Heimnetzwerk einrichten

Hallo zusammen,
ich ziehe bald mit meiner Firma in ein anderes Haus um und stehe dort vor der Herausforderung, den Internetanschluss optimal zu verlegen.

In einem Raum im Keller liegt sowohl Internet als auch Telefon an. Der Telefonanschluss wurde bereits in das Erdgeschoss verlegt, das Internet nicht.

Im Erdgeschoss möchte ich mein Büro einrichten. Ich brauche Internetzugang für bis zu 5 Computer gleichzeitig. 4 davon verfügen über WLan, einer aber nicht. Außerdem möchte 3 bzw. 4 Telefonnummern. Am liebsten eine, die bei allen 3 anderen klingelt und dann je 3 eigene. Bisher habe ich keinen Anbieter in diesem Haus. Derzeit bin ich in meinem alten Büro bei Versatel. Die Telefonnummer würde ich gern mitnehmen.

Ich habe überlegt, in den Keller einen WLAN-Router zu stellen, das würde meinen einen PC aber ausschließen. Ich habe auch überlegt, Powerlan zu nutzen, da kenne ich mich aber nicht aus, ob das mit jedem Stromnetz geht. Das Haus wurde 1937 bereits gebaut und ich weiß nicht, wann das Stromnetz erneuert wurde. Es steht auch noch die Möglichkeit, ein Kabel zu ziehen, aber das ist recht aufwendig, weil der Kabelschacht in das Erdgeschoss versteckt liegt und ich ihn erst freilegen müsste.

Was haltet ihr für die beste Lösung? Wie genau muss ich verkabeln und worauf muss ich achten?

LG

Hallo,

das das Telefon schon vom Netzwerk separiert ist, würde ich mir auf jeden Fall eine Leitung (kein WLAN) ins Büro legen. Ob Du jetzt den Kabelkanal nutzt oder selber in einer Raumecke durchbohrst hängt von dem gegebenheiten ab. Entscheidend ist, dass Du in deinem Büro an dem Kabel einen Router installierst, der DEIN Netzwerk absichert Auch wenn der Anschluss im Keller ev. nur für Dich ist. DU bist für die Daten Deines Unternehmens (ev. Kundendaten?) verantwortlich und kannst nur durch die Absicherung eines zwischengeschalteten Routers mit Firewall Netzwerksicherheit gewährleisten und Konfigurationen vornehmen. Das WLAN kannst Du dann über den Router realisieren, natürlich WPA2 verschlüsselt. Zusätzlich würde ich Dir ein kleines NAS empfehlen, Synology oder QNAYP z.B. Sollte am Router angeschlossen werden, mindestens 2 Festplatten haben die gespiegelt sind (Datensicherheit) und den Arbeitsplätzen als Speicherort dienen. Es besteht die Möglichkeit ein zweites NAS z.B zu hause hinzustellen und durch einen verschlüsselte Verbindung die Daten z.B. Nachts übers DSL abzugleichen. So kann sogar das Büro abbrennen, trotzdem sind die Daten noch vorhanden (und das kostengünstig). Die Firma soll doch sicherlich was längerfristiges sein. Da lohnt es sich am Anfang etwas zu investieren. Da das NAS permanet im Betrieb ist würde ich eins mit 2,5 Zoll Festplatten empfehlen, ziehen deutlich weniger Strom.
Falls Du Doch im Keller einen WLAN Router aufstellen willst, kannst Du in dem einen PC natürlich WLAN ostengünstig über USB nachrüsten.

Viel Erfolg
Norbert

Hallo Oli,

meiner Meinung nach ist folgende Lösung einfach umzusetzen:

  1. Internet, ist machbar über deine angestrebte Lösung mit WLAN, einfach einen WLAN-Stick für den PC kaufen (8-30 Euro) und anbinden.
    Je nach Anbieter und vorherigem Wohnort kannst du deine Festnetznummer mitnehmen. Eine Mitnahme in einen anderen Vorwahlbereich ist meines Wissens nach nicht möglich.
    Einfach 3 Nummern zusätzlich beantragen (kostet je nach Anbieter einmalig oder dauerhaft extra), und dann (wenn WLAN) am besten die Mobilteile (oder über Kabel die Stationen) mit einer akteullen Fritzbox ansteuern. Das Programmieren der Box geht ohne große Vorkenntnisse und dann kannst du auch angeben, welche Telefone bei welcher Nummer läuten sollen usw.

Schöne Grüße

Manu

Hallo,

  1. eine kleine Telefonanlage kann einzelne Anschlüsse und gemeinsam zu nutzende Telefonnummern (eine Rufnummer, mehrere Telefone klingeln) realisieren.
  2. Ob die Rufnummernmitnahme klappt ist sicherlich vom jeweiligen Provider abhängig.
  3. Netzwerk:
    WLAN über Etagen verteilt kann ich nur abraten. Die Datenrate nimmt drastisch ab, sobald man durch eine Decke durchmuss. Daher besser das bereits ins EG verlegte Kabel sowohl für Telefon als auch Internet-Anschluss nutzen, also erst im Erdgeschoss die Trennung (DSL-Splitter) zwischen Telefon und Internet machen, wenn nicht eh IP-Telefonie vorgesehen ist.
    Den Internet-Router dann im EG an diese Leitung hängen und dort Telefonanlage und Switch / WLAN für die Rechner dran. Sternförmige Verkabelung von den Rechner zum Switch bzw. Router mit eingebautem Switch.

Sollte das nicht gehen, dann Powerline ausprobieren (eine Station im Keller an den Router und eine im EG). Im EG dann einen Switch für die Verkabelung der Rechner an den Powerline-Adapter anschließen und Rechner sternförmig verkabeln.

Gruß
Markus

Hallo
Finger weg vom WLAN wenn es anders geht. Ich lege in Büros immer einen Brüstungskanal. Das ist am flexibelsten und lässt sich nachher noch erweitern.
Nach Möglichkeit würde ich die aktive Technik (Router, Switch, Telefonanlage etc.) in einen Extraraum zusammen führen. Die Geräte entwickeln neben der Wärme auch noch entsprechenden Lärm.
Gruß
Martin

wie würde das denn bei einer Fritzbox aussehen. Was ist das für ein Anschluss, den die brauch? kommt der aus der Telefondose oder muss das ein Lankabel sein? Ersteres habe ich bereits im Büro anliegen.

Dann gibt es viele verschiedene Fritzbox. Welche passt zu mir? Ich habe 4 Wlan-PCs, die sie nutzen, einen Lan-PC und 2-4 Telefonnummern

Hallo nochmal
Die Fritzbox hat ein eingebautes Dsl-Modem und braucht zum einen den DSL und zum anderen den Telefonanschluß.
Von außen kommt ein Anschluß ins Haus, der nach der Übergabe-Dose aufgeteilt wird in DSL und Telefon. Ab hier sollte man die Kabellänge kurz halten fürs DSL.
Den Telefonanschluß muss man nicht über die Fritzbox führen, dann kann man die Anrufe aber nicht verteilen bzw. mit VOIP kombinieren.
Der Splitter kann also ruhig im Büro sein.
Zur FritzBox:
254 WLAN-Geräte lassen sich in Standard-Konfiguration „anschließen“. Das selbe gilt für Lan, allerdings haben die Fritzen maximal 4 Anschlüße soweit ich weiß.
Telefon ist nun wieder was anderes. Handelt es sich um analog oder ISDN? Bei ISDN gibt es maximal 10 Rufnummern auf 2 getrennten „Leitungen“, bei analog nur eine Nummer und eine Leitung. Dann müsste der Rest über VOIP gehen.
Gruß
Martin

Hallo,

Zur Verkabelung:
Meines erachtens hat sich eine feste Verkabelung bisher immer bezahlt gemacht. Die Verbindung läuft schneller und stabiler als über W-Lan, was vor allem zum tragen kommt, wenn Daten unter den Rechnern ausgetaucht werden.
Die Anbindung über die Steckdosen ist ebenfalls möglich. Hier bitte bei den entsprechenden Herstellern informieren - es gibt in der Tat Mindestanforderungen. In der Praxis funktionieren die Geräte auch wirklich gut - allerdings habe ich keine im professionellen Einsatz, „nur“ in Privathaushalten.

Daher ist meine Empfehlung - auch wenn es etwas mehr Aufwand bedeutet - die physikalische Verkabelung vom Verteiler ins Erdgeschoss. Dort kann dann das Endgerät angeschlossen werden und an dieses die Computer/Telefone.
Eventuell auch prüfen was für ein Kabel bereits verlegt worden ist. Ich gehe von einem ISDN-Anschluss aus. Vielleicht kann das Endgerät (z.B. Fritz Box) auch schon oben eingesetzt werden und es muss kein zusätzliches Kabel verlegt werden. Die Aufteilung Telefon / Computer würde in diesem Fall in der z.B. Fritz Box stattfinden. Evtl. müssten so nur ein paar Kabel umgesteckt werden.

Als Hardware wäre die Fritz!Box 7390 auch meine Empfehlung.
Dort können 2 schnurgebundene analoge Telefone (z.B. Fax), 2 schnurgebundene ISDN-Telefone, 6 tragbare Mobilteile und 4 schnurgebundene Computer angeschlossen werden. Zusätzlich noch W-Lan Geräte.

Die 4 Rufnummern können über jeden ISDN-Anschluss gebucht werden. Im Standard sind 3 Nummern dabei. Bis zu 10 sind normalerweise für einen einzelnen Anschluss möglich - diese bei der Beauftragung mit angeben und es sollte keien Probleme geben.
Ebenso die Zuweisung zu den Telefonen, diese ist üblicherweise über eine Oberflächte einzurichten und es kann jedem Telefon jede Rufnummer zugewiesen werden. Dabei können sich die Nummern auch überschneiden, so daß die gewünschte Konstellation kein Problem darstellt.

Die Rufnummernmitnahme ist gesetzlich vorgeschrieben - aber Sie werden bei Versatel eine „Auslöse“ bezahlen müssen.

Im Raum München kann ich M-Net oder die Telekom empfehlen, wobei ersterem der Vorzug zu geben ist.
Allgemein muss ich sagen, daß der Ruf der Telekom schlechter ist, als die inzwischen gebotene Leistung. Die Telekom stellt sich erfolgreich und, zumeist, kundenorientiert dem Wettbewerb - tatsächlich gibt es hier seit einigen Jahren wenig Probleme.

Dies ist allerdings nur eine allgemeine Empfehlung. Sollten spezifische Wünsche oder rechtliche Vorgaben erfüllt werden müssen, aufgrund Ihres Tätigkeitsfeldes, muss man evtl. an der ein oder anderen Stelle Änderungen bedenken. Aufgrund der Beschreibung denke ich aber das die physikalische Verkabelung mit einer Fritz Box im Erdgeschoss eine wartbare und ausfallsichere Lösung bietet.
Zumal die Fritz-Box auch sehr häufig bei Beauftragung eines Anschlusses vergünstigt/kostenfrei dazugegeben wird.

Und keine Angst vor der Verkabelung - hört sich jetzt alles schlimmer an, als es ist. Vor allem die Fritz Box ist selbsterklärend, auch wenn TK nicht das Fachgebiet ist. Ansonsten gibts hier ja auch Hilfe :wink:.

Hallo LG,
drei Fragen:
1)Internetanschluss ist DSL?
2)Telefonanschluss ist ISDN?
3)Deine Telefone sind analog,
laufen also über a/b-Wandler?

Wenn ja, habe ich einen Favorit, da es viele Möglichkeiten gibt:

Telefonleitung vom Hausanschluss im Keller in das Erdgeschoss legen, da du ja wohl primär über WLAN arbeiten willst. Alte Häuser können da Überaschungen aufweisen - z.B. kein WLAN über zwei Etagen möglich.
Im Erdgeschoss kommt dann der Splitter und der DSL-Router (mit integrierten Modem und WLAN).
Die Telefonanlage (oder die 2a/b-Wandler) kommen bei ISDN mit in das Erdgeschoss. An der Telefonanlage oder 2/ab-Wandler kannst du dann einstellen, auf welche Telefonnummer welcher Telefon-Anschluss kommen soll.
Das Telefon im Keller muss dann aber über eine Leitung vom Erdgeschoss angeschlossen werden.
Deinen PC im Keller würde ich einen WLAN-USB-Stick gönnen (10-20 EUR), da Kabellegung ja nicht so gewünscht wird.
WLAN sollte dann aber mit WPA-2-Verschlüsslung laufen (z.Z. die beste Verschlüsslung).

Beantworte bitte erst die Fragen, da sonst zu viel und nicht passenden Vorschläge kommen könnten.

Gruß Jens

Hallo,

langfristig dürfte die beste Lösung sein ein Verlegekabel (mit Netzwerkdose oben und unten) in den Keller zu legen und den Router ins EG zu holen. Neben dem besseren Empfang beim WLan hasst Du dann auch alle Kabelmöglichkeiten die dein Router so bietet.
Wenn die Entfernung zwischen Splitter oder TAE zu groß wird muß der Router im Keller bleiben. Da hilft nur ausprobieren, rechnen wäre zu aufwendig. In dem Fall brauchst Du ebenfalls das Kabel zwischen Router und EG, entweder direkt zum PC oder zu einem Switch.

Mit Powerline könntest Du theoretisch den Router im Keller lassen und das Kabel einsparen. Das ist aber nur bei einer neueren Strominstallation dauerhaft Störungsfrei. Und auch nur wenn dort keine groben Geräte (Schlagbohrer, Waschmaschine,…) auf der gleichen Phase laufen. Ist eher ne Notlösung. Kann klappen, muß nicht. Wenns heute geht weißt Du nicht ob morgen auch noch.

Viel Erfolg