Hallo, stoße alle Jahre wieder auf die Meinung (die auch in diversen seriösen Zeitschriften veröffentlicht wird), daß man Heizenergie sparen würde, wenn die Heizung nachts nicht völlig auskühlt sondern nur abgesenkt wird. Bilde mir ein, ein wenig von Physik zu verstehen und wage zu behaupten, daß dies falsch ist.
Senkt man z.B. nachts die Temperatur von 21 auf 14 Grad Celsius, so muß doch über Nacht Energie zugeführt werden, die ein weiteres Abkühlen verhindert. Sinkt die Temperatur dagegen weiter auf z.B. 9 Grad Celsius wird nachts keine Energie verbraucht. Natürlich braucht man früh mehr Energie beim Hochheizen von 9 auf 21 als von 14 auf 21. Zusammen mit der nachts zum Erhalt der 14 Grad verbrauchten Energie aber sollte sich aber im ersten Falle doch ein höherer Verbrauch ergeben. Die Heizung muß doch lediglich den Verlust ausgleichen, der über den Wärmedurchgang nach außen auftritt. Dieser aber ist proportional zur Temperaturdifferenz und die ist bei innen 9 Grad nun mal kleiner als bei 14 Grad. Also gerade umgekehrt als bei der weit verbreiteten Meinung.
Liege ich da mit meiner Meinung richtig? Wenn nicht, wo ist da der Denkfehler?
Moin,
Heizung, Haus und Bewohner sind ein komplexes System, das nicht mit so einfachen Betrachtungen behandelt werden kann. Deine Frage bzw. These ist daher besser im Brett „Hauswirtschaft und Handwerk“ aufgehoben. Dort wirst Du eine rege Diskussion auslösen oder aber auf FAQs oder bestehende Threads verwiesen werden.
Aber nur mal ganz kurz:
Wenn die Raumtemperatur zu weit absinkt, wird stellenweise der Taupunkt unterschritten und es gibt Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel.
Die Heizleistung wird bei modernen Heizungen/Häusern sehr knapp dimensioniert. Es kann daher sein, dass die Heizanlage viele Stunden braucht, um wieder von 9°C auf 20°C zu kommen. Oder sie muss mit einer sehr hohen Leistung betrieben werden, die dann schon wieder größere Verluste bedeutet (hohe Vorlauftemperatur z.B.).
Und ironisch gesagt - noch mehr Energie kann man sparen, wenn die Heizung am Tage auch ausbleibt.
Olaf
Moin,
Heizung, Haus und Bewohner sind ein komplexes System, das
nicht mit so einfachen Betrachtungen behandelt werden kann.
Also in erster Näherung könnte man sich das Haus als Eimer vorstellen und die Heizwärme als Wasser in dem Eimer. Jetzt hat der Eimer aber Löcher (nicht perfekte Isolierung). Aus diesen Löchern „spritzt“ das Wasser umso kräftiger, je mehr Wasser im Eimer ist (Druckaufbau).
Analog kann man sagen, dass umso mehr Wärmeenergie nach draußen verpufft, je größer der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ist. Das ist eine vollkommen korrekte Annahme.
Darum hat der ursprüngliche Fragesteller recht: Es ist *immer* günstiger, die Heizung abzustellen/runterzudrehen, als sie konstant weiterlaufen zu lassen (z.B. wenn man für ein paar Stunden die Wohnung verlässt).
Eine andere Frage ist, ob tatsächlich der Taupunkt unterschritten wird oder ob man sich dann noch behaglich wohlfühlt, wenn man in eine ausgekühlte Wohnung kommt oder morgens ein ausgekühltes Haus durchschreitet. Ich habe es da im Bad lieber schön warm 
Gruß
Fritze
Moin,
Eine andere Frage ist, ob tatsächlich der Taupunkt
unterschritten wird…
Wenn innerhalb von etwa 8 Stunden die Temperatur so weit sinkt, stimmt etwas ganz prinzipielles mit der thermischen Isolation nicht. Dann würde ich zuerst mal eine Sanierung vornehmen oder (bei einer Mietwohnung) sehr schnell in ein besser gedämmtes Haus ziehen.
Ich schalte hier normalerweise um 22 Uhr komplett ab und um 5 Uhr 30 wieder ein. Bis dahin ist die Temperatur von 22 Grad auf etwa 18 Grad gesunken. Das liegt mindestens 10 Grad über dem Taupunkt.
tschüss
herbert