Hallo VikAlex,
nehmen wir mal an Mister X überprüft gerade seine
Versicherungspolicen, dabei stellt Mister X fest dass er eine
sehr hohe Deckungssumme / je m² hat. Mister X hat
ausgerechnet, dass seine Deckungssumme 1800,- € / m² beträgt.
Mister X hat nur eine Mietwohnung, allerdings teure
Gerätschaften und Gebrauchsgegenstände…
Ist eine solche Deckungssumme sinnvoll?
wenn sich die Versicherungssumme mit dem Versicherungswert (ACHTUNG: Neuwert) deckt, ist eine solche Deckungssumme absolut sinnvoll.
Denn nur dann erhält man im Falle eines Totalschadens (Wohnung brennt vollständig aus, etc.) auch seinen gesamten Hausrat wertmäßig wieder ersetzt.
Ich würde also die Versicherungssumme nicht an irgendwelchen qm-Werten festmachen, sondern schlicht und einfach an dem Neuwert des gesamten Hausrats.
Immerhin hat Mister X gelesen, dass eine Deckunssumme von
700,- € / m² üblich sei.
Dieses „üblich“ bezieht sich auf die Grenze, die die Versicherer für den Unterversicherungsverzicht festlegen (übrigens gibt es durchaus auch Gesellschaften, die 650,-, 750,- oder einen anderen Wert zugrunde legen). Soll heißen: Sobald man mind. diesen qm-Wert absichert, verzichtet die Gesellschaft ausdrücklich auf die Einrede einer eventuellen Unterversicherung und erstattet jeden Schaden voll - bis maximal zur Versicherungssumme.
Beispiel 1 für eine 100-qm-Wohnung:
Versicherungssumme: 70.000,- €
Versicherungswert: 100.000,- €
Jeder Teilschaden bis 70.000,- € wird voll ersetzt, die 30 % Unterversicherung werden nicht angerechnet. Aber Achtung: Auf Schäden, die über diese Summe hinaus gehen, bleibt der Versicherte sitzen (es wäre also durchaus sinnvoll, 100.000,- € zu versichern).
Beispiel 2 für eine 100-qm-Wohnung:
Versicherungssumme: 70.000,- €
Versicherungswert: 50.000,- €
Jetzt ist zwar jeder Schaden voll versichert, aber man schenkt der Versicherung Beiträge für eine Risiko, was so gar nicht vorhanden ist. Auch hier gilt, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: Versicherungssumme anpassen.
Viele Grüße
Frank Hackenbruch