Heisswasserkosten

Hallo Experten,

heute brauche ich mal Hilfe beim Schätzen:

Ich habe in der Küche ein derart genial verlegte Warmwasserleitung, dass ich oft mehrere Minuten das Wasser laufen lassen muss, bevor es warm wird. Grob geschätzt dürften pro „Zapfung“ etwas 15-20 Liter Wasser unnütz den Abfluß passieren. Pro Tag wird das etwas 2-3 mal gemacht, wobei dann ca. 3-5 Liter Wasser wirklich genutzt werden. Das Heisswasser kommt von der Öl-Zentralheizung.

Meine Frage: Wäre es da nicht wirtschaftlicher, die Warmwasserleitung nicht mehr zu nutzen und einen elektrischen Warmwasserbereiter unter die Spüle zu hängen? Was sagt Euer Gefühl?

Ach ja: obwohl mir die Wohnung gehört, kann ich nichts an der Leitungsführung ändern - sonst müsste ich zuviel Wand aufmachen.

Gruß
Stefan

Hallo !

Die Berechnung der Gesamtheißwasserkosten ist doch sehr einfach. Du stellst die Heizung ab und siehst dann, was Du an Gas nur für Heißwasser verbrauchst. Und das ist wenig, sehr wenig. Pro Familie ungefähr 1,5 - 2 m³ Gas, also 0,40 Cent. Am Tag.
Bei Strom würdest Du weitaus mehr verbrauchen.
Das bißchen Wasser, was vorher durchläuft ist an Kosten für Erwärmung vernachlässigbar für einen Haushalt. Auch wenn uns die Experten da etwas anderes erzählen. Aber, wenn die Gesamt Gaskosten für Heißwasser nur 0,40 Cent sind, bleibt für die paar Liter doch herzlich wenig übrig.

Grüße Max.

Hallo,

so was wird nicht geschätzt, sondern gemessen und berechnet. Bei einer Schätzung bist Du schnell eine Größenordnung daneben. Sag uns erst mal, wie viel Wasser genau rausläuft, bevor es warm kommt. Dann rechnen wir mal.

Gruß Tilo

Ach du je!
Hi,

so was wird nicht geschätzt, sondern gemessen und berechnet.
Bei einer Schätzung bist Du schnell eine Größenordnung
daneben. Sag uns erst mal, wie viel Wasser genau rausläuft,
bevor es warm kommt. Dann rechnen wir mal.

Du hast recht! Ich lag um mehr als das Doppelte daneben. *schäm*

Bin nach dem Lesen Deiner Mail unter den erstaunten Blicken meiner Regierung mit einem Eimer in die Küche marschiert und habe exakt nachgemessen: 8 Liter laufen durch, bevor es richtig warm ist. Habe wohl durch den Perlator den Wasserdruck und den Durchlauf überschätzt. (Wenn man mit dem Finger unterm Wasserstrahl wartend dasteht kommt es einem halt immer ewig vor!)

Gruß
Stefan

Hallo Stefan,

ich rechne mich nicht zu den Experten, die Deine Frage beantworten können, mich hat es aber gelockt, meine uralten Kennnisse mit den uralten Maßeinheiten herauszukramen und auf neuere Werte umzurechnen.

Vielleicht findet sich ein freundlicher Experte, der ein wenig nachrechnet und mich auf meine Fehler aufmerksam macht oder, was ich gerne hätte, mich sogar bestätigt:

Du willst also täglich 2,5 x 4 l = 10 l Wasser von 12 auf 45 °C erwärmen. Das kostet 330 kcal oder 0,4 kWh. Bei 0,15 Euro pro kWh kostet das in Geld 0,06 Euro. Das Wasser selbst (siehe unten) setzen wir auch mit 0,06 Euro an, also in Summe 0,12 Euro.

Um dieses Wasser in der gewünschten Temperatur aus dem Wasserhanhn zu bekommen, verschwendest Du täglich 2,5 x 17,5 l = 45 l Wasser. Dieses kostet bei 5-6 Euro/m3 etwa 0,25 Euro.

Bis hierher schaut es ganz gut aus für einen Durchlauferhitzer und noch dazu verschwendest Du nicht nur Wasser sondern auch mit Öl erzeugte Wärme, die das Wasser an die Leitungen und die Mauern abgibt. Auch das verbrauchte Wasser kostet Wärmeenergie. Vielleich nicht ganz soviel als das mit dem Durchlauferhitzer zu erzeugende, aber zahlen mußt Du auch dafür, sagen wir, statt 0,06 nur 0,04 Euro.

Nehmen wir einmal an, die 45 verschwendeten Liter transportieren je 15 kcal in das Mauerwerk, dann verbrauchst Du dafür auch etwa 0,8 kWh und mit der oben geschätzen Relation von Strompreis zu Ölkosten ergibt dies 0,06 Euro.

Also verbrauchst Du täglich 0,25 + 0,04 + 0,06 = 0,35 Euro anstatt mit dem Durchlauferhitzer nur 0,12 Euro an Kosten zu haben.

0,35 - 0,12 Euro täglich summieren sich zu 84 Euro pro Jahr.

Mein Ergebnis überrascht mich, weil ich vor dem Rechnen annahm, die Kosten würden sich ausgleichen. Wenn man also längerfristig plant und die Kosten für einen Durchlauferhitzer nicht exorbitant hoch sind, wäre es schon vernünftig eine Berechnung mit echten Werten (nicht mit von Stefan und von mir geschätzten ungefähren Werten) durchzuführen. Es könnte sich auszahlen.

Grüße, Rudolf

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Hallo Stefan,

machst Du das 2 mal am Tag, sind es 16 Liter. Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt 4190 J/(kg*K). Bei einer Wassertemperatur von 50 Grad gehe ich mal von einer Temperaturdifferenz von 40 K aus.

Heizenergie = 4,19kWh * 40K * 16kg / 3600 kg*K*Tag
= 0,75 kWh

Wegen Verlusten im Boiler und im Heizkessel rechnen wir mal mit 1kWh pro Tag. Sind bei einer Gasheizung etwa 3-4 Cent pro Tag für Wassererwärmung und 6-7 Cent Wasser- und Abwasserkosten.
Macht alles in allem 9-11 Cent pro Tag.

Ein Elektro-Kleinspeicher benötigt etwa 1 Cent für die Erwärmung von 1 Liter von 10 auf 50 Grad (mit Verlusten).

Warmwasserzirkulation dürfte ab etwa 1000 Euro kosten (inkl. Isolierung) und verbraucht zusätzlich Strom für die Pumpe und hat erhebliche Wärmeverluste trotz Isolierung.

Es gibt da auch eine DIN, da stehen die Wassermengen drin, die rauslaufen dürfen, bis warmes Wasser kommt. Hab leider die Nummer grad nicht im Kopf. Mit den 8 Litern, denk ich, kannst
Du leben. Bei 35 Euro im Jahr brauchst Du ziemlich lange, bis sich ein Umbau bezahlt macht und kosten tut’s danach auch.

Gruß Tilo

Du hast recht! Ich lag um mehr als das Doppelte daneben.
*schäm*

Bin nach dem Lesen Deiner Mail unter den erstaunten Blicken
meiner Regierung mit einem Eimer in die Küche marschiert und
habe exakt nachgemessen: 8 Liter laufen durch, bevor es
richtig warm ist. Habe wohl durch den Perlator den Wasserdruck
und den Durchlauf überschätzt. (Wenn man mit dem Finger unterm
Wasserstrahl wartend dasteht kommt es einem halt immer ewig
vor!)

Gruß
Stefan

Hallo !

Dieses staatlich empfohlene Wassersparen wird wohl bald ein Ende haben.
Siehe eine Mitteilung der Wasserlieferanten :

Bei geringem Verbrauch von Wasser steht das Wasser zu lange in den Rohren. Dadurch sind mehr Wartung und mehr Spülungen nötig.

Genug ist genug - dieses geflügelte Wort gilt neuesten Erkenntnissen zufolge auch für einen Bereich, bei dem Übertreibung bisher schier unmöglich schien : dem Einsparen von Trinkwasser.

Die Folge : hygienische Probleme durch zu lange Standzeiten des Wassers in den Rohren bei der Versorgung und mangelnde Spülkraft des Abwassers bei der Entsorgung z.B. bei der starken Reduzierung der Toilettenspülung.
Parallel zum Sinken des Verbrauchs haben deshalb die Wasserversorger die Zahl der Spülvorgänge ständig gesteigert. Würden diese Spülungen unterlassen, könnte das zu Keimbildungen beim Zuwasser und zu Verstopfungen beim Abwasser führen.
So wird der Spardrang zum Nullsummenspiel: Was der Verbraucher einspart, muß das Ver- und Entsorgungsunternehmen für erhöhten Spülwasserbedarf wieder einsetzen. Und das bringt letzlich auch dem Verbraucher keine Einsparungen, weil der höhere Wartungsaufwand ja auch bezahlt werden muß. Dazu die Mindereinnahmen durch weniger Verkauf von Wasser.

Grüße Max.

Die Folge : hygienische Probleme durch zu lange Standzeiten
des Wassers in den Rohren bei der Versorgung und mangelnde
Spülkraft des Abwassers bei der Entsorgung z.B. bei der
starken Reduzierung der Toilettenspülung.
Parallel zum Sinken des Verbrauchs haben deshalb die
Wasserversorger die Zahl der Spülvorgänge ständig gesteigert.
Würden diese Spülungen unterlassen, könnte das zu
Keimbildungen beim Zuwasser und zu Verstopfungen beim Abwasser
führen.

Hallo Max,

dann macht doch Rohre dünner, im allg. werden im Erdreich mehrere Nennweiten zu groß verlegt, könnte ja jemand eine Stadt dort hinbauen – Unfug!

und dezentralisiert die Wasserversorgung ein bischen!

Gruß Tilo

Hallo Max,

dann macht doch Rohre dünner, im allg. werden im Erdreich
mehrere Nennweiten zu groß verlegt, könnte ja jemand eine
Stadt dort hinbauen – Unfug!

und dezentralisiert die Wasserversorgung ein bischen!

Gruß Tilo

Hallo !

Meinst Du mich? Ich habe keinen Einfluß auf die Nennweiten.

Aber - sollte man Deinem Vorschlag folgen, hätten wir im Sommer Zustände wie in Rußland oder am Mittelmeer: Die Leitungen wären überlastet und Du ständest unter der Dusche im Trocknen.

Natürlich Unfug!

Grüße Max, der solche Zeiten hier in Deutschland noch erlebt hat.

Wasser- oder Energiekosten?
Hallo Kostenschätzer,

überrascht an Euren Antworten hat mich die Betonung auf die Kosten der Wärmeenergie und (beinahe) Vernachlässigung der Wasser/Abwasserkosten.

Wahrscheinlich hängt das mit dem Wohnort zusammen und ich werde mit den Wasserkosten von der Gemeinde besonders geschröpft.

Wobei ich dies nicht für ungerecht finde, Energie kann der Mensch (für noch lange Zeit) ausreichend und billig herstellen (hierbei ist die Umweltproblematik ausgeklammert), Wasser gibt es nur soviel, als die Natur bereitstellt. Wasser zu machen würde Energie kosten und darüber wollen wir ja nicht diskutieren.

Max meint: „Das bißchen Wasser, was vorher durchläuft ist an Kosten für Erwärmung vernachlässigbar für einen Haushalt.“ Also denkt er nicht an das verschwendete Wasser, sondern an die Erwärmung dessen.

Tilo sagt: " …und 6-7 Cent Wasser- und Abwasserkosten" (er rechnet mit 16 l/ pro Tag und daher mit einem Kubikmeterpreis von ca. 4 Euro)
und summiert: „Mit den 8 Litern, denk ich, kannst
Du leben. Bei 35 Euro im Jahr brauchst Du ziemlich lange, bis sich ein Umbau bezahlt macht und kosten tut’s danach auch.“

Nun, auf Tilos Hinweis hat Stefan die verschwendete Wassermenge überprüft und korrigirt. Stehen blieb das „Pro Tag wird das etwas 2-3 mal gemacht,…“, welches meiner Meinung auch wichtig ist. Bei einer berufstätigen Familie bei denen wochentags die Wohnung/Haus leer stehen klingt das akzeptabel. Wenn aber die Wohnung/Haus ganztägig benützt wird, würde ich das auch prüfen.

Wenn ich bei täglich 2-3 (2,5 x 8 = 20 l/Tag) bleibe, dann sind das in meiner Gegend jährlich 35 bis 40 Euro fürs Wasser alleine, ohne Wärmeenergie! Das soll nicht obige anderen Kalkulationen als unrichtig erklären und ganz bestimmt keinen Wohnungsumbau befürworten. Aber, Stefan, Dein Problem ist doch gar nicht so einfach, wie es bei Deiner ursprünglichen Frage aussah.

Grüße, Rudolf

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