Hausschwamm besitzverhältnisse

wer weis was durch eine besitzverhältniss klärung eines hauses wurde das haus von einem amtsschätzer geschätzt leider konnte er es nicht schätzen wegen hausschwamm verdacht jetzt kommt ein anderer schätzer was ist wenn hausschwamm wirklich im haus ist wie teuer kommt eine renovierung und wer bezahlt die ganzen schätzer und kommt es noch zur versteigerung der besitzverhältnisse

bitte alle antworten die etwas wissen

Hallo Kirsten,

ohne mehr info kann ich dir da auch nicht weiterhelfen!
die schätzer bezahlt immer derjenige, der sie beauftragt! eine sanierung kann uU sehr teuer werden, da bei holz alles ausgetauscht werden muss, mauerwerk kann man reparieren. art und umfang sind entscheidend!

Grüße andreas

danke lieber andreas
ich habe auch noch keine weiteren infos
wie teuer kann es denn werden mehr wie 30000 euro

Hallo Kirsten,
kann ich dir wirklich nicht beantworten, das ist so als ob du sagen kann was ein vw lupo oder eine mercedes s klasse kostet, ohne zu wissen, welcher wagen vor dir steht!

danke lieber andreas
ich habe auch noch keine weiteren infos
wie teuer kann es denn werden mehr wie 30000 euro

Hallo, nun ganz so einfach ist es auch nicht zu beantworten.
Wer hat den „Echten Hausschwamm“ festgestellt? Verdacht ist kein Maßstab! Sagt nichts aus und hilft nicht weiter.
Zum Hausschwamm folgende Info:
Der „Echte Hausschwamm“ - gefährlichster Gebäudezerstörer

Obwohl der Hausschwamm schon seit langer Zeit bekannt ist, die ältesten Überlieferungen gehen in die Zeit 1300 v. Chr. zurück, muß man sich wundern, daß er noch so stark verbreitet ist. In den Altstadtge-bieten sind oft ganze Straßenzüge vom Echtem Hausschwamm befallen, der mit den Speise- und Gift-pilzen eng verwandt ist. Die genaue Bezeichnung lautet: serpula lacrimans.

Erkennen des echten Hausschwamms
Wegen seiner vielfältigen Erscheinungsformen wird der echte Hausschwamm sehr oft von Bauunter-nehmern, Architekten und sogar Bausachverständigen nicht erkannt. Immer wieder kann man feststellen, daß durch die Fehlbestimmung und Fehleinschätzung von Schadensbildern und Erkennungsmerkmalen unsachgemäß Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Anhand gezielter Untersuchungen durch Fachleute wurde z. B. in Berlin festgestellt, daß nur ca. 40 % der in einem Altstadtgebiet untersuchten Häuser frei von holzzerstörenden Pilzen waren.
In 40% der Fälle war der Befall durch den echten Hausschwamm sichtbar. Ein weiterer hoher Prozent-satz der untersuchten Häuser war mit ähnlichen, stark holzzerstörenden Pilzen befallen, z.B. der braune Kellerschwamm, der weiße Porenschwamm und einige Blättlingsarten. Die Unterscheidungsmerkmale an dem befallenen Holz sind nur mikroskopisch zu analysieren. Relativ gute Unterscheidungsmerkmale weisen die einzelnen Fruchtkörper auf. Es kann auch eine Differenzierung durch die Myzelstränge vor-genommen werden.

Praxisbeispiele
Der Autor hat jahrelange praktische Erfahrung bei der Bekämpfung von Hausschwamm und möchte ein besonders gravierendes Beispiel für die Ausbreitung des Hausschwammes aus seiner Praxis schildern:
In den Kellerräumen einer Münchner Weingroßhandlung, in einem Altbau, wurde im Bereich der De-ckenkappen sehr starker Hausschwammbefall festgestellt. Fruchtkörper bis zu einer Größe von einem Meter Durchmesser hingen an der Unterseite. Die Sporen derselben fielen auf die darunter gelagerten Weinkartons. Hunderte von diesen Pappschachteln waren mit einer roten Sporenschicht überzogen. Nach Feststellung dieses Befalles wurde die Behörde von diesem Schwammbefall verständigt.
In Bayern ist die Meldepflicht weggefallen. Die Verantwortung obliegt jetzt dem fach- und sachkundi-gem Bauleiter oder Architekten. Die Bekämpfung muss durch einen Fachbetrieb sowie den anerkannten Regeln der Technik aus der DIN 68800 erfolgen.
Mit Verwunderung stellte der Autor nach 3 Jahren fest, daß nicht saniert wurde. Das Haus sollte zu-nächst verkauft werden um es dann später in Wohneinheiten aufzuteilen. Durch den Besitzerwechsel wurde die Sanierung über einen Zeitraum von mehr als 3 Jahren hinausgezögert! Die Weinhandlung wurde jedoch weitergeführt, so daß bei mehrmaligen Warenumschlag innerhalb dieser Zeitspanne eine Unmenge sporenbehafteter Weinkartons in die verschiedenen Keller der Kunden gelangt ist. Ein Groß-teil der Keller eignet sich mit Sicherheit bei feuchten Umweltbedingungen hervorragend für die Ausbrei-tung des Hausschwammes.

Um sich über die Gefährlichkeit des echten Hausschwammes ein klares Bild zu verschaffen, sollte noch ein Versuch erwähnt werden, der Aufschluß über die Zerstörung gibt. An infizierten Holzstücken (Kie-fersplintholz) war nach einem Monat eine Gewichtsabnahme von über 4 % festzustellen, bereits nach 2 Monaten aber schon 27 %. Das befallene Holz konnte leicht mit dem Fingernagel auch quer zur Mase-rung eingedrückt werden.

Der Hausschwamm kann pro Tag mehrere cm in alle Richtungen wachsen.
Noch etwas anderes macht den echten Hausschwamm so gefährlich. Die erwähnten Myzelstränge, in der Regel 1 - 5 mm stark, wachsen nicht nur durch Kohle- und Briketthaufen, zwischen Fugen von Brettern und Balken, sie wachsen auch durch feine Ritzen im Mörtel und zwischen den Mauersteinen hindurch. Selbst qualitativ schlechten Beton kann der echte Hausschwamm durchdringen. Er kann sich somit von einem Raum in den anderen, von einem Stockwerk zum nächsten, in Einzelfällen sogar vom Keller bis zum Dach verbreiten. Sehr oft findet man diese Myzele auch hinter dem Putz im gesamten Mauerwerk und deswegen wird der Laie oft auch vom Mauerschwamm sprechen.
Hat das Wachstum des Hausschwammes ein bestimmtes Ausmaß erreicht, und tritt durch Feuchtig-keitsmangel oder andere für die Entwicklung ungünstige Umstände ein Wachstumsstillstand ein, der auch mehrere Jahre andauern kann, so kommt es zur Bildung von Frucht- oder Vermehrungskörper. Sind diese Fruchtkörper gewachsen, kann der echte Hausschwamm in gewissem Umfang selbst zur Auf-rechterhaltung seiner Lebensbedingungen sorgen.
Bei der Zersetzung der Zellulose durch das Substratmyzel entsteht Wasser. Es erscheint häufig in Trop-fen auf dem Oberflächenmyzel, woher die Bezeichnung „Tränenschwamm“ und der wissenschaftliche Artname „lacrimans“ (der Tränende) abstammen. Dieses Wasser führt direkt zur Durchfeuchtung des Holzes, mindestens jedoch zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und damit wiederum der Holzfeuchtig-keit.

Wichtigste Sanierungsmaßnahme ist das Abstellen von Feuchtigkeitsquellen!
Technische Fehlerquellen, wie undichte Wasserleitung, Regenrinnen, Abflußrohre etc., kapillar aufstei-gende oder eindringende Feuchtigkeit, müssen beseitigt bzw. repariert werden.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß es eine Vielzahl ungeeigneter Trockenlegungs-maßnahmen gibt. Der Hausbesitzer soll bedenken, daß die mechanischen Trennungen wie Mauerwerk-saustausch, Absägen der Mauern und Einlegen von Folien, oder das Eintreiben von nichtrostenden Chromstahlplatten zu den sichersten handwerklich ausführbaren und sofort überprüfbaren Möglichkeiten gehören.
Auch undichte Dächer (Dachluken, Kaminanschlüsse etc.) sollten überprüft und ggf. von Fachleuten re-pariert werden. Des weiteren sollte man Fensterbankanschlüsse und vorspringende Sockel, Hausanstri-che und Fassaden in Augenschein nehmen. Der Anstrich sollte nicht nur unter dem Gesichtspunkt der optischen Verschönerung betrachtet werden, sondern auch für eine trockene Fassade sorgen. Ebenso ist darauf zu achten, daß richtig gelüftet und geheizt wird.

Schwammbekämpfung nur durch erfahrene Fachfirmen
Die Gefahr des Wiederauflebens des Hausschwamms ist außerordentlich groß. Die Befallstellen sind genau abzugrenzen, wobei ein Sicherheitsabstand in der Ausdehnung von 1 - 2 qm über dem erkennba-ren Befall eingehalten werden muß. Es ist in jedem Fall auch der Verputz vom Mauerwerk zu entfernen um die Ausbreitung festzustellen. In der Regel müssen über den befallenen Kellerräumen die Fußböden und die darunterliegende Auffüllung ausgebaut werden. Sehr oft sind auch Türstöcke und Fensterbänke schon vom Hausschwamm geschädigt, so daß auch diese ausgebaut werden müssen. Das infizierte Mate-rial ist besonders vorsichtig und ordnungsgemäß zu entsorgen oder zu verbrennen. Selbstverständlich müssen nach einer solchen Arbeit alle Zugangs- und Transportwege in die Bekämpfungsmaßnahme mit eingezogen werden.

Zum Schluß sei noch bemerkt, daß es neben dem echten Hausschwamm noch andere Schwammarten gibt, insbesondere der gelbrandige Hausschwamm, der balkenbewohnende Hausschwamm sowie der wilde Hausschwamm, der Porenschwamm und der Kellerschwamm. Sie sollen in gleicher Weise wie der echte Hausschwamm bekämpft werden.

Das neue Merkblatt - Der echte Hausschwamm - Erkennung, Lebensbedingungen, vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen - ist zu beziehen von der WTA- (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsge-meinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Geschäftsstelle in:
80686 München, Edelsbergstr. 8, Tel. 089/57869727; Fax. 089/57869729
e-mail: [email protected]
Internet: http://www.wta.de;

Literaturhinweise:
Dr. Dietger Grosser, Institut für Holzforschung, Universität München:
„Bautenschutz und Bausanierung“, Heft 4/79 - Zerstörer des verbauten Holzes.
Prof. Dr. rer. nat. Dieter Knöfel:
Stichwort Holzschutz, Bauverlag GmbH Wiesbaden
Dr. Frank Preußer:
Holzschutz - Grundlagen und praktische Probleme „B&B“, Heft 2/79.
Maßgebende DIN-Normen: 68 800, Teil 4; 52 175; Kommentar zur DIN 68800

Edmund Bromm

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