Danke, danke für die zahlreichen Antworten.
Wir haben uns gestern eine Variante durchrechnen lassen mit 3
Jahren Mietkauf und nach den 3 Jahren wäre mein Bausparvertrag
zuteilungsreif sodas wir dann die Finanzierung über meinen
Bausparvertrag laufen lassen könnten.
Wer kann mir sagen, ob das ein realistisches Angebot ist.
3 Jahre lang 350 Euro im Monat, davon werden 130 Euro
angerechnet.
Guten Morgen,
1.) Mietkauf
Nachteilig hier ist die oft völlig unklare rechtliche Gestaltung. Im Normalfall wird ein Vertrag (notariel!) erstellt, wo alles geregelt sein muss. Hier muss unbedingt im Grundbuchblatt eine Auflassungsvormerkung für den Mietkäufer eingetragen werden.
Dann muss man sich mal überlegen, was einen Hausverkäufer dazu bringt, sein Haus zu verkaufen, aber mit dem Geld gnädig noch Zeit zu haben. Die einfachste Erklärung ist, dass das betreffende Objekt einfach nur ein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis hat. Mit einfachen Worten: zu Teuer!
Hier würde ich mir unabhängigen Rat einholen. Nichts ist unnützer, als hier einen Makler oder den Finanzberater zu Rate zu ziehen, der an der Finanzierung verdient. Beide bekommen ihre Provision anhand des Kaufpreises bzw. der Finanzierungssumme berechnet.
Weiterhin ist beim Mietkaufmodell immer zu beachten, dass ein Ratenzuschlag (meist um 5%) den Kaufpreis noch einmal verteuert.
Bei der Gestaltung des Vorgangs ist es wichtig, immer einen unabhängigen Rechtsbeistand zu befragen. Unter der Annahme, dass ich selbst Mietkäufer wäre, würde ICH den Notar bestimmen. Nicht der Verkäufer. Und ich würde mir vorher tagelang den Kopf zerbrechen, welche Fragen ich dem Notar stelle. Und dafür hätte ich ständig was zu schreiben bei mir, um am Ende mit tausenden von Fragen vor dem Notar zu sitzen. Aber dafür bekommt er viel Geld, welches bei vielen Fragen gut angelegt ist, bei stummer Zuhörerschaft aber zum Fenster rausgeschmissen wurde.
- Bausparvertrag
Der Bausparberater verdient an der Vermittlung des Bausparvertrages.
Der Verkäufer verdient prächtig an der Veräuserung eines wahrscheinlich zu teuren Objektes.
Wenn hier noch kein oder sehr wenig Eigenkapital vorhanden ist, wird es sich wahrscheinlich um eine Zwischenfinanzierung handeln (???). Die nette Bank gewährt mir ein Darlehen, welches nicht getilgt wird. Stattdessen wird erstmal Geld in den Bausparer gepumpt, auf dass der irgendwann zuteilungsreif werde. Damit wird das Bankdarlehen abgelöst und das eigentliche Bauspardarlehen beginnt. Wäre dem so, hat man allerdings die absolut beste Finanzierung auf die Beine gestellt. Besser kann kein Mensch Geld verdienen. Die Finanzierer hauen sich gegenseitig die Taschen voll, der Kunde ist wieder mal der Angeschmierte. Aber das ist nur eine Vermutung.
Fakt ist, dass die Bonitätsprüfung nicht mit Abschluss des Bausparvertrages erfolgt, sondern mit Beantragung des Bauspardarlehens. Und wenn in drei Jahren diese Prüfung negativ ausfällt, hat man 130€ * 36 Monate, also 4.680€ (zur meist recht hohen Miete, zuzüglich der Notar- und anderen Kosten) in den Sand gesetzt.
Wenn der Verkäufer in drei Jahren nicht mehr existiert (Mietkäufe werden oft von Gesellschaften im großen Stil durchgeführt), hat man für den eigentlichen Erwerb keinen Vertragspartner mehr (ist zum Beispiel eine Frage an den von mir selbst erwählten Notar).
Als ganz einfache Empfehlung kann hier nur gelten: Geld in die Hand nehmen und einen Fachmann mit der ganzen Geschichte beauftragen. Das ist wesentlich preiswerter als jetzt emotionsgeladen sein finanzielles Grab zu schaufeln.
Schönen Sonntach noch