Hallöchen!
Ich kann dir keinen medizinischen ratschlag geben, dafür sind wohl andere aus dem Forum hier zuständig. Ich kann dir nur mal einen Erfahrungsbericht geben:
Bei mir wurden mit etwa 12 Jahren diverse Allergien festgestellt. Ich war gegen quasi alles allergisch, was getestet wurde. Birke war ganz schlimm, ebenso wie Gräser und Stroh. Auch auf Katzen und Pferde habe ich besonders reagiert (aber beim test auch auf Hund, Kaninchen und CO)Zwei- dreimal gab es ernsthaftere Zwischenfälle (angeschwollene Zunge nach einer Kiwi, ganz derbe Schwellungen bei einem Ausflug auf einen Reiterhof…), ansonsten war es hauptsächlich eher lästig: rote, juckende Augen, Quaddeln und eine permanent laufende Nase (zu Ostzeiten wurde mir daher ein „chronicher Schnupfen“ diagnostiziert, Allergien waren da wohl noch nicht so bekannt
) und juckende Gehörgänge.
Uns wurde damals natürlich auch arg ans Herz gelegt, unsere Haustiere wegzugeben, in unserem Fall mehrere Kaninchen und Hund.
Nachdem das für mich den Weltuntergang bedeutet hätte (ich wollte seit frühester Kindheit immer Tierfilmer werden), hat meine Familie sich dagegen entschieden, und ich habe mich mit meiner Allergie arrangiert. Ich wurde 4 Jahre lang desensibilisiert, was mal so gefühlt gar nichts gebracht hat (ok, man weiß nicht, ob es noch schlimmer geworden wäre ohne das), die Test verrieten teilweise (Birke zB), dass meine Allergie sehr viel schlimmer geworden war über den Zeitraum, zum Teil hatten sich die Reaktionen verdreifacht.
2000 im Sommer kam dann leichtes Asthma hinzu, zur Birkenblütezeit. Wir hatten in der Zeit an Pelztieren nur noch einen Hund im Haushalt, dafür in Nachbargärten aber überall Birken. Ich bekam diverse Medikamente (Tabletten und Sprays), die ich über den Sommer einnahm, wenn es notwendig wurde. Das Asthma war aber nie wieder so schlimm wie in dem Jahr, aber mit der Birkenblüte hatte ich immer meine Probleme.
Nachdem ich durch den Allergiebefund zunächst von meinem Kindheitstraum abgekommen war und jobtechnisch mehr oder weniger ziellos rumdümpelte, habe ich dann im Winter 2005 das Risiko aufgenommen und in einer Wildtierstation (mit viel Tierkontakt und schlimmer noch für mich viel Heu und Stroh) angefangen. Zunächst wars auch echt schlimm. Aber irgendwann gewöhnte sich mein Körper daran und ich hatte keinerlei Probleme mehr. Die Medikation habe ich komplett abgesetzt, und erstaunlich war, dass auch im Frühjahr und Sommer keinerlei allergische Beschwerden mehr auftraten (obwohl auch dort direkt vor meinem Fenster einige Birken standen) und ich eigentlich zum allerersten mal so richtig durchatmen konnte… das kannte ich gar nicht, für mich war eine (zumindest leicht) verschnupfte Nase immer normal, trotz Medikamenten. Bis heute hält dieser Effekt an.
Derzeit teile ich mein Schlaf- und Wohnzimmer mit zwei Kaninchen (inklusive Heu) und Rennmäusen (und gehe meinen Kindheitstraum weiter nach indem ich ein Studium in diese Richtung absolviere).
Es war sicherlich recht fahrlässig, mit der Vorgeschichte in der Station anzufangen… soweit ich weiß, bestand durchaus das Risiko eines allergischen Schocks. Daher ist sowas natürlich nicht weiterzuempfehlen! (auch wenn ich persönlich jederzeit wieder so leichtsinnig handeln würde)
Aber in meinem Fall hat mein Körper resigniert anscheinden.
Was mir in der ganzen Zeit aufgefallen ist: Ich habe das Gefühl, dass eigentlich keiner wirklich weiß, was eine Allergie ist, wo sie herkommt und wie man sie wirkungsvoll bekämpft. Alles beruht auf Spekulationen.
Ich persönlich bin heute sehr froh, dass meine Mutter mir meine Kindheit mit den Tieren nicht weggenommen hat (obwohl ich es sehr nachvollziehen und verstehen kann, wenn eine Mutter so entscheidet!).
Reagiert deine Tochter denn jetzt auf die Tiere (oder andere Tiere) allergisch? Auf meine eigenen Tiere habe ich nie allergisch reagiert, auf fremde zum Teil, kam auf das Fell an. Wobei, ich habe auf die Hund emanchmal reagiert, wenn ich sie eine Weile nicht gesehen habe… dann haben mir am ersten Tag die Augen gejuckt, ging aber schnell wieder weg.
Ich würde zumindest mal sehr genau mit deiner Tochter reden (wie alt ist sie denn?). Klär sie auf, was laut Ärzten passieren kann (zB eben Asthma) und frag sie, was mit diesem Wissen ihre Entscheidung wäre.
Aber am Ende musst du wohl selbst entscheiden, was das beste für dein Kind ist, denn am Ende bist du die Mutter, die sich am Ende auf die eine oder andere Weise möglicherweise immer fragt, ob es richtig war so.
Vielleicht könnt ihr ja Alternativ zB Kaninchen und Meerschweinchen (kurze Notiz am Rande: beide bräuchten einen artgleichen Artgenossen, zusammen sind sie lediglich eine Zweckgemeinschaft) im Garten unterbringen, ein schönes Außengehege bauen? Ich würde auf jeden Fall schauen, dass die Tiere nicht im Schlafbereich deiner Tochter sind.
lieben gruß
aj