Heinrich Heine: Die schlesischen Weber

5 Im düstern Auge keine Träne
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

10 Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
in Winterskälte und Hungersnöten.
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
er hat uns gedüfft und gefoppt und genarrt.
Wir weben, wir weben!

15 Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
den unser Elend nicht konnte erweichen,
der den letzten Groschen von uns erpresst
und uns wie Hunde erschiessn lässt.
Wir weben, wir weben!

20 Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
wo nur gedeihen Schmach und Schande,
wo jede Blume früh geknickt,
wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt.
Wir weben, wir weben!

25 Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
wir weben emsig Tag und Nacht.
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!

Das Gedicht konnte ich interpretieren, jedoch verstehe ich nicht warum einige Autoren das gedicht als „historische“ Quelle ansehen?!

Das Gedicht bezieht sich auf den schlesischen Weberaufstand von 1844 und ist auch im gleichen Jahr im „Vorwärts“ erschienen. „Quelle“ ist streng genommen trotzdem nicht ganz korrekt, zumindest insofern es sich auf die Ereignisse selbst bezieht. Wenn es aber um die Rezeption des Aufstandes bei den Zeitgenossen geht, ist es sehr wohl eine Quelle.

Gruß

Volker

Hallo, gigi,
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Grüße
Eckard.

Vielen Dank, ihr habt mir weitergeholfen!