Heinrich Müller - Totgesagte leben länger...?

Hallo,

ich beschäftige mich im Zuge meiner Facharbeit (Abgatermin erst nächstes Jahr, also ENTWARNUNG vor einér Frage á la „Schreibt mir jemand eine?“) mit der Fluchthilfe für NS-(Kriegs)verbrecher und deren Verurteilungen. Bei Oliver Schröm „Stille Hilfe für braune Kameraden“ bin ich da auf etwas gestoßen:
„…Dabei befand sich Gestapo-Müller in der Obhut des CIC, wie sich erst 56 Jahre später, im Feb. 2001, herausstellte. (…) Im Washingtoner Nationalarchiv war der ZDF Mitarbeiter Ralf Piechowiak auf zwei Karteikarten gestoßen(…)“ - Grob die These: Müller war ins Programm des CIC aufgenommen worden.
Ich dachte, Müller wäre im Mai 45 in Berlin verschollen gegangen? Und wieso hat das ZDF keine große Guido-Knopp-Enthüllungs-Serie zu diesem Fund gemacht? Wo finde ich nochmehr zu dem Sachverhalt (außer Washington)?

Vielen Dank!

Hallo Armin,
da habe ich wohl die Google-Ergebnisse nicht gründlich genug durchgelesen :frowning:
Was nun, ich hätte die Antwort jetzt gleich wieder gelöscht, aber da steht deine Antwort drunter, also geht das nicht.
Vielleicht kann ein MOD meine Antwort löschen (oder nur den fraglichen Link entfernen) oder Du löschst deine Antwort und anschließend kann ich auch meine löschen.

Viele Grüße
Marvin

Hallo Armin,
da habe ich wohl die Google-Ergebnisse nicht gründlich genug
durchgelesen :frowning:

Das kann passieren… Du bist da auf der Seite dieses Herrn gelandet:
http://www.h-ref.de/personen/rudolf-germar/
http://de.wikipedia.org/wiki/Germar_Rudolf
Die anderen Links waren seriöser (National Archive Washington)

Hallo Armin,

Du bist da auf der Seite dieses Herrn
gelandet:
http://www.h-ref.de/personen/rudolf-germar/
http://de.wikipedia.org/wiki/Germar_Rudolf
Die anderen Links waren seriöser (National Archive Washington)

Ja, das habe ich nach deinem netten Hinweis dann auch gemerkt, das heißt ich habe mit whois die braunen Besitzer der Seite festgestellt und mit Hilfe der Wikipedia mich noch schlauer gemacht. Hätte ich gleich tun sollen, aber die paar Zeilen aus dem Buch, die ich überflogen hatte, klangen noch sehr unverdächtig und sehr ergiebig für die Anfrage.
Habe draus gelernt, keine Schnellschüsse zu später Stunde mehr…
Hätte aber nichts dagegen gehabt, wenn das gleich von Dir gelöscht worden wäre. Aber auf jeden Fall vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und mach weiter so.

Viele Grüße
Marvin

Hallo,

Gerüchte gibt’s ja viele, gab es immer. Und natürlich wurden die Gerüchte immer wieder aufgeblasen (speziell auch aus der rechten Ecke). Ich würde ehemalige CIC Karten (und besonders in diesem Fall) nicht zu ernst nehmen. Es gab da auch mal über 100 Karten mit Martin Bohrmann drauf (nicht weil das CIC Bohrmann hatte sondern weil es vermutete, dass Leute, die versuchten, da irgendwelche Deals zu machen in Wirklichkeit Bohrmann sein könnten). Es gab sogar mindestens eine Adolf-Hitler-Karte. Eliche Karten wurden, nachdem der Verdacht sich wohl nicht erhärtete, vernichtet. Aber nicht alle. Man darf ja nicht vergessen, dass es gleich nach dem Krieg und bis in die frühen Fünfziger in den US Geheimdiensten doch manches Mal ziemlich chaotisch zuging (na ja, genau genommen hat sich nur der Grad des Chaos bis heute verändert, nicht der Zustand als solcher).
Aber was Müller angeht: Der letzte Punkt, an dem sich alle einig sind, ist ja, dass der Bursche ein oder zwei Tage nach Hitlers Selbstmord noch in Berlin war. Dann gibt es eben beide Meinungen: Er kam ums Leben oder er wurde mit einem Fieseler Storch in die Schweiz ausgeflogen. Nur wäre das ja bereits der 1. oder 2. Mai 1945 gewesen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die russischen Panzer nur noch wenige hundert Meter vor der Reichskanzlei (wo ja Müller angeblich gesehen wurde). Die Frage also, ob ein Fieseler Storch, der zwar durch gute Kurzstarteigenschaften bestach, aber ansonsten ein eher langsames Luftziel war) den Start über diese Linie und den anschließenden Flug über ein von den allierten Luftwaffen beherrschtes Deutschland bis in die Schweiz geschafft hätte ist wohl eher theoretisch. Sie würde den Ort des Todes vielleicht um einige Kilometer verschieben. Also wenn Du technische Fakten auch als Argument zuläßt, dann ist die Story von der Flucht mit einem Storch in die Schweiz genau das: Eine Story.

Peter

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