Heizkörper einstellen

Hallo!

Ich hab beim Ausbau meiner Wohnung heute die Heizungsanlage fertiggestellt. Ist alles soweit OK, aber eine Frage hab ich noch:
An den Heizkörpern (Vogel & Noot) befindet sich unter den Thermostatköpfen ein roter Einstellring mit Beschriftung 1 - 7 und N.

Aus dem Datenblatt der Heizkörper werde ich nicht richtig schlau:
Dort ist die nötige Einstellung in Abhängigkeit der Heizkörperleistung angegeben.

Bei mir handelt es sich um 2-lagige Heizkörper 100 x 50 cm. Wattzahl ist mir nicht bekannt. Angeschlossen hab ich diese von unten, mittig,
mit diesen H- Förmigen Hahngruppen.

Und: was versteht man unter Einrohr und Zweirohrbetrieb?

Wäre schön, wenn mir das jemand verständlich erklären kann.

Gruß, Steffen!

Hallo Steffen,

ich gehe mal davon aus, dass du dir eine Zweirohrheizung gebaut hast. Eine Einrohrheizung kann nicht mal jeder Ing. auf Anhieb berechnen. Bei einer Einrohrheizung gibt es keinen Vor- u. Rücklauf, sondern nur ein durchgehendes Rohr mit Abzweigungen für die Heizkörper. Das abgekühlte Wasser aus dem Heizkörper mischt sich mit dem Heizungswasser aus dem Rohr, so dass der jeweils folgende Heizkörper eine etwas geringere Wassertemperatur bekommt und somit bei gleicher Leistung größer sein muss. Dabei bekommt jeder Heizkörper eine Einrohrarmatur, in der das Strömungsverhältnis (wieviel Wasser in den HK und wieviel durch das Rohr) exakt eingestellt werden muss. Jede Einstellungsänderung an einem HK beeinflusst alle nachfolgenden HK. Man muss zwar weniger Rohre verlegen, ansonsten ist die Einrohrheizung aber eher nachteilig.

Die Einstellung unter den Thermostatköpfen dient der Voreinstellung. Dabei wird eingestellt wieviel Wasser der HK bekommt. Diese Einstellung ist abhängig vom am HK anliegenden Differenzdruck zwischen Vor- und Rücklauf und der für die Heizleistung des HK erforderlichen Wassermenge bei der für die Anlagenberechnung gewählten Temperaturspreizung. Willst du die Anlage energiesparend betreiben, dann musst du eine Rohrnetzberechnung vornehmen (oder vornehmen lassen). Dabei wird auch die jeweils notwendige Voreinstellung mit berechnet. Daraus resultiert dann eine minimale Wasserströmung (keine Strömungsgeräusche, geringe elektrische Pumpenleistung) und eine optimale Wärmeverteilung. Leider wird diese Berechnung nur von wenigen Firmen vorgenommen. Die meisten sind gar nicht dazu in der Lage oder sparen sich den Aufwand, weil sie sich das bei dem gegenwärtigen Preisniveau am Markt nicht leisten können.
Die Folge sind störende Strömungsgeräusche und überdimensionierte Pumpen bzw. selbstregelnde Pumpen mit dann hohem Stromverbrauch. Als Heizungsheimwerker kannst du dir die Rohrnetzberechnung auch im nachhinein von einem Ing-Büro vornehmen lassen. Günstig dafür ist aber, dass du eine Wärmebedarfsberechnung nach DIN für deine Anlage hast, sonst sind die Heizkörper ohnehin so ungenau dimensioniert, dass du dir den Rest auch sparen kannst.
Übrigens kann der Unterschied im Energieverbrauch zwischen einer ÜberdendaumenAnlage und einer exakt berechneten Anlage recht groß sein.

Gruß
Tilo