Hausverkauf vor vollendeter Fertigstellung?

Guten Tag zusammen,

es geht um eine sehr unglückliche Sache.

Folgende Vorgeschichte:

Ein Großvater besitzt ein Einfamilienhaus aus den 50er Jahren und hat in diesem Jahr, durch bewilligte Mittel der KFW, mit der energetischen Sanierung des Gebäudes begonnen.

Hierzu liegt folgende Kalkulation zu Grunde:

KFW Kredit: 50.000 €, bestellte Grundschuld: 50.000 € (zur Absicherung des Kredites), Laufzeit: 10 Jahre

Erneuert wurden bisher:

  1. sämtliche Fenster inklusive Rolläden mit elektrischem Antrieb
  2. Isolierung der Kellerräume
  3. Isolierung der Terrasse (notwendige Vorarbeit)

Nun müssten eigentlich noch die Dacharbeiten und die eigentliche Fassadendämmung erledigt werden.

Hauptproblem:

Der Bauherr (Großvater) ist sehr krank geworden und die verbleibende Zeit ist auch sehr überschaubar!

Nun können die Erben, nicht den KFW Kredit übernehmen und zeitgleich einen weiteren Erbberechtigten auszahlen.

Deswegen gibt es folgende Möglichkeit:

Baustopp = Haus im jetzigen Zustand (mit neuen Fenstern, Kellerdämmung und Terrassenisolierung) verkaufen, Überschuss an die KFW zurückleiten und aus dem Verkaufserlös die Nachlassverbindlichkeiten begleichen.

Weitermachen = Sanierungsmaßnahme abschliessen, Haus verkaufen und dann alles abzahlen

Welche Möglichkeit sollte man wählen?

PS: Lohnt es sich die Arbeiten abzuschliessen, da man die Kosten beim Verkauf eventuell wieder herausbekommt?

Welche Version sollte man wählen?

Welche Möglichkeit sollte man wählen?

Die zweite, weil man dann sicherlich leichter einen Käufer findet und einen höheren Preis erzielt.

Hallo,

Sanierungsmaßnahmen lassen sich nie 1:1 auf den Preis aufschlagen. Ganz im Gegenteil. Sie machen Sinn für die eigene Nutzung, gerade auch vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, wenn wir von entsprechenden Maßnahmen sprechen. Für einen Verkauf muss und sollte man zusehen mit wenig Geld machbare offensichtliche Dinge zu tun, um die grundsätzliche Veräußerungsmöglichkeit positiv zu beeinflussen. Mehr aber auch nicht, weil die € 10.000,-- die dafür fällig werden, eher in € 5.000,-- beim Verkauf münden.

Insoweit solltet Ihr alles das abschließen, was nach offensichtlicher Baustelle aussieht, und für eher kleines Geld machbar ist. Ich meine damit jetzt keinen schnell hingepfuschten Kulissenbau, sondern schon ordentliche, aber eben bescheidene Arbeit.

Ärgerlich vermutlich in Eurem speziellen Fall, dass man beim Einbau der Fenster in Richtung Fassadensanierung vermutlich eher grob gearbeitet hat (kommt ja dann eh alles unter die Dämmung). Da müsste man sich jetzt überlegen, wie ein vernünftiger Kompromiss aussehen könnte. Offensichtlich halb fertige Arbeiten mindern die Verkaufschanchen immer deutlich.

Gruß vom Wiz