mein Mann und ich haben ein Haus gefunden, welches wir gerne kaufen würden. Nun gibt es dabei ja tausend Sachen, die es zu beachten gilt und wir haben Angst, etwas zu übersehen.
Auf jeden Fall werden wir das Haus einem Architekten zeigen. Aber wie geht man bei Preisverhandlungen vor, was ist noch zu beachten?
Wir sind für jeden Tipp sehr dankbar!
gügg mal ein bißchen weiter unter beim posting von dennis99 - in den antworten steht schon mal dermaßen viel, daß es für den ersten wurf genügend infos sein dürften.
ansonsten einfach mal hier das archiv durchforsten, und dann im forum konkrete fragen stellen, ansonsten gibt´s wahrscheinlich hier entweder nur allgemeine antworten (wie meine) oder romane (die keiner schreiben mag - zumindest nicht über „was ist alles beim hauskauf zu beachten“).
mein Mann und ich haben ein Haus gefunden, welches wir gerne
kaufen würden. Nun gibt es dabei ja tausend Sachen, die es zu
beachten gilt und wir haben Angst, etwas zu übersehen.
Auf jeden Fall werden wir das Haus einem Architekten zeigen.
Aber wie geht man bei Preisverhandlungen vor, was ist noch zu
beachten?
Preis ist ganz einfach:
A) Wieviel wollt / könnt ihr maximal bezahlen. Das solltet ihr nach kritischer Rückschau der letzten Jahre erstmal festlegen und nicht zu optimistisch („200 Euro mehr, das ist ja nix“) rangehen? Dies immer als äußerste Linie annehmen und Luft für Überraschungen einplanen.
B) Wieviel würde ein Neubau in der Gegend kosten (also bspw. Grundstück nach Bodenrichtwert + 180k)? Eine Gebrauchtimmobilie inkl. Umbau sollte nie wirklich teurer sein (Lage berücksichtigen).
C) Was kosten vergleichbare Objekte in der Gegend?
Daraus mittelt ihr den Maximal- und den Wunschpreis für Immobilien und schaut euch mit diesen Augen die Anzeigen an. Geht davon aus, dass 10-20% Luft für Verhandlungen in den Preisen bereits enthalten sind. Geht weiter davon aus, dass Privatanbieter in der Regel überteuert anbieten.
Schaut Euch einfach alles an was bis zu 90% des Maximalpreises kostet und zieht dann mithilfe des Architekten Geld für Sanierungen ab und vergleicht sie mit B und C. Achtet auch auf Nebenkosten wie doppelte Mietzahlung, Notar, Umzug, … Wer dann drunter liegt und zusammen mit der Sanierung unter A und B liegt, kommt in Frage
Die gute Nachricht: nach 3-4 Besichtigungen zusammen mit einem Experten, bekommt man ein sehr gutes Gefühl für Preise )
vielen Dank für Deine Antwort. Unser Finanzierungsheini hat auch schon gesagt, dass bei den meisten Häusern noch 20 % Luft im Preis ist… Aber wie geht man dann in die Preisverhandlungen rein. Bei einem KP von 270T€ kann man ja dann nicht sagen, dass man 216T€ zahlt, oder? Wie macht man das erste Angebot und in welcher Höhe am schlauesten?
als erstes schaut man sich das objekt der begierde gaaaaanz genau an - so genau, wie man sich sonst nichts ansehen würde.
und bloß nicht vom eigentümer/verkäufer/makler schief anreden lassen - wer nix zu verbergen hat, gibt gerne infos und läßt auch in dunkle ecken schauen.
wo man nicht dahinter schauen kann (z.b. dämmung, fragt man nach rechnungen der gewerke, dann weiß man, was wann wie von wem gemacht wurde.
nach einer ersten besichtigung „ahnt“ man schon mal, ob das objekt auch wirklich noch eines der begierde ist. wenn ja, und wenn der eindruck insgesamt nicht zu „marode“ erscheint, dann vereinbare man unbedingt einen folgetermin mit einem architekten oder bausachverständigen. das kost - je nach bu-land und aufwand - zwischen 300-400euronen, ist aber dermaßen gut angelegtes geld, daß man das gerne ausgeben sollte. dieser mensch nämlich begutachtet das begierdeobjekt 1. objektiv, erkennt 2. dinge, die der laie niemals sehen würde, gibt 3. wenn gewünscht eine empfehlung und kann 4. sogar noch - als daumenwert oder recht genau - sagen, was gemacht werden muß, was gemacht werden kann und was das alles köst´.
dann erkundige man sich bei der gemeinde/landratsamt/stadt nach dem bodenrichtwert, damit man weiß, was das grundstück in der lage wert ist.
häuser auf dem grundstück werden - je nach sanierunnd renovierungsstau und je nach alter ganz, teilweise oder gar nicht in die kaufpreiskalkulation einbezogen. dazu kann aber der architekt was sagen.
last but not least: entwickle man einen exakten finanzierungsplan, um zu sehen, was an eigenkapital da ist, was man an monatlicher belastung über einen langen zeitraum (mind. 15 jahre) stemmen kann, was lt. gutachter/architekt an sanierung/renovierung zwingend anfällt, addiere nebenkosten, umzug etc.pp. dazu - und weiß dann recht genau, wo man landet.
all diese infos miteinander in verbindung gebracht, erahnt man recht schnell, wieviel vom gewünschten verkaufspreis man abziehen MUß, um mit den kosten rund zu kommen.
hausjauf ist i.a. ein emotionales geschäft, daher sollte man so viele objektive betrachter wie möglich miteinbeziehen. es gibt viele, sehr viele, die sich eine geldgrube angeschafft haben und daran gescheitert sind. wer taktisch und gezielt vorgeht, kann so ein desaster verhindern.