Hallo Claudia
welche Finanzierung „die richtige“ ist hängt immer vom Einzelfall ab. Was mir aber bei deiner Schilderung auffällt, sind die folgenden Punkte:
Wegen der Finanzierung waren wir bei mehreren Banken. So
richtig vergleichbar sind die Berechnungen allerdings nicht.
Ja, hat Methode, kann man aber nur bedingt beeinflussen. Jede bank hat so ihre Spezialitäten, die man nur teilweise vergelichen kann. Da hilft oft nur Bauchgefühl. Auf jeden Fall braucht man von den „besseren“ Instituten einen Zahlungsablauf auf Basis der aktuellen Werte, aus dem man entnehmen kann, was man bis Ablauf der Finanzieurng tatsächlich bezahlt hat. Dabei für die besseren Angebote einen höheren, für die schlechteren Angebote einen geringeren Sicherheitsaufschlag auf die Zinsen nach Laufzeitablauf der einzelnen Kredite anrechnen.
Die meisten wollen kfw mit reinnehmen weil es zinsgünstigen
Kredit gibt und dier die ersten Jahre tilgungsfrei ist. Macht
das überhaupt Sinn über mehrere Jahre nicht zu tilgen.
Immerhin hat man z.b. nach 5 Jahren immer noch die selben
Schulden wie am Anfang.
KfW rechnet sich eigentlich nur für die Anbieter mit den schlechteren Zinskonditionen. Wir haben neulich auch finanziert und lagen unter den KfW-Konditionen. Daher stellte sich die Frage gar nicht. Die tilgungsfreien Jahre sehe ich auch als ungünstig und sogar als gefährlich an, da sie einem ein falsches verfügbares Einkommen vorgaukeln, dass dann plötzlich einbricht. Zudem werden KfW-Darlehen nur vierteljährlich nachträglich getilgt, man hat also auch da schnell Probleme mit der eigenen Finanzplanung und zahlt zudem Geld für Zinsen, die eigentlich gar nicht anfallen müssten.
Eine Bank wollte uns sogar einen Kredit unterteilt in mehrere
Laufzeiten verkaufen.
Dabei soll immer der Teil mit der längsten Laufzeit am
stärksten getilgt werden weil es den höchsten Zinssatz kostet.
Die unterschiedlichen Laufzeiten machen Sinn, wenn man die einzelnen Kredite nach der jeweiligen Laufzeit ablösen kann. Steht also z.B. ein VWL-Vertrag dann gerade zur Verfügung, o.ä. kann man den günstigeren Zinssatz mitnehmen. Bei kleinen Resten kann es sich ggf. sogar lohnen diese dann über den Dispo des Girokontos in einigen Monaten abzutragen, statt sie dann wieder neu zu finanzieren. Ansonsten sollte man bei den aktuellen Zinsen alles an Laufzeit nehmen was man bekommen und zu einem sinnvollen Zinssatz finanzieren kann. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass man bei Neuverhandlung schlechter da steht als heute. Zudem hat man nach zehn Jahren ohnehin ein einseitiges Kündigungsrecht für längere Festlegungen. Sollten die Zinsen dann wider Erwarten, …
Die Eigenheimzulage soll als Sondertilgungen eingearbeitet
werden.
Davon würde ich abraten. Die Eigenheimzulage sollte immer als zusätzliches Polster gesegen werden, weil man ja auch nicht weiß, wie es mit ihr weitergeht. Als Sondertilgung sind die Jahresraten vermutlich ohnehin zu klein.
Die meisten wollen jedoch dann
Vorfälligkeitsentschädigung.
Mit Banken, die in dieser Zeit immer ncoh Vorfälligkeitsentschädigungen für vorab bestimmte Sondertilgungen haben wollen, verhandelt man nicht weiter. Der Markt für Baukredite liegt so flach, dass die Jungs eigentlich über jeden froh sein müssen und sich entsprechend verhalten sollten. Ich habe auch in der ersten Inforunde (guter Tip, erst mal eine Runde durch einen großen Kreis von Banken machen, bei denen man sich recht unverbindlich informiert. Wer da behauptet, es gäbe keine Sondertilungen, oder keine Zinssätze rausrücken will, bevor er nicht die kompletten Unterlagen hat, etc. fliegt raus, mit den Banken, von denen man einen guten Eindruck bekommen hat, verhandelt man dann konkret) ein paar solcher Vögel rausgeschmissen. Die Sondertilgungen sind zwar oft an Termine gebunden und in der Höhe begrenzt, aber in der ein oder anderen Form mit jedem anständigen Finanzierer machbar. Ich bevorzuge übrigens die Verrechnung wahlweise auf Darlehenssdauer und Ratenhöhe. Da kann man je nach aktueller Situation dann entscheiden, was man im Moment gerade erreichen will.
Ansonsten noch folgende Hinweise: Momentan sich ja nicht auf Finanzieurngen in Kombination mit Bausparverträgen für die Ablösung der Darlehen nach Zinsbindung einlassen! Man weiß nie, ob man das Geld tatsächlich zum Termin bekommt, außerdem ist die Verzinsung in der Ansparphase schlecht. Dieses Geld steckt man besser in die Tilgung und hat dann mehr davon.
Ebenfalls würde ich momentan die FInger von Modellen lassen, die mit der Abtretung von (fondgebundenen) Lebensversicherungen arbeiten. Die Qarantieverzinsungen sinken zur Zeit drastisch und damit kann man sich üble Finanzierungslücken einhandeln. Bei den Fonds sieht es zudem so aus, dass diese dann natürlich zu einem Stichtag aufgelöst werden und darin ein zusätzliches Risiko steckt. Gab es gerade einen zeitzlich abgrenzbaren Einbruch, und würde man den Fond ohne die Abtretung einfach ein Jahr weiterlaufen lassen und hätte dann wieder Gewinn gemacht, darf man so zusehen, wie die Kiste in die Wand fährt.
Gruß vom Wiz, der übrigens ganz unkonventionell finanziert hat. Keine Bank kam mit den Konditionen eines Menschen mit, der eigentlich komplette Siedlungen baut und vor ein paar Jahren angefangen hat auch gleich die passenden Finanzierungen anzubieten. Bei seinen großen Kontingenten, die er direkt von den großen Hypothekenbanken und Lebensversicherern bezieht, hat er Top-Konditionen. Und da er statt einer Provision nur einen Pauschalbetrag für die Vermittlung haben wollte, haben wir direkt diese Konditionen bekommen. Ein Kollege hat daraufhin dann private Kontakte direkt zu einer großen Versicherung spielen lassen und bekam dann über diese ein noch günstigeres Darlehen direkt. Beide Versicherungen treten aber direkt gegenüber Endkunden überhaupt nicht im Markt auf. Da braucht man eben die passenden Kontakte. Also mal bei dir in der Ecke umhören.
Ansonsten würde ich mal dringend