Hauspreis festlegen, wieviel verlangen?

Hallo,

ein älteres Haus im Familienbesitz soll verkauft werden. Makler haben es auf eine Summe X geschätzt. Sagen wir mal 250k. Es gibt einen Interessenten, der aufgrund bestimmter Umstände ein spezielles Interesse an dem Kauf hat. Wir möchten es ihm anbieten, würden uns damit den Makler und viel Zeit sparen, wissen aber nicht, wieviel wir verlangen sollen.

Weitere Informationen: Jeder Käufer müsste eine Menge Geld noch reinstecken, Dach neu machen, Heizung etc. Dafür ist es aber auch eine Art Liebhaberobjekt, ein schönes altes Haus unter Denkmalschutz.

Wieviel würdet ihr verlangen, um nichts zu verschenken, aber auch nicht zu überziehen?

Danke!

Hallo Spontanphilosoph,

das kann man aufgrund Deiner Informationen nicht seriös ermitteln, da für die Ermittlung wichtige Informationen fehlen:

-Grundstücksgröße
-Wohnfläche
-Alter
-Zustand (Deine Angaben sind dafür nicht ausreichend)
-usw.

Außerdem ist für den Wert jeder Immobilie die Lage entscheidend, sowie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Kurzgesagt der Preis für zwei gleichartige Immobilien wird sich deutlich unterscheiden, wenn das eine Objekt im Speckgürtel von München liegt und das andere in Hamburg-St. Pauli.

Insofern ist der einzige der das seriös einschätzen kann der Makler vor Ort. Wenn er von rund 250.000 € als Kaufpreis ausgeht, kann das durchaus realistisch sein.

Ich hoffe das hilft Dir wenigstens etwas weiter.

Dein,
Ebenezer

Hallo,

kann sein, kann auch nicht sein. Das gilt immer und heute ganz besonders. Da die Zahl der Immobilienverkäufe in den letzten 15-20 Monaten stark eingebrochen ist, mangelt es Maklern derzeit an Geschäft und damit auch an Einkommen. Während Makler in den letzten 10 Jahren gut damit beraten waren, die Preise der Provision wegen möglichst hoch anzusetzen (und damit auch Erfolg hatten), sieht das heute anders aus. Makler könnten versucht sein, sehr niedrige Preise anzusetzen, damit die Hütte überhaupt verkauft wird und sie überhaupt eine Provision vereinnahmen können.

Auch die aktuell aufgerufenen Preise auf Immoscout & Co. sind mit noch sehr viel mehr Vorsicht zu genießen als früher, weil manche Verkäufer noch nicht im Jahr 2024 angekommen sind, sondern von den Preisen von 2022 träumen - u.U. auch, weil sie gerade aus der Zinsbindung gefallen sind, sich das Haus nicht mehr leisten können und den maximalen Preis zu erzielen, um wenigstens die Restschuld des Darlehens ablösen zu können.

Auch Gutachter sind im Augenblick keine gute Quelle, weil es im Grunde zwei Sorten gibt: die einen, die noch bei den hohen Preisen hängen geblieben sind und die anderen, die bei den Gutachten nach unten übertreiben, damit sie am Ende nicht doof dastehen, wenn die Immobilie für den Gutachterpreis nicht weggehen bzw. sich trotz Gutachten für den Preis kein Käufer findet.

Bei einem Hausverkauf derzeit den „richtigen“ Preis anzusetzen, ist derzeit schlichtweg ein noch schwierigeres Unterfangen als ohnehin schon. Am nächsten kommt man wohl dran, wenn man den vom Makler genannten Preis versucht, mit Preisen zu vergleichen, die andere in den letzten sechs Monaten erzielt haben. Dafür muss man natürlich jemanden kennen, der gerade ge-/verkauft hat und eine vertrauenswürdige Quelle ist und nicht jemand, der einem u.U. irgendeinen Quatsch erzählt, um sich als besonders gewiefter Käufer oder Verkäufer darzustellen.

Gruß
C.

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Die ganzen Informationen hatten ja die Makler. Zwei verschiedene Makler haben was ähnliches gesagt. Wir wollen nur wissen, wieviel wir drauf schlagen sollen für das „Vorkaufsrecht“ dieses besonders interessierten
Interessenten (also das Nichtanbieten auf dem freien Markt) und für die Liebhaberei. Wieviel Prozent mehr?

Die 250k waren nur ein Beispiel, um die Größenordnung zu veranschaulichen, tatsächlich wars ein anderer Wert.

Das muss allerdings ein sehr großer Liebhaber sein, denn Denkmalschutz zieht unter Umständen unberechenbare Kosten nach sich, mögliche Förderungen hin oder her!

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So weit, so gut. Das wäre der Preis, denn Frau Irgendwer zahlen würde.

Wieviel ist es ihm wert? Was ist sein Vorteil? Ein Vorteil, der sich in Euro und Cent auszahlt? Oder ist es nur das „haben wollen“ des Interessenten? Warum will er es haben?

Du solltest davon ausgehen, dass Dein Interessent auch den Markt beobachtet. Und damit auch die Preise kennt. Und danach nicht viel mehr bietet als die Makler Dir erklärt haben. Und wahrscheinlich/möglicherweise „nein“ sagt, wenn Eure Forderung zu hoch ist.

Was soll schon passieren, wenn dem potentiellen Käufer der erste aufgerufene Preis zu hoch ist? Im Zweifel wird der schon ein Gegenangebot machen; es sei denn natürlich, dass der erste Preis eine offensichtliche Unverschämtheit ist, aber davon ist ja nicht auszugehen.

Ach, das kann man umgehen, in dem man das Haus verfallen lässt und/oder auch noch ein bisschen dabei „nachhilft“, bis die „Wirtschaftlichkeit“ nicht mehr gegeben ist und man so den Denkmalschutz umgeht.
Das ist zumindest in Wien - leider - immer noch üblich, um Biedermeier- oder Gründerzeithäuser auf äußerst begehrten Grundstücken abreißen zu können.