Hecke unter Obstbaum?

Hallo!

Wir möchten gern als Sichtschutz zum Nachbarsgrundstück unter unseren Pflaumenbaum (gelbe Pflaume) eine Hecke oder was anderes geeignetes pflanzen. Ich fände was einheimisches, vogel- oder insektenfreundliches toll, bloß keine Koniferen. Die Pflanze(n) könnte etwa 1,5 - 2 Meter hoch wachsen, dann fangen die unteren Äste des Obstbaums an. Die Länge der Hecke könnte etwa 3 Meter betragen, dann kommt ein weiß blühender Rhododendron.

Hat jemand eine Idee, was da sinnvoll wäre?

Viele Grüße
Ulla

Hallo Ulla,

Vorschläge:

  • Ein Gemisch aus heimischen Sträuchern z.B. Forsythien (März-Blüher), Weigelie (Mai/Juni-Blüher), Hibiskus (Sommerblüher), usw.
  • Eine Hecke aus Liguster oder Buxus (wächst langsam - mein Buxus ist 5 Jahre alt und ca. einen halben Meter hoch - dafür aber auch im Winter grün)

Alle diese Vorschläge kannst du nach deinem Bedarf schneiden. Damit bleiben sie immer in der gewünschten Höhe.

lg Maria

Hallo Ulla,

mit Rücksicht auf das Fragezeichen und auf

Ich fände was einheimisches,
vogel- oder insektenfreundliches toll, bloß keine Koniferen.

mal ein paar Versuche, alle mit Einschränkungen, aber vielleicht doch brauchbar.

Wenn ich mir Entsprechendes draußen, wild oder verwildert, anschaue (z.B. Steinriegel auf früheren Wingerten oder Obstterrassen) komme ich auf vergleichsweise schwach zehrende Büsche, die sich mit dem Baum vertragen können:

Weißdorn (Crataegus), der aber unter keinen Umständen stehen darf, wo die Nachbarn auch Obst haben und wo vom eigenen Baum auf die lange Sicht Erträge gewünscht werden. Eine im Frühjahr prächtig blühende, wenn man mag im Herbst auch volksheilkundlich nutzbare Pflanze, aber gefürchteter Zwischenwirt für Feuerbrand.

Schlehe, die es gut erträgt, wenn man sie auf Dauer so eindämmt, dass sie sich mit dem Baum verträgt. Die man aber eben maximal eindämmen kann. Wenn man sie wieder los haben will, hilft bloß totales Roden, weil sie viele vitale Ausläufer macht.

Hundsrose oder andere wilde Heckenrosen. Haben auch eine Tendenz zur Ausbreitung, müssen also mit genügend Abstand gepflanzt werden, damit man sie auch von Nachbars Seite im Zaum halten kann.

Felsenkirsche. Wächst von sich aus ziemlich unstrukturiert stakelig, kann also auch gut in Form gehalten werden, ohne dieses übel zu nehmen. Viele Triebe nach innen, schöner Nist- und Schutzstrauch für Vögel, freundliche Blüte kurz vor Kirsche. Wird ziemlich hoch, wenn man sie denn lässt.

Wenn man in lichte Laubwälder etwas weiter südlich schaut, findet man als Unterwuchs auch den Klassiker Buxus, der seit seiner Verwendung in Kunstgärten von Renaissance und Barock bei uns eher neben Rosenrabatten in Habtacht steht; das muss er aber nicht, und wenn man ihn ein wenig tiefer werden lässt, hat der auch Nist- und Schutzfunktion. Wo es im Winter nicht heftig kalt wird, auch für die Überwinterung von Insekten. Dauert aber ein paar Jahre, bis er oben ist: Ein gemächlicher Zeitgenosse.

Je nach Umgebung vielleicht realisierbar: Einjährige blattreiche Rankgewächse, die vom Boden her eine einfache Unterstützung brauchen (Bindedraht oder Schnur vom Boden bis zu den ersten Ästen) und dann im vorhandenen Baum weiter klettern, ohne diesen zu sehr zu stören. Mein Gartennachbar Juan lässt in seinem alten Apfelbaum jeden Sommer Kalebassen auf diese Weise klettern, damit hat er unterhalb der Krone ein Zelt für seine Enkel und in der Krone zuerst die großen leuchtenden Blüten und später die Früchte, die man dort überhaupt nicht vermuten würde. Auch einjährige Prunkwinden oder andere Ipomoeae sind unproblematisch und als Vorhang innerhalb von ein paar Wochen oben, ohne dass der vorhandene Baum garzusehr gestört würde.

Schöne Grüße

MM

  • Ein Gemisch aus heimischen Sträuchern z.B. Forsythien
    (März-Blüher), Weigelie (Mai/Juni-Blüher), Hibiskus
    (Sommerblüher), usw.

Tschuldigung, Maria,
was, bitte, verstehst Du unter „heimisch“? Forsythie (China), Weigelie (Japan) und Hibiskus (Tropen), sind in Europa eher nicht endemisch.
Gruß
Eckard

1 „Gefällt mir“

Hallo Eckard,

mag sein, daß du damit Recht hast - ich bin kein Biologe oder Gärtner, ich schaue einfach nur, was ich selbst pflegeleicht im Garten habe und was bei uns in der Umgebung an allen Ecken und Enden ohne besondere Pflege gedeiht - sowas betrachte ich als „einheimisch“. Ich denke es ist bei den Pflanzen wie bei den Menschen. Wann ist denn jemand „einheimisch“. Ist jemand einheimisch, der von den Hunnen abstammt? Ist jemand einheimisch, der in der 4. oder 5. Generation aus dem Osten eingewandert ist?

Ich glaube, was bei Pflanzen wie bei Menschen zählt, ist, daß sie sich bei uns wohlfühlen und sich in unsere Umgebung integriert haben.

lg Maria