Hauskauf: Welche Förderung gibt's?

Moin!

Ich möchte mir ein Haus kaufen und würde gern wissen, was Vater Staat dazugibt und wie, wann und wo ich das beantragen kann. Gibt es für evtl. Förderung Einkommensgrenzen? Die Situation:

Ich bin ledig, der Preis soll bei EUR 110.000,- liegen, etwa EUR 20.000,- sollen als Eigenkapital einfließen und es sind einige Umbau- und Renovierungsarbeiten erforderlich.

Ein Makler ist nicht im Spiel, bleiben also noch 3,5% Grunderwerbsteuer und die Grundbuch/Notarkosten. Monatlicher Abtrag soll bei etwa EUR 500,- liegen.

Tja, nun würde ich gern wissen, was ich alles woher bekommen kann, was ich speziell in meiner Situation evtl. zu beachten habe, kurz, jeder Tip ist willkommen. Man stelle sich vor, ich habe noch nie ein Haus gekauft und habe überhaupt keine Auhnung, was da auf mich zukommt. Ist schließlich was anderes, als der Kauf eines Autos.

Für jeden Tip bedanke ich mich recht herzlich vorab!

Munter bleiben… TRICHTEX

Hi Gunter,

dann aber schnell!!!

Noch(!) gibt es die Eigenheimzulage auch für Kinderlose. Ab nächsten Jahr soll wohl die Eigenheimzulage an das Vorhandensein von Kindern geknüpft werden, dann gehen Kinderlose leer aus.
Damit Du noch in den Genuß kommst mußt Du bis spätestens 31.12. in der neuen Wohnung gemeldet sein(!), es reicht nicht, daß Du schon Besitzer dieser Wohnung bist.

Noch ein Tip

Monatlicher
Abtrag soll bei etwa EUR 500,- liegen.

Wenn 90.000 Euro Kapital aufgenommen werden und die Abtragung nur 500 € pro Monat beträgt, ist das m.E. ziemlich knapp kalkuliert. Bei einem angenommenen Zinssatz von etwas 5 % momentan kommst Du nur auf eine Tilgung von 1 % und das ergiebt bei der niedrigen Ratenhöhe eine Laufzeit von über 30 Jahren!

Wenn Du es Dir irgendwie leisten kannst gibt es bei privaten Immobilienkauf eine goldene Regel
Tilgen Tilgen Tilgen Tilgen
Jede mark die Du tilgst hast Du auf Deiner Seite und brauchst dafür keine Zinsen mehr zu zahlen.

Tja, nun würde ich gern wissen, was ich alles woher bekommen
kann, was ich speziell in meiner Situation evtl. zu beachten
habe, kurz, jeder Tip ist willkommen.

Den Antrag zur Eigenheimzulage gibst Du formlos beim Finanzamt ab. Dann gibt es 8 Jahre lang am 15. März Geld.

Wenn Du renovierst, gibt es zig Förderprogramme, aber der Bund, die Länder und die Kommunen haben verschieden Programme, die zum Teil nicht verträglich sind, will meinen, wenn Du Geld aus dem einen Topf gekriegt hast, gibt es nicht aus dem anderen. Dann gibt es welche, wo Du nur Geld kriegst, wenn Du noch nicht eingezogen bist, aber da Du Eile wegen der Eigenheimzulage hast…
Lange Rede kurzer Sinn:
Von hier aus läßt sich, abgesehen von der Eigenheimzulage wenig sagen, zumal es bei vielen Förderprogrammen gibt, die eine bestimmte Summe vergeben und wenn das Geld weg ist gibts nichts mehr. Das kann im November der Fall sein, aber auch schon im April. Es kommt dann darauf an, wie viele Gelder davon beantragt haben.

Dann gibt es noch zinsvergünstigte Darlehen der Bank für Wideraufbau, aber da kenn ich mich inzwischen auch nicht mehr aus.

Habe ihr ein Bürgerbüro in Deiner Stadt?
Dort ist Freunden schon recht kompetent geholfen worden.

Soweit mein Senf

Gandalf

Hi Gunter,

dann aber schnell!!!

stimmt!

Noch(!) gibt es die Eigenheimzulage auch für Kinderlose. Ab
nächsten Jahr soll wohl die Eigenheimzulage an das
Vorhandensein von Kindern geknüpft werden, dann gehen
Kinderlose leer aus.
Damit Du noch in den Genuß kommst mußt Du bis spätestens
31.12. in der neuen Wohnung gemeldet sein(!),

stimmt nicht.

es reicht nicht,
daß Du schon Besitzer dieser Wohnung bist.

Du mußt auch noch nicht Eigentümer der Wohnung sein.
Du und der Verkäufer müssen allerdings bis zum 31.13.02 den Notarvertrag unterschrieben haben.

http://www.steuer-sparbuch.de/de/pub/content2047.cfm

Hallo Gandalf,

Du scheinst Dich da auszukennen. Ich hatte bisher noch keine Zeit, mich um staatliche Segnungen zu kümmern, aber jetzt scheint es ja zu eilen. Ich habe dieses Jahr ein Haus gekauft. Ist die Eigenheimzulage von der Aufnahme von Krediten abhängig? Ist die Zulage vom Kaufbetrag abhängig?

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Ist die Eigenheimzulage von der Aufnahme von Krediten
abhängig?

Nein, nur von Deinem Einkommen der letzten zwei Jahre.
Die genauen Beträge hab ich jetzt nicht im Kopf, glaube mich aber zu erinnern, daß es 240.000,- pro zwei Jahre bei unverheirateten waren.

Ist die Zulage vom Kaufbetrag abhängig?

Du kriegst als Förderung 40 % von maximal 100.000 DM (Neubau) oder 20 % von maximal 100.000 DM (Altbau)
Das bedeutet, wenn Du einen Altbau für 80.000 DM erstehst, kriegst Du eine Förderung von acht mal 2.000 DM
Kaufst Du einen Altbau für 100.000 DM oder mehr, gibt es acht mal 2.500 DM

Den Antrag stellst Du formlos beim für Dich zuständigen Finanzamt.
‚Hiermit beantrage ich Eigenheimförderung für mein Haus ‚An der Mehlmühle 28‘‘
Packst die Kaufunterlagen und Grundbucheintrag in Kopie dazu und fertig ist der Lack.

Sollten in den nächsten acht Jahren Kinder dazukommen, wird das dem Finanzamt genauso formlos mitgeteilt und die Förderung erhöht sich um 1.500 DM pro Kind und Jahr.

(In €-Beträge bitte ichselber umzurechnen)

Gandalf

Hallo und Morgen Gunther,

wir wollen gerade noch mal was kaufen, und die Bank hat uns folgendes gesagt:

Wenn der Kaufvertrag und die Zahlung und die Ummeldung bis 31.12.02 erfolgt ist, kommst du noch in den Genuss der Eigenheimzulage. Sonst angeblich nicht.

Die Zulage für kinderlose Ehepaare liegt momentan - laut Info des Baufi-Beraters bei 1250 € kalenderjährlich für 8 Jahre.
Für kinderlose Ehepaare soll es , meines Wissens nach, ab 2003 keine Eigenheimzulage mehr geben. Nur für Ehepaare bzw. Käufer mit Kindern gibt es dann ne erhöhte Kinderzulage.

Dann hast du noch die Möglichkeit der linearen Abschreibung für den Kaufpreis des Objektes ( bei dem vom uns geplanten Altbau sind das - glaube ich - momentan 2,5% der Anschaffungskosten )- ich hab aber heute nochmal nen Termin beim Steuerberater.

Bezüglich Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau kannst du selbst im Internet gucken unter www.KfW.de.

Tja, ansonsten gibt es momentan ca. 100.000 € für
594 € monatliche Belastung ( feste Rate für 27 Jahre !!! )
bei einer Zinsfestschreibung von 15 Jahren, währenddessen Ansparung Bausparsumme, danach Zinsen durch Bausparsumme gesichert. Nach 27 Jahren ist alles getilgt. Diese Berechnung ist für eine Familie mit einem Kind ( wobei das Kind zum jetzigen Zeitpunkt nur für 3 Jahre !!! mit eingerechnet ist, weil mein Neffe dann bestimmt ausgezogen sein wird. ) Das ist bei 0 € Eigenkapital ausgerechnet. Das entspricht einem effektiv Zins von 6,15% Darlehen bzw. 4,64% für die Bauspar-Rückzahlungsgeschichte.

Mail mich bei Interesse an, dann sage ich die Bank oder nähere Einzelheiten.

Bedenke bitte, dass du nach Abzug aller Kosten - also auch der Baufikosten - jetzt einen Betrag von 700 € für die erste Person, 300 € für die zweite Person und 150 € für jede weitere Person in Deinem Haushalt übrig behalten musst! ( Diese Info hat mich bei der Bank bald umgehauen! welcher Otto-Normal-Verbraucher hat denn zu zweit 2000 DM zum Leben im Monat übrig *wunder; ist aber neue Richtlinie bei der Kreditvergabe bei den Banken )

so, viel Spaß beim Kaufen und Wohnen

Ute

Moin Gandalf
hat sich da ein Rechenfehler eingeschlichen?
Monatlich 500 Tilgung sind im Jahr 6000 Euro Tilgung sind ca 6,7 % Tilgung im Jahr, d.h der Kredit ist in genau 15 Jahren abbezahlt? oder versteh ich den Begriff Abtrag falsch?
Gruß
Nurgut

Monatlicher
Abtrag soll bei etwa EUR 500,- liegen.

Wenn 90.000 Euro Kapital aufgenommen werden und die Abtragung
nur 500 € pro Monat beträgt, ist das m.E. ziemlich knapp
kalkuliert. Bei einem angenommenen Zinssatz von etwas 5 %
momentan kommst Du nur auf eine Tilgung von 1 % und das
ergiebt bei der niedrigen Ratenhöhe eine Laufzeit von über 30
Jahren!

Hinweis auf FAQ:824 (Brett Steuern)
Hi,

zur z.Z. noch geltenden Rechtslage gibt es im Brett Steuern ein FAQ:824
Vielleicht ist das hilfreich.

Viele Grüße
Cirwalda

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hat sich da ein Rechenfehler eingeschlichen?
Monatlich 500 Tilgung sind im Jahr 6000 Euro Tilgung sind ca
6,7 % Tilgung im Jahr, d.h der Kredit ist in genau 15 Jahren
abbezahlt? oder versteh ich den Begriff Abtrag falsch?
Gruß
Nurgut

Monatlicher
Abtrag soll bei etwa EUR 500,- liegen.

Hi Nurgut,

wenn mit jemand im Zusammenhang mit einem Hypothekenarlehen etwas sagt, ist das für mich die Gesamtsumme, die er an die Bank zahlt, also Zinsen und Tilgung.
Außerdem, wenn jamend mit einem Anfangstilgungssatz von 6,7 % arbeitet ist er nach ca. 9 Jahren schuldenfrei (Zinseszinseffekt).

Gandalf

Moin!

Du mußt auch noch nicht Eigentümer der Wohnung sein.
Du und der Verkäufer müssen allerdings bis zum 31.13.02 den
Notarvertrag unterschrieben haben.

So, jetzt habe ich mal ein wenig gerechnet. Bei EUR 90.000,- Anleihe zu 5% und einem Abtrag von EUR 500,- mtl. bin ich tatsächlich 28 Jahre dabei. Dann würden allein die Zinsen EUR 80.000 betragen. So läuft’s also nicht. Hm. Rechne ich die Eigenheimförderung von ca. EUR 1.200 p.A. auf den Abtrag um, ergibt sich ein Abtrag von EUR 600,- mtl., dann sind es „nur“ noch EUR 55.000,- an Zinsen. Sieht immer noch nicht wirklich freundlich aus. Noch EUR 125,- mtl. draufgelegt, dann wäre das Haus in 15 Jahren schuldenfrei. Zinsen wären dann insgesamt EUR 40.000,-.

Diese Rechenbeispiele bestätigen ganz klar obige Aussage: Tilgen, tilgen, tilgen, einfacher läßt sich kein Geld verdienen…

Danke an alle, die geantwortet haben!

Munter bleiben… TRICHTEX