Hauskauf Kredit Bespielrechnung

Hallo,ich weiß das diese Frage sehr komplex ist und auch nicht genau beantwortbar ist.
Aber an hand Euer gestellten Beispiele, könnte ich mir eventuell grob ein Bild machen.Zwar würde in grob interessieren, wie hoch die Gesamtsumme wäre , die wir dann bei dieser Kaufsumme zurückzahlen müßten.
Wir (Eheleute+2 Kinder) spielen mit dem Gedanken ein Haus zu kaufen.
Der Kaufpreis wäre in diesem Falle 120000 Euro.
Eigenkapital hätten wir keins.
Nettoeinkommen hätten wir 2400 Euro aus Löhnen.
Und vorstellbare Abzahlungsrate würden wir uns so 600 Euro/Monat vorstellen.

Vieleicht ein paar Tipps von Euch, ist das bei diesem Einkommen und Abtrag von 600 Euro/Monat sinnvoll.
Was wäre so die Gesamtsumme die abzuzahlen wäre ?

Für jeden Tip wäre ich dankbar.

Hallo Torsten,

ein paar Gedanken dazu, keine Finanzierungsrechnung.

  1. Rechne mal mit ca. 15% Nebenkosten für Notar, Finanzamt, etc. Falls noch ein Makler dazukommt, bekommt der ebenfalls noch Kohle.
  2. Bekommst Du für 120.000 EUR ein neues oder saniertes und renoviertes Haus, oder musst Du noch Kosten dafür einplanen?
  3. Benötigst Du noch neue Möbel oder passen die alten dort rein?
  4. Wie sicher sind Eure Arbeitsstellen? Könnt Ihr 600 EUR/Monat über viele Jahre wirklich augfbringen?
  5. Seid Ihr wenigstens risikolebensversichert? Falls einer von Euch oder beide sterben sollten (was hoffentlich nicht passiert), sollte die Finanzierung immer noch möglich sein. Das hieße Risiko-LV wenigstens für den Haptverdiener über den vollen Kreditbetrag. Das wird häufig von den Bausparkassen zusammen mit dem Kredit angeboten.

Alles in allem scheint es mir ohne Eigenkapital recht eng zu sein. Rechne mal eher mit ca. 150.000 EUR Kosten, wenn die Bude 120.000 EUR Kaufpreis hat. Es wird auch immer gerne mit der so genannten Muskelhypothek (Eigenleistung) argumentiert. Aber nicht jeder kann alles selber fachgerecht ausführen. Und nicht jeder hat nach Feierabend noch den Nerv, sich zur zweiten Schicht hinzustellen.

Allerdings solltet Ihr Euch mal bei der Bausparkasse Eures Vertrauens beraten lassen. Bei Eurem überschaubaren Einkommen und Kindern geht evtl. noch was in Richtung Förderung.

Gruß, Heiko

Der Kaufpreis wäre in diesem Falle 120000 Euro.
Eigenkapital hätten wir keins.

Dann wirds eng. Ihr müßt ja nicht nur den Kaufpreis und die Kaufnebenkosten finanzieren, sondern auch die Renovierung des neuen Hauses (mindestens Wände und Fußböden) und den Umzug. Außerdem sind immer Neuanschaffungen nötig, wenn man von einer Wohnung in ein Haus einzieht.

Und vorstellbare Abzahlungsrate würden wir uns so 600 Euro/Monat vorstellen.

Das ist sehr knapp.

Vieleicht ein paar Tipps von Euch, ist das bei diesem Einkommen und Abtrag von 600 Euro/Monat sinnvoll.

Laßt es bleiben uns spart erst mal etwas Eigenkapital an.

Was wäre so die Gesamtsumme die abzuzahlen wäre ?

Faustregel: Das Doppelte der Darlehenssumme. Bei dem jetzigen Zinsniveau eher mehr.

Ja danke vorerst.
Renovierungskosten und Umzugskosten sind nicht unbedingt so teuer.
Ansonsten wäre das Haus in einem super Zustand.Halt tapezieren und fertig.
Arbeitsstellen ,nuja kann man da heutzutage noch sicher sein ?
Ich arbeite in einer Firma seit 15 Jahren und meine Frau hat Nebenshops so auf 400 Euro Basis,macht zusammen ein Nettoeinkommen von 2400 Euro.
Der Grund ist , der Gedanke eines Hauskaufes nur, weil unser Miethaus den Besitzer wechselt und der schon geäußert hat auf Eigenbedarf usw.
Und eine gleiche Wohnung oder ähnliches zu diesem Preis finden wir hier nicht, und da meine Frau diese Nebenshops hier im Dorf ist, müßen wir eigentlich hier im Ort bleiben.Lebensversicherung hatten wir vor langer Zeit gekündigt, nur eine Zusatzrentenversicherung habe ich noch.

Hallo!

Wenn Ihr 130.000 (120+Nebenkosten+Renovierung) mit 4% zinsen und 1% Tilgung finanziert kostet das monatlich rund 540 €.

Zusätzlich kommen noch Versicherungen, z.B. Risikolebensversicherung.

Mit 600 € kommt ihr knapp (!!) hin. Es ist aber zu bedenken, dass zur Zeit die Zinsen ganz unten sind, wenn die in ein paar Jahren wieder gestiegen sind, kommt ihr nicht mehr hin.

Was ihr noch rechnen solltet: ein Haus kostet mehr wie eine gemietete Wohnung. Bisher wurden alle Reparaturen vom Vermieter bezahlt, bei eurem Haus wird das nicht mehr so sein. Da können auch mal auf die schnelle 10.000 € weg sein.

Alles in allem würde ich sagen, das Vorhaben ist zu knapp. Wenn ihr das wirklich vorhabt, solltet ihr anfangen zu sparen, ein drittel Eigenkapital sollte man haben.

Gruß

Jörg

Wenn Ihr 130.000 (120+Nebenkosten+Renovierung) mit 4% zinsen

Bei einem Beleihungsauslauf von über 100 % dürfte dieser Zinssatz unrealsitisch sein.

Hallo,

sorry, aber das klingt wie der übliche Selbstbetrug von Leuten die auf Wolke sieben der eigenen Immobilie entgegenschweben, und den dahinter befindlichen Abgrund vor lauter rosa Nebel nicht sehen.

Wenn ihr kein Eigenkapital habt, dann bedeutet dies, dass ihr bislang knapp über die Runden gekommen seid, und am Monatsende nichts übrig war. Und bei zwei Kindern und dem Einkommen ist das nicht Folge eines verschwenderischen Lebenswandels sondern ganz normal. Das geht auch so lange gut, solange man nicht in eine Situation kommt, in der man schnell mal zwingend den ein oder anderen Tausender braucht. Und in genau diese Situation kommt man als Immobilieneigentümer recht regelmäßig. Wer nicht in der Lage ist, notfalls mal auf die Schnelle € 10.000,-- locker machen zu können, weil dummerweise die Heizung gerade den Geist aufgegeben hat, und mit dem dabei geplatzten Warmwasserbereiter auch noch jede Menge Folgeschäden entstanden sind, der steht schon mit einem Bein im wirtschaftlichen Ruin (und komm mir hetzt nicht mit Versicherungen, die man ggf. erst mal verklagen muss, bis sie nach Jahren zahlen, darauf kann man in der konkreten Notsituation nicht bauen).

Und die Einschätzung, dass für Renovierungen nicht so viel anfällt, ist natürlich auch deutlich euphemistisch. Denn eine Hütte für € 120.000,-- für eine vierköpfige Familie wird kein qualitativ hochwertiger Neubau sein, sondern eher ein schon recht abgewohntes Schätzchen. Sicher gibt es da den ein oder anderen Mangel, mit dem man noch das ein oder andere Jahr leben kann, aber es wird hier Dinge geben, die keinen Aufschub dulden. Und auch wenn Du vielleicht noch die Finanzierung ohne Eigenkapital schulterst, wirst Du dann ganz alt aussehen, denn die wird keinerlei Sparrate erlauben oder Reserven für solchen Aufwand haben. Und € 50.000,-- kommen da über ein paar Jahre schnell zusammen. Die solltest Du besser vorab gleich mal mit einkalkulieren, denn das Geld fällt dann nicht plötzlich vom Himmel, wenn man es braucht. Und lass Dich auch nicht von „Muskelhypotheken“ irre leiten. Damit kannst Du vielleicht den ein oder anderen Euro an Arbeitslohn sparen, aber keine Materialkosten. Und die sind nicht unerheblich.

Denke auch bitte an die höheren Energiekosten eines Hauses, steigende Energiepreise, und einen vermutlich bei dem Preis eher subobtimalen Stand der Heizanlage und der Wärmedämmung (und mangelndes Geld, dies kurzfristig abstellen zu können).

Ganz ehrlich: Rettet Euch über die Zeit, bis es wieder möglich ist einen zweiten Verdienst in ordentlicher Größenordnung zu realisieren, und sorgt dann erst einmal für ein eher großzügiges Eigenkapital. Dann wird die eigene Immobilie zum Traum, und nicht zum Albtraum.

Gruß vom Wiz

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Ja und Nein,
das das schwer ist ,weiß ich, bin da nicht blau-äugig deswegen erkundige ich mich ja vorerst, bevor ich kaufe.
Aber anhand Euren einstimmigen Bedenken, bin ich in meinen Befürchtungen bestätigt, das das sehr wacklig ist.Und somit dieses Haus nicht sein wird.Wäre ja auch nur ein Beispiel gewesen,nur weil die Zeit knapp wird, kam dieses Haus zum Gespräch.
Mein wirkliches vorhaben war eher Haus so um die 60 000 Euro,aus einer Versteigerung osä.
Besser wäre mir zur Miete, aber das sieht sehr mager hier aus.
Und beim Hauskauf legen wir nicht soviel Wert auf die Ewigkeit, weil wir dann irgendwann im Rentenalter, auf jedenfall hier weg möchten.Ansich wohnen wir hier nur wegen der Arbeit und der Kinder.
Trotzdem vielen dank für eure ehrlichen Meinungen

Hallo,

Mein wirkliches vorhaben war eher Haus so um die 60 000
Euro,aus einer Versteigerung osä.

ja, da hat es in der Vergangenheit auch so eine Legendenbildung gebildet. Zwangsversteigerung heißt, daß die Bude jemandem gehörte, der seine Kredite nicht bedienen konnte. Für Renovierungen und Reparaturen war in der Zeit dann erst recht kein Geld da. Mit anderen Worten: dort warten wiederum zigtausend Euro Investitionsstau auf den Käufer.

Im Einzelfall gibt es natürlich auch schöne Exemplare, nur sind diese der örtlichen Zwangsversteigerungsverfolgertruppe natürlich bekannt, die den Preis schnell auf ein angemessenes Niveau treiben wird.

Bei einer Zwangsversteigung tasächlich ein Schnäppchen zu machen, ist also eher unwahrscheinlich.

Besser wäre mir zur Miete, aber das sieht sehr mager hier aus.
Und beim Hauskauf legen wir nicht soviel Wert auf die
Ewigkeit,

Als Mieter macht man sich nur wenig Gedanken darüber, was ein Eigenheim kostet bzw. kosten kann. Neue Fenster, neue Heizung, den Wasserschaden, die Straßensanierung, den Fassadenanstrich bezahlte der Vermieter. Dies alles sind Dinge, die schnell mal in den fünfstelligen Bereich gehen können.

Hinzu kommt noch der ganze Mist, um den man sich als Mieter nie kümmern mußte (Versicherungen, Stadtverwaltung, Finanzamt (w/Grundsteuer) usw.). Schlimmer noch: bei einem Haus hat man nicht einmal einen Verwalter, der einem Wohnungseigentümer viel abnimmt und sich in wohnungswirtschaftlichen Themen auskennt.

Der Erwerb einer Immobilie führt mitnichten ohne Umweg in eine sorgenfreie und unabhängige Zukunft, sondern gerne mal in eine mit Streß und existentiellen finanziellen Sorgen.

Die Risiken, die sich aus der ganzen Veranstaltung ergeben, sind - so sie denn schlagend werden - für einen normalen Arbeitnehmerhaushalt ohne Rücklagen kaum zu tragen. Bei einer gebrauchten Immobilie ist zwar nicht zu erwarten, daß die Bude sofort auseinanderfällt, noch unerkannte, üble Baumängel hat oder aus anderen Gründen noch langwierige Verhandlungen mit dem Bauträger notwendig sind.

Mit einer spitz auf Knopf genähten Finanzierung ist aber auch bei einer gebrauchten Immobilie niemandem geholfen.

Gruß
Christian

Hallo,

gerade wenn es um eine vorübergehende Geschichte geht, ist Miete unter dem Strich immer billiger. Denn da hast Du planbare laufende Kosten in ziemlich konstanter Höhe, und es muss Dich nicht interessieren, was dein Vermieter morgen, übermorgen, oder vielleicht einen Tag vor deinem Auszug an Unsummen von jetzt auf gleich in seine Hütte stecken muss, weil gerade irgendwelche teuren Dinge unaufschiebbar gemacht werden müssen.

Bei der eigenen Immobilie kann man damit leben, wenn man vorhat da möglichst lange drin leben zu bleiben, sie den Kindern zu vermachen, oder wenn diese so hochwertig und in interessanter Lage steht, dass sie jederzeit problemlos gut verkaufbar ist. Bei einer mehr oder weniger Schrottimmobilie macht die gestern getätigte Investition von € 10.000,-- heute schon keinen Unterschied mehr, was den Preis bei einem möglichen Verkauf ausmacht.

Und bitte bei der Erwartungshaltung bzgl. Schnäppchen bei ZV vorsichtig sein. Das ist kein Spiel für blutige Laien, sondern für Leute mit ordentlichem Hintergrund uns ausreichender Kapitaldecke, die es sich im Falle des Falles auch leisten können, unter dem Strich bei ganz normalen Erbwerbskosten zu landen. Einen Erwerb aus ZV so zu anzugehen, dass man auch den nur finanzieren kann, wenn man am Ende des Tages nur mit 50% der durchschnittlichen Kosten für einen normalen Erwerb auskommt, kann furchtbar nach hinten los gehen. Es reicht ja schon, wenn der weichende Vorbesitzer zum Abschied noch mal die Wasserhähne aufdreht, oder die halbe Elektroinstallation mitnimmt, … Gibt es gar nicht so selten. Und immer daran denken: Es gibt bei ZV keine Gewährleistung. D.h. alles was man dann an Katastrophen so findet, gehört einem ganz alleine :wink:

Gruß vom Wiz

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Hallo Thorsten,

muss mich Exc anschliessen: Vorsicht bei Zwangsversteigerungen, hier ein Schnäppchen zu machen ist eher selten.
Wenn ich mir manchmal die geschätzten Verkehrswerte anschaue kann ich nur den Kopf schütteln. Baumängel bzw. starker Unterhaltsstau sind üblich. Dazu gibt es sehr viele Unwägbarkeiten gegenüber einem normalen Hauskauf. Manchmal kostet es schon immenses Geld eventuell noch darin lebende Mieter / Exbesitzer herauszubekommen. Ohne dicke Eigenkapitaldecke ist gerade sowas nicht hinzubekommen.
Gruß elmore