Hallo Kerstin!
Warum meckerst Du…
Bitte fasse weder das vorige noch dieses Posting als Meckerei auf.
Mit den genannten 8000 :Litern kommen wir im Jahr :kaum aus. Feine Idee von Dir, :alles mal eben zu isolieren.
Darin liegt ja gerade das Problem, dass mit „mal eben“ nichts zu machen ist. Deshalb findest Du in meinem Posting auch keinen Tipp, „mal eben“ etwas zu tun.
8000 l leichtes Heizöl EL kosten derzeit runde 4.000 €. Man kann getrost von weiter steigenden Preisen ausgehen. Jeder Euro für Heizöl, das unnötigerweise verbrannt wird, schmälert das Portemonnaie und schmälert die Möglichkeit, Gegenmaßnahmen zu finanzieren. Es muss ja nicht alles sofort passieren, nach und nach kommt man auch zum Ziel.
Die erste Maßnahme muss regelmäßig die Trockenlegung des Hauses sein, weil zu hohe Feuchtigkeit im Gemäuer jegliche thermische Isolierung wirkungslos macht. Von Schimmelgefahr noch gar nicht zu reden. Trockenlegung nach allen Regeln der Kunst kostet nicht viel, ist nur viel Arbeit. Dabei ist mit Planung und Überlegung vorzugehen. Billigmaßnahmen auf die Husche oder gar das Eso-Zeuchs mit geheimnisvollen auf die Kellerwände wirkenden Kräften sind Geld- und Zeitverschwendung. Wer die Trockenlegung selbst macht und sorgfältig arbeitet, spart schon in der ersten Heizperiode so viel Heizöl ein, dass das Material für die Maßnahme bezahlt ist. Ganz nebenbei wird das Wohnklima gesünder und der Keller mutiert von der muffigen Höhle zum nutzbaren Raum.
Alle weiteren Maßnahmen werden deutlich kostspieliger. Das Haus einfach in eine dicke Isolierung einzupacken, nützt nichts. Sämtliche Fenster müssen dafür in die Ebene des größten Temperaturgefälles versetzt werden und es ist für ordentliche Belüftung zu sorgen. Auch solche Maßnahmen lassen sich zeitlich strecken.
Je nach handwerklichem Geschick, Kassenlage und vielleicht ohnehin fälligen Erneuerungsmaßnahmen kann man weitere sinnvolle Dinge tun. So kann man die Warmwasserversorgung auf Durchlauferhitzer umstellen, damit der Heizkessel nur in der Heizperiode in Betrieb ist. Man braucht keine Heizungsregelung mit Außentemperaturfühler (die Dinger machen bei der Kellerbelüftung Sinn, aber nicht an der Heizung), während elektrisch steuerbare Heizungsventile, die die Temperierung jeden Raumes nach seiner Nutzung erlauben, sich binnen kurzer Zeit bezahlt machen. Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen.
Es ist ein Widerspruch, hohe Heizölkosten zu beklagen und andererseits mit einer technischen Ausstattung zu schaffen, die dem Standard früherer Generationen entspricht. Technisch ist es inzwischen möglich, ganz ohne Öl, Gas und Kohle für Heizzwecke auszukommen und gar keinen Brenner mehr im Haus zu haben. Es ist technisch möglich, nur mit chemisch gespeicherter
Sonnenenergie übers Jahr zu kommen. Das ist der eine Extremzustand, dem das andere Extrem gegenüber steht, bei dem ein 100 Jahre alter technischer Stand und ebenso alte Gewohnheiten auf das heutige Preisniveau für Brennstoffe treffen.
Mit irgend bezahlbaren Maßnahmen läßt sich aus einem alten Gebäude kein Haus machen, das sich nur aus der Sonne beheizen läßt. Außerdem gibts nicht nur finanzielle Grenzen. Man muss sich hüten, ein in seiner Substanz gut erhaltenes altes Haus mit eigenem Charakter und von seinen Bewohnern lieb gewonnen, unwiderbringlich zu verschandeln, um Energie zu sparen. Aber Maßnahmen wie die Trockenlegung, zeitgemäß isolierte Fenster, eine Belüftung auf aktuellem technischen Stand und sinnvolle Technik von Heizungsanlage und Warmwasserbereitung müssen das äußere Erscheinungsbild eines alten Gebäudes überhaupt nicht berühren. Von wenigen Ausnahmen abgesehen geschieht seitens der Hauseigentümer viel zu wenig, obwohl sich die Maßnahmen schon über die Heizkosten amortisieren, selbst wenn man Substanzerhaltung, Wertsteigerung und die Verbesserung des Wohnklimas unberücksichtigt lässt.
Zum Schluß noch dies: Wenn man für teuer Geld abertausende Liter Heizöl durch den Schornstein bläst und sich dann Gedanken macht, ob man für noch mehr Geld statt Heizöl EL lieber Heizöl schwefelarm oder Premium kaufen soll, fällt es mir schwer, sachlich zu bleiben. Das viele Geld ist in Maßnahmen zur Einsparung von Heizöl sinnvoller angelegt, weil man dabei Umwelt und Kasse in einem Aufwasch entlastet.
Gruß
Wolfgang