Hauskauf richtig finanzieren

Hallo,

wir wollen uns ein Haus kaufen und stehen kurz vor Vertragsabschluß.
Wegen der Finanzierung waren wir bei mehreren Banken. So richtig vergleichbar sind die Berechnungen allerdings nicht.

Die meisten wollen kfw mit reinnehmen weil es zinsgünstigen Kredit gibt und dier die ersten Jahre tilgungsfrei ist. Macht das überhaupt Sinn über mehrere Jahre nicht zu tilgen. Immerhin hat man z.b. nach 5 Jahren immer noch die selben Schulden wie am Anfang.

Eine Bank wollte uns sogar einen Kredit unterteilt in mehrere Laufzeiten verkaufen.
10 Prozent = 5 Jahre Laufzeit
20 Prozent =10 Jahre Laufzeit
70 Protzent = 15 Jahre Laufzeit
Dabei soll immer der Teil mit der längsten Laufzeit am stärksten getilgt werden weil es den höchsten Zinssatz kostet. Für mich macht das aber keinen Sinn. Was ist denn wenn der erste und zweite Teil fällig ist und man hat nichts getilgt?

Die Eigenheimzulage soll als Sondertilgungen eingearbeitet werden. Die meisten wollen jedoch dann Vorfälligkeitsentschädigung. Für mich unbegreiflich, immerhin wird das doch direkt mit in den Vertrag eingearbeitet. Eine andere Bank lässt 10 Prozent Sondertilgung jährlich Entgeldfrei zu. Tja und nun ist wieder von der Abschaffung der Eigenheimzulage die Rede. Da unser Haus erst im nächsten Jahr fertig wird können wir die Eigenheimzulage wohl wieder vergessen. Evtl. scheitert dann sogar unser ganzes vorhaben. Die Bank meint jedoch, dass der Kaufvertrag bei Notar wichtig ist und nicht der Einzugstermin um die Eigenheimzulage zu bekommen…

Tach Claudia,

allgemeines zu Eigenheimzulage (was diskutiert wird ist noch lange nicht Gesetz). Wenn ihr die eigenheimzulage braucht, dann seid ihr eigentlich ueber dem Limit was ihr finanzieren koennt. Denn man braucht immer eine gewisse reserve in seinem eigenen Geldzufluss, da bei einem langen Zeitraum (Kreditlaufzeit) immer unvorhergesehene Dinge passieren koennen bzw auch Geld für normale Instanthaltungen vorhanden sein sollte. Die eigenheimzulage kann (Falls man sie bekommt)dazu dienen Sondertilgungen zu machen. Das solltet ihr auf jeden fall vereinbaren aber ohne Vorfälligkeitszahlungen (dieser Bank sofort sagen, dass sie aus dem Rennen ist, dann tut sich meistens wieder was).
Die Sondertilgungen sind meistens in Blöcken von z.B. 1000€ Schritten und nur bis zu einer maximalen Summe zu vereinbaren.

Desweiteren ist es immer gut am Anfang Sondertilgungen zu tätigen, das wirkt sich auf das Ende des Kredites sehr stark aus, auch sollte wenn es finanziell möglich ist in Zeiten in denen die Zinsen niedrig sind mehr getilgt werden wenn möglich.
Ich wuerde den Kredit auch nicht in unterschiedlcihe Laufzeiten splitten (Kann aber auch sein das das splitten mit unterschiedlichen Laufzeiten besser ist)
Da zur Zeit die Zinsen im günstigen/niedrigen Bereich liegen solltet ihr euch die Zinsen möglichst lange (z.B. 10 Jahre)festschreiben lassen (Auch wenn meiner Meinung nach die Zinsen in den naechsten Jahren nicht signifikant steigen werden).

Das mit der KFW das muss man genau durchrechnen ob sich das lohnt wenn man nicht von anfang an tilgt. Ich wuerde , wenn es möglich ist am sofort tilgen am besten eben mit sonderzahlungen wenn möglich (z.B. weihnachtsgeld, Eigenheimzulage…)

ciao slam

P.S. und immer an die Nebenkosten denken
Notargebühr (ca. 1.5 %)
Grunderwerbsteuer (3.5 % beim Kauf und dann jährlich (wird meistens vierteljährlich abgebucht))
eventuell Maklercourtage (3.48%)

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Hallo Claudia

welche Finanzierung „die richtige“ ist hängt immer vom Einzelfall ab. Was mir aber bei deiner Schilderung auffällt, sind die folgenden Punkte:

Wegen der Finanzierung waren wir bei mehreren Banken. So
richtig vergleichbar sind die Berechnungen allerdings nicht.

Ja, hat Methode, kann man aber nur bedingt beeinflussen. Jede bank hat so ihre Spezialitäten, die man nur teilweise vergelichen kann. Da hilft oft nur Bauchgefühl. Auf jeden Fall braucht man von den „besseren“ Instituten einen Zahlungsablauf auf Basis der aktuellen Werte, aus dem man entnehmen kann, was man bis Ablauf der Finanzieurng tatsächlich bezahlt hat. Dabei für die besseren Angebote einen höheren, für die schlechteren Angebote einen geringeren Sicherheitsaufschlag auf die Zinsen nach Laufzeitablauf der einzelnen Kredite anrechnen.

Die meisten wollen kfw mit reinnehmen weil es zinsgünstigen
Kredit gibt und dier die ersten Jahre tilgungsfrei ist. Macht
das überhaupt Sinn über mehrere Jahre nicht zu tilgen.
Immerhin hat man z.b. nach 5 Jahren immer noch die selben
Schulden wie am Anfang.

KfW rechnet sich eigentlich nur für die Anbieter mit den schlechteren Zinskonditionen. Wir haben neulich auch finanziert und lagen unter den KfW-Konditionen. Daher stellte sich die Frage gar nicht. Die tilgungsfreien Jahre sehe ich auch als ungünstig und sogar als gefährlich an, da sie einem ein falsches verfügbares Einkommen vorgaukeln, dass dann plötzlich einbricht. Zudem werden KfW-Darlehen nur vierteljährlich nachträglich getilgt, man hat also auch da schnell Probleme mit der eigenen Finanzplanung und zahlt zudem Geld für Zinsen, die eigentlich gar nicht anfallen müssten.

Eine Bank wollte uns sogar einen Kredit unterteilt in mehrere
Laufzeiten verkaufen.
Dabei soll immer der Teil mit der längsten Laufzeit am
stärksten getilgt werden weil es den höchsten Zinssatz kostet.

Die unterschiedlichen Laufzeiten machen Sinn, wenn man die einzelnen Kredite nach der jeweiligen Laufzeit ablösen kann. Steht also z.B. ein VWL-Vertrag dann gerade zur Verfügung, o.ä. kann man den günstigeren Zinssatz mitnehmen. Bei kleinen Resten kann es sich ggf. sogar lohnen diese dann über den Dispo des Girokontos in einigen Monaten abzutragen, statt sie dann wieder neu zu finanzieren. Ansonsten sollte man bei den aktuellen Zinsen alles an Laufzeit nehmen was man bekommen und zu einem sinnvollen Zinssatz finanzieren kann. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass man bei Neuverhandlung schlechter da steht als heute. Zudem hat man nach zehn Jahren ohnehin ein einseitiges Kündigungsrecht für längere Festlegungen. Sollten die Zinsen dann wider Erwarten, …

Die Eigenheimzulage soll als Sondertilgungen eingearbeitet
werden.

Davon würde ich abraten. Die Eigenheimzulage sollte immer als zusätzliches Polster gesegen werden, weil man ja auch nicht weiß, wie es mit ihr weitergeht. Als Sondertilgung sind die Jahresraten vermutlich ohnehin zu klein.

Die meisten wollen jedoch dann
Vorfälligkeitsentschädigung.

Mit Banken, die in dieser Zeit immer ncoh Vorfälligkeitsentschädigungen für vorab bestimmte Sondertilgungen haben wollen, verhandelt man nicht weiter. Der Markt für Baukredite liegt so flach, dass die Jungs eigentlich über jeden froh sein müssen und sich entsprechend verhalten sollten. Ich habe auch in der ersten Inforunde (guter Tip, erst mal eine Runde durch einen großen Kreis von Banken machen, bei denen man sich recht unverbindlich informiert. Wer da behauptet, es gäbe keine Sondertilungen, oder keine Zinssätze rausrücken will, bevor er nicht die kompletten Unterlagen hat, etc. fliegt raus, mit den Banken, von denen man einen guten Eindruck bekommen hat, verhandelt man dann konkret) ein paar solcher Vögel rausgeschmissen. Die Sondertilgungen sind zwar oft an Termine gebunden und in der Höhe begrenzt, aber in der ein oder anderen Form mit jedem anständigen Finanzierer machbar. Ich bevorzuge übrigens die Verrechnung wahlweise auf Darlehenssdauer und Ratenhöhe. Da kann man je nach aktueller Situation dann entscheiden, was man im Moment gerade erreichen will.

Ansonsten noch folgende Hinweise: Momentan sich ja nicht auf Finanzieurngen in Kombination mit Bausparverträgen für die Ablösung der Darlehen nach Zinsbindung einlassen! Man weiß nie, ob man das Geld tatsächlich zum Termin bekommt, außerdem ist die Verzinsung in der Ansparphase schlecht. Dieses Geld steckt man besser in die Tilgung und hat dann mehr davon.

Ebenfalls würde ich momentan die FInger von Modellen lassen, die mit der Abtretung von (fondgebundenen) Lebensversicherungen arbeiten. Die Qarantieverzinsungen sinken zur Zeit drastisch und damit kann man sich üble Finanzierungslücken einhandeln. Bei den Fonds sieht es zudem so aus, dass diese dann natürlich zu einem Stichtag aufgelöst werden und darin ein zusätzliches Risiko steckt. Gab es gerade einen zeitzlich abgrenzbaren Einbruch, und würde man den Fond ohne die Abtretung einfach ein Jahr weiterlaufen lassen und hätte dann wieder Gewinn gemacht, darf man so zusehen, wie die Kiste in die Wand fährt.

Gruß vom Wiz, der übrigens ganz unkonventionell finanziert hat. Keine Bank kam mit den Konditionen eines Menschen mit, der eigentlich komplette Siedlungen baut und vor ein paar Jahren angefangen hat auch gleich die passenden Finanzierungen anzubieten. Bei seinen großen Kontingenten, die er direkt von den großen Hypothekenbanken und Lebensversicherern bezieht, hat er Top-Konditionen. Und da er statt einer Provision nur einen Pauschalbetrag für die Vermittlung haben wollte, haben wir direkt diese Konditionen bekommen. Ein Kollege hat daraufhin dann private Kontakte direkt zu einer großen Versicherung spielen lassen und bekam dann über diese ein noch günstigeres Darlehen direkt. Beide Versicherungen treten aber direkt gegenüber Endkunden überhaupt nicht im Markt auf. Da braucht man eben die passenden Kontakte. Also mal bei dir in der Ecke umhören.

Ansonsten würde ich mal dringend

Hallo Claudia,

zusätzlich zu dme, was slam dankenswerter- und richtigerweise gesagt hat.
FALLS ihr einen Kredit der KFW bekommt und WENN die Zinsen für diesen niedriger liegen als die für den Rest des Darlehens, ist es in der Tat besser, den restlichen Kredit zu tilgen. Für jeden getilgten € des Restkredites spart ihr nämlich mehr Zinsen als für getilgte € des KFW Kredites.
Was die Splittung betrifft.
Das macht der Banker, um euch einerseits für den größten Teil die aktuell niedrigen Zinsen zu sicheren, euch andererseits mit dem geringen kurzfristigen Teil die Möglichkeit, aber auch das RIsiko zu geben, daß sich in den nächsten Jahren die Zinsen ändern. Außerdem habt ihr dadurch automatisch die Möglichkeit, in 5 bis 10 Jahren eine Teil des Darlehens komplett zu tilgen.
Auch hier ist es wirtschaftlicher, nur den höher verzinsten Teil des Darlehens zu tilgen.
Ich hielte es für sinnvoll, so eine Splittung zu machen, die Eigenheimzulage anzusparen und dann in 5 bzw. 10 Jahren zu sehen ob ihr von dem Geld einen Teil oder den ganzen kurzfristigen Teil des Kredites tilgen könnt.
Wie slam schon sagte, AUF KEINEN FALL dürft ihr die Eigenheimzulage fest in die Finanzierung einplanen.

Max

Tja und nun ist wieder von der Abschaffung der
Eigenheimzulage die Rede. :Evtl. scheitert dann sogar unser ganzes vorhaben.

Hallo Claudia,

wenn die Eigenheimzulage über die Finanzierbarkeit entscheidet, solltest Du noch einmal überlegen, ob das Vorhaben überhaupt einigermaßen gesichert durchführbar ist, ob eine preisgünstigere Alternative Dich ruhiger schlafen läßt.

Gruß
Wolfgang

Grunderwerbsteuer (3.5 % beim Kauf und dann jährlich (wird
meistens vierteljährlich abgebucht))

hi,

grunderwerbsteuer ist 3,5% vom kaufpreis. sind zeitnah nach kauf zu zahlen. was danach vierteljährlich kommt ist die GRUNDSTEUER (ohne erwerb). diese beträgt bei weitem nicht 3,5% !!!

nur um den schrecken zu nehmen!

mfg vom

showbee

Grunderwerbsteuer (3.5 % beim Kauf und dann jährlich (wird
meistens vierteljährlich abgebucht))

hi,

grunderwerbsteuer ist 3,5% vom kaufpreis. sind zeitnah nach
kauf zu zahlen. was danach vierteljährlich kommt ist die
GRUNDSTEUER (ohne erwerb). diese beträgt bei weitem nicht 3,5%
!!!

da gebe ich dir vollkommen recht, habs schlecht ausgedrückt meinte aber die Grundsteuer.

nur um den schrecken zu nehmen!

mfg vom

showbee