Heizung mit oder ohne Warmwasserspeicher

Hallo ihr Wissenden!

Wir stecken gerade mit unserem Haus mitten in der Sanierung.
Das Dach die Fassade und die Fenster sind bei unserem 170q/m
großem Haus schon fertig.

Also, technisch gesehen ist es auf Neubaustandart.

Nun stehen wir aber noch vor der Erneuerung der Heizung.
Hier bei habe ich nun die Frage, ob die neue einen Warmwasserspeicher haben sollte oder nicht.

Wenn ich eine ohne hätte, würde doch nur das Wasser erhitzt welches ich auch wirklich nur bräuchte.
Was ja bei einer HZ mit Speicher ja nicht der Fall wäre.
Hier würde das warme Wasser in seinem Speicher auf mich warten.
Dies verschlingt doch noch nur unnütz Heizkosten (ODER) ?

Ich wäre sehr für eure Meinung dankbar.
Gruß
Marcus

Hallo Marcus!

Hier würde das warme Wasser in seinem Speicher auf mich
warten.
Dies verschlingt doch noch nur unnütz Heizkosten (ODER) ?

Du schreibst leider nicht, mit welcher Art der Warmwasserbereitung Du den an der Zentralheizung hängenden Warmwasserspeicher vergleichst. Welche Art Heizung ist jetzt vorhanden (Öl, Gas, Holz, Koks, Elektroheizung)? Soll daran etwas verändert werden? Hast Du einen Gasanschluß?

Es wird einfacher, wenn Du schreibst, was vorhanden ist.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang

Wie konnte ich es nur vergessen!
Es soll natürlich eine Gasheizung installiert werden.
Die vorherige HZ ist auch eine GasHZ gewesen, von daher ist der Gasanschluss schon vorhanden.
Zuvor war ein Vaillant Termoblock VCW im Hause doch im Moment wird alles neu gemacht(auch alle Rohrleitungen werden in Metallverbundrohr verlegt).

Und nun sind wir wieder bei meiner Frage :smile:
Sollte die neue HZ einen Warmwasserspeicher haben oder nicht.
Wo sind die Vor/Nachteile vom Speicher?

Danke
Marcus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Speicher oder Durchflußerwärmer…

Hallo Marcus!

Die Leistung eines Durchflußerwärmers (Durchlauferhitzer) muß nach dem höchsten auftretenden Durchfluß bemessen werden. Für eine Erwärmung des Leitungswassers von 15°C auf 40°C braucht der Durchlauferwärmer eine Leistung von 1,75 kW für einen Durchfluß von 1 Liter Warmwasser pro Minute. Eine Dusche braucht 10 … 15 l Wasser pro Minute und damit 17,5 … 26,25 kW Heizleistung. Gleichzeitige Warmwasserentnahme an einer anderen Zapfstelle erfordert einen leistungsfähigeren Durchlauferwärmer oder man ordnet einzelnen Zapfstellen oder Gruppen von Zapfstellen jeweils eigene Durchflußerwärmer zu.

Demgegenüber ist die Brennerleistung bei einer Warmwasserbereitung mit Speicher unabhängig vom höchsten Durchfluß. Das Speichervolumen muß groß genug sein und genügend Zeit zum Aufheizen muß zur Verfügung stehen. Ein Speichererwärmer ist also eher geeignet, Verbrauchsspitzen aufzufangen. Wenn man diese Puffereigenschaft nicht braucht, weil es sich um eine kleine Gruppe von Zapfstellen handelt, die nicht alle gleichzeitig benutzt werden, kommt man mit einem Durchflußerwärmer zurecht.

Bei zu großer Dynamik des Durchflusses, wenn sowohl 5 als auch 50 Liter pro Minute auftreten können, ist die Verwendung eines Speichers sinnvoll. An einem Speicher führt auch bei solarer Unterstützung kein Weg vorbei. Ein Speicher muß thermisch gut isoliert sein. Um Wärmeverluste klein zu halten, sollten sämtliche Leitungen und Zirkulationsleitungen so kurz es irgend geht gehalten werden. Gibt es einzelne Verbrauchsstellen in größerer Entfernung, kann es sinnvoll sein, die entfernten Verbrauchsstellen mit einem eigenen Durchflußerwärmer zu versorgen und dort, wo der Verbrauchsschwerpunkt liegt, über einen Speicher zu versorgen. Das kann günstiger sein, als über einige zig Meter quer durch ein großes Haus Zirkulationsleitungen zu legen.

Gas-Durchlaufwasserheizer gibt es bis zu einer Wärmeleistung von 27,9 kW, sog. 16-Liter-Geräte. Solches Gerät bringt bei einem Volumenstrom von 16 l/min eine Temperaturerhöhung um 25 K. Wenn man aufgrund kurzer Leitungen auf Zirkulationsleitungen verzichten kann und wenn sich ohne störende Einschränkungen der Nutzbarkeit eine Gleichzeitigkeit größeren Verbrauchs vermeiden läßt (z. B. im 1-Personen-Haushalt), kann man auf einen Speicher verzichten.

Solche Verhältnisse hat man aber nicht überall. Wenn mehrere Familienmitglieder morgens gleichzeitig duschen/baden wollen, würde einer dem anderen das warme Wasser wegnehmen, weil die Leistung des Durchflußerwärmers nicht reicht. In solchem Fall ist es nicht vernünftig, die Warmwasseranlage nach dem kurzzeitig auftretenden Spitzenbedarf mit einem gewaltigen Brenner auszulegen. Abgesehen davon sind mir keine Gasbrenner für mehr als 16 l pro Minute bekannt. Ein Brenner mit vergleichsweise kleiner Leistung und einem passend dimensionierten Speicher ist dann die bessere Lösung. Das Speichervolumen ist von der Anzahl der Bewohner und deren Verbrauchsgewohnheiten abhängig. Will eine 8-köpfige Familie binnen einer Stunde unter die Dusche(n), kann ein 500-l-Speicher zu klein sein, während ein 150-l-Speicher für einen kleinen Haushalt reichen kann.

Gruß
Wolfgang

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