Hauskauf: Verbrauch der Ölheizung bewerten

Hallo zusammen,

meine Freundin und ich werden in naher Zukunft ein Haus kaufen. Nun haben wir ein schönes Objekt gefunden, jedoch fällt es mir schwer, den Ölverbrauch des Hauses richtig einzuschätzen. Mir liegen die Rechungen der Öleinkäufe der letzten acht Jahre vor und ich kenne den jetzigen Füllstand. Leider konnte ich keine Informationen über den Füllstand von vor 8 Jahren erhalten. Daher habe ich zwei Fälle betrachtet:
a) Öl-Füllstand 01/2000 = 7500 l (voll) -> Worst Case
b) Öl-Füllstand 01/2000 = 1700 l (jetziger Füllstand)

Im Jahresschnitt ergibt sich für die Immobilie ein Jahresölverbrauch von
a) 3002 l
b) 2367 l

Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen! Nun zur Immobilie und der Heizung selbst: Das Haus ist Baujahr 1987, die Wohnfläche beläuft sich auf 150m², die Ölheizung wurde 1994 neu eingebaut. Ich habe dann mal den Energiebedarf pro m² und Jahr berechnet. Dabei habe ich als Heizwert 10,57 kWh / l angenommen. Somit ergibt sich
a) 148,12 kWh / (m²a)
b) 116,80 kWh / (m²a)

Diese Werte sind ziemlich hoch und weit von einem „grünen“ Haus entfernt. Allerdings ist in dieser Rechnung noch kein Warmwasser berücksichtigt! Der Kessel heizt auch dieses, und die Vorbesitzer haben in dem Haushalt zu fünft gelebt. Mit wieviel Prozent sollte man also das Warmwasser ansetzen, um einen realistischen und vergleichbaren Heizungsverbrauch zu erhalten??? Man möchte ja schließlich vergleichen :wink:

Hallo,
ich habe eine Verbrauch von ca. 400m³ Gas pro Jahr für 3 Personen
bei recht sparsamen Verhalten.

Bei 5 Personen würde ich entsprechend mehr rechnen.
1m³ Gas entspricht etwa einem Liter Öl.

Der Verbrauch wird aber sehr stark von Nutzungsverhalten bestimmt.
Wenn die Familie 2 mal am Tag Kampfduschen veranstaltet, dann
kann der Warmwasserverbrauch auch doppelt und dreifach so hoch sein.
Gruß Uwi

Warmwasser berücksichtigt! Der Kessel heizt auch dieses, und
die Vorbesitzer haben in dem Haushalt zu fünft gelebt. Mit
wieviel Prozent sollte man also das Warmwasser ansetzen, um
einen realistischen und vergleichbaren Heizungsverbrauch zu
erhalten??? Man möchte ja schließlich vergleichen :wink:

Hallo,
kennst du den Tankinhalt? Wenn immer vollgetankt wurde, lasse den ersten Wert weg und rechne ab dann.

ein Haus kaufen…

Dann lasse man sich den vorgeschriebenen (!) Energieausweis vorlegen, da ist der Warmwasserverbrauch angemessen berücksichtigt (vermutlich nach Heizkostenverordnung 18% des Verbrauchs). Bei 5 Personen kann das schon mal ein Drittel des Jahresverbrauchs sein.
Auf http://www.co2online.de kann man die Werte eingeben und mit anderen Häusern aus der Region vergleichen und erhält auch sonst nützliche Tipps.

Cu Rene

Hallo,

es ist ziemlich unsinnig, den zukünftigen Ölverbrauch in der von Dir beschriebenen Weise berechnen zu wollen. Du hast nämlich keine Ahnung von den Heizgewohnheiten des Vorbesitzers. Bei den 5 Personen können durchaus welche dabei sein, die in ihrem Zimmer die Temperatur durch Öffnen des Fensters regeln. Hatte der Vorbesitzer 18°C oder 24°C als Normaltemperaur in seinen Räumen? Hierbei kann es Verbrauchunterschiede von bis zu 40% geben. Wurden alle Räume ständig voll geheizt? Noch mal 40% Unterschied. Das was der Vorbesitzer verheizt hat, muss also nicht dem entsprechen, was bei Dir oder bei durchschnittlicher Heizgewohnheit verbraucht wird.

Da ich schon eine zeitlang aus der Branche raus bin, kenne ich den genauen Aufbau der Energieausweise nicht. Ich habe früher oft Jahresbrennstoffbedarfsberechnungen gemacht. Damit konnte man eine recht genaue Aussage für den durchschnittlich zu erwartenden Brennstoffbedarf machen. Selbst individuelle Nutzungsgewohnheiten kann man in der Berechnung berücksichtigen. Könnte sein, dass der bessere der beiden Energieausweise eine ähnliche Aussagefähigkeit hat, weiss ich aber nicht.
Ansonsten würde ich für eine fünfköpfige Familie mal ca. 300-400 Liter Heizöl für den Warmwasserbedarf pro Jahr ansetzen. Falls die nur einmal pro Woche kalt Duschen, wird es viel weniger sein. Falls alle Familienmitglieder täglich mit 200L Badewasser baden, dann wird es viel mehr sein.

Gruß
schubtil

Hallo!

>Das Haus ist Baujahr 1987, die Wohnfläche beläuft sich auf 150m², die >Ölheizung wurde 1994 neu eingebaut. Ich habe dann mal den >Energiebedarf pro m² und Jahr berechnet. Dabei habe ich als Heizwert >10,57 kWh / l angenommen. Somit ergibt sich
>a) 148,12 kWh / (m²a)
>b) 116,80 kWh / (m²a)

>Diese Werte sind ziemlich hoch …

Das Haus ist über 20 Jahre alt und auf dem damaligen Stand sind Außenhautdämmung, Fenster, Türen, Heizungstechnik und Belüftung. Ein Energiebedarf um 150 kWh / (m²a) ist je nach Bauweise, Ausrichtung des Hauses sowie Verhältnis von Raumvolumen und Außenfläche für die damalige Zeit im Bereich des Üblichen.

Nebenbei: Den Heizwert muss man noch mit dem feuerungstechnischen Wirkungsgrad multiplizieren. Sehr viel mehr als 9 kWh/l stehen für die Raumheizung nicht zur Verfügung.

Kürzlich sah ich im Hessischen Rundfunk eine Sendung, in der eine als „Dr. Haus“ bezeichnete Dame über Immobilien urteilte und für ein Haus aus den 80er Jahren einen Preis angemessen fand, für den man die Hütte hätte abreissen, als Passivhaus neu bauen könnte und noch einen namhaften Betrag übrig gehabt hätte. So fielen Aussagen wie „Ein Haus auf dem letzten Stand der Technik“. Na ja, Doppelverglasung und kleine Heizkörper, die knallheiß werden müssen, sind alles andere als Stand der Technik. Es ist der Stand der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Von Wärmerückgewinnung aus der Abluft will ich lieber gar nicht erst reden.

Aber immerhin lässt sich fast jedes Haus mindestens auf Niedrigenergiestandard bringen. Das ist mit kostenträchtigem Aufwand verbunden. Deshalb müssen sich Hausverkäufer von Ideen früherer Zeiten trennen, als man für ein gewöhnliches Haus nach etlichen Jahrzehnten deutlich mehr verlangte, als das Haus beim Bau kostete. Wer als Käufer merkt, dass nach Herausrechnen des Grundstücks 1500 €/m² oder gar mehr für das Haus verlangt werden, sollte noch einmal in Preisverhandlungen einsteigen. Dann kommt nämlich ein Neubau auf aktuellem technischen Stand billiger. Es gibt natürlich besondere architektonische Schmuckstücke, die man nicht so pauschal heruntermachen darf. Aber für stinknormale EFH, die überall in Reih und Glied zu finden sind, haben Vorbesitzer regelmäßig schlichtweg idiotische Preisvorstellungen. Die Zeiten sind gerade günstig, Käufer stehen kaum irgendwo Schlange. Versuche also, dem Verkäufer den Zahn mit seiner Preisidee zu ziehen. Ach ja: Nicht am falschen Ende sparen: Lasse (vor dem Kauf!) einen Architekten oder Bauingenieur in alle Ecken des Hauses kriechen.

Gruß
Wolfgang

noch unter den Lebenden?
Hallo Wolfgang,
wieder mal im Forum, haben ja ewig nix mehr vernommen :frowning:
Was macht deine idyllische Immobilie in Kleckerburg-Vorpullern?
Gruß Uwi

Ohne eure Gewohnheiten und das Haus im Detail zu kennen, hier meine Gedanken.
Wenn man von damaliger Gebäudetechnik ausgeht dürftet ihr bei
normalem Heizverbrauch ca. 25’000 - 30’000 KW also ca. 2500 Liter Oel brauchen. Das hängt natürlich auch von der klimatischen Lage und Gegebenheiten ab.

Bei diesen Angaben ist die Wassererwärmung schon drinnen. Die schlägt mit ungefähr 15% zu Buche. Das ist ebenfalls abhängig vom Verbrauchsverhalten. Ab ca. 2800 Liter Oelverbrauch würde ich mir aber über die Effizienz der Heizung ermsthafte Gedanken machen.