Hedge Fonds

Hallo,

in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Diskussionen über die Sinnhaftigkeit, den Erfolg und das Risiko einer Investition in Hedge Fonds. Meiner Behauptung, die durch so unwesentliche Dinge wie anerkannte Portfoliotheorien gestützt wird, war und ist, daß a) eine höhere Rendite auch automatisch höheres Risiko bedeutet und b) Anlageformen, die bei gleichem Risiko eine höhere Rendite als andere Anlageformen bieten, einen Kapitalzufluß verzeichnen werden, der solange zu einem Renditeverlust führen wird, bis die Renditen wieder dem Risiko entspricht.

Dies wurde von den Freunden der Hedge Fonds bzw. bestimmter Hedge Fonds immer wieder bestritten. Evtl. glaubt man der Neue Züricher Zeitung, Standard & Poors, Partners Group oder Bloomberg eher:
http://www.nzz.ch/2004/07/30/bm/page-article9RBZ3.html

Besonders spannend ist dieser Absatz:
Besorgniserregend ist jedoch ein anderes Faktum. Die Rendite von Hedge-Funds sinkt im Schnitt seit Jahren. Nach Berechnungen der Partners Group ist die Durchschnittsrendite weltweit seit 1995 von rund 14% auf etwa 5% Ende des Jahres 2003 gesunken. Als Ursache nennt Jäger die stark steigenden Mittelzuflüsse (die gemäss Theorie stets zu schmelzenden Renditen führen) und die Verringerung der Alpha-Renditen über alle Strategien hinweg (gemessen durch Multifaktor-Modelle, welche die systematischen Risiken ausblenden). Die Gewinne von Hedge-Funds setzen sich in der Regel aus drei Komponenten zusammen: aus dem Alpha (risikolos zu erzielende Zusatzgewinne, weil der Manager aufgrund seines Könnens Markt-Ineffizienzen ausnutzt), aus verschiedenen Prämien aus Marktrisiken (Aktien-, Zins-, Währungs-, Kredit-, Rohwaren- oder Liquiditäts-Risiken - sogenanntes Beta) und aus risikolosen Zinsen. Nach Ansicht von Jäger dürfte sich die derzeit schwache Gesamtrendite zwar bis zum Jahr 2010 wieder auf etwa 9% erhöhen, jedoch nicht mehr die hohen Renditen von 15% vom Anfang der neunziger Jahre erreichen.

Zitatende

Gruß,
Christian

hallo christian,

hedgen bedeutet absichern. d.h. ich setze hedges doch nicht als renditebooster ein, sondern um vola zu verringern.
konzentration auf zertifikate sichern die sache deutlich.
es geht doch vielmehr darum, die diversifizierung nach markowitz dadurch zu verbreitern/erhöhen.
unbeachtet deinerseits ist auch folgender effekt:
mehr hedgefonds benötigen mehr manager.
gute leute vom fach gibt es aber nicht auf dem markt wie bankkaufleute.
ergo gehen immer mehr mittelmäßige in die hedgefondsbranche.
daraus folgt dann auch mehr mittelmaß der fonds, was sich am durchschnitt natürlich festmacht.
hedgestrategien sind sicherlich eine sinnvolle ergänzung des portfolios, sollten jedoch nicht als neuer heiland gepriesen werden.

strubbel
d:open_mouth:)

ergo gehen immer mehr mittelmäßige in die hedgefondsbranche.
daraus folgt dann auch mehr mittelmaß der fonds, was sich am
durchschnitt natürlich festmacht.

Hallo auch,
zum einen dieses und die schon bald unheimliche Art und Weise gewissen Methoden als „Das Allumfassende“ zu präsentieren. CTA war doch schon so gesehen eine Garantie für Renditen und wenn ich danach mein Plazierungen tätige bin ich schon weit über meine Renditeabsicht.

hedgestrategien sind sicherlich eine sinnvolle ergänzung des
portfolios, sollten jedoch nicht als neuer heiland gepriesen
werden.

Bei guten Beratern nicht, aber schau dir doch mal die richtigen „Verkäufer“ an. Man da wird einem schlecht. Letzens noch einen Vorschlag auf den Tisch bekommen-> 45% der verfügbaren Mittel in HF??? Ich hab geglaubt es hakt und das bei einem Kunden der eigentlich ein eher sicherer bis ausgewogener Anleger ist.

Interessant find ich auch an Christians Darstellung:
…Andere Marktkommentatoren machen hauptsächlich die Wende an den Zinsmärkten für die Verluste der Hedge-Funds verantwortlich, da diese auch unregulierte Kapitalsammelstellen genannten Vehikel einen Teil ihrer Investments über Kredite finanzieren…

Diese Äußerung hört man sehr häufig von den „Vertretenern“ der Anlageart. Nur wird ja gleichzeitig in dem Artikel klar dargestllt, das sich hier nicht um die gründe handeln kann:
…Dieses Argument scheint aber nur teilweise zu stechen, denn erstens war die von der amerikanischen Notenbank Fed ausgelöste Zinswende weithin erwartet worden. Und zweitens bewegt sich die Fremdkapitalquote - gemäss Jäger - in der Branche derzeit eher am unteren Ende des langjährigen Durchschnitts…

Es sind also Probleme die auch in dem Mittelzufluß zu sehen sind und natürlich die Methodik der Anlage.

Wie dem auch sei, ich schließ mich deiner meinung an, das die HF zur Anlagestrategie dazu gehören. Sie sollten nicht verpönt aber auch nicht als Allheilmittel angesehen werden.

Auf den, ab ins sonnige Wochenende.

Martin

HF sind das nicht diese dubiosen Anlagenformen, wovon es in Dt nur wenig deutsche gibt, weil die BaFin verlangt das auch diese transparent sein müssen? - Zugegen ich verrate auch nicht gern meine Strategien. Die Ableger, die Zertifikate, ob in- oder ausländisch gibt es ja zu Hauf hierzulande zu kaufen.

A.

hallo martin,

ich war immer der meinung, daß ich mich nie auf berater verlassen sollte, da ich einfach nicht genug geld besitze.
außerdem haben alle banken ob der anlagesumme lachanfälle bekommen, als ich 1995 anfragte.
so schlecht sind die märkte 2003/2004 nun auch wieder nicht, es sind durchschnittliche marktentwicklungen.
wer nur dow und dax im blickfeld hat, sieht natürlich das positive nicht.
ich sehe hedges als EINE der interessanten anlagemöglickeiten, nachdem mir gold und öl die miese aktienparformance abfederten.
und da die von christian angesprochenen rendite wirklich n icht berauschend ist, werde ich auf diesem sektor auf gehebelte produkte von deutsche oder coba zurückgreifen.
aber wie ein gewürz in der sauce, nur zur feinabstimmung.

strubbel
$:open_mouth:)

Hallo Christian,

um über Notwendigkeit oder Überflüssigkeit, gut oder schlecht, riskant oder sicher von Hedgefonds zu debattieren fehlts wohl noch immer an einer einheitlichen Definition. Ich sag da lieber Alternative Investments dazu. Und die unterscheiden sich untereinander in Punkto Sicherheit und Art der Ertragserzielung so sehr wie z. B. eine Ostseequalle von meinem Kater.

Hallo,

in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Diskussionen über
die Sinnhaftigkeit, den Erfolg und das Risiko einer
Investition in Hedge Fonds. Meiner Behauptung, die durch so
unwesentliche Dinge wie anerkannte Portfoliotheorien gestützt
wird, war und ist, daß a) eine höhere Rendite auch automatisch
höheres Risiko bedeutet und b) Anlageformen, die bei gleichem
Risiko eine höhere Rendite als andere Anlageformen bieten,
einen Kapitalzufluß verzeichnen werden, der solange zu einem
Renditeverlust führen wird, bis die Renditen wieder dem Risiko
entspricht.

Wenn der Mittelzufluss in gleichartige Typen von Hedgefunds stark zunimmt, dann wird das so sein für den betreffenden Typ. Und um das zu verhindern, sind langjährig erfolgreiche Hedgefunds oft eben für Neuanleger geschlossen. Dort steht wirklich die Effizienz im Vordergrund, nicht die Maximierung des Fondsvolumens. Das Management verdient mehr an der Gewinnbeteiligung als an der Verwaltungsvergütung.

Dies wurde von den Freunden der Hedge Fonds bzw. bestimmter
Hedge Fonds immer wieder bestritten. Evtl. glaubt man der Neue
Züricher Zeitung, Standard & Poors, Partners Group oder
Bloomberg eher:
http://www.nzz.ch/2004/07/30/bm/page-article9RBZ3.html

Besonders spannend ist dieser Absatz:
Besorgniserregend ist jedoch ein anderes Faktum. Die Rendite
von Hedge-Funds sinkt im Schnitt seit Jahren. Nach
Berechnungen der Partners Group ist die Durchschnittsrendite
weltweit seit 1995 von rund 14% auf etwa 5% Ende des Jahres
2003 gesunken. Als Ursache nennt Jäger die stark steigenden
Mittelzuflüsse (die gemäss Theorie stets zu schmelzenden
Renditen führen) und die Verringerung der Alpha-Renditen über
alle Strategien hinweg (gemessen durch Multifaktor-Modelle,
welche die systematischen Risiken ausblenden). Die Gewinne von
Hedge-Funds setzen sich in der Regel aus drei Komponenten
zusammen: aus dem Alpha (risikolos zu erzielende
Zusatzgewinne, weil der Manager aufgrund seines Könnens
Markt-Ineffizienzen ausnutzt), aus verschiedenen Prämien aus
Marktrisiken (Aktien-, Zins-, Währungs-, Kredit-, Rohwaren-
oder Liquiditäts-Risiken - sogenanntes Beta) und aus
risikolosen Zinsen. Nach Ansicht von Jäger dürfte sich die
derzeit schwache Gesamtrendite zwar bis zum Jahr 2010 wieder
auf etwa 9% erhöhen, jedoch nicht mehr die hohen Renditen von
15% vom Anfang der neunziger Jahre erreichen.

Beim Durchschnitt ist das wohl so. Auch bei Alternativen ist die Auswahl der Einzelbausteine wichtig. Nur Trendfolger zu haben ist ebenso riskant wie nur eine einzige Aktie.
Als anderes Beispiel der Phoenix Managed Account. Die Handelsergebnisse sind stabil und bleiben es auch. Die leichte Delle der vergangenen zwei Jahre auf EUR-Basis hatte reine Wechselkursgründe wegen der teilweisen Währungsabsicherung. Und das gesamte Geldvolumen wird ständig kontrolliert. Bei Gefahr für die Rendite würde sofort auch geschlossen.
Und auch derzeit gibts Handelsstrategien, die TOLL verdienen. Eben sinnvoll mischen.

Zitatende

Gruß,
Christian

Ich hab wohl zu 90% Alternativen im Depot (aber nicht gleich umfallen). Mein Ziel, 1% p.m. hab ich im ersten Halbjahr leicht verfehlt. Aber insgesamt kaum Volatilität, und trotzdem Rendite. Auch 2004. Ich behaupte mal einfach, ohne Alternative hätt ichs nicht geschafft.
Das größte Risiko sehe ich darin, daß gerade die erfolgreichen Anlagevehikel überhaupt keine Transparenz haben. Daß sich der Anlager im Prinzip mangels eines Reglements faktisch ausliefert. Aber andererseits hat der Fondsmanager eben auch alle Freiheiten und damit Chancen. Es ist also viel Vertrauen notwendig.
Mittlerweile haben wir aber auch vollkommen transparente Produkte. Aber da kann das Geld auch gleich aufs Sparbuch. Ohne Ausgabeaufschlag. Ohne Risiko.

Und das regelmäßig 15% nicht Utopie sind, und auch ganz konstant seit 1992, das kannst Du z.B. bei F&amp:stuck_out_tongue_winking_eye: selbst nachvOllziehen.

Gruß
Boris