Heizkörper richtig entlüften

Hallo, Experten

Wie jedes Jahr vor dem Beginn der Heizperiode muss ich mal wieder meine Heizkörper entlüften. Wie macht man das eigentlich richtig?

Kurz zum Aufbau meiner Anlage:
Gasheizung, 2stöckiges Reihenhaus, unterkellert, Heizkörper auf 4 Ebenen, 2 Steigleitungen (einer zur Front des Hauses und einer zum Garten hin).

Bisher bin ich immer so vorgegangen:

  • Heizung läuft auf Brauchwassererwärmung (Sommerbetrieb, Umwälzpumpe steht)
  • alle Thermostate voll aufdrehen
  • einen Tag warten
  • Wasser in Kreislauf einspeisen (bis knapp über Markierung am Manometer)
  • höchsten Heizkörper entlüften
  • zweithöchsten entlüften, usw.
  • zum Schluß Manometer im Keller kontrollieren und ggfs. noch Wasser hinzulaufen lassen
  • Heizung auf Winterbetrieb stellen und Thermostate einstellen

Trotz des ganzen Prozedere kommt es immer wieder vor, dass ein Gluckern in den Heizkörpern zu hören ist. Also ist wohl immer noch Luft in dem System. Gibt es da eine bessere Vorgehensweise als meine?

Außerdem hört man von Zeit zu Zeit ein brummendes Geräusch, das immer lauter wird und echt nervtötend werden kann. Um es abzustellen muss man irgendeinen Thermostat in seiner Stellung verändern (meistens weiter aufdrehen). Könnte das auch an Luft im Rohrsystem liegen.

Hat vielleicht jemand einen Tipp für mich?
Gruß, Hellblazer

Einfache prozedur:
Die heizng laufen lassen, wenn sie nicht startet, den thermostat aufdrehen. Den manometer ueberpruefen, eventuel wasser fuellen. Jeden heizkoerper entlueften bis klares wasser spritzt. Die entlueftung nochmals wiederholen und ueberpruefen ob wirklich alles korrect ist.

Wo kommt das geraeusch her? Wenn es von der umwaelzpumpe kommt, dann ist wohl immernoch luft im system. Wenn ja, in diesem fall, an der rueckseite der umwaelzpumpe ist ein gewinde, langsam um eine drehung abschrauben und entlueften, schliessen, und das ganze system nochmals entlueften.

Hallo !
Die Sache ist die, das wenn du neues Wasser auf die Anlage nachfüllst, dann ist das ja „Trinkwasser“. Dieses beinhaltet Sauerstoff. Dieser Sauerstoff wird beim erhitzen freigesetzt und sammelt sich dann in den Heizkörpern. Von daher wirst du immer etwas Luft in die Leitungen bekommen. Das ist normal und lässt sich (fast) nicht ändern.
Die Sache etwas mehr Druck auf die Leitungen zu geben ist schon nicht verkehrt. Halt immer mal etwas entlüften und immer dran denken, das wenn du Wasser nachlässt du auch wieder „Luft“ mit in die Anlage lässt.
Wenn du dir ein „Schnellentlüfter“ einbaust, kannst du das umgehen. Ist aber irgendwie übertrieben :smile:
Gruß
Andreas

Mit einem oder zwei automaten das kaum mehr als 30 Euro kosten, kann amn sich das alles ersparen.

Hallo hellblazer,
bis jetzt war alles richtig.

Außerdem hört man von Zeit zu Zeit ein brummendes Geräusch,
das immer lauter wird und echt nervtötend werden kann. Um es
abzustellen muss man irgendeinen Thermostat in seiner Stellung
verändern (meistens weiter aufdrehen). Könnte das auch an Luft
im Rohrsystem liegen.

Das hört sich an als wäre der Vorlauf und Rücklauf vertauscht.Heizung zudrehen und abkühlen lassen.Dann aufdrehen und gleichzeitig zwischen Vor und Rücklauf fühlen wer als erstes warm wird.Dann bitte noch einmal melden.

Hallo,

Trotz des ganzen Prozedere kommt es immer wieder vor, dass ein
Gluckern in den Heizkörpern zu hören ist. Also ist wohl immer
noch Luft in dem System. Gibt es da eine bessere
Vorgehensweise als meine?

Möglicherweise ist Dein Ausdehnungsgefäß zu klein, oder hat nicht den richtigen Vordruck. In beiden Fällen wird der Druck beim Aufheizen zu groß und es läuft etwas Wasser über das Überdruckventil aus der Heizung. Wenn der Überdruckventilauslauf direkt in eine Abflußleitung mündet, wird das nicht bemerkt. Beim nächtsen Abkühlen (Nachtabsenkung, Sommer) entsteht durch das fehlende Wasser an den oberen Heizkörpern ein Unterdruck. Irgendwo an Thermostatventilen oder Entlüftern gibt es Gummidichtungen, die nicht sauerstoffdiffusionsdicht sind. An diesen Stellen diffundiert durch den Unterdruck vorwiegend Sauerstoff, aber auch andere Gase in die Anlage. Bei automatischen Entlüftern, kombiniert mit automatischen Befüllsystemen wird das erst bemerkt, wenn Korossionsschäden auftreten. Meist passieren solche sachen an Heizungen, die über den Daumen „Berechnet“ und eingebaut wurden. Auch die eingesparte jährliche Wartung MIT überprüfung des Vordrucks im Ausdehnungsgefäß kann dafür verantwortlich sein.

Außerdem hört man von Zeit zu Zeit ein brummendes Geräusch,
das immer lauter wird und echt nervtötend werden kann. Um es
abzustellen muss man irgendeinen Thermostat in seiner Stellung
verändern (meistens weiter aufdrehen). Könnte das auch an Luft
im Rohrsystem liegen.

Schwingungen des Ventiltellers, evtl irgendwo Vorlauf und Rücklauf vertauscht? Oder alle Thermostate zu, weil die Sonne rausgekommen ist und kein eingestelltes Überströmventil an der Pumpe. Eine weitere Ursache ist auch die oftmals fehlende Differenzdruckvoreinstellung an den Rücklaufverschraubungen. Das setzt nämlich eine exakte Rohrnetzberechnung voraus, was die wenigsten Heizungsbauer machen (viele können das gar nicht). Dadurch entsteht am Thermostatventil unter bestimmten Bedingungen ein viel zu hoher Differenzdruck, der ebenfalls zu deutlich hörbaren Geräuschen führt. Meist rauscht die Heizung dann laut (auch bei zu dünnen Rohrdurchmessern), aber auch der Ventilteller kann mit einem Brummton schwingen. Knack- und Knistergeräusche deuten auf zu lange Rohrabschnitte ohne Dehnungsausgleich.
Man kann viel an einer Heizung falsch machen, was nicht gleich zur Funktionsuntüchtigkeit führt, aber störende Geräusche, Luft in den Rohren, erhöhten Brennstoff- und/oder Strombedarf (Pumpen) und andere Mängel erzeugt.
Hat man Dir Wärmebedarfsberechnung, Rohrnetzberechnung, Differenzdruck-Einstellliste der Rücklaufverschraubungen und evtl Auslegung des Ausdehnungsgefäßes mit übergeben? Spätestens bei einem Umbau sind solche Dinge sehr nützlich, bei der Fehlersuche sowieso. Meist wird bei einem Heizungseinbau der billigste Anbieter bevorzugt. Auch das ist ein Grund, warum sich für den normalen Heizungsbauer der Aufwand für eine detailierte Anlagendimensionierung bei Anlagen im Ein- und Zweifamilienhausbereich nicht lohnt. Welcher Kunde merkt schon, dass die Anlage 50% weniger Strom und 20% weniger Brennstoff verbrauchen könnte? Zumindest meine Heizung zu Hause (selbst berechnet und montiert) musste nur einmal nach der ersten Heizsaison entlüften und etwas Wasser nachgefüllt werden. Seit dem ist das nie wieder nötig gewesen (jetzt 6 Jahre). Geräusche gibt die Anlage keine von sich. Heizkosten pro Jahr z.Z. etwa 550€ inkl Warmwasserbereitung für ein Einfamilienhaus mit 110qm Wohnfläche und normalen 36cm Ziegelwänden (Hohlziegel) ohne zusätzliche Wärmedämmung
So, genug gemeckert.

Mit freundlichen Grüßen
Tilo

Trotz des ganzen Prozedere kommt es immer wieder vor, dass ein Gluckern in den Heizkörpern zu hören ist. Also ist wohl immer noch Luft in dem System. Gibt es da eine bessere Vorgehensweise als meine?

a) Einfacher geht es, wenn die Anlage in Betrieb und mit maximaler Vorlauftemperatur = Kaminfegerschaltung entlüftet wird.
b) Wenn die Heizkörper waagrecht eingebaut wurden, kann es Jahre dauern, bis alle Luft raus ist. Das Entlüftungsventil sollte an der höchsten Stelle des Heizkörpers montiert sein.

Außerdem hört man von Zeit zu Zeit ein brummendes Geräusch, das immer lauter wird und echt nervtötend werden kann. Um es abzustellen, muss man irgendeinen Thermostat in seiner Stellung verändern (meistens weiter aufdrehen). Könnte das auch an Luft im Rohrsystem liegen.
a) An der Luft im System liegt es in aller Regel nicht. Wohl aber an einem fehlenden oder falsch eingestellten Bypassventil. Also einem einstellbaren Überdruckventil das nach der Umwälzpumpe zwischen der Vorlauf - Rücklaufleitung eingebaut und den Druck über die Rücklaufleitung abbaut. Mit steigender Raumtemperatur schließen die Heizkörperventile in den Räumen unterschiedlich schnell. Das letzte noch geöffnete Heizkörperventile bekommt den vollen Pumpendruck (wenn kein Überdruckventil eingebaut ist) und die oben beschriebenen Geräusche entstehen.

Um Wasser ohne Luft ins System nachzufüllen, hat sich ein Schlauch, der immer montiert bleibt, (Absperrventil, in der Zuleitung / am Kessel) bestens bewährt.

Hat man Dir Wärmebedarfsberechnung, Rohrnetzberechnung, Differenzdruck-Einstellliste der Rücklaufverschraubungen und evtl. Auslegung des Ausdehnungsgefäßes mit übergeben?
a) Ob das notwendig ist, stelle ich in Frage. Mein Eigenbau funktioniert bestens.

Hallo,

Hat man Dir Wärmebedarfsberechnung, Rohrnetzberechnung,
Differenzdruck-Einstellliste der Rücklaufverschraubungen und
evtl. Auslegung des Ausdehnungsgefäßes mit übergeben?
a) Ob das notwendig ist, stelle ich in Frage. Mein Eigenbau
funktioniert bestens.

das Dein Eigenbau funktioniert und auch den Eindruck von „bestens“ vermittelt, stelle ich nicht in Frage. Das Du aber mit exakter Auslegung von Heizkörpern, Kessel, Pumpe, Regeleinrichtungen und Rohrleitung sowohl Brennstoff, als auch Strom einsparen würdest, dass kann ich Dir garantieren. Ich habe einem Freund die pedantisch eingebaute Heizungsanlage für etwa 2000€ modifiziert. Der Gasverbrauch ist dadurch von 3000€ auf knapp 2000€ im Jahr gesunken. Er war auch der Meinung, dass seine Anlage „bestens“ funktioniert. Da ich selbst sehr viele Anlagen gewartet habe, schätze ich, dass wenigstens 30% der Anlagen erhebliches Einsparpotential haben bzw. z.T. sogar als Fehlkonstruktion zu bezeichen sind. Das Haus oder die Wohnung erwärmen sie aber alle.

Mit freundlichen Grüßen
Tilo