Guten Tag,
ich wohne in einem Haus mit drei Parteien. Die alte Dame (Vermieterin) ganz oben ist den ganzen Tag zuhause und Heizt quasi Ihre rießen Wohnung (etwa 125qm).
Die Partei über uns ist Berufstätig und sogut wie nie da und verbraucht fast keine Heizung. (etwa 120qm)
Wir wohnen ganz unten und sind auch Berufstätig und kaum daheim. Nun hatte ich mal 2 Wochen Urlaub um folgendes zu beobachten. (etwa 80qm)
Auf der Abrechnung stehen gradmal 305qm aber naja…
So Problem Nr.1
die Vermieterin lüftet täglich, fast den ganzen Tag, das Treppenhaus. Dies tut Sie indem Sie die Haustür offen lässt und die beiden Türden des Heizraumes… Mal abgesehen davon hat die Ausentür des Heizraumes auchnoch ein großes Loch. Wodurch die ganze kalte Luft an der Heizung vorbeizieht deren Rohre zum teil nicht mal Isoliert sind.
Habe ich da irgendeine Chance etwas zu tun?
Problem Nr.2
Nun muss ich ehrlich gestehen, ich hatte mich beim Einzug nicht mit dem Thema Heizungskosten befasst. Leider stellte ich nun fest, dass jeder Mieter 50% Grundkosten bezahlen muss. Was in meinen Augen völlige Abzocke darstellt einfach damit die Vermieterin so wenig kosten wie möglich hat.
Habe ich da irgendeine Chance etwas zu tun?
Ich freue mich auf eure Antworten.
grüße Jens
Hallo,
zu p1: das lüftungsverhalten deiner vermieterin ist völlig falsch. Lüften ist gut und muß sein, aber richtig. querlüftung (türen und fenster ganz auf) für ca. eine halbe stunde, dann ist ein völliger luftaustausch folzogen, möglich auch alle 4 stunden, das reicht völlig aus. alles andere ist quatsch und reine verschwendung.
zu p2: siehe mal hier: http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/heizung/v…
Danke für die schnelle Antwort cobramaus.
Aber was kann ich denn effektiv dagegen tun? Ich meine die Heizungsleistung geht doch locker zu 20% an die Umwelt verloren!
Hallo Jens,
am besten ist miteinander rede, hast du wahrscheinlich ja auch schon. vereinbare doch einmal einenvorort termin mit deinem schornsteinfeger, der kommt bestimmt und hilft gerne. so ein schornsteinfeger ist für ältere Frauen schon sowas wie eine amtsperson, auf die sie hoffentlich hört.
Gruß
cobramaus
Danke für die schnelle Antwort cobramaus.
Aber was kann ich denn effektiv dagegen tun? Ich meine die
Heizungsleistung geht doch locker zu 20% an die Umwelt
verloren!
Hallo Jens,
fangen wir mit der Abrechnung der Heizkosten an.
Nach der Heizkosten-Verordnung dürfen maximal 60% der Heizkosten verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Der Rest muss nach einem Schlüssel (Quadratmeter oder Personen) abgerechnet werden. In der Regel werden 50% verbrauchsabhängig abgerechnet. Diese Regelung wurde getroffen, um die Trassenverluste der Rohre auf alle Nutzer umzulegen. Die Rohre der Wohnungen der oberen Etagen laufen ja durch die Wohnungen der unteren Etagen und sorgen dort für Wärme.
Jetzt zu der Heizung selber. Da du in einem Mehrfamielienhaus wohnst, muss die Heizung der Energieeinsparverordung (EnEV) oder dem Vorgänger, der HeizanlagenVO entsprechen. Welche Ausgabe der EnEV gilt, ist vom Alter des Hauses abhängig. Zu Teil gilt ein Bestandsschutz.
Anlagenteile und Rohre ohne Wärmedämmung in unbeheizten Räumen sind aber schon so lange nicht zulässig, dass dafür kein Bestandsschutz mehr gilt. Vor allem Rohre, Pumpen und Armaturen müssen mit einer Dämmung versehen werden. Der Dämmwert muss 100% nach EnEV 2009 betragen, wenn die Arbeiten jetzt ausgführt werden. Einige Infos zur neuen EnEV kannst du auf dieser Seite finden. http://www.energiesparclub.de/themenspezial/enev2009…
Zu den Löchern in den Türen des Heizungsaufstellraumes kann man schlecht etwas sagen. Sie können der Verbrennungsluftversorgung der Heizung dienen. Das hängt von der Art des Wärmeerzeugers und von seiner Leistung ab.
Ich würde an Deiner Stelle versuchen, mich mit dem andeen Mieter zu verständigen und dann das Gespräch mit der Hausbesitzerin suchen. Die beste Möglichkeit wäre, die Besitzerin würde einen bedarfsorientierten Energiepass ausstellen lassen. Einen Energiepass braucht sie ohnehin, wenn sie eine Wohnung vermieten will. Der bedarforientierte ist zwar deutlich teurer als ein verbrauchsorientierter, die Mehrkosten werden abe vom BAfA gefördert. Darin ist dann genau der Istzustand beschrieben und es werden Wege zur Verringerung des Primärenergiebedarfs aufgezeigt.
Wenn es keine gütliche Einigung gibt, wird es schwierig. Dann würde ich mich erstmal an den Mieterbund oder an die Verbraucherzentrale wenden.
Solltest Du noch weitere Fragen haben, melde dich.
Ich wünsche dir einen schönen 3. Advent.
Lothar
Hallo Jens,
für mich stellt es sich sich so dar, dass es eher ein juristisches Problem ist. Da ich eher ein technischen Background besitze, wären meine Antworten also eher etwas waage.
Ich denke, gegenlüften an sich ist kaum etwas zu unternehmen, es sei denn, dass es wirklich fast den ganzen Tag geschieht und gleichzeitig die Heizung im Treppenhaus weiter läuft…
Dann wäre das Energieverschwendung pur…
Ich würde Deine Vermieterin einmal nach einem Energiebedarfsausweis fragen…
Wie hoch sind Eure Heizkosten je QM und Jahr?
Das ein großes Loch an der Aussentür zur Heizung ist, spricht für eine Heizungsanlage mit Aussenluftbedarf… das wäre auch völlig normal… nicht normal dagegen, sind nicht Isolierte Heizungsleiteungen… denke, da kannst Du etwas machen --> Mieterschutzbund oder Ähnliches.
Nein, dass 50% Grundkosten auf die Wohnfläche umgelegt werden, würde ich nicht wirklich als Abzocke sehen, denn: Die erzeugte Wärme im Raum, kommt immer auch dem Nachbarn(darüber, darunter und daneben) zugute… allerdings hielte ich 30% qm-beteilgung für gerechter.
Wende Dich am Besten an einen Mietervertreter in deiner Region… die können Dir die rechtlichen Möglichkeiten sehr gut erläutern…
gruß
Kai
Also die Brennstoffkostensumme beläuft sich etwa auf 2700.
Interessanterweiße stehen 400 Euro an Betriebsstromkosten an. Ich habe gelesen, dass das etwa 5% der Brennstoffkosten sein sollten, hier sind es aber ca. 17%.
Die Grundkosten welche nun abgerechnet wurden für die Heizung für 115qm betragen 560 Euro Verbrauchskosten 2,79 Euro.
Weiter unten noch die Kosten für Warmwasser.
Des weitern betragen die Hausnebenkosten etwa 1000 Euro. Das kommt mir auch viel vor. Darf der Vermieter die Feuerversicherung anschreiben?
Was bedeutet denn „Gebühr Kaltwasserz.“ ?
Vielen Dank für die umfangreichen Antworten.
Hallo Lothar,
alles was Geld kostet fällt schonmal weg. Da hier sowieso alles *piep* gemacht wird damit man ja keinen Cent zu viel ausgibt.
Die Rohre welche zwischen den Heizungsteilen laufen sind nirgendwo isoliert. Die isolierung beginnt erst kurz vor der Wand dann.
Mir ist schon klar, dass das %te System eingeführt ist um die Verluste und Wärmeübergänge auszugleichen. Ader dennoch ist es keinesfalls eine gerechte verteilung der Kosten.
Kann man eigentlich einsicht in Alle Abrechnungen verlangen? Also in dem falle auch die der Vermieterin? Da Sie mit im Haus wohnt? Das wäre mal eine richtig interessante Sache…
Wünsche ebenfalls einen schönen Sonntag.
grüße
Wie gesagt, besser Du wendest Dich an einen Mieterverein…
Wichtig wäre der Verbrauch je Quadratmeter… nicht die Gesamtkosten… Wieviel Energielosten Heizung fallen also pro Jahr und qm auf Deine Wohnung an… Insgesamt, nicht nur die Grundkosten…
Gebühr Kaltwasserz.?— schätze das sind die Mietgebühren für die Kaltwasserzähler…
Hausnebenkosten kann der Vermieter nicht Pauschal als Hausnebenkosten angeben… die müssen detailiert aufgeführt sein…
Ich verstehe die Frage nicht ganz mit dem Verbrauch je Quadratmeter. Auf der Abrechnung steht:
Heizkosten
50% Grundkosten Heizung -> 115qm -> 560 Euro
Wären das dann 4,86 Euro pro qm ?
50% Verbrauchkosten Heizung -> 13,33 -> 2,79
Warmwasserkosten
50% Grundkosten Warmwasser -> 115qm -> 100 Euro
50% Verbrauchskosten Warmwasser -> 55,56m³ -> 140 Euro
Die Hausnebenkosten sind einzeln aufgeführt aber es kam mir eben sehr viel vor.
Feuervers. 190
Gebäudevers. 68
Grundsteuer 128
Kaltwasser 155
Abwasser 218
Müll 117
Gebäudehaftpflicht 29
Gebühr Kaltwasserz. 38
Gesammt 940
Ich habe alle Werte etwas gerundet.
So und insgesammt gibt es von 1800 eingezahlten Euro etwa 60 zurück obwohl nichtmal geheizt wurde. Wir haben mit Strom geheizt, da wir wussten wie teuer das Haus ist. Leider erst nach dem Einzug…
An den Mieterverein werden wir uns definitiv noch wenden es gibt ja hier so einige geschichten.
grüße
Hallo Jens,
mit den rechtlichen Gegebenheiten kenne ich mich nicht wirklich aus. Ich weiß allerdings, dass du das Recht hast, alle Rechnungen für Posten, die auf die Miete umgelegt werden, einzusehen. Und die Abrechnung muss nachvollziehbar sein, sonst kannst Du sie anfechten.
An Deiner Stelle würde ich mich vom Mieterbund beraten lassen. Die kennen sich in den rechtlichen Grundlagen genau aus.
Was sicher ist, dass die ungedämmten Rohre ein Verstoß gegen die EnEV sind. Allerdings kannst Du das nur auf gerichtlichem Wege durchsetzen, wenn von Seiten des Eigentümers keine Bereitschaft vorliegt, die Probleme zu beseitigen.
Gruß Lothar
Okay vielen Dank dann werde ich mich mal in diese Richtung informieren.
grüße