (5% Grunderwerbsteuer, ca. 2% Notar/Grundbuch und evtl. 3,57% Maklercourtage) aus Eigenmitteln finanzieren können, damit der Zinssatz günstiger bleibt.
Sponsoren: Eltern, Großeltern… einfach mal fragen!
WICHTIGE EMPEHLUNG: Vermeintlich günstige Angebote mit einer Sollzinsbindung von unter 20 Jahren sind in Anbetracht der heute historisch niedrigen Zinsen (Vergleich auf http://www.hs-baufinanzierung.de ) ausdrücklich NICHT zu empfehlen!
VG
Heinz