Heide als Trauzeuge?

Liebe Leute,
wie ist Eure Meinung: soll ein überzeugter Heide (für alle, die’s nicht wissen: Heide ist nicht gleich Atheist!) für einem sehr guten Freund bei einer christlichen Trauung Trauzeuge sein? Da wir Heiden zur Zeit keinen Allthing einberufen können, muß ich nun diesen modernen Weg gehen…Ich freue mich über jede Meinung!
Danke im voraus.
Heimdall

Liebe Leute, (für alle,die’s nicht wissen: Heide ist nicht :gleich Atheist!)

Bitte um kurze Erklärung:
Was ist der Unterschied zwischen Heiden und Atheisten?
mfg
dieter

Liebe Leute, (für alle,die’s nicht wissen: Heide ist nicht :gleich Atheist!)

Bitte um kurze Erklärung:
Was ist der Unterschied zwischen Heiden und Atheisten?
mfg
dieter

Sei gegrüßt Dieter,
ein Atheist ist jemand, der die Existenz oder die Erkennbarkeit von Göttern leugnet. Im christlichen Sprachgebrauch ist ein Heide ein Mensch, der nicht den christlich-jüdischen oder islamischen Religionen angehört.
Heutige Heiden sehen sich selbst oft als Naturreligiöse, die sich ihrer Wurzeln bewußt sind, die diesseitsbezogen leben und die alte Kultur, die durch die Christianisierung zerstört wurde, wieder ins Gedächtnis rufen.
Ich möchte betonen, daß dies nur eine sehr verkürzte Beschreibung sein kann, die auch möglicherweise nur für nordische Heiden und meinen persönlichen, engeren Kreis gilt.
Gruß
Heimdall

Verehrter Heimdall,
Angehörige nicht nordischer Naturreligionen verstehen sich als dasselbe wie von dir erwähnte.
„Der oder unser“ Glaube an die große Mutter oder welche Namen man ihr auch geben mag (Diana, Astarte, Aphrodite, Rhiannon, …) sowie der Glaube an ihr Kind (Pan, Faunus, Dianus, Chenumbus, …) alle versteht sich als Naturreligion(en).

Egal woher…

Licht und Liebe
Gerrit

Danke für deine Antwort.
Also, um es zu vereinfachen, beantworte ich zuerst die Frage, ob jemand, der nicht an (einen) Gott glaubt, Trauzeuge bei einer christl. Ehe sein kann.
Ich denke, es wird schwierig, wenn jemand, der nicht an Got glaubt, bezeugen muß, daß eine Ehe vor Gott geschlossen wird. Auch die ganze Rahmenhandlung (Gottesdienst oder Meßfeier), kann ein solcher Mensch nicht nachvollziehen, und nicht „mit-feiern“.

Wenn derjenige zwar an einen Gott glaubt, aber nicht an den der jeweiligen Religion, kann es aus denselben Gründen Schwierigkeiten geben. Die christl. Ehe wird immer vor Gott, dem Vater, Jesus Christus und dem hl. Geist geschlossen. Wenn jemand diese nicht anerkennt oder an sie glaubt, dann kann er auch nicht Zeuge sein für das, was dort passiert.
mfg
dieter

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Hallo Heimdall,

entgegen der Meinungen aus dem Hexenboard bin ich der Meinung, das Du bei einer christlichen Trauung nicht als Trauzeuge fungieren solltest. Da du kein Christ bist bedeuten dir, die dort gesprochenen Worte auch nichts. Damit würde man außerdem den christlichen Ritus entwerten. Stell Dir vor Christen würden an Samhain oder Belltane das Amt des Hohepriesters oder das der Hohepriesterin ausüben, ich glaube das fändest du auch nicht gut. Warum wirst Du nicht Trauzeuge bei einer standesamtlichen Trauung, und überläßt den kirchlichen Teil anderen ?

Ich weiß mit diesen Worten trete ich der ganzen Friede/Freude/Eierkuchen Fraktion hier auf die Füße, aber die eigenen Handlungen haben nun mal auch Konsequenzen. Wenn ich kein Christ bin bleibe ich christlichen Stätten fern, genauso wie ich mir das umgekehrt auch von den Christen erhoffe.

Es grüßt dich Bastet

Hallo Heimdall!

Ich muß zugeben, keine der anderen Antworten gelesen zu haben, deshalb wiederhole ich vielleicht eine Antwort.
Also, ist dieser Heide in der Kirche? Auch Heiden treten oft nicht aus.
Wenn er nicht in der Kirche ist, stellt sich dann die Frage überhaupt, als Trauzeuge der kirchl. Trauung??
Muß er nicht einen Nachweis mitbringen, daß er in der Kirche ist?
Wenn ich z.B. bei einer Taufe Pate werden will, muß ich in der Kirche sein. Sonst geht nichts!
Gruß Werner

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Hallo Heimdall,
ich glaub ich kann ein bißchen mitreden, da ich selbst entschiedener Christ bin und einen Vater habe, der ein Heide ist. Er hat mir erzählt, daß er um endgültig in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden, die Taufe, die er als Kind traditionell empfangen hat, widerrufen mußte. Das zeigt doch ganz deutlich, daß sich hier ein Graben auftut, der nicht aus „Freundschaft“ oder „Tradition“ zu überbrücken ist. Immerhin sind dies zwei Weltanschauungen, jede hat ihre Rituale und Zeuge sollten meiner Meinung nach nur diejenigen sein, für die die Rituale inhaltlich dieselbe Bedeutung haben.
Ich denke, Dein Freund / Freundin sollte das verstehen, wenn Du ablehnst und es so begründest.

Grüße Irene

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

also ich selbst gehöre keiner Religion an und bin selbst öfters in dem Dilemma, dass ich von christlichen Freunden oder Bekannten gebeten werde, solche „Dienste“ zu versehen. Das fängt schon damit an, dass man an zu besonderen Anlässen zum Gottesdienst eingeladen wird.

Ich lehen soetwas inzwischen grundsätzlich ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich in einem christlichen Gottesdienst absolut fehl am Platz bin. Ich glaube nunmal nicht dran und komme mir vor, wie ein Zuschauer einer (relativ schrägen) Fernsehserie von der ich die letzten 200 Folgen verpasst habe :smile: (nichts für ungut an die Christen, ich beschreibe nur mein Gefühl und will nicht werten).

Ich finde auch, dass das solche Einladungen irgendwie den Respekt vor meiner Überzeugung vermissen lassen. Es nervt auf die Dauer ganz schön, sich immer rechtfertigen zu müssen. Ich versuche schließlich auch nicht, meine christlichen Bekannten Sonntag vormittags zu irgendeiner „kirchenfernen“ Unternehmung zu überreden!

Viele Grüsse,
Lisa

hallo heimdall,

Liebe Leute,
wie ist Eure Meinung: soll ein überzeugter Heide für einem
sehr guten Freund bei einer christlichen Trauung Trauzeuge
sein?

ich nehme an, du bist derjenige?
ist es eine kirchliche oder standesamtliche trauung? bei einer kirchlichen trauung: akzeptierst du den anderen glauben deines freundes? gibt es eine heidnische möglichkeit zur „patenschaft“ oder sowas über diese heirat? ansonsten: sei doch einfach „informell“ ein trauzeuge. das ist genaubesehen nichts - und doch nicht weniger als ein christlicher trauzeuge, oder? :wink:

Da wir Heiden zur Zeit keinen Allthing einberufen
können, muß ich nun diesen modernen Weg gehen…Ich freue mich
über jede Meinung!
Danke im voraus.
Heimdall

wie organisiert seid ihr? gibt es sowas wie eine dachorganisation, regelmäßige treffen, initiation etc? ich würd mich über antwort (via email) freuen (auch wenn du entsprechende links hast…) :smile:

gruß
jonas

Zwischenfrage-Etwas entfernt!
Hallo!
Ich habe leider etwas Probleme mit dem Begriff Heide.
Im christlichen Sprachgebrauch, wie Sie selbst schreiben, „ist ein Heide ein Mensch, der nicht den
christlich-jüdischen oder islamischen Religionen angehört.“
Hat der Begriff Heide für einen Heiden noch eine andere Bedeutung? Oder warum wird eine „Fremdbezeichnug“ verwendet?
Mir erscheint das so wie t.e. die Bezeichnung Eskimo. Selbst bezeichenen sich diese Menschen, soweit ich weiss, als Inuit.
Ich hoffe mein Problem genuegen erklaert zu haben und freue mich
auf Erklaerungen.
Ema

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Hallo!
Ich habe leider etwas Probleme mit dem Begriff Heide.
Im christlichen Sprachgebrauch, wie Sie selbst schreiben, „ist
ein Heide ein Mensch, der nicht den
christlich-jüdischen oder islamischen Religionen angehört.“

Hallo Ema,
Heiden sind keineswegs religionslos, wie sie oft bezeichnet werden.
Hier, in Europa wurden Naturgottheiten verehrt bevor das Christentum in Europa einfiel.
Unsere Vorfahren waren keine Christen, glaubten aber dennoch an Gottheiten.
Der Begriff „Heide“ wurde und wird auch als Beleidigung (Gottlos)gebraucht, was einer Diskreminierung gleichkommt.

der Glaube an die Asen (Germanischer Götterglaube), der Glaube an das Römische Götterpantheon, an Gaia (die große Erdmutter) und der Glaube an viele andere Gottheiten mehr ist „heidnischer“ Glaube.

Der erste (überliefert) Glaube, war ein heidnischer.
Der Hauptgott hier ist „die große Mutter“. Sie tratt späterhin in vielen Glauben in Erscheinung (Gaia, Freya, Aphrodite, Diana,…)
Ihr Simbol ist der Mond.

Neben ihr war ihr Kind; ihr Sohn. Bekannt als der Gehörnte. Auch er tritt manigfach in Erscheinung (Pan, Faunus, Chenumbus, Dianus,…)
Ihn simbolisiert die Sonne.
Hier darf den „christlichen“ Glaube nicht mit dem heidnischen verwechseln. Der Gehörnte war hier nie!!! böse.

Ich hoffe ich konnte dir, mit dieser Erklärung weiterhelfen.
Sei gesegnet
Gerrit

Hallo Leute,
Wie ist es bei Mischehen. Heide -Christ. Sollen die „Heiden“ vor der Kirche warten. Sind die nicht fähig, zu bezeugen, dass eine Ehe geschlossen wurde.
Wie ist es, wenn Ehen nach kurzer Zeit wieder getrennt werden ?
Dann fühle ich mich oft als „Genarrter“.

Im Jahr 1952 durfte ich beim ersten Kind meiner Schwester (Mischehe), nicht als Taufpate in der kath. Kirche auftreten.
Der Ersatzpate hat völlig versagt. All die Jahre durfte ich mit Freude den echten Paten sein.
Heute wird auch in der kath. Kirche nicht mehr gross darauf geachtet.
Andersgläubigkeit fällt nur in der kath. Kirche auf; Reformierte schlagen keine „Kreuze“ und halten sich zurück beim Empfangen der Ersatzbrote.
Gehe seit Jahren regelmässig (als sog. „Heide“), als Begleiter meines behinderten Enkels in die kath. Kirche.
Oftmals fühle ich mich auch nur als Zuschauer, höre aber gerne „Choräle“ und Orgelmusik.
Vorteilhaft ist es in der kath. Kirche; man kann nicht einschlafen.
Sitzen, Aufstehen,Sitzen… ! *gr*
Gruss
Fritz aus der CH