ich habe mich neulich mit einem Freund über Heizsysteme unterhalten. Ich heize bei mir zu Hause (Einfamilienhaus) mit Gas. Er heizt mit Pellets. Ich finde diese umweltfreundliche Methode zu heizen sehr spannend, kenn mich damit aber überhaupt nicht aus.
Wer kann mir helfen antworten auf meine Fragen zu finden, bzw. weiß jemand gute Informationsquellen (Internetseiten)?
-Was sind die Vorteile einer Pellets-Heizung?
-Worauf muss ich bei der Anschaffung von einem Pelletkessel achten? Was sind die wichtigsten Punkte?
-Wie hoch sind die Anschaffungskosten, wie hoch die Betriebskosten?
Ich bin zwar kein Experte, aber ich habe seit drei Jahren eine Pelletsheizung in Betrieb. Hier ein paar Erfahrungswerte:
Pelletskessel gibt es inzwischen in allen möglichen Ausführungen. Einige sind sehr komfortabel; man hat kaum Reinigungsaufwand, während ich bei meinem Kessel einmal die Woche die Asche entsorgen und den Brennraum reinigen muß. Das ist nicht besonders schwierig und dauert eine Viertelstunde, ist aber eben nicht gerade die sauberste Arbeit. Dafür habe ich mit meinem Kombibrenner die Möglichkeit, auch mal mit Holz heizen zu können, und im Sommer wird Warmwasser mit einem eingebauten elektrischen Heizelement erzeugt. Mit Einbau hat der Spaß ca. € 7.800,-- gekostet, dazu kam noch die Umrüstung des Schornsteins (ca. € 1.000,–). Der Kessel hat einen integrierten Warmwasserspeicher von 100 Litern, was für einen 2-Personen-Haushalt locker ausreicht (bestimmt auch für mehr). Ich würde bei einer Neuanschaffung wahrscheinlich einen Pufferspeicher zwischenschalten, weil es im Winter manchmal etwas knapp mit dem Warmwasser wird. Allerdings habe ich ein sehr großes Haus mit vielen Heizkörpern, die mit Warmwasser befüllt sein wollen - und wir haben hier in Schweden über lange Zeit Temperaturen von -20 Grad. Da muß der Pelletsbrenner Schwerstarbeit verrichten. Ob ein Pufferspeicher in Deutschland sinnvoll wäre, müßte Dir ein Fachmann sagen können. In jedem Fall würde ich einen großen Vorratstank für die Pellets empfehlen. Der wird per Tankwagen befüllt. Wenn man Pellets in Säcken kauft, wird die ewige Schlepperei irgendwann lästig. Ganz abgesehen von Unmengen an Plastikabfall. Für eine Tonne Pellets zahle ich umgerechnet ca. € 240,-- und verbrauche ungefähr 5 bis 6 Tonnen im Jahr (in Deutschland dürfte man erheblich weniger verbrauchen). Das ist nicht der niedrigste Preis, aber ich zahle lieber etwas mehr für gute Qualität. Billigpellets sind oft nicht fest genug gepreßt und zerbröseln schon beim Transport. Worauf ich leider nicht geachtet habe, war eine stromsparende Umwälzpumpe. Das Ding frißt unverschämt viel Strom. Also lieber etwas mehr dafür ausgeben und beim Betrieb wieder einsparen. Lohnt sich auf jeden Fall.
Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meiner Heizung. Klar, der Arbeitsaufwand ist bei einer Gasheizung geringer (hier gibt’s Gas höchstens in größeren Städten), aber es hält sich in Grenzen. Der große Vorteil ist die Umweltfreundlichkeit. Preislich dürfte zwischen Pellets und Gas (noch) kein großer Unterschied sein, aber Öl- und Elektroheizungen können da nicht mithalten.
Wie gesagt, das ist nicht gerade Expertenrat, aber vielleicht hilft’s Dir ja.
ich mit meinem Kombibrenner die Möglichkeit, auch mal mit Holz
heizen zu können,
das macht den Kessel sicher nicht billiger.
und im Sommer wird Warmwasser mit einem
eingebauten elektrischen Heizelement erzeugt
Ich würde eigentlich jede Art von Holzheizung mit einer Solaranlage koppeln, sonst ist sie im Sommer nicht wirtschaftlich. Ob das bei der schwächeren Sonneneinstrahlung in Schweden sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen.
Pufferspeicher zwischenschalten,
Auch das würde ich grundsätzlich bei jeder Holzheizung machen - aber nicht nur für das Brauchwasser, sondern auch zur Heizungsunterstützung. In der Übergangszeit dann lieber alle paar Tage mal den Speicher aufheizen, als immer nur kurz den Brenner anzufahren.
ist nicht der niedrigste Preis, aber ich zahle lieber etwas
mehr für gute Qualität. Billigpellets sind oft nicht fest
genug gepreßt und zerbröseln schon beim Transport.
In Deutschland gibt es doch DIN für alles
…Umwälzpumpe. Das Ding frißt unverschämt viel Strom.
Die ist doch schnell ausgetauscht - wird in Deutschland sogar gefördert.