Hausverkauf bei laufendem Darlehen

Hallo,

ich habe vor ca. 2 Jahren ein kleines Haus gekauft, das ich komplett finanzieren mußte, da ich keinerlei Eigenkapital hatte.
Der Darlehensvertrag läuft über 30 Jahre, mit überschaubaren monatlichen Raten.

Nun hat sich meine private Situation überraschend verändert, so daß ich vielleicht in eine andere Gegend ziehen werde.
Das ist alles noch völlig unausgegoren, trotzdem mache ich mir natürlich Gedanken, was dann mit meinem Haus passieren soll.
Vermieten? Oder verkaufen?

Meine Frage ist, wie sieht es aus wenn ich das Haus verkaufe - da ich der Bank ja mit Sicherheit eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müßte, hätte ich dann am Ende sogar noch Schulden die ich zurückzahlen muß für quasi nichts?

Könnte es eine andere Möglichkeit geben? Wie sieht es z.B. aus mit Verkauf auf Rentenbasis, ab welchem Alter geht das überhaupt? (Bin erst 35 Jahre alt…)

Kann nicht auch der Käufer meinen bestehenden Kreditvertrag übernehmen? Wie würde das dann abgewickelt? Würde er mir das Geld, das ich bereits an die Bank gezahlt habe, in einem Betrag auszahlen, und die restlichen Raten dann an die Bank?

Bin dankbar für Eure Hinweise oder einen Link zu einer Seite, die mir all diese Fragen beantwortet.

Viele Grüße
Martina

Hallo Martina,

da ich der Bank ja mit Sicherheit eine
Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müßte, hätte ich dann am
Ende sogar noch Schulden die ich zurückzahlen muß für quasi
nichts?

genau so ist es leider, sofern der Verkaufserlös nicht mindestens so hoch ist wie das Restdarlehen zuzüglich Vorfälligkeitsentschädigung.

Könnte es eine andere Möglichkeit geben? Wie sieht es z.B.
aus mit Verkauf auf Rentenbasis, ab welchem Alter geht das
überhaupt? (Bin erst 35 Jahre alt…)

Das würde Dein Problem nicht lösen, Verkauf ist Verkauf, das Darlehen müsste zurück gezahlt werden.

Kann nicht auch der Käufer meinen bestehenden Kreditvertrag
übernehmen? Wie würde das dann abgewickelt? Würde er mir das
Geld, das ich bereits an die Bank gezahlt habe, in einem
Betrag auszahlen, und die restlichen Raten dann an die Bank?

Das geht zumindest theoretisch. Der Käufer würde in den Darlehensvertrag einsteigen, d.h. die derzeitige Restschuld auf den Kaufpreis angerechnet. Ob er das tut, hängt natürlich wesentlich von den Konditionen des Darlehens ab. Wenn Du vor 2 Jahren gekauft hast, bekommt der Käufer heute möglicherweise bei einer Neufinanzierung bessere Konditionen als er bei einer Übernahme Deines Darlehens (der im Übrigen die Bank natürlich auch zustimmen müsste) bekäme.

Vielleicht ist ja Vermieten noch eine Alternative?

Freundliche Grüße den Rhein hinauf

wolle

Vorfälligkeitsentschädigung
Hallo,

wenn Sie einen Käufer haben, zahlen Sie Ihr Darlehen auf einmal zurück. Die Bank wird dafür entschaedigt dass Sie die naechsten 30 Jahre keine Geschaefte mehr mit Ihnen machen kann.
Jedoch wird bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung der Bank unterstellt dass das Geld andersweitig wieder angelegt werden kann.

Es gibt zwei Methoden zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung:

  1. Mit Ihrem Darlehenbetrag wird einem anderne Kunden eine Hypothek gewährt.
    Darlehenszinsatz1 (also Ihrer) minus Darlhenszinsatz2 (neuer Kunde der Bank der eine Hypothek erhält) minus einer Risikoprämie von 0,15 % und Verwaltungsaufwendungen von 0,1 %

  2. Es wird davon ausgegangen dass das Geld dass Sie auf einmal an die Bank zurückzahlen von der bank am kapitalmarkt angelegt wird.
    Als Untergrenze gilt der Zins der öffentlichen Anleihen.
    Es muss der Zins von Anleihen gleicher Laufzeit wie das Hypothekendarlehen genommen werden.
    Formel:
    Darlehenszins minus Wiederanlagezins minus Risikoprämie minus Verwaltungskosten