Servus Aaliyah,
barul76 hat wie immer aufmerksam gelesen: Navision kenne ich bloß von einer Erprobung betreffend dann nicht erfolgte Einführung, während der ich die Aufgabe hatte, möglichst alle Unmöglichkeiten abzuklopfen.
Heute ärgere ich mich mit der kleinen Schwester von Navision, genannt „apertum“ und ebenfalls unter dem Dach von MS gelandet. WaWi können sie beide sehr gut, aber die Auffassung von FiBu in diesen Anwendungen ist bisweilen etwas unorthodox.
Beide haben außer ein paar anderen seltsamen Eigenschaften (z.B. den sogar patentierten Aufbau der FiBu-Daten ohne Saldenbildung, so daß für jede x-beliebige Auswertung der ganze Müll nochmal von Adam und Eva an durchgerödelt werden muss) auch die, dass sich die Arbeit in OPOS in einigem Umfang unabhängig von der FiBu abspielt. Extrem gefährlich!!
Ich spreche im Folgenden von apertum, aber ich glaube mich zu erinnern, dass Navision in diesem Zusammenhang zumindest ähnlich funktioniert.
Ich halte es für wenig nützlich, sich auf die Funktionen aus dem isolierten OPOS-Modul einzulassen: FiBu muss immer OPOS diktieren, nie umgekehrt. Der einzige Weg, der ausschließt, dass Differenzen zwischen FiBu- und OPOS-Werten entstehen können - die man dann in OPOS zurechtlutschen muss, nochmal ne neue Fehlerquelle! - ist das brave manuelle Ausbuchen von Wechselkursdifferenzen.
Konkret so:
Das betroffene Korrentkonto (Debitor oder Kreditor) per FiBu-Auswertung in EUR oder GBP auf Bildschirm oder Papier holen. Wechselkursdifferenz bestimmen und manuell einbuchen. Falls keine anderen Posten auf dem Konto sind (Idealfall), saldiert sich das Konto nach dieser manuellen Buchung auf Null. Wenn man dann den OPOS-Ausgleich nach Salden anstößt, spielen die unterschiedlichen ursprünglich eingebuchten Währungen keine Rolle mehr, die Posten, die sich bei der Arbeit in OPOS am Bildschirm nicht ausgleichen ließen, fliegen raus.
In einigen Fällen (habe noch nicht festgestellt, wann das geht und wann nicht) ist es mir auch bei nicht saldierten Konten gelungen, den eigentlich auf der Hand liegenden Ausgleich zu erzwingen: Durch Markieren der betreffenden Posten, die nur wegen der unterschiedlichen Währungen nicht ausgleichbar sind, obwohl sie sich saldieren, in der Funktion „Verrechnen“. Wenn sie alle markiert sind, kommt das Program urplötzlich auf den Einfall, von dem es beim Einbuchen der Zahlung noch nichts wissen wollte: Dass sich da ein Nullsaldo ergibt! - und fragt, ob diese Posten verrechnet werden sollen und die Differenz in der Fremdwährung gegen Kursdifferenzen ausgebucht werden soll.
Es ist gut möglich, dass Navision in diesem Punkt noch andere Geheimnisse birgt - für den Umgang mit der Hotline empfehle ich, mit großer Sturheit darauf zu beharren, dass OPOS immer bloß das Geschehen in der FiBu abbilden darf und niemals umgekehrt - so dass auf alle Akrobatik in OPOS, die unabhängig von der FiBu stattfindet, verzichtet werden muss. Das stößt zuerst auf Überraschung, aber irgendwer im Hintergrund wird diese Binsenweisheit dem jeweiligen Mäuslein bestätigen, und das kann immerhin ein Weg zur Lösung sein.
Schöne Grüße
MM