Am 4. des Monats standen unangemeldet und unverhooft zwei Männer des Telefonanbieters A vor der Tür eines Bürgers. Sie trugen Uniformen mit dem Logo des Anbieters und laminierte Ausweise um den Hals.
Es ginge um die Umstellung auf Glasfasernetz. Da die Leitungen ja dem Anbieter A gehören, seien damit alle Nutzer von Technikumstellungen betroffen. Welchen Anbieter der Bürger wohl habe?
Der Bürger antwortete, er sei bei Anbieter B und noch längere Zeit gebunden, außerdem nicht an einem Wechsel interessiert.
Ob der Bürger denn auch schon bemerkt habe, dass die DSL-Leitungen immer langsamer würden? Das liege an der Überlastung, weshalb ja jetzt umgestellt werden würde. Und ob der Bürger sich schon einmal für eine Reservierung eines Ports für die neuen Glasfaserleitungen vormerken lassen möchte. Diese seinen viel schneller und auch viel sicherer.
Auf Nachfrage wurde ausdrücklich bestätigt, dass es sich keinesfalls um einen neuen Vertrag oder um einen Anbieterwechsel handeln würde. Der Bürger bekäme lediglich seine Rechnung von A, bliebe aber weiterhin Kunde bei B. Teurer würde es für den Bürger keinesfalls.
Es kam dann dazu, dass nach einigen Fragen des Bürgers der eine Mann das Formular ausfüllte, während der andere Mann immer wieder themenfremde Fragen stellte. Als das Formular dann unterzeichnet war, waren die Männer schnell wieder weg und
einige Minuten später erhielt der Bürger einen anonymen Anruf vom Service-Center dt. A. Bei diesem Gespräch fiel dann sofort auf, dass zumindest der Preis 5 EUR teurer werden würde. Der Bürger stornierte augenblicklich diesen Auftrag am Telefon.
Im Internet recherchierte der Bürger, dass er unwissentlich einen DSL-Auftrag für den Anbieter A unterzeichnet hat, mit sofortiger Wirkung, der zwei Jahre laufen sollte. Weiter recherchierte er, dass sein momentaner Anbieter B eigene Glasfasernetze betreibt und ein Wechsel gar nicht nötig ist. Erst jetzt wurde ihm die Tragweite bewusst.
Am 5. des Monats sendete er seien Widerruf per email an Anbieter A. Dieser antwortete per email, dass er den Auftrag zur Stornierung vorgemerkt habe.
Er unterrichtete auch seinen Anbieter B, bei dem er gebunden ist, dass sein Auftrag bereits widerrufen wurde und B seine Rufnummer bitte nicht portieren möchte.
Am 6. des Monats schickte der Bürger seinen Widerruf zusätzlich per Einschreiben mit Rückschein an A.
Am 9. des Monats erhält der Bürger einen Anruf des Anbieters A (mit Rufnummer), indem ihm mündlich bestätigt wird, dass „die Firma, mit der wir zusammen arbeiten“, den Auftrag bereits storniert habe. Der Bürger bestand ausdrücklich auf schriftliche Bestätigung der Stornierung, was ihm zugesagt wurde.
Abends erhielt der Bürger einen Anruf seines Anbieters B, wo ihm versichert wurde, dass kein Auftrag der dt. A vorliege und dass man ihn eh vor Vertragsende nicht herauslassen würde.
Der Sendestatus des Einschreibens ist am 10. des Monats immer noch „in der Zustellung“.
Fragen:
- Sollte der Bürger, wenn sich der Status des Einschreibens (mit Rückschein) in den nächsten Tagen nicht ändert, zusätzlich noch ein Einwurfeinschreiben hinterher schicken, um die 14-Tages-Frist zu wahren?
- Gibt es eine Möglichkeit, „die Firma“, die im Auftrag von A unterwegs war, zu ermitteln? Um dort vielleicht eine schriftliche Stornobestätigung zu erhalten?
- Hat A die technische Möglichkeit, wechselunwillige Bürger im Internet zu verlangsamen?
- Liegt vielleicht Betrugsversuch der „Vertriebspartner“ vor? (s. o.)
Für Antworten, vor allem solche, die drauf aufmerksam machen, was der Bürger jetzt noch beachten sollte, wäre ich sehr dankbar.
WW