Grüße aus Düsseldorf!
Der eingeschaltete Makler ist fein raus, ich bin sicher, dass der sich an der Vereinbarung, erst Geld sehen zu wollen, wenn die Mieter raus sind, nicht beteiligt hat, sondern mit Abschluss des Kaufvertrages seine Provision fordert.
Die mit einer sechsmonatigen Frist versehene Zusage der Mieter können Sie getrost in die Tonne werfen, die hat überhaupt keinen Bestand, zum Auflösen eines Mietverhältnisses gehört in Deutschland noch immer eine Kündigung, und die hat der bisherige Eigentümer nicht ausgesprochen, nicht aussprechen können, weil Eigenbedarf für ihn als Kündigungsgrund nicht in Betracht kommt, andere legitime Gründe vermutlich auch nicht. Wer ist eigentlich auf die Idee mit der sechsmonatigen Frist gekommen? Der Makler (Fachmann) etwa?
Auf Eigenbedarf müssen Sie schon selbst kündigen, wenn Sie die Herrschaften aus dem Haus haben wollen, und das können Sie erst, wenn Sie mit unterschriebenem Kaufvertrag zum Vermieter des Hauses an diese Leute geworden sind. Und wenn die Mieter nach sechs Monaten nichte gefunden haben? Stellen die sich dann freiwillig auf die Straße? Jede noch so blauäugige Versprechung des Maklers, „die Mieter würden doch sofort was finden“ oder „er würde sich selbst drum kümmern“, verweisen Sie bitte umgehend ins Reich der Märchen! Er kann sich ja gerne vorher drum kümmern.
Mich würde überhaupt wundern, wenn Ihre Hausbank einer solchen Konstellation ihren Segen gibt.
Einer meiner Vorgänger hat Ihnen zur Einschaltung eines Fachmannes geraten, der Ihre Interessen vertritt. Recht hat er, der Fachmann kostet ein klein wenig, der Schaden, vor dem er sie bewahren soll, kann Sie ruinieren.
Also, warten Sie mindestens so lange, bis die Mieter die Kündigung ausgesprochen haben, besser ist jedoch, das Haus in freiem Zustand einer weiteren Begutachtung zu unterziehen, mal jemand anderen als den Makler in Grundbuch und Baulastenverzeichnis Einblick nehmen zu lassen, vielleicht noch mal den Wert des Hauses von anderer Seite zumindest einschätzen lassen, denn von Verkaufsparteien, die Ihnen so einen Floh ins Ohr setzen wie den mit der sechsmonatigen Frist, könnte man ggf. noch viel mehr erwarten.
Wetten, dass das jetzt keine Rechtsberatung war?