Heizlast (Heizkessel) - Berechnung

Hallo,
ich bin gerade dabei eine größere Pelletsheizung für ca. 950 m2 Wohnfläche planen zu lassen. Nach Aussage meines Heizungsbauers und des Kesselherstellers bräuchte ich nach DIN-Berechnung einen Kessel mit ca. 70 KW.
Da genau in diesem Leistungsbereich ab ca. 60 KW die Anlagen um mehrere tausend Euro mehr Kosten habe ich im Internet interessant Beiträge über Heizlastberechnung bzw. Auslegung des Heizkessels gefunden.

Z.B. wird vom schweizer Bundesamt für Energie vorgeschlagen die Kesselleistung so zu berechnen: Jahresverbrauch z.B. 15.000 l Öl geteilt durch 3000 Stunden ergibt eine Leistung von 50 KW.
Da es in der Schweiz im Winter sicher genauso kalt wie in Bayern ist, bin ich schon der Meinung, dass bei der DIN Berechnung schon enorm viel Sicherheitszuschlag eingerechnet ist, den man dann letzendlich bei der Anschaffung und beim Verbrauch auch bezahlen muß.

Ein anderer Artikel sagt aus, bei der DIN-Berechnung wird der Kessel auf die max. zu erwartende Kälteperiode und zusätzlich mit Sicherheitszuschlägen ausgelegt, was ökologischer, kaufmänischer und technischer Schwachsinn ist, darum halbe DIN-Dimensionierung bei Wohnhäusern???

Mir ist auch klar, dass mein Heizungsbauer die Anlage nicht nach schweizer Berechnung auslegen kann und ich letzendlich beim Einbau einer "nur"60 KW Anlage das Risiko trage, aber ich möchte hier einmal nach euerer Meinung, vielleicht auch Erfahrung fragen, den Kessel vernünftig auszulegen.

Gruß Franz

Hallo,

auch hallo,

ich bin gerade dabei eine größere Pelletsheizung für ca. 950
m2 Wohnfläche planen zu lassen. Nach Aussage meines
Heizungsbauers und des Kesselherstellers bräuchte ich nach
DIN-Berechnung einen Kessel mit ca. 70 KW.

Die Kesselleistung ist abhängig vom Wärmeverlust des Hauses. Bei guter Isolierung ist der Verlust (und damit die Kesselleistung) gering und bei mickriger Isolierung ist der Verlust hoch.

Wenn der Heizungsbauer richtig gerechnet hat (hat er das wirklich?), dann soll die Angabe wohl stimmen. Aus eigener (früherer) Erfahrung, rechnen Heizungsbauer schon mal die Verluste hoch, damit ein größerer Kessel erforderlich wird.

Abhilfe: Bauingenieur Verluste berechnen lassen, denn das kostet nur einmal und nicht dauernd!

Gruß Franz

Gruß
Pat

Hallo Franz,

Pat hat dir doch bereits ganz trivial gezeigt, das die Leistung der Heizungsanlage die Verluste durch mangelhafte Isolierung wieder ausgleichen muß. Und diese Verluste kann nur ein Bauingenieur messen.

Da es in der Schweiz im Winter sicher genauso kalt wie in Bayern…

Im Tessin ist es viel wärmer als in Tirol.

Ein anderer Artikel sagt aus, bei der DIN-Berechnung wird der
Kessel auf die max. zu erwartende Kälteperiode und zusätzlich
mit Sicherheitszuschlägen ausgelegt…

Da stimmme ich dir voll zu. Während den wenigen Tagen in einem Jahrzehnt kann man sich auch mal zwei Socken überziehen. Das spart im wahrsten Sinne des Wortes ‚Kohle‘.

Habe ich richtig gelesen, dass du ein 950m² Wohngebäude erstellen möchtest? Dann bleibt sicherlich auch noch was für den professionellen Energieberater übrig.

Gruß Termid

Hallo,
zunächst einmal danke für die Antworten.
Ich plane kein neues Gebäude, sondern möchte eine bestehende Ölheizung durch Pellets und Solar ersetzen und das soll sich wirtschaftlich rechnen.

dann,

ist meine Frage vielleich nicht ganz richtig verstanden worden. Es geht mir nicht darum die Heizlast von 70KW anzuzweifeln, sondern es geht darum ob es technicsch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist die Heizung auf extremste Kälte auszurichten.
Ich behaupte einmal, dass die DIN davor ausgeht die Heizung so zu dimensionieren, dass bei -20°C das ganze Haus auf 21°C gehalten werden kann, natürlich noch mit einem Sicherheitszuschlag.

Ist es hier nicht sinnvoller, die Heizung geringer auszulegen und für solche Extremfälle, ich sage mal max. 5-7 Tage/Jahr, die Temperatur zumindest in den Nebenräumen zurüchzufahren und den Pelletskessel ein paar Vollaststunden mehr zuzumuten.

Es geht auch nicht nur um die höheren Anschafungskosten, auch die Betriebs- u. Verbrauchskosten eines größeren Kessels sind höher.
Ich denke mal, die Schweizer zeigen uns hier eine sinnvoll Berechnung. Sie sind ja nicht gebunden an die oft übertriebenen deutschen und EU Vorschriften.

Gruß Franz

Hallo Franz,

wenn deine erste Anfrage genauso klar und präzise gewesen wäre, hätte es andere (vielleicht auch viel mehr) Antworten gegeben.

Auch deine Überschrift hat sicher so manchen abgeschreckt. Der hat dann gedacht das man da was berechnen soll und man dazu fundierte Kenntnisse benötigt und gar nicht erst gelesen.

Was Solar angeht kann ich keine Aussage machen, das kommt auf die Lage an die ich nicht kenne. Und achte bei Rückeinspeisung in das öffentliche Netz (wenn du Geld dafür sehen möchtest) unbedingt auf die neuen Richtlinien, die bei der Bundesnetzagentur einzureichen sind. Ja, Netzagentur, Telefon usw. Ich habe das auch nicht verstanden.

Ich plane kein neues Gebäude, sondern möchte eine bestehende
Ölheizung durch Pellets und Solar ersetzen und das soll sich
wirtschaftlich rechnen.

Die Umstellung von Öl auf Pellets ist ökologisch sicher sinnvoll, ökonomisch wird sich das auch rechnen wenn in 20 Jahren die Vorkommen knapp werden und das Öl unabsehbar teuer wird. Aber dann kann man immer noch umstellen.

Zur Zeit lohnt es sich nicht einen neuen Kessel zu kaufen weil die Pellets im Preis der Nachfrage ‚angepasst‘ sind. Die Pelletshersteller verdienen sich gerade ihre Zukunft. Wenn dein Schornsteinfeger den Kessel aber bemängelt hat (darüber schreibst du nichts) lohnt die Frage sich vom Öl verabschieden zu wollen immer.

ist meine Frage vielleich nicht ganz richtig verstanden
worden. Es geht mir nicht darum die Heizlast von 70KW
anzuzweifeln, sondern es geht darum ob es technicsch,
wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist die Heizung auf
extremste Kälte auszurichten.

Nein!

Ich behaupte einmal, dass die DIN davor ausgeht die Heizung so
zu dimensionieren, dass bei -20°C das ganze Haus auf 21°C
gehalten werden kann, natürlich noch mit einem
Sicherheitszuschlag.

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat mal festgelegt das man für x°C xKW Brennleistung erzeugen muß. Die deutschen sind ja so versessen darauf, alles in Regeln zu pressen.

Ist es hier nicht sinnvoller, die Heizung geringer auszulegen
und für solche Extremfälle, ich sage mal max. 5-7 Tage/Jahr,
die Temperatur zumindest in den Nebenräumen zurüchzufahren und
den Pelletskessel ein paar Vollaststunden mehr zuzumuten.

Ja, du hast es erkannt. Und wie ich bereits gestern schrieb: ziehe für die paar Tage zwei Socken über. In einer Woche wird dein Haus bei 3°C weniger nicht auskühlen.

Es geht auch nicht nur um die höheren Anschafungskosten, auch
die Betriebs- u. Verbrauchskosten eines größeren Kessels sind
höher.
Ich denke mal, die Schweizer zeigen uns hier eine sinnvoll
Berechnung. Sie sind ja nicht gebunden an die oft
übertriebenen deutschen und EU Vorschriften.

Du sprichst mir aus der Seele.

Gruß Termid

Hallo Termid,
vielen Dank für deine Stellungnahme, sie ist ganz in meinem Sinn.

Was die Wirtschaftlichkeit anbetrifft, habe ich folgende Rechnung aufgemacht.
Bei den 950 m2 handlet es sich um 2 Gebäude mit je 1 Heizung, 1x 19 Jahr alt, 1x 25 Jahre alt. Die mit 25 Jahre braucht sehr viel Öl und muß demnächst erneuert werden, zudem ist die andere Heizung viel zu groß dimensioniert. Drum mein Vorhaben, gleich alles über eine Fernleitung ca. 30 m mit 1 Heizanlage zu erledigen.

Zur Zeit brauche ich ca. 14.500 l Öl/Jahr x 0,60 Euro/l = 8.700 Euro Heizkosten.
Durch die Zusammenlegung auf eine Heizung, den besseren Wirkungsgrad (jetz ca. 75%, dann ca. 92%) und der Beseitigung von einigen Installationssünden, erwarte ich mir eine Einsparung von 15%.

Von der Solaranlage, ca. 25m2 sind mind. 1.000-1.500 l Einsparung zu erwarten.
Dadurch, dass es mind. ein 3-Familienhaus ist, bekomme ich hier eine Förderung von 210 Euro/m2, damit kosten mich die 25 m2 max 4.000 Euro.

Somit sollte die neue Anlage ca. 11.000 l Öl oder umgerechnet 22 to Pellets benötigen x 210 Euro/to = 4620 Euro und eine Einsparung von 4000 Euro/Jahr.

Was die Preise in Zukunft machen, darüber läst sich nur spekulieren, aber längerfristig glaube ich, dass die Schere zw. Öl und Holz weiter auseinander geht und die Einsparung dadurch größer wird.

Gruß Franz

Hallo Franz,

zuerst mal ein Wort zur Bedienung der Tastatur. Da scheint Nachholbedarf angezeigt zu sein. (Sorry)

Auf der Taste für die „2“ befinden sich auch noch die Symbole für das bereits gezeigte " sowie rechts unten noch eine kleine 2. Wenn man zuerst die Taste „AlrGR“ und auch dazu eben die 2 drückt, kommt man an die rechts unten angestellte Darstellung, hier ist es ² was man für die Bezeichnung m² (oder bei der 3 für m³) benutzt.
Es gibt elf solcher Tasten, oder hast du noch nie eine E-Mail geschrieben (@)?

Zur Sache (1): Ein wesentlicher Aspekt ist dir wohl verloren gegangen. Ich gehe dabei davon aus das die Wohnungen vermietet sind und die Mieter ein Recht darauf haben immer zwischen 7:00 und 22:00 ihre Wohnung auf 21,0°C aufheizen zu können.

Deshalb, und nur darum, musst du die Heizungsanlage leider überdimensionieren. Das ist wirtschaftlicher Schwachsinn, es kostet die Mieter Vorhaltekosten…

Zur Sache (2): Ich gehe davon aus das es sich um einen gewerblichen Betrieb handelt. Ein Gebäude ist dein Wohnhaus und das zweite Gebäude ist deine Werkstätte.

Denn sonst würdest du dich nicht so intensiv damit beschäftigen, Energiekosten zu sparen. Ökologisch wäre mir zur Zeit auch wieder alles egal solange unsere Politiker sich ihre 4 Tonnen schweren gepanzerten Dienstwagen tausende Kilometer nachfahren lassen.

Wenn es also ein gewerblicher Betrieb ist solltest du darauf achten das die Heizungsanlage nicht in deinem Wohnhaus steht. Die wäre sonst nur bedingt als Betriebsausgabe absetzbar.

Eine einzige Anlage bringt zudem den Vorteil, das man sich eine Wartung spart und einmal den Schornsteinfeger. Auch das summiert sich in 20 Jahren auf etliche tausend € (AltGR+E)

Klar, solange es noch die Fördermittel für Solaranlagen gibt, warum soll man die nicht abgreifen? Die Anlage würde ich nach Möglichkeit aber auf mein Wohnhaus stellen. (Finanzamt)

Was die Preise in Zukunft machen, darüber läst sich nur
spekulieren, aber längerfristig glaube ich, dass die Schere
zw. Öl und Holz weiter auseinander geht und die Einsparung
dadurch größer wird.

Nein, für die Herstellung von Pellets werden Umengen an Energie ‚vorab‘ verbraucht. So ökologisch ist das gar nicht. Pellets werden mit 200 Tonnen Druck gepresst. Und um die Vorabenergie zu bezahlen, werden die Pellets auch immer teurer.

Es gibt auch moderne Scheitholzanlagen die man nur zwei mal am Tag bedienen muß. Scheitholz ist das billigste Heizmaterial, seit Menschengedenken.

Zuletzt noch ein Gedankenanstoß: was ist denn mit deiner Warmwasserversorgung im Sommer? Mit einer Solaranlage kann man das erledigen, dann kann der Kessel ganz abgeschaltet werden.

Ich sehe das du auf dem richtigen Weg bist.

Gruß Termid

Somit sollte die neue Anlage ca. 11.000 l Öl oder umgerechnet
22 to Pellets benötigen x 210 Euro/to = 4620 Euro und eine
Einsparung von 4000 Euro/Jahr.

11.000l Öl sind 6600 Euro, also ich komme auf knapp 2000€ Ersparnis.
Pelletspreise und Ölpreise kann natürlich keiner voraussagen, aber die Pelletshersteller werden den Preis schon so anpassen, dass sie immer nur so wenig wie nöglich unter den Heizölpreisen liegen.

Bei der Berechung der nötigen Heizleistung sind natürlich Spielräume gelassen worden. Werden immer alle Räume auf 21° beheizt? Bestimmt nicht.