Hauskauf über Makler - Tipps erwünscht

Hallo an alle Fachleute :wink:)
Wir wollen uns seit längerem ein Haus kaufen und sind jetzt auch (endlich) fündig geworden. Das Objekt wird über einen Makler angeboten, einen ersten Besichtigungstermin hatten wir schon.

Ein paar Fakten: Haus 230.000 Euro, BJ 1970, DHH, Gutachten liegt vor (Wert auch ziemlich gleich mit dem geforderten Betrag). Dach NICHT isoliert (auch nicht ausgebaut), Fassade nicht isoliert, Heizung von 1991 NICHT gewartet, kein Energiepass vorhanden etc. Im guten und ganzen ist es sehr gepflegt, aber es wurden halt immer nur die Schönheitsreparaturen und keine wirklich „wichtigen“ Maßnahmen, wie Isolation etc vorgenommen.

Wir haben nach der Besichtigung nochmals mit dem Makler telefoniert und auch unser Interesse bekundet. Da der Makler auch die Preisverhandlungen führt, haben wir auf den Preis angespielt, er meinte aber nur „… der Preis ist angemessen für das Haus und das steht ja auch im Gutachten“. Allerdings sehe ich größere Ausgaben auf uns zukommen, immerhin sind das Dach, die Fassade und einige Fenster (aus Holz) schon 36 Jahre alt + handeln ist ja wohl erlaubt.

Nun ein paar Fragen:

  1. wie gehe ich am Besten in die Maklerverhandlung, ohne ihm auf die Füße zu treten? (Die VK zahlen nicht die Courtage, sondern die Käufer, also wir).
  2. Wie hoch wäre in etwa eine „realistische“ Preisminderung, bzw welchen Betrag könnte ich für die bevorstehenden Erneuerungen beim VK-Gespräch vorbringen?
    Wäre über reichliche Tipps und Tricks sehrrrrr dankbar :wink:)
    Grüße KUMIKUH

Hi,
wenn das Haus in München oder Starnberg steht, kauf es unbesehen für diesen Preis,
in Mecklenburg-Vorpommern wäre ich da schon vorsichtiger und würde nicht mehr als 100.000 € zahlen…
Also lange Rede kurzer Sinn, ohne den Standort und die Grösse des Hauses und des Grundstücks lässt sich über den Preis nicht reden…

grüsse
dragonkidd

Hi,
Also lange Rede kurzer Sinn, ohne den Standort und die Grösse
des Hauses und des Grundstücks lässt sich über den Preis nicht
reden…

grüsse
dragonkidd

Grßraum Köln Düsseldorf (dazwischen). Also die Lage ist okay, man ist schnell in den Großstädten, wohnt jedoch ländlich. Grundstück ca 295 m² (kleiner Garten), Wohnfläche ca 148 m² + Ausbaureserve. Das Grundstück ist ca 65-73 T Euro wert (ohne Haus).
Grüße KUMIKUH

Hallo

mit den Angaben zum Grundstück ginge der Preis grundsätzlich in Ordnung. Aber : Wenn Du die Kaufnebenkosten dazurechnest bist Du oberhalb von 250 T€ für ein fast 40 Jahre altes Haus. Dann noch die Kosten für Renovierung und Modernisierung, dann kannst Du fast neu bauen.

Wir standen im letzten Jahr vor derselben Frage, hier in Brühl (bei Köln) wurden uns vergleichbare Objekte angeboten. Wir haben uns dann für einen Neubau entschieden, da haben wir für das gleiche Geld ein neues Haus.

Gruß

Nordlicht

Hallo!

Ein paar Fakten: Haus 230.000 Euro, BJ 1970, DHH, Gutachten liegt vor (Wert auch ziemlich gleich mit dem :geforderten Betrag). Dach NICHT isoliert (auch nicht ausgebaut), Fassade nicht isoliert, Heizung von 1991 NICHT :gewartet, kein Energiepass vorhanden etc. Im guten und ganzen ist es sehr gepflegt, aber es wurden halt immer nur :die Schönheitsreparaturen und keine wirklich „wichtigen“ Maßnahmen, wie Isolation etc vorgenommen.

Gutachten sind nur bedrucktes Papier. Du beauftragst einen Architekten oder Statiker, der sich das Haus ansieht und die Baukosten ermittelt, um das Haus in einen zeitgemäßen Zustand zu bringen. Dabei kann durchaus herauskommen, daß ein Haus von 1970 weniger als den nackten Rohbauwert eines heutigen Gebäudes wert ist. Das wird der Verkäufer ganz anders sehen, aber dann kommt man eben nicht zusammen. Es ist eher unwahrscheinlich, daß eine Doppelhaushälfte von 1970 230 T€ wert ist, vermutlich nicht einmal die Hälfte. Der Verkehrswert ist natürlich sehr von der Lage und Größe des Grundstücks abhängig. Das Grundstück wird aber nur klein sein, sonst hätte man vermutlich kein Doppelhaus gebaut.

Ich würde keine Doppelhaushälfte mit größerem Sanierungsbedarf kaufen. Der Grund für diese Ablehnung ist an zahllosen Reihen- und Doppelhäusern zu erkennen: Sah das Ensemble ursprünglich noch angängig aus, paßt nichts mehr zusammen, sobald einzelne Eigentümer mit Sanierungen beginnen.

Allerdings sehe ich größere Ausgaben auf uns zukommen, immerhin sind das Dach, die Fassade und einige Fenster :frowning:aus Holz) schon 36 Jahre alt…

Von solchem Haus bleibt bei Sanierung auf zeitgemäßen Standard bestenfalls der Rohbau nebst einigen Containern Schutt übrig. Je nachdem, wie das Grundstück nach Lage und Größe zu bewerten ist, ist das Gebäude an sich nicht mehr viel wert, allemal dann nicht, wenn es sich nur um eine DHH handelt.

wie gehe ich am Besten in die Maklerverhandlung, ohne ihm auf die Füße zu treten?

Warum willst Du dem Makler/Verkäufer nicht auf die Füße treten? Er akzeptiert die Größenordnung Deines Angebots oder läßt es bleiben. Es gibt Häuser wie Sand am Meer. Rar sind nur zahlungskräftige Käufer.

Die VK zahlen nicht die Courtage, sondern die Käufer, also wir).

Auch über die Courtage kann man reden. Die 5 oder 6%, die sich Makler i. a. vorstellen, sind nur unverbindliche Wünsche. Wenn Du der Meinung bist, daß seine Dienstleistung den geforderten Betrag wert ist (das gibt es durchaus), dann stimme zu. Wenn Du aber meinst, die Hälfte reicht (was meistens schon zu üppig ist), dann teile das dem Makler mit. Im übrigen würde ich vermeiden, über den Kaufpreis eines Hauses mit Schmidtchen zu reden, immer nur mit Schmidt, also mit dem Verkäufer.

Wie hoch wäre in etwa eine „realistische“ Preisminderung, bzw welchen Betrag könnte ich für die bevorstehenden :Erneuerungen beim VK-Gespräch vorbringen?

Siehe oben. Grundlegende Sanierung führt bei einer DHH ohne enge Abstimmung und paralleles Handeln des Eigentümers der anderen Haushälfte zu keinem brauchbaren Ergebnis. Unabhängig davon führt Dein Gang vor Preisverhandlungen zu einem Architekten oder Statiker, ganz egal von wem Dir irgendwelche Gutachten vorgelegt wurden.

Zum Preis, den Du maximal einschließlich Kosten des Maklers bieten solltest, kommst Du wie folgt:

  1. Grundstücksgröße multipliziert mit dem ortsüblichen Quadratmeterpreis
  2. Zum Preis des Grundstücks addierst Du die Kosten eines Neubaus und erhältst damit die Gesamtkosten des Vorhabens.
  3. Der beauftragte Architekt oder Statiker nennt Dir die Kosten der Sanierung des Hauses auf einen zeitgemäßen Stand.
  4. Du ziehst von den unter 2. ermittelten Gesamtkosten die unter 3. ermittelten Kosten ab und erhältst damit Dein Maximalgebot für die Immobilie. Wirklich keinen Cent mehr, sonst baust Du lieber neu.

Aus dieser Vorgehensweise ergibt sich oft, daß man die Finger vom 30 oder 40 Jahre alten Gebäude läßt, weil die Preisvorstellungen des Verkäufers nicht passen und ein Neubau preiswerter wird. Viele Verkäufer kommen damit auch durch, weil sich Käufer längst nicht immer sachkundig von einem Architekten beraten lassen, sich vom gepflegten Vorgarten oder dem gar nicht so hohen Alter des Gebäudes blenden lassen und die Sanierungskosten unterschätzen.

Von einem nur 35 Jahre alten Haus ist bei einer Sanierung bestenfalls der Rohbau brauchbar. Das Haus braucht eine komplett neue Außenhaut, ein neues Dach mit allem Drumherum, neue Haustüren und neue Fenster, eine neue Heizung, neue Sanitär-, Wasser- und E-Installation. Vermutlich müssen auch noch Teile des Grundrisses verändert werden und Treppen aus den 70ern sind auch nicht jedermanns Sache. Außerdem wird man das Haus rundherum freigraben müssen, weil die Abdichtungen nichts mehr taugen oder noch nie viel taugten.

Bevor man für solches Haus, bei dem man alles rausreißen und erneuern muß, viel Geld ausgibt, kann man sich für deutlich weniger Geld ein 50 Jahre älteres Haus kaufen. Das Haus kann auch gerne noch älter sein, solange es keine Holzbalkendecken (sind nur bei gutem Zustand und sehr solider Bauweise akzeptabel, wenn man nicht gerade schwingende Fußböden liebt) und keine Bruchsteinfundamente hat, sich Frost- und Feuchtigkeitsschäden an der Substanz in Grenzen halten und es keinen Hausschwamm- oder sonstigen Schädlingsbefall gibt. Die Sanierung ist nicht aufwendiger, weil man in gleicher Weise wie beim 70er-Jahre-Bau alles rausreißen muß.

Gruß
Wolfgang

Hallo
Ja, das ist richtig. Bei der Grundstücksgröße kann man an einen Neubau denken (meistens haben die alten Häuser ja noch ab 700m² Grundboden dabei). Das Haus ist mit Sicherheit Geld wert, aber die Frage ist: WIEVIEL darf ich in die Verhandlung als Reduzierung einbringen?? Ich möchte ja nicht unverschämt erscheinen oder abschreckend, aber wie nordlicht schon sagte, das Haus ist alt + mir ist der geforderte Betrag definitiv zu viel. Nicht, dass das Geld nicht vorhanden ist, aber ich möchte das Objekt natürlich auch nicht über Wert kaufen. Und über Wertgutachten kann man sich ja bekanntlich streiten (Gutachter: bitte nicht böse sein), auch da sind Unterschiede zwischen den einzelnen Bewertern drin.
Grüße KUMIKUH

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Hallo,
dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.

Im Übrigen würde ich mir als Makler mehr solcher Kunden wie Du wünschen. Im wahren Leben sieht es nämlich so aus, daß viele Kaufinteressenten zunächst mit einem - ich sage mal - unverschämten Angebot aufwarten. Doch damit triffst Du den Makler, der ja nicht Eigentümer ist, nicht persönlich.

Der Makler hat die Aufgabe, zwischen den Parteien zu vermitteln und wird letztendlich für den Erfolg, sprich den Abschluß des Kaufvertrages bezahlt. Daß er den Preis dabei künstlich hochhalten möchte, um mehr Provision zu verdienen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube, denn jedem Makler sollte ein schneller Abschluß bei vielleicht 10% geringerer Provision lieber sein, als das Objekt evtl. noch Monate zu bewerben und zu besichtigen. Also: fordere Deinen Makler ruhig, schließlich bezahlst Du auch gutes Geld dafür.
Viel Glück
Armin

Hallo,

eins ist vielleicht noch anzufügen:
Wenn Du den Makler bezahlst, dann bist DU sein Kunde. Nicht der Verkäufer der Immobilie. Ich habe den Eindruck (habe auch grad ein Haus (über Makler) gekauft) dass die Makler meist so tun, als ob der Verkäufer der Kunde wäre. Manchmal muss man das dem Makler sagen, damit es ihm auch klar ist…

Gruß
Jörg

wert, aber die Frage ist: WIEVIEL darf ich in die Verhandlung
als Reduzierung einbringen?? Ich möchte ja nicht unverschämt

Nach meinen ganz persönlichen Erfahrungen wird der Makler lieber auf den nächsten Interessenten warten, als den Preis zu senken. Man hat mir im vergangenen Jahr in Brühl Ruinen für 250 T€ Euro angeboten, die sechs Monate später tatsächlich für den Preis verkauft worden sind. Im Gegensatz zu Dir kann (und will) der Makler warten, also erwarte nicht zuviel Verhandlungsspielraum.