Hallo Christian,
um über Notwendigkeit oder Überflüssigkeit, gut oder schlecht, riskant oder sicher von Hedgefonds zu debattieren fehlts wohl noch immer an einer einheitlichen Definition. Ich sag da lieber Alternative Investments dazu. Und die unterscheiden sich untereinander in Punkto Sicherheit und Art der Ertragserzielung so sehr wie z. B. eine Ostseequalle von meinem Kater.
Hallo,
in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Diskussionen über
die Sinnhaftigkeit, den Erfolg und das Risiko einer
Investition in Hedge Fonds. Meiner Behauptung, die durch so
unwesentliche Dinge wie anerkannte Portfoliotheorien gestützt
wird, war und ist, daß a) eine höhere Rendite auch automatisch
höheres Risiko bedeutet und b) Anlageformen, die bei gleichem
Risiko eine höhere Rendite als andere Anlageformen bieten,
einen Kapitalzufluß verzeichnen werden, der solange zu einem
Renditeverlust führen wird, bis die Renditen wieder dem Risiko
entspricht.
Wenn der Mittelzufluss in gleichartige Typen von Hedgefunds stark zunimmt, dann wird das so sein für den betreffenden Typ. Und um das zu verhindern, sind langjährig erfolgreiche Hedgefunds oft eben für Neuanleger geschlossen. Dort steht wirklich die Effizienz im Vordergrund, nicht die Maximierung des Fondsvolumens. Das Management verdient mehr an der Gewinnbeteiligung als an der Verwaltungsvergütung.
Dies wurde von den Freunden der Hedge Fonds bzw. bestimmter
Hedge Fonds immer wieder bestritten. Evtl. glaubt man der Neue
Züricher Zeitung, Standard & Poors, Partners Group oder
Bloomberg eher:
http://www.nzz.ch/2004/07/30/bm/page-article9RBZ3.html
Besonders spannend ist dieser Absatz:
Besorgniserregend ist jedoch ein anderes Faktum. Die Rendite
von Hedge-Funds sinkt im Schnitt seit Jahren. Nach
Berechnungen der Partners Group ist die Durchschnittsrendite
weltweit seit 1995 von rund 14% auf etwa 5% Ende des Jahres
2003 gesunken. Als Ursache nennt Jäger die stark steigenden
Mittelzuflüsse (die gemäss Theorie stets zu schmelzenden
Renditen führen) und die Verringerung der Alpha-Renditen über
alle Strategien hinweg (gemessen durch Multifaktor-Modelle,
welche die systematischen Risiken ausblenden). Die Gewinne von
Hedge-Funds setzen sich in der Regel aus drei Komponenten
zusammen: aus dem Alpha (risikolos zu erzielende
Zusatzgewinne, weil der Manager aufgrund seines Könnens
Markt-Ineffizienzen ausnutzt), aus verschiedenen Prämien aus
Marktrisiken (Aktien-, Zins-, Währungs-, Kredit-, Rohwaren-
oder Liquiditäts-Risiken - sogenanntes Beta) und aus
risikolosen Zinsen. Nach Ansicht von Jäger dürfte sich die
derzeit schwache Gesamtrendite zwar bis zum Jahr 2010 wieder
auf etwa 9% erhöhen, jedoch nicht mehr die hohen Renditen von
15% vom Anfang der neunziger Jahre erreichen.
Beim Durchschnitt ist das wohl so. Auch bei Alternativen ist die Auswahl der Einzelbausteine wichtig. Nur Trendfolger zu haben ist ebenso riskant wie nur eine einzige Aktie.
Als anderes Beispiel der Phoenix Managed Account. Die Handelsergebnisse sind stabil und bleiben es auch. Die leichte Delle der vergangenen zwei Jahre auf EUR-Basis hatte reine Wechselkursgründe wegen der teilweisen Währungsabsicherung. Und das gesamte Geldvolumen wird ständig kontrolliert. Bei Gefahr für die Rendite würde sofort auch geschlossen.
Und auch derzeit gibts Handelsstrategien, die TOLL verdienen. Eben sinnvoll mischen.
Zitatende
Gruß,
Christian
Ich hab wohl zu 90% Alternativen im Depot (aber nicht gleich umfallen). Mein Ziel, 1% p.m. hab ich im ersten Halbjahr leicht verfehlt. Aber insgesamt kaum Volatilität, und trotzdem Rendite. Auch 2004. Ich behaupte mal einfach, ohne Alternative hätt ichs nicht geschafft.
Das größte Risiko sehe ich darin, daß gerade die erfolgreichen Anlagevehikel überhaupt keine Transparenz haben. Daß sich der Anlager im Prinzip mangels eines Reglements faktisch ausliefert. Aber andererseits hat der Fondsmanager eben auch alle Freiheiten und damit Chancen. Es ist also viel Vertrauen notwendig.
Mittlerweile haben wir aber auch vollkommen transparente Produkte. Aber da kann das Geld auch gleich aufs Sparbuch. Ohne Ausgabeaufschlag. Ohne Risiko.
Und das regelmäßig 15% nicht Utopie sind, und auch ganz konstant seit 1992, das kannst Du z.B. bei F&:stuck_out_tongue_winking_eye: selbst nachvOllziehen.
Gruß
Boris