Was ist „Heiliger Krieg“?
Gibt es ihn?
Ist er gleichzusetzen mit „Djihad“?
Im Islam gibt es keinen „heilgen Krieg“ oder
die Beschreibung eines bestimmten Kriegs,
denn in einem Krieg sterben immer Menschen
und deswegen kann er nicht heilig sein.
Es wird aber im Islam anstelle des Wortes „Krieg“ das Wort „Djihad“ von der westlichen Welt benutzt.
Was bedeutet also aus islamischer Sicht das Wort „Djihad“?
Die wörliche Bedeutung ist
„sich anstrengen, streben nach“.
Es heißt also, daß sich eine Person oder
eine Gemeinschaft mit voller Kraft
für eine gerechte Sache einsetzt.
Wichtig ist, daß man in der Sache,
für die man sich einsetzt, im Recht ist
und daß beispielsweise vor einer militärischen Auseinandersetzung alle diplomatischen Versuche
zur Lösung eines Konflikts ausgeschöpft werden.
Erst wenn keine der Bemühungen ein Ergebnis bringen,
erst dann darf ein Krieg begonnen werden.
„Djihad“ bedeutet aber nicht
„Krieg“ im militärischen Sinne;
dazu zählen auch alle Anstrengungen gegen eigene negative Begierden, Triebe und Gelüste.
Ebenso werden alle Mittel und Wege,
die für eine gerechte Sache eingesetzt werden,
zum Djihad gezählt.
Der Qur’an und die Hadith sagen aus,
daß zunächst versucht wird,
mit allen fiedlichen Mitteln eine Lösung zu finden ;
wenn es nötig ist, sollen Gespräche geführt werden usw.
Aber am Ende wird, wenn es keinen anderen Weg mehr gibt,
mit dem Djihad im miliärischen Sinne begonnen.
Vorraussetzung ist immer, daß man im Recht ist.
Dann muß man auch bereit sein,
sich mit seinem Leben für diese Sache einzustehen.
Wann macht man den Djihad?
Wenn die moralischen und materiellen Werte
von außen angegriffen werden;
wenn also Kinder getötet, Frauen vergewaltigt werden
oder der Besitz und das Land unrechtmäßig beschlagnahmt werden, dann sollte ein Muslim,
um diese Werte zu schützen, bereit sein,
sogar sein Leben dafür zu opfern.
Wenn der Feind dennoch in aggressiver Art und Weise angreift, dann muß er natürlich auch mit eigenen Verlusten rechnen.
Wir sollten eines nicht vergessen.
Kriege sind nicht erst mit dem Islam entstanden!
Kriege gab es, seitdem es Menschen gibt und es gibt sie noch immer.
Wenn wir heutige Kriege betrachten,
so ist der Grund für diese nicht die Religion;
es sind also keine Kriege,
die aus religiösen Gründen geführt werden,
wenn diese manchmal auch so vorgeschoben werden.
Es sind Kriege augrund unterschiedlicher,
von Menschen entwickelter,
Idiologien oder es sind Kriege,
die finanzielle und materielle Vorteile
für ein bestimmtes Land bringen.
Weder den 1. noch 2. Weltkrieg haben Muslime begonnen.
Auch der Korea-Krieg und der Vietnam-Krieg hatten nichts
mit Muslimen zu tun.
Der Einmarsch der Russen in Afghanistan und so weiter
- es waren nicht die Muslime,
die diese Kriege begonnen haben.
Wenn wir heute Palästina betrachten:
Dort sterben täglich Menschen und das ist Krieg.
Und auch diesen Krieg,
haben nicht die Muslime nicht begonnen.
In Bosnien haben die Serben die Muslime angegriffen.
Keinen dieser Kriege haben Muslime begonnen.
Wenn der Islam „Djihad“ als einen aggressiven Angriffskrieg befohlen hätte,
dann würden sich heute alle „islamischen“ Länder
in einem Krieg befinden.
Dann wären sie die Initiatoren aller Kriege.
Das ist aber nich der Fall.
Muslime dürfen also niemals selber einen Krieg
oder eine Auseinandersetzung beginnen.
Sie sind lediglich verpflichtet, sich zu verteidigen.
Das ist in allen Kriegen der Fall.
In Bosnien, in Palästina, in Afghanistan…
Der Islam ruft also nicht zum Krieg auf.
Ein Muslim kämpft nur,
wenn alle friedlichen Wege verschlossen sind
und er sich in einer verzweifelten Situation befindet.
Es gibt also keinen „heiligen Krieg“ im Islam.
Muslime dürfen nur Krieg beginnen,
wenn ihr Land, ihre Ehre, ihr Besitz…
angegriffen werden.
Das Christentum wurde durch die Tätigkeit
von Missionaren verbreitet,
der Islam hingegen von muslimschen Händlern und Reisenden.
10% aller Araber sind immer noch Christen.
Auch in den anderen „islamischen“ Ländern
hat die Toleranz der Muslime das Überleben
von nichtmuslimschen Minderheiten gewährleistet.
Und es gibt heute in fast allen muslimschen Ländern nichtmuslimsche Minderheiten.
In der Bundesrepublik Deutschland nehmen auch Deutsche freiwillig und aus Überzeugung den Islam an
(zu Zeit ca. 120 000).
Sie und alle anderen Muslime wollen mit ihren Mitmenschen friedlich zusammenleben und besitzen keine Schwerter,
um andere zum Islam zu bekehren.