Hallo erstmal,
sagen wir es mal so: Mit der Heirat bekommst Du ein rechtliches „Rundum-Sorglospaket“, bei dem beide Seiten ganz genau wissen (können), wer unter welchen Umständen gegen wen welche Forderungen, Pflichten und Rechte hat. Das ganze wird noch versüßt durch den besonderen Schutz von Ehe und Familie des Grundgesetzes und damit verbundenen Vorteilen (Steuern, Förderungen) und hat sich inzwischen über 100 Jahre in Deutschland entwickelt und wurde auch immer mal wieder geänderten Bedingungen angepasst. D.h. Regelungslücken gibt es nichts, und wenn man sich vorher informiert, gibt es nichts, was einen plötzlich böse überraschen könnte.
Dagegen versuchen Menschen ohne Trauschein oft mit irrem Aufwand eine auch nur annähernd ähnliche Rechtssicherheit zu gewinnen, und müssen dabei feststellen, dass sie dann doch wieder an den ein oder anderen Punkt nicht gedacht haben, dass sich seit den letzten Vertragsverhandlungen Dinge geändert haben, die jetzt dummerweise im Falle des Falles dann doch nicht geregelt waren, und ärgern sich fortwährend darüber, dass ihnen nun mal leider nicht der besondere Schutz von Ehe und Familie zuteil wird. Die Konsequenten können oft bitter und für die Beteiligten fatal sein. Auslösendes Moment für eine Ehe sollten daher (mal so ganz unromantisch gesprochen) eigentlich zwei Dinge sein: 1. gemeinsame Kinder und 2. Vermögensbildung (und sei es nur die Eigentumswohnung).
Klassisches und leider immer wieder tragisches Beispiel in diesem Zusammenhang ist der plötzliche Tod eines Partners. Ohne Trauschein (und natürlich ohne Testament) erwischt es dann den überlebenden Partner richtig kalt, wenn er gerade mal wegen Kindererziehung beruflich etwas zurückgesteckt hat und der Anteil der Wohnung des Partners jetzt nicht ihm sondern dem Kind zufällt und zukünftig Vormundschaftsgericht und Jugendamt zu ständigen Begleitern werden. Noch schlimmer, wenn keine Kinder da sind, und das Erbe an ggf. unliebsame verhinderte Schwiegereltern fällt. Auch nicht schön, wenn es dann zwar ein Testament gibt, aber dummerweise nur € 5.200,-- als Freibetrag verfügbar sind, und man dann mit 17% Erbeschaftssteuer einsteigt. Mit Trauschein lesen sich € 307.000,-- Freibetrag und dann 7% Steuer schon ganz anders.
Und so zieht es sich durch alles Lebenslagen. Wo der Verheiratete einfach auf die bestehende Ehe hinweist, darf der Unverheiratete sich ständig auf zusätzliche Rennerei, Aufwand und Kosten sowie Belastungen gefasst machen.
Dagegen sind die immer so gefürchteten Kosten einer Scheidung im Falle einer Trennung wirklich lächerlich. Denn die Kosten an sich sind eigentlich gar nicht das Thema. Der Unterschied liegt eigentlich nämlich nur darin, dass man im einen Fall weiß, was einen der Spaß kosten wird, im anderen Fall man aber mit unkalkulierbarem Risiko spielt.
Gruß vom Wiz
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