Hallo!
mein Vater hat vor sein Haus sanieren zu lassen. Er möchte
ersmal mit dem EG anfangen da er momentan im 1. OG wohnt und
später ins EG ziehen will. Das Haus hat noch keine
Zentralheizung und ist im Jahr 1956 gebaut worden.
Nun meine Fragen:
- Welche Art von Heizung kann man einbauen?
Prinzipiell jede Heizungsart, aber vermutlich läuft es auf eine Öl- oder Gas-Zentralheizung hinaus.
- Gibt es Energiesparmodelle?
Wenn man Energie sparen will, muß man den Energiebedarf des Hauses senken. Der Energiebedarf eines Hauses aus den 50ern ist ungefähr um den Faktor 5 (500% !) höher als bei einem Haus auf zeitgemäßem Stand. Bei Details der Heizungstechnik unterhält man sich nur noch über die letzten paar Prozent.
- Kann die Sanitäranlagen (BaD und WC) an einem Wochenende
umgebaut werden? z. B. Steigleitungen neu etc.
Wasser-, Abwasser- und E-Installation, Fußboden und Wände fliesen, Sanitärobjekte einbauen und alles an einem WE? Vergiß es! Man kann natürlich auf die Husche pfuschen, aber dann kannst Du Dein Geld lieber gleich verbrennen - geht noch schneller.
- Welche Maßnahmen wären noch zu empfehlen?
Trockenlegen des Kellers/der Fundamente, thermische Isolation von Dach und Fassade, zeitgemäße Fenster und bevor an den ersten Handwerker gedacht wird: Einen Architekten holen und ihn die gesamte Maßnahme planen, ausschreiben und überwachen lassen. Das spart Geld und verhindert sinnfreie Maßnahmen und Pfusch.
- Was kostet der Spaß zirka?
Das wird Dir der Architekt sagen.
Du hast 2 Möglichkeiten:
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Man kann in den nächsten Baumarkt gehen, sich die Sachen für eine Heizung zusammenkaufen und hier und da das Notwendigste auf die Husche erledigen. Dann besorgt man Paneele, Laminat, Rauhfaser und ein paar Eimer Farbe, verkleidet und verkleistert alles und fertig. Du schnappst Dir ein paar private Helfer, einen krankgeschriebenen Bauarbeiter, ein paar Kisten Bier und die Hütte ist für kaum mehr als 20 T€ binnen weniger Wochenenden „saniert“. Es ist dann zwar immer noch ein Haus auf dem Stand von anno Tobak mit hohen Betriebskosten und im Winter eiskalten Wänden, aber für einige Jahre mag es so gehen. Sobald der alte Herr nicht mehr unter den Lebenden weilt, wird ein Dummer Käufer gesucht oder abgerissen und neu gebaut.
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Die Alternative: Du strebst eine nachhaltig tragfähige Lösung an und das heißt bei einem 50 Jahre alten Haus weitgehende Entkernung. Auf dem Stand des Rohbaus wird neu aufgebaut. Damit ist eine Qualität hinzubringen, die dem Stand eines Neubaus entspricht. Ob Lage und Bauweise des Hauses diesen Aufwand rechtfertigen, kann ich natürlich nicht beurteilen. Es läuft aber auf die erstgenannte Lösung hinaus, wenn unter Zeitdruck (Badezimmer an einem WE) und/oder unzureichender Planung gearbeitet wird.
Da wir einige Sachen selbst machen können wie z. B.
aufstemmen, Teppichboden rausreißen, Fliesen wegmachen etc.
Wenn man Container selbst füllt, ist das schon mal hilfreich und kostensenkend.
wären nur die Handwerkersachen wie z. B. Gas- und
Wasserinstallateur notwendig.
Und Elektriker, Heizungsmonteur, Fensterbauer, Dachdecker, Fliesenleger…
Durch Handwerker kannst Du irgendwelche Sachen installieren lassen. Dann hast Du hinterher ein Klo und eine Heizung, aber kein saniertes Haus. Wenn nachhaltige Sanierung das Ziel ist, wird es nicht ohne Architekten gehen.
Gruß
Wolfgang