Hauskauf - monatliche Nebenkosten wie hoch?

Hallo zusammen,

wir erwägen den Kauf eines Einfamilienhauses. Leider haben wir überhaupt keine Ahnung, mit was für monatlichen/jährlichen Nebenkosten man als Hausbesitzer so rechnen muss. Bzw. wissen wir natürlich schon, dass Müllabfuhr, Grundsteuer, Abwasser, Rücklage usw. anfallen, aber wir wissen nicht, wie hoch das insgesamt ungefähr in unserer Region (Ratingen bei Düsseldorf) ausfällt. Habe dazu schon gegooglet, aber nix gefunden. Wir bräuchten nur einen ungefähren Richtwert für unsere Region pro m² Wohn- oder Grundstücksfläche, mit was für Nebenkosten man neben der monatlichen Finanzierungsrate noch so rechnen muss, um überhaupt im Vorfeld schon zu wissen, was wir uns leisten können und in welchem Preissegment wir suchen müssen. Weiß jemand, wie hoch so ein Richtwert für unsere Region ist oder wie ich ihn herausfinde, BEVOR ich Häuser besichtige? Danke!!!

LG
Claudichma

Wir liegen mit unserem Altbau der etwas mehr Öl benötigt als neuere Häuser bei ungedämmten Dach mit allem drum und dran bei ca. 5000 Euro im Jahr an Nebenkosten. Enthalten ist folgendes:

Abfall
Grundsteuer B
Feuerversicherung
Haftpflichtversicherung
Ausbaubeitrag diverse Straßen im Ort
ÖL
Prüfung Kamin
Prüfung Heizung
Strom
(AB-)Wasser
Wartung Heizung
Holz für den Kamin

Nicht enthalten sind Rücklagen.

Wir bewohnen das Haus 24 Stunden am Tag, da wir beide von zu Hause aus arbeiten können, dh. Strom, Wasser und Heizung laufen fast jeden Tag voll durch. Es werden zwei Arbeitszimmer den ganzen Tag mit allen Stromfressern versorgt, weswegen bei uns diese Positionen etwas höher ausfallen könnten.

Das ist natürlich schwer zu sagen. Jede Gemeinde hat einen anderen Grundsteuermessbetrag und Gebühren für Wasser, Abwasser, Müll usw… Dann kommt es drauf an, wie der bauliche Zustand des Hauses ist (z.B. Dämmung usw.). Mit was wird geheizt? Viele Faktoren sind ausschlaggebend.

Ich kann euch nur mal meine Kosten nennen. 200qm-Haus, schlecht gedämmt, Holzpelletsheizung, Niederbayern, zusammen etwa 200€. Wobei die Heizkosten schon allein etwa 100 im Monat ausmachen. Das ist jetzt wirklich nur sehr grob gerechnet, was ich im Moment aus dem Kopf weiß.

wir natürlich schon, dass Müllabfuhr, Grundsteuer, Abwasser,
Rücklage usw. anfallen, aber wir wissen nicht, wie hoch das
insgesamt ungefähr in unserer Region (Ratingen bei Düsseldorf)
ausfällt.

Ich gehe mal davon aus, dass ihr zur Zeit zur Miete wohnt, oder?
Die Kosten für die o.g. Nebenkosten (ausser Rücklage) und Strom/Heizung müsstet ihr somit eigentlich schon kennen!?!

Bei uns (Schleswig-Holstein) hat die Bank mit 2,00 Euro/m²/Monat gerechnet. Hier fehlen allerdings noch die Rücklagen.

Da wir einen Teil des Hauses vermieten, können wir 350,00 Euro/Monat auf die hohe Kante legen. Ich hab mal gehört, dass die Rücklagen jährlich ca. 1% der Baukosten betragen sollen. Wären bei 200.000 € Baukosten ca.170,00 € monatlich!

MfG Sonja

Hallo,

danke für deine/Eure Antworten. Das Haus hat 135 m² Wohnfläche und 165 m² Grundstücksfläche, Reihenmittelhaus mit 2 1/2 Geschossen, Keller und Dachkammer nicht eingerechnet. Es wird mit Gas beheizt, Heizung ist neu eingebaut worden, Isolier-Kunststofffenster, Dämmung wohl dem Baujahr (1977) entsprechend. Wir rechnen so mit ca. 350 EUR Nebenkosten incl. Rücklage, ist das wohl zu wenig? *schwitz*

Genau so wird vorgegangen!
Erst nachsehen, wo die Grenzen sind, dann wird innerhalb der Grenzen der Markt durchgesehen. Die meisten Häuslebauer bzw. -käufer gehen erst in den Markt, schauen dann nach der Finanzierung.

Die Finanzierungshöhe lässt sich anhand einer einfachen Rechnerei schnell ermitteln.
Man sollte 8% der Kreditsumme jährlich zur Finanzierung zur Verfügung haben. Hat man nur weniger, dauert die Finanzierung sehr lange, da die Tilgung dementsprechend niedriger ausfällt. Und die Risiken steigen.
Weiterhin sollte ein EK von mindestens 20% vorhanden sein. Wobei das nicht immer sein muss, wer stattdessen eine höhere Tilgung leisten kann, fährt auch hier ganz gut. Sehr gefährlich ist aber fehlendes EK und niedrige Tilgung. Viele Finanzvermittler oder Banken haben damit aber kein Problem, da sie auf diese Art und Weise Umsätze generieren.
Also ein Beispiel:
1.000€ stehen monatlich zur Verfügung, 50.000€ sind vorhanden.
1.000€*12/8*100 = 150.000€ Kredithöhe. 50.000€ Eigenkapital dazu, ergibt Anschaffungskosten 200.000€. Rechnen wir mit 10% Anschaffungsnebenkosten, darf Haus und Grundstück kosten:
200.000/110*100 ca. 180.000€.

Zu den Nebenkosten. Im Normalfall darf bei den Nebenkosten immer etwas mehr als bei der vergleichbaren Mietwohnung kalkuliert werden. Wer also mit 2 - 3€/m² rechnet, macht sicher nicht viel verkehrt. Klar, wer wie in der ersten Antwort beschrieben, den ganzen Tag die Stromleitungen glühen lässt oder die Wärme fast ungebremst aus dem Dach ziehen lässt, muss mehr einplanen.
Das sollte also berücksichtigt werden (verringert also das zur Verfügung stehende Einkommen und damit die mögliche Kreditsumme!)
Zu den Instandhaltungsrücklagen muss man das Alter berücksichtigen. Je älter ein Haus, desto höher sollten die monatlichen Rücklagen sein.
Ein ganz nützlicher Link, der zwar zu der Vermietung gehört, aber auch hier als Anhalt dienen kann: http://bundesrecht.juris.de/bvo_2/__28.html
Dabei sollte man bedenken, dass ein Haus durch Modernisierungen und Instandhaltungen „verjüngt“ wird. Wer also sein Bauernhaus aus 1890 völlig entkernt hat, alles Alte rausgerissen hat und durch Neuwertiges ersetzt hat, bekommt als Ergebnis ein Haus, welches als fast neuwertig zu sehen ist. Kommt also auch hier wieder auf die Details an.
Alles in allem muss man nicht übertreiben, aber an die Richtwerte sollte man sich halten. Beim Bau lieber eine einfache Inneneinrichtung, dafür ein höherwertiges Haus bauen. Die Inneneinrichtung lässt sich im Laufe der Jahre immer noch aufpolieren. Das Haus hingegen hat gewissermaßen Grenzen.
Hoffe, dass es nicht zu viel war.

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Hallo,

nehmt doch 2 - 3 € pro m² für die Nebenkosten, wie bei Mietwohnungen. Ich würde 100 € als rücklage bilden. Das macht 1200 € pro Jahr und 6000 € in 5 Jahren, damit kann man schon mal ein Dach reparieren oder die Fassade ein Stück weit dämmen.
Grüße
Thomas