Heiraten wegen Kind - ja oder nein

Diese Frage wurde bereits 2002 beantwortet, aber sicher haben sich einige Dinge (Eltergeld…, Steuer) geändert. Deswegen noch einmal die Frage: Heiraten wegen Kind - ja oder nein? Welche Vorteile bringt die Heirat, wenn ein Kind im Anmarsch ist?

Wir leben seit 7 Jahren zusammen und erwarten im August 2007 unser erstes Kind. Heirat stand bisher nicht zur Debatte.

Hallo

Diese Frage wurde bereits 2002 beantwortet, aber sicher haben
sich einige Dinge (Eltergeld…, Steuer) geändert.

Ich denke, da es hier definitiv *nicht* um das Kind
geht (ausser dass es ein Aspekt der Sache ist), gehört
das Thema in das Brett „Steuern“.

Deswegen noch einmal die Frage: Heiraten wegen Kind -
ja oder nein?

Das muss doch eigentlich *Dein Mann* eher *Dich* fragen,
und zwar im Verlaufe eines romatischen Abends oder so :wink:

Welche Vorteile bringt die Heirat, wenn ein Kind im
Anmarsch ist?

Die Vorteile zeigen sich vor allem, das wird Dir
Dein Steuerberater betätigen, nachdem das Kind
auf der Welt ist. Aber pauschal lässt sich das
nicht beantworten, Deine konkrete Situation ist
hier ausschlaggebend.

Wir leben seit 7 Jahren zusammen und erwarten im August 2007
unser erstes Kind. Heirat stand bisher nicht zur Debatte.

Am Ende nimmt es einer in die Hand und gibt
die entscheidenden Impulse. Nicht selten ist
dies heute der Steuerberater :wink:

Aber ich denke mal, es wird auf absehbare Zeit auf jeden
Fall einen sozialen wie finanziellen „Vorteil“ erbringen,
„mit Kind“ verheiratet zu sein, da der Staat noch für sich
beansprucht, diese „Konstellation“ zu fördern.

Aber am Ende kann ich dazu auch nichs sagen da ich Eure
Situation nicht kenne. Falls Ihr Euch trennt, ist es
sicherlich nicht mehr *nur* ein Vorteil, verheiratet
gewesen zu sein (zumindest für die eine Partei).

Grüße

CMБ

Hi,

euer Kind ist noch so klein und soll schon so viel Verantwortung übernehmen? Ich dachte immer man heiratet aus liebe, weil man im festen Glauben ist, es könnte bis in alle Ewigkeit halten.

Sorry aber das ist glaube ich der falsche Weg. Heute braucht man nicht zwangsläufig heiraten nur weil ein Kind unterwegs ist.

Viele Grüße
Me

nun gut die steuerlichen Vorteile …
Aber was ist mit dem Kind?
Ich habe von Geschichten gehört, dass der Vater keine Entscheidungen beim Arzt treffen durfte, weil er ja nicht mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.
In dieser Richtung hätte ich gern Tipps.
Danke.

Hallo

nun gut die steuerlichen Vorteile …
Aber was ist mit dem Kind?
Ich habe von Geschichten gehört, dass der Vater keine
Entscheidungen beim Arzt treffen durfte, weil er ja nicht mit
der Mutter des Kindes verheiratet ist.
In dieser Richtung hätte ich gern Tipps.

Das ist ziemlich einfach zu sagen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sorgerecht

 Sorgerecht (oder auch elterliche Sorge) bedeutet 
 das Recht und die Pflicht der Eltern, für das 
 persönliche Wohl ihres Kindes und sein Vermögen 
 zu sorgen und es <u>gesetzlich zu vertreten</u>.

Entweder hat man es oder man hat es nicht.

Mit „Heirat“ hat das „theoretisch“ etwas tun (Automatismus),
man kann dies aber auch ohne Heirat auf die Schultern beider
Eltern laden (was üblicherweise geschieht).

... können über das alleinige Sorgerecht der Mutter 
für das Kind Mutter und Vater auch einverständlich durch 
eine Sorgeerklärung (auch: Sorgerechtserklärung) dergestalt 
verfügen, dass beiden das Sorgerecht gemeinsam zustehe 
(§ 1626a Abs. 1 BGB).

Grüße

CMБ

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Hallo

Aber am Ende kann ich dazu auch nichs sagen da ich Eure
Situation nicht kenne. Falls Ihr Euch trennt, ist es
sicherlich nicht mehr *nur* ein Vorteil, verheiratet
gewesen zu sein (zumindest für die eine Partei).

Aber für die Partei, die dann zu diesem eventuellen Zeitpunkt das Kind (evtl.) lange Jahre betreut und deswegen ihre Berufstätigkeit über viele Jahre sehr eingeschränkt haben wird, kann es dann äußerst nachteilig sein, nicht verheiratet gewesen zu sein.

Viele Grüße
Simsy

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Hallo erstmal,

sagen wir es mal so: Mit der Heirat bekommst Du ein rechtliches „Rundum-Sorglospaket“, bei dem beide Seiten ganz genau wissen (können), wer unter welchen Umständen gegen wen welche Forderungen, Pflichten und Rechte hat. Das ganze wird noch versüßt durch den besonderen Schutz von Ehe und Familie des Grundgesetzes und damit verbundenen Vorteilen (Steuern, Förderungen) und hat sich inzwischen über 100 Jahre in Deutschland entwickelt und wurde auch immer mal wieder geänderten Bedingungen angepasst. D.h. Regelungslücken gibt es nichts, und wenn man sich vorher informiert, gibt es nichts, was einen plötzlich böse überraschen könnte.

Dagegen versuchen Menschen ohne Trauschein oft mit irrem Aufwand eine auch nur annähernd ähnliche Rechtssicherheit zu gewinnen, und müssen dabei feststellen, dass sie dann doch wieder an den ein oder anderen Punkt nicht gedacht haben, dass sich seit den letzten Vertragsverhandlungen Dinge geändert haben, die jetzt dummerweise im Falle des Falles dann doch nicht geregelt waren, und ärgern sich fortwährend darüber, dass ihnen nun mal leider nicht der besondere Schutz von Ehe und Familie zuteil wird. Die Konsequenten können oft bitter und für die Beteiligten fatal sein. Auslösendes Moment für eine Ehe sollten daher (mal so ganz unromantisch gesprochen) eigentlich zwei Dinge sein: 1. gemeinsame Kinder und 2. Vermögensbildung (und sei es nur die Eigentumswohnung).

Klassisches und leider immer wieder tragisches Beispiel in diesem Zusammenhang ist der plötzliche Tod eines Partners. Ohne Trauschein (und natürlich ohne Testament) erwischt es dann den überlebenden Partner richtig kalt, wenn er gerade mal wegen Kindererziehung beruflich etwas zurückgesteckt hat und der Anteil der Wohnung des Partners jetzt nicht ihm sondern dem Kind zufällt und zukünftig Vormundschaftsgericht und Jugendamt zu ständigen Begleitern werden. Noch schlimmer, wenn keine Kinder da sind, und das Erbe an ggf. unliebsame verhinderte Schwiegereltern fällt. Auch nicht schön, wenn es dann zwar ein Testament gibt, aber dummerweise nur € 5.200,-- als Freibetrag verfügbar sind, und man dann mit 17% Erbeschaftssteuer einsteigt. Mit Trauschein lesen sich € 307.000,-- Freibetrag und dann 7% Steuer schon ganz anders.

Und so zieht es sich durch alles Lebenslagen. Wo der Verheiratete einfach auf die bestehende Ehe hinweist, darf der Unverheiratete sich ständig auf zusätzliche Rennerei, Aufwand und Kosten sowie Belastungen gefasst machen.

Dagegen sind die immer so gefürchteten Kosten einer Scheidung im Falle einer Trennung wirklich lächerlich. Denn die Kosten an sich sind eigentlich gar nicht das Thema. Der Unterschied liegt eigentlich nämlich nur darin, dass man im einen Fall weiß, was einen der Spaß kosten wird, im anderen Fall man aber mit unkalkulierbarem Risiko spielt.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Joerg

Klassisches und leider immer wieder tragisches Beispiel in
diesem Zusammenhang ist der plötzliche Tod eines Partners.
Ohne Trauschein (und natürlich ohne Testament) erwischt es
dann den überlebenden Partner richtig kalt, wenn er gerade mal
wegen Kindererziehung beruflich etwas zurückgesteckt hat und
der Anteil der Wohnung des Partners jetzt nicht ihm sondern
dem Kind zufällt und zukünftig Vormundschaftsgericht und
Jugendamt zu ständigen Begleitern werden. Noch schlimmer, wenn
keine Kinder da sind, und das Erbe an ggf. unliebsame
verhinderte Schwiegereltern fällt. Auch nicht schön, wenn es
dann zwar ein Testament gibt, aber dummerweise nur € 5.200,–
als Freibetrag verfügbar sind, und man dann mit 17%
Erbeschaftssteuer einsteigt. Mit Trauschein lesen sich €
307.000,-- Freibetrag und dann 7% Steuer schon ganz anders.

OK, Du hast natürlich ein schönes und passendes
Beispiel gebaut :wink:

Reiche Leute, keine Kinder, €300K Freibetrag usw.

Aber die Lebenswirklichkeit ist ja zumeist eher invers,
nämlich keine Erbschaft, aber Kinder - und die „Kosten
und Folgen der Scheidung“ stellen einen erheblichen
Einschnitt dar.

Oder doch nicht?

Grüße

CMБ

Hallöchen,

ich kann mich meinem Vorredner/Vorschreiber nur anschlißen. Es ist das Rundum-Sorglospaket, was die Verheirateten nach außen hin absichert.
Wir haben geheiratet, als unser Sohn unterwegs war und haben einen gemeinsamen Familiennamen.
Ich erlebe im Umfeld bei Paaren, die nicht verheiratet sind oder kein gemeinsamer Familienname festgelegt wurde, dass es immer wieder Erklärungsbedarf gibt. Im Kindergarten, beim Kinderarzt, in der Schule oder wo auch immer. Das gehört dann dazu, nervt aber.

Was das Finanzielle anbelangt - also durch steuerliche Vorteile - da bin ich ehrlich gesagt nicht so im Bild. Ich weiß nur, dass wir für das Jahr, in dem unser Sohn zu Welt kam und ich einige Woche im Job ausgesetzt habe, wir superviel Geld vom Finanzamt wiederbekommen haben. Keine Ahnung ob es nur damit zusammenhing, weil wir verheiratete Eltern sind oder ob wir auch ohne Trauschein soviel bekommen hätten.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass es unsere Beziehung gestärkt hat. Wir gehören zusammen. Punkt.
Für uns stand allerdings schon lange vor der Familienplanung fest, dass wir zusammenbleiben und irgendwann heiraten würden.
Ansonsten wäre ich sehr vorsichtig. Einige Paare aus unserem Bekanntenkreis haben nach ein paar Monaten Ehe und Säugling/Kind das Handtuch geworfen. Muss nicht sein, kommt aber immer wieder vor.

Trotzdem. Ich persönlich kann nur zur Ehe raten.

Liebe Grüße
Mäusemama

Hi Kati,

wir haben 2 Kinder und haben erst geheiratet als der Kleine 3 Jahre alt war.
In Bezug auf Kindergarten/Schule/Kinderarzt gab es nie Schwierigkeiten.
Die Kinder oder Eltern werden auch nicht schief angesehen oder so - da brauchst du dir keine Sorgen machen.

Finanziell hat es aber ganz erhebliche Auswirkungen. Denk nur mal an die Familienversicherung - ein Versicherungsnehmer und die ganze Familie ist mit ihm krankenversichert. Verheiratet mit Kind bringt auch bessere Tarife bei der KFZ-Versicherung. Du bekommst leichter einen Kredit…usw usw. Bei Angestellten im öffentlichen Dienst steigt die Zulage, wenn die Firma pleite geht hat man ein paar Punkte mehr auf dem Sozialplankonto…
Die Erbschaftsgeschichte hat Wiz ja schon erläutert.

Viele Grüße und alles Gute für Euch und das Baby (:smile:)

Sue

Erst Kind, dann Ehe: Was man beachten muß.
Hallihallo,

Ich habe von Geschichten gehört, dass der Vater keine
Entscheidungen beim Arzt treffen durfte, weil er ja nicht mit
der Mutter des Kindes verheiratet ist.
In dieser Richtung hätte ich gern Tipps.

Ich habe letztes Jahr geheiratet, mein Sohn ist aber schon 3 Jahre alt. Ich wollte erst das Kind, dann die Ehe.

Was Deine konkrete Frage betrifft:

  1. Dein Mann kann/sollte beim Jugendamt die Vaterschaft anerkennen, das könnt Ihr jetzt schon im Voraus tun.

  2. Zugleich könnt Ihr dann das gemeinsame Sorgerecht beantragen. So haben mein Mann und ich es gemacht.

Habt Ihr dies, gelten für Euch in Fällen wie dem von Dir genannten genau die gleichen Voraussetzungen wie für ein Ehepaar.

  1. Fehlt dann noch der Weg zum Einwohnermeldeamt: Ihr müßt Euch einigen, welchen Nachnamen das Kind tragen soll. Wenn Ihr nichts anderes beschließt, kriegt er automatisch Deinen. Wir wollten aber den Nachnamen des Vaters, weil ich ja schon wußte, daß wir später wohl noch heiraten, und das mußte ich gesondert eintragen lassen. Macht man kurz nach der Geburt, iirc.

Dann kann (und muß) Papa alles mitentscheiden. Zu beachten ist, daß das gemeinsame Sorgerecht im Falle einer Trennung erst mal erhalten bleibt, Du müßtest dann also vor Gericht, wenn Du das alleinige haben wolltest.

Liebe Grüße,
Nike

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Hallo,

OK, Du hast natürlich ein schönes und passendes
Beispiel gebaut :wink:

Reiche Leute, keine Kinder, €300K Freibetrag usw.

Aber die Lebenswirklichkeit ist ja zumeist eher invers,
nämlich keine Erbschaft, aber Kinder - und die „Kosten
und Folgen der Scheidung“ stellen einen erheblichen
Einschnitt dar.

Oder doch nicht?

Nein, ganz sicher nicht. Der Trend geht immer noch in Richtung Immobilieneigentum und da entstehen eben schnell Werte, bei denen die Erbschaftssteuerfreibeträge von Interesse sind. Zudem gibt es seriöse Zahlen, die dahin gehen, dass in den nächsten zehn Jahren Billionenbeträge in Deutschland vererbt werden. Dabei ist eine durchschnittliche Erbschaft mit € 190.000,-- (zur Hälfte Immobilie- und Barbwerte) zu sehen. D.h. einerseits kommen viele junge Paare heute durch ererbtes Geld/Immobilien in den Genuss einer eigenen Immobilie, andererseits sieht man eben auch, dass offenbar eben doch Geld vorhanden ist und in Immobilien investiert wird.

Mit Reichtum hat das alles nichts zu tun, denn die Raten für den Erwerb der eigenen Immobilie sind ja oft nicht wesentlich höher als die Mietzahlungen. Und wenn als Eigenkapital dann eben auch noch was von den Eltern dazu kommt (ggf. vorweggenommene Erbfolge), kann man sich gut erklären, warum hier z.B. im eigenen Dort ein großes Neubaugebiet trotz Wegfall der Eigenheimzulage immer noch boomt. Das sind alles keine Großverdiener, sondern ganz normale, durchschnittliche Familien. Und ich finde es erschreckend, dass es dabei viele unverheiratete Paare ohne Testament gibt, die ich maximal dann in der Kanzlei sehe, wenn ich die Eltern im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge beraten habe und das Thema da dann thematisiert habe. Alternativ sehe ich auch hin und wieder mal einen überlebenden Partner, der plötzlich mangels Trauschein und Testament vor dem Nichts bzw. vor einem Haufen Probleme steht, die man mit einem einfachen Gang zum Standesamt sich hätte ersparen können.

Und was die Scheidungskosten angeht: Wer nichts hat, zahlt auch nichts, das läuft dann ohnehin über PKH. Und wenn die Sache einvernehmlich über die Bühne geht und ggf. nur eine Partei anwaltlich vertreten ist, bleibt die Sache nun wirklich bezahlbar. Wenn aber Streit entsteht, dann sind die in einem Scheidungsverfahren anfallenden Kosten nichts gegenüber dem, was man ohne Trauschein dann zahlt. Der Unterschied liegt da wirklich vor allem in der Wahrnehmung. Bei einer Scheidung weiß ich, was auf mich zukommt, bzw. kann es mir vorab ziemlich genau berechnen lassen, ohne Trauschein wagt da keiner eine Prognose.

Gruß vom Wiz

Hallo Joerg,

Oder doch nicht?

Nein, ganz sicher nicht. Der Trend geht immer noch in Richtung
Immobilieneigentum und da entstehen eben schnell Werte, bei
denen die Erbschaftssteuerfreibeträge von Interesse sind.

Im Prinzip verstehe ich Deine Argumente und
kann sie nachvollziehen. Du sprichst von einer
„Wahrnehmungsproblematik“. Mag sein, ich bin
kein Fachmann. Meine „Lebenswirklichkeit“
beziehe ich auf folgenden Fakt:

http://www.bpb.de/wissen/NHXRDM,0,Entwicklung_der_Sc…

sprich: Ehen haben de facto wenig „Überlebenschancen“.

Aber Dein Argument bedeutet ja letztlich auch, dass sich
die häufige Sequenz „Heirat->Zugewinn->Scheidung“ möglichst
reibungslos widerholen kann (was dann nicht ohne Vernunft
und durchaus „realistisch“ und an den Bedürfnissen
orientiert ist).

Grüße & Danke für die Argumente

CMБ

Hallo Me,
das denke ich nach wie vor, dass man aus Liebe heiratet.
Und dass man heiraten „muss“, wenn ein Kind unterwegs ist - davon bin ich auch weit entfernt.
Jedoch kann man sich vorab doch informieren und dann hat die Liebeshochzeit vielleicht auch noch einen ganz einfachen praktischen Hintergrund.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]