Morgähn!
Wenn ich Dich bitte nochmals um eine Stellungnahme bitten dürfte, zu den folgenden detaillierteren Infos?
Gerne.
Aber vorab: Ich bin Chemiker und antworte dir nur, weil ich mich mit den gleichen Problemen herumgeärgert habe und mich ausgiebig informiert habe. Prinzipiell bin ich aber kein Fachmann, du solltest auf jeden Fall noch eine weitere Meinung einholen.
Es handelt sich um einen Neubau,
Das heisst aber auch, die Hütte ist erstklassig gedämmt? Das senkt das Sparpotential einer WP enorm, weil du eh wenig Energie verbrauchen wirst.
die Leitungen müssen also noch gelegt werden. Dabei sind die Leitungsanschlüsse im Haus im Preis, die zum Haus müssen wir aber selber zahlen.
Okay, Frage: Ist eine Gasleitung vorgesehen?
Also, wenn ihr euch für die WP entscheiden solltet, wollt/könnt ihr dann auf den Gasanschlus verzichten, oder wird der auf jeden Fall gelegt (Gasherd oder auch nur der Sicherheit wegen).
Schon bei den Stadtwerken/Energieversorgern nachgefragt, was der Hausanschluß kosten wird?
Aufpreis der Lufzwärmepumpe mit Fußbodenheizung gegenüber der Gasheizung ohne Fußbodenheizung: ca. 10.000 EUR
1.) Ist in diesem Preis schon der Gas-Hausanschluß berücksichtigt?
2.) Ihr vergleicht da ein wenig Äpfel mit Bananen. Würdet ihr wirklich eine Gasheizung ohne Fußbodenheizung haben wollen? Ich hätt heutzutage keine Lust mehr auf die ensetzlichen Heizkörper . . .
Wenn ich euch für Fußbodenheizung (erst mal unabhängig von der „Antriebstechnik“) entscheidet , dann solltet ihr auch Gasheizung mit Fußbodenheizung und Wärmepumpe mit Fußbodenheizung miteinander vergleichen.
–> Was meist Du?
Schwer zu sagen.
Wärmepumpe macht nur Sinn bei Niedertemperatur- sprich: Fußbodenheizung. Allerdings würde ich auf diesen Komfort auch bei den Alternativen nicht verzichten wollen, und Gasbrennwertgeräte laufen bei Fußbodenheizung auch einiges effizienter als bei normalen Heizkörpern, von daher solltet ihr erst mal eine Grundsatzentscheidung treffen, wie die Wärme im Haus verteilt werden soll.
Grundsätzlich seh ich das Einsparpotential einer Wärmepumpe in einem modernen Haus mit moderner, erstklassiger Dämmung als gering an. Rein aus’m Bauch raus würde ich sagen, bestenfalls 200 Euro im Jahr. Womit ihr die 10.000 Euro Aufpreis erst nach 50 Jahren wieder drin hättet. Also völlig witzlos, da hast du mehr davon, wenn du das Geld auf’s Sparbuch legst. Noch extremer, wenn man auf Kredit finanziert und die 10.000 Euro weniger abzuzahlen (und vor allem: zu verzinsen) hätte.
Das könnte sich allerdings ändern, wenn der Gas-Hausanschluß darin noch nicht berücksichtigt ist und ihr auf diesen verzichten könnt. Denn der ist nicht ganz billig. Mal nachfragen.
Ihr solltet das (möglichst mit konkreten Zahlen, evtl. aus Energieausweiß?) noch mal von einem Fachman nachrechnen lassen.
Sofern die WP nicht drastisch günstiger arbeitet würde ich persönlich immer noch zur Gasheizung (mit Fußbodenheizung) tendieren. Und das gesparte Geld später (wenn’s mit der Kohle nicht mehr so eng aussieht) in eine zusätzliche Solaranlage investieren. Gut gemeinter Rat: sofern ihr diese Alternative in Betracht zieht, lasst jetzt schon mal gedämmte Rohre und Kabel für eine Solaranlage vom Heizungsraum auf’s Dach legen. Das wird euch jetzt nicht viel kosten, später aber reichlich Geld und Dreck ersparen.
So, und jetzt die „Bauherren“-Lösung:
Ihr baut doch da ein Haus mehr oder weniger von der Stange?
1.) Gibt es schon einen Energieausweis für dieses oder ein entsprechendes Musterhaus?
2.) Ist dieses oder ein vergleichbares Haus nicht schon Dutzend- bis hunderfach gebaut worden? Könnte der Lieferant nicht mal ein paar Referenzobjekte nennen, bei denen man die Einwohner einfach mal nach dem Energieverbrauch fragen könnte, und was für eine Heizung sie gewählt haben?
Die meisten Leute, die ein Systemhaus bauen, sind da ausgesprochen auskunftsfreudig - wir haben bei Baustellenbesichtigungen, wo wir bei völlig fremden Leuten einfach mal reingeschaut haben, unglaublich viel gelernt.
hmpf, der Aufpreis für die Wärmerückgewinnung beläuft sich auf gut 6.000 EUR.
Kingt erst mal heftig - aber mit dem, was ich gleich noch schreiben werde, durchaus gerechtfertigt. Denn das, was man da ohne WT bekommt, ist nur eine halbe Lösung - bestenfalls.
Der Anbieter schreibt Folgendes:
Frische Zuluft strömt durch den so entstehenden leichten Unterdruck über Zuluftöffnungen in den Außenwänden nach.
Das ist die denkbar schlechteste Lösung.
Diese Zuluftöffnungen in den Außenwänden halte ich aus energetischer Sicht für eine mittelschwere Katastrophe. Da wird wahrschenlich auch ein Luft- und damit Wärmeaustausch stattfinden, wenn die Lüftung gar nicht läuft. Und im Winter möchte ich nicht in der Nähe einer solchen Öffnung sitzen.
Die 6.000 Euro Aufpreis dürften damit nicht nur den Wärmetauscher, sondern eine komplette „richtige“ Lüftung umfassen, mit zentraler Ansaugung.
Frag nach, wie die aufgebaut ist. Lass dir ne Schemazeichnung schicken. Frag, ob da auch ein vorgeschalteter Erdbodenwärmetauscher mit drin ist. Wenn nicht, was der an Aufpreis kostet.
Meine Meinung: Ganz oder gar nicht. Wenn euch die 6000 Euro für die richtige Lüftungsanlage zuviel sind, dann soltet ihr die „serienmäßige“ Lüftung auch abbestellen, mit dem Murks werdet ihr keine Freude haben.
Durch minimale Schlitze unter den Türen entsteht ein so genannter Raumluftverbund.
Das ist auch schon Murks.
Wenn schon keine richtige Rohrverbidnung zwischen den Räumen, dann macht das heute wenigstens über eine Zargenkopf-Lüftung. Dabei wird ganz einfach der Blendrahmen der Türen oben ein wenig eingefräst, so das der Rahmen nicht an der Wand anliegt, und der obere Spalt zur Wand wird beim Einbau der Türen nicht eingeschäumt.
Dann kann man wenigstens den Luftzug nicht spüren, weil er halt über den Köpfen stattfindet.
Die Frischluft wird hierbei zentral über die Anlage mit Wärmerückgewinnung angesaugt. Mit Hilfe eines Wärmtauschers wird dabei die Wärme der Abluft an die kalte Frischluft abgegeben und zwar bis zu 90 %. Über ein eigenes Kanalsystem wird die so vorgewärmte Luft den Wohnräumen zugeführt.
Das wäre ein ordentliche Lösung - aber nur mit einem vorgeschalteten Erdbodenwärmetauscher. Wie schon gesagt, ohne kann der Wärmetauscher der Lüftungsanlage ansonsten im tiefen Winter einfrieren. Und außerdem kühlt man damit die angesaugte Luft im Sommer ab, was bei genügend Leistung duraus eine Klimaanlage ersetzen kann - und die Feuchtigkleit draussen hält.
Da sind noch viele Informationen (und möglichst auch Gegenangebote von anderen Anbietern - die kann man dem Bauträger druchaus auch mal um die Ohren hauen!) erforderlich.
Schönes Wochenende!
mabuse