Hallo liebe www-Nutzer
Ich werde ein Referat über das Buch „Das Käthchen von Heilbronn“ vonHeinrich von Kleist machen und dazu die Epoche: Weimarer Klassik.Aber ich weiß überhaupt nicht, warum dieses Buch in diese Epochepasst…ich hab schon recherchiert und hab eigentlich nurrausgefunden, dass in den Dramen das Sprachniveau sehr hoch ist, wasbei diesem Buch ebenfalls der Fall ist (also für mich). Gibts nochandere Merkmale, mit denen ich sicher sein kann, dass dieses Buch indie Kategorie „Klassik“ reingehört? Danke schon im VorrausNathalie
‚Das Käthchen von Heilbronn‘ – für Romantiker
Hallo, Nathalie
In der Zeit um 1800 nahmen drei Dichter eine Sonderstellung ein:
Hölderlin, Jean Paul und Heinrich von Kleist. Sie gehören weder zur
Klassik noch zur folgenden Romantik, sondern sind, jeder auf seine
Art, Einzelgänger.
„… Ebenso wie man versucht, Kleist in die Fluten der Romantik
einzuordnen, wird auch eine Affinität zwischen den Dramen Kleists und
der klassischen Dichtung betont. Diese Zuordnung beruht dann auf der
stofflichen Wahl, denn mehrmals adaptiert Kleist antike mythologische
Inhalte, was eigentlich ein Kennzeichen klassischer Ästhetik ist, und
hält sich bei seiner Bearbeitung an den klassischen Dramenaufbau, wie
überhaupt das Verfassen von Dramen eher einen Klassiker denn einen
Romantiker kennzeichnet. Zugleich werden aber in Kleists „klassischen“
Dramen die klassischen Stilprinzipien in hohem Maße verletzt, wie
schon die Stoffwahl belegt: Nicht mehr das allgemein-menschliche,
zivilisierende, klassisch-befriedete Element antiker Dichtung, sondern
das Besondere, Extreme und Grausame rückt in den Vordergrund. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist
Bei der Uraufführung des ‚Käthchens‘ 1810 in Wien wurden die
romantischen Elemente hervorgehoben. Der grosse Aufwand für
Dekorationen und Kostüme sowie der mysteriöse Zusammenhang der Szenen
kamen der romantischen Stimmung des Wiener Publikums entgegen, und
Ritterschauspiele waren in Mode.
http://www.kleist.org/kaet/index.htm
Gerade die romantischen Elemente lassen das Stück auch heute noch
interessant (bis kitschig) erscheinen, zum Beispiel die Erhöhung
Käthchens zur Kaisertochter …
Gruss
Adam
Hallo liebe www-Nutzer
Ich werde ein Referat über das Buch „Das Käthchen von
Heilbronn“ vonHeinrich von Kleist machen und dazu die Epoche:
Weimarer Klassik.Aber ich weiß überhaupt nicht, warum dieses
Buch in diese Epochepasst…
Hallo,
Nathalie!
[Ähem, Terminologie: Es ist kein „Buch“, sondern ein Drama.]
Bei aller Romantik in diesem Drama und in der Literatur dazu sollte man nicht übersehen, dass eine große Ähnlichkeit besteht zwischen dem Käthchen bei Kleist und der Iphigenie Goethes: die Selbstbehauptung beider in allen Verwicklungen der Handlung, weil sie sich ganz auf sich selbst verlassen, sich völlig treu bleiben und dadurch ganz ohne Schutz sind. Aber gerade in dieser Einwilligung in Hilflosigkeit und Schwäche erweist sich ihre Stärke: Sie scheitern nicht, sondern erweisen sich als die Überlegenen.
Gruß!
Hannes
Hallo Hannes!
[Ähem, Terminologie: Es ist kein „Buch“, sondern ein Drama.]
Ja das stimmt…aber es gibt doch trotzdem ein HappyEnd in diesem Drama? Sind Dramen nicht meistens Tragödien?
LG nathalie
Hallo Nathalie,
Sind Dramen nicht meistens Tragödien?
Nö, warum?
http://de.wikipedia.org/wiki/Drama
Gandalf
Sind Dramen nicht meistens Tragödien?
Wie man’s nimmt. Das Wort kommt aus dem Griechischen: Das Verb δρᾶν (drân) bedeutet ›handeln‹; es ist in dem deutschen Wort ›drastisch‹ erhalten. Das δρᾶμα (drâma) ist also ›die Handlung; das Geschehen‹ – ob nun mit un- oder glücklichem Ende. In der Literaturwissenschaft benutzt man den Begriff synonym mit ›Theaterstück‹ bzw. als Bezeichnung für die Literaturgattung, zu der das Theaterstück zählt. Diese Gattung zeichnet sich traditionell dadurch aus, dass der Schwerpunkt auf der Handlung liegt und diese durch Dialoge dargestellt wird. Die Dramatik, also die Kunst, Theaterstücke – ob Komödien oder Tragödien – zu schreiben, grenzt man als Gattung von der Epik (erzählende Literatur, heute meist der Roman) und der Lyrik (Gedichte) ab. Jetzt kommt’s: Der Begriff ›Drama‹ hat sich semantisch so entwickelt, dass er im Alltag häufig auf Schauspiele, die tragisch ausgehen, eingeengt wird – wenn damit nicht etwas Aufregendes, Trauriges gemeint ist, das nicht auf der Bühne stattfindet (›Geiseldrama‹ usw.).
Alles klar?
Schöne Grüße
Christopher