Hauskauf Was ist Finanzierbar?

Hallo,
mich stört ehrlich gesagt die Art der Fragestellung sehr. Dieses „alles wird schlechter und die da oben oder irgend jemand anderes ist schuld drann“ (was ich zumindest heraus lese) ist glaube ich schon das Hauptproblem.

Ich glaube es war noch nie möglich als Durchschnittsverdiener ein eigenes Haus inkl. Grundstück in guter Lage ohne Eigenkapital zu kaufen (ohne die Hälfte daran selbst zu bauen).

Und anstatt sich darüber zu beschweren, daß es die paar Euro Eigenheimzulage nicht mehr gibt, sollte man sich lieber darüber freuen, daß man einen Kredit für 5% anstatt für 12% (wie noch vor ca. 15 Jahren bekommt).

Und ich glaube auch schon immer haben „Durchschnittshäuslesbauer“ Kompromisse eingehen müssen (andere Lage, oder doch kleiner, oder das teure Auto verkaufen oder sonst was).

Und dazu kommt noch, daß ich es in deinem Fall nicht einmal berechtigt finde. Mit 10%-15% Eigenkapital (die sollten schon vorhanden sein, oder falls nicht müsste eben Eigenleistung getätigt werden) und eurem Einkommen sollte es doch möglich sein auch ohne zu große Einschränkungen ein Haus für 260t zu kaufen. Achtet z.B. darauf eines ohne Makler zu kaufen und entweder etwas Eigenleistung zu machen oder ein nicht ganz neues, sonder ca. 5-10 Jahre alt.

Gruß

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Hallo

sooo ist es ja nun auch nicht: auf Teufel komm raus ein Eigenheim haben zu wollen…
War auch nicht meine Absicht hier eine Lawine loszutreten.
Man muss eben gut überlegen wo und wie man Prioritäten setzt und ein eigenes Haus bietet eben jede Menge Vorteile.
Man hat die Freiheit so zu leben wie man will, alles so zu gestalten wie man es möchte, es redet dir keiner rein…und irgendwann hast du dein Haus bezahlt, der eine früher, der andere später - auch das ist ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.

Es war auch nicht die Rede von jahrelanger Mühsal und Plage, Verzicht auf alles was Spaß macht.
Es ist nur so, dass man eben vor 30-40 Jahren „anders dachte“ als heute, wo alles immer sofort gleich perfekt und komplett sein muss.

Wenn man natürlich nicht mehr „die Butter auf dem Brot hat“ sollte man es lassen - um diesen Preis wäre ich auch nicht bereit gewesen zu bauen.
Aber eine solide Grundlage sollte schon da sein und auch die Bereitschaft die ersten 2-3 oder 4 Jahre auf ein neues Auto oder den teuren Urlaub zu verzichten und evtl. das alte Schlafzimmer mit ins das neue Haus zu nehmen.

Ich denke, es kommt auch immer auf den Einzelnen an, was er für eine Lebenseinstellung hat, ob er sich daran freut den eigenen Garten zu geniessen, in einem lauschigen Eckchen im Liegestuhl zu dösen und dem Hund zuzusehen der Löcher in den mühsam gezüchteten Rasen buddelt, mit einem Auge auf den Kindern die Löcher in die Büsche schneiden um sich eine Höhle zu bauen.

Ein eigenes Haus ist ganz einfach ein Stück Lebensphilosophie…aber nicht um jeden Preis.

Gruß

Hallo Wolfgang,

ein paar Antworten dazu:
Ich finde es belustigend, dass Du die Meinung vertrittst, ein Hauseigentümer wäre von Außeneinflüssen weitgehend verschont. Das mag bestenfalls für ein großflächiges Landgut gelten, sobald Du in einer einigermaßen zentralen Gegend ein bezahlbares Handtuch Land mit einem Haus gesegnet hast, wirst Du genauso feststellen, dass Du Nachbarn hast, die Dir kurzerhand den gewohnten Blick auf das Buschwerk rauben und Mülltonnen hinstellen. Als Hauseigentümer bist Du vielleicht sogar gezwungen, den gliebten Baum im Garten aufgrund von Schattenwurf auf die Nachbarsterrasse zu entfernen.
Und ganz beliebt: Pubertierende Jugendliche, die regelmäßig lautstark Party nebenan feiern.

Der einzige Unterschied: Als Mieter bin ich nach 3 Monaten in einer schöneren Gegend, als Hauseigentümer habe ich mich mit den Nachbarn zu arrangieren, die ich mir ebensowenig aussuchen kann wie als Mieter.

Und nebenbei: Die wirtschaftliche Seite zweifle ich sehr stark an. Ein Haus kostet gerne mal in der Erstellung 250 TEUR. Je nach Gegend ist es unverkäuflich. Wo ist hier dann bitte der wirtschaftliche Erfolg gegenüber einer Wohnzinszahlung?

Ich denke, das Thema Wohneingentum ist eine ganz persönliche Entscheidung, die viel mit Verwurzelung und Heimat zu tun hat, also rein emotional ist. Alle anderen Begründungen (und gerade die ganz sachlichen) sind in der Regel nur zweitrangig.

Grüße
Jürgen

Hallo, ich werde das Gefühl nicht los, das ein Hauskauf/Bau
immer mehr nur für „Spitzenverdiener“ realisierbar ist.

so isses.
du brauchst 20 bis 30 % in cash.
und du brauchst einen gesunden basil.
dürfte in deiner situation schwoierig sein.
wie willst du die kosten bedienen wenn

  • deine wegfällt
  • ihr zwiullinge bekommt
  • dein arbeitgeber es mal ohne dich versuchen will ?
  • du längere zeit durch krankheit ausfällst?
  • deine frau sagt - bist ja ganz nett - aber jetzt verwirkliche ich mich mal selbst ?
  • was dann ?
    die liste der grausamkeiten lässst sich noch fortsetzen.
    durch zum beispiel sinke erlöse beim VK
    da ist nur bares wares.
    sm

Hallo,

Wieviel muss man heutzutage mindestens Verdienen um sich ein
eigenes Haus überhaupt in dieser Preisklasse leisten zu
können?

es geht nicht nur um das Einkommen, sondern auch um das Ausgeben. Wie wenig kannst Du ausgeben, ohne unzufrieden zu werden? Das kann durchaus zum Extremsport werden. Und stets alles langfristig durchrechnen.

Zum Ueben kannst Du einen Bausparvertrag mit 1ooo EUR Monatsrate abschliessen und bedienen, mit einer Bausparsumme von 90ooo , so dass er in 3 Jahren 40 Prozent gefuellt ist. Wenn das klappt, kannst Du die Kaltmiete addieren und beides als Rate spaeter fuer den Kredit ausgeben, ohne dann weitere Einschraenkungen, deshalb meine Wortwahl Uebung. Die Effekte in der Familie kannst Du waehrend der Uebung schon alle erleben. Wenn die Bausparrate doch falsch gewaehlt wurde, kannst Du auch schneller ansparen oder langsamer.

Wer ist vielleicht in einer ähnlichen Situation, bzw. hat den
Schritt mit dem Hausbau/Kauf als Normalverdiener schon
gemacht?

Der alte Trick, sich hocharbeiten: erst billigst mieten und sparen was geht; dann in das erste oder kleine oder klein-und-alte Eigentum und die Miete auch noch zusaetzlich sparen. Dann das Alte erneuern was geht, wie Ueberstunden jedoch auf eigene Rechnung; dann erst den grossen Sprung.

Wenn die Finanzierung in keiner dieser Stufen auf der Kippe steht, und das hast Du fein selber in der Hand, kannst du nervlich gelassener leben, den Chef mal wechseln oder mal das Sparen unterbrechen, ein Kind grosswerden lassen.

Und Du hast bei jedem Kauf immer den Hypothekenzinssatz: Das naechste Auto bei Barzahlung verringert dir die Sondertilgung, das Auto kostet also Hypothekenzins. Eigentlich alles was Du kaufst bis die letzte Hypothek bezahlt ist. Das muss fest ins Hirn, Du stellst beim Kaufen Geld auf die Strasse oder in den Kleiderschrank und das kostet immer Zinsen.

Wie ist eure Erfahrung mit der finanziellen Monatsbelastung
nach dem Kauf/Bau?

Ueber die Jahre werden viele Finanzierungen leichter tragbar, weil einfach der Kaufpreis und die Raten meist bleiben und die Inflation die Loehne erhoeht. Darauf wuerde ich aber nicht bauen, sondern es nur mitnehmen.

Den anderen Zeiteffekt sehe ich als kritischer, wenn beim Sparen die Immobilie teurer wird.

Ich habe einige Versteigerungen als Interessent beobachtet, wo die Finanzierung stets schiefgegangen ist und nachher das Haus weg war, aber oefters immer noch Schulden uebrig blieben. Diesen Weg darfst Du nie als Schulder gehen, vielleicht als Kaeufer, geh mal zum Amtsgericht, kostenlose Lehrstunden.

Alles Gute wuenscht
Helmut