Hallo zusammen,
ich bin absoluter Steuererklärungs-Newbie. Bisher habe ich lediglich immer einfach die Werte meiner Steuerkarte in die Formulare übertragen, hatte nie Werbungskosten jenseits der Pauschale und nur einmal Sonderausgaben. Bin also immer bestens ohne Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ausgekommen. Soviel zu meiner Historie 
Nun habe ich aber Ende letzten Jahres meine Frau geheiratet und nun scheint sich halt diesmal die Steuererklärung etwas komplexer zu gestalten.
Wir haben im Dezember schon die Steuerklassenwahl gemacht (ich III, da meine Frau noch studiert und ich selbst knapp 4100 EUR verdiene).
Meine Frau hat letztes Jahr zwar gearbeitet/gejobbt, ist aber unter 7000 EUR geblieben im Jahr. Da gibt es doch irgendeine Freibetragsgrenze, oder? Die wurde also nicht überschritten.
Lohnt es sich nun in meinem Fall einen Steuerberater für 2003 zu beauftragen oder kann ich das selbst machen? Steuerberater werden doch prozentual bezahlt, oder? Ich möchte halt nicht von der netten Erstattung für 2003 soviel abgeben.
Ich hab sonst nichts außergewöhnliches. Keine hohen Werbungskosten, kein Wohneigentum, große Kapitalerträge, etc.
Was muss ich nun für die Steuererklärung 2003 beachten? Muss ich die Heiratsurkunde beilegen? Wie und wo gebe ich die Einkünfte meiner Frau aus 2003 an? Und mit was für einer Erstattung kann ich so ungefähr rechnen?
Sorry für all diese „jungfräulichen“ Fragen. Ich hoffe aber, dass ihr mir ein wenig Licht ins Dunkle bringt.
Viele Grüße
Daniel
hi,
wenn beide arbeitnehmer waren, nimmst du dir wie eh und je die formulare, nur das du dieses jahr 2 x die anlage N benutzen musst.
also, mantelbogen (A3 formular) die persönlichen angaben, versicherungsausgaben (auch die von der lohnsteuerkarte) und ggf. spenden etc.
dann für jeden ehegatten die anlage N ausfüllen (quasie lohnsteuerkarte abschreiben), ggf. noch werbungskosten
die heiratsurkunde würde ich auch beifügen (in kopie). womit du rechnen kannst… sollte schon ein üppiges sümmchen rauskommen, da für euch der splittingtarif angesetzt wird.
du hast auf deiner steuerkarte (denke ich) ca. 11.000 bis 12.000 EUR steuerabzüge zu stehen (Lohnsteuer, SolZ und ggf. Kirche)
deine frau allerhöchsten ein paar hundert, eher tendiere ich auf eine null.
also gehen wir von 12.000 EUR vorausgezahlter steuer aus.
berechnen wir mal grob die steuer:
4100 x 12 = 49200
dazu die 7000 von der frau
abzüglich 2 x werbungskostenpauschale 2088
summe der einkünfte = 54112
- 4002 für versicherungen (höchsbetrag)
- 72 pauschale für spendne etc.
einkommen 50038
da musst du mit einer steuer von 4500 EUR (ca.) zzgl. soli von 250 EUR (ca.) ggf. noch kirchensteuer. dürfte nach meiner überschlagsrechnung ein recht üppiges sümmchen rauskommen (7000 EUR?!).
also grund zum feiern.
mein vorschlag zur konkretisierung: kaufe dir ein steuerprogramm (wie taxmann, wiso etc.)im mediamarkt um die ecke und mache die steuerberechnung mal konkret und selber.
wenn du dir das nicht zutraust: entweder lohnsteuerhilfeverein mal fragen (kosten nicht annährend soviel wie der steuerberater) oder auf gut glück ausfüllen und sehen ob sich das ergebnis mit deinen nun geweckten wünschen deckt.
mfg vom
showbee
Hi,
ich habe da vielleicht noch eine weiter führende Idee (habe aber nur ein gutes Allgemeinwissen in Steuern und bin keine Spezialistin): hat Deine Frau eine Erst- Ausbildung im dualen System, die in Zusammenhang mit dem jetzigen Studium steht? Dann kommt sie möglicherweise mit Studienkosten in die Verlustzone (die vor der Heirat irrelevant war, da man weniger als Null Steuer pro Jahr nicht zahlen kann), die sich aber bei Dir positiv auswirken könnte. Ich bilde mir ein, irgendwo gelesen zu haben, dass der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung entsprechend geändert hat.
Wenn das nicht der Fall ist, würde ich zumindest noch im Mantelbogen „Kosten in nicht ausgebildetem Beruf ansetzen“, da ist die Höhe begrenzt.
Im übrigen: geltend machen ist erlaubt, das Finanzamt wird Dir dann schon sagen, was sie akzeptieren und was nicht!
Viel Glück!
Ingeborg
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